Paulus vor dem Statthalter Felix
28. April 2019

Paulus vor dem Statthalter Felix

Prediger:
Passage: Apostelgeschichte 24,1-27
Dienstart:

Apostelgeschichte 24:1-27 - Paulus vor dem Statthalter Felix

1 Nach fünf Tagen aber kam der Hohepriester Ananias mit den Ältesten und einem Anwalt, einem gewissen Tertullus, herab; und sie erschienen vor dem Statthalter gegen Paulus. 2 Als dieser aber gerufen worden war, begann Tertullus mit der Anklagerede und sprach: 3 Daß wir viel Frieden durch dich genießen und daß diesem Volk durch deine Fürsorge heilsame Zustände geschaffen worden sind, das erkennen wir allezeit und überall an, hochedler Felix, mit aller Dankbarkeit! 4 Damit ich dich aber nicht allzusehr bemühe, bitte ich dich, uns in Kürze nach deiner Freundlichkeit anzuhören. 5 Wir haben nämlich diesen Mann als eine Pest befunden, als einen, der Aufruhr stiftet unter allen Juden in der ganzen Welt, als einen Anführer der Sekte der Nazarener. 6 Er versuchte sogar, den Tempel zu entheiligen; doch wir ergriffen ihn und wollten ihn nach unserem Gesetz richten. 7 Aber Lysias, der Befehlshaber, kam dazu und entriß ihn mit großer Gewalt unseren Händen; 8 und er befahl, daß seine Ankläger zu dir kommen sollten. Von ihm kannst du selbst, wenn du ihn verhörst, alles erfahren, dessen wir ihn anklagen! 9 Und auch die Juden stimmten dem zu und behaupteten, es verhielte sich so. 10 Paulus aber gab, nachdem ihn der Statthalter durch ein Zeichen zum Reden aufgefordert hatte, folgende Antwort: Da ich weiß, daß du seit vielen Jahren Richter über dieses Volk bist, so verteidige ich meine Sache desto zuversichtlicher, 11 weil du erfahren kannst, daß es nicht länger als zwölf Tage her ist, seit ich hinaufzog, um in Jerusalem anzubeten. 12 Und sie fanden mich weder im Tempel, daß ich mich mit jemand gestritten oder einen Volksauflauf erregt hätte, noch in den Synagogen, noch in der Stadt. 13 Sie können auch das nicht beweisen, dessen sie mich jetzt anklagen. 14 Das bekenne ich dir aber, daß ich nach dem Weg, den sie eine Sekte nennen, dem Gott der Väter auf diese Weise diene, daß ich an alles glaube, was im Gesetz und in den Propheten geschrieben steht; 15 und ich habe die Hoffnung zu Gott, auf die auch sie selbst warten, daß es eine künftige Auferstehung der Toten geben wird, sowohl der Gerechten als auch der Ungerechten. 16 Daher übe ich mich darin, allezeit ein unverletztes Gewissen zu haben gegenüber Gott und den Menschen. 17 Ich bin aber nach vielen Jahren gekommen, um Almosen für mein Volk und Opfer zu bringen. 18 Dabei fanden mich etliche Juden aus der Provinz Asia im Tempel, als ich gereinigt war, ohne daß ein Volksauflauf oder Tumult entstanden wäre; 19 die sollten vor dir erscheinen und Anklage erheben, wenn sie etwas gegen mich hätten. 20 Oder diese selbst sollen sagen, ob sie irgendein Unrecht an mir gefunden haben, als ich vor dem Hohen Rat stand; 21 außer um jenes einzigen Wortes willen, das ich ausrief, als ich unter ihnen stand: Wegen der Auferstehung der Toten werde ich heute von euch gerichtet! 22 Als Felix dies hörte, verwies er sie auf eine spätere Zeit, da er über den Weg recht genau Bescheid wußte, und sprach: Wenn Lysias, der Befehlshaber, herabkommt, will ich eure Sache untersuchen! 23 Und er befahl dem Hauptmann, Paulus in Gewahrsam zu halten und ihm Erleichterung zu gewähren und auch keinem der Seinen zu verbieten, ihm Dienste zu leisten oder zu ihm zu kommen. 24 Nach etlichen Tagen aber kam Felix mit seiner Frau Drusilla, die eine Jüdin war, und ließ den Paulus holen und hörte ihn über den Glauben an Christus. 25 Als er aber von Gerechtigkeit und Enthaltsamkeit und dem zukünftigen Gericht redete, wurde Felix von Furcht erfüllt, und er antwortete: Für diesmal kannst du gehen; wenn ich aber gelegene Zeit finde, will ich dich wieder rufen lassen! 26 Zugleich hoffte er aber auch, daß er von Paulus Geld erhalten würde, damit er ihn freiließe. Darum ließ er ihn auch öfters kommen und besprach sich mit ihm. 27 Als aber zwei Jahre verflossen waren, bekam Felix den Porcius Festus zum Nachfolger, und da sich Felix die Juden zu Dank verpflichten wollte, ließ er Paulus gebunden zurück.
  • Am Ende der Apostelgeschichte muss Paulus sich in mehreren Gerichtsverfahren für seinen Glauben an Jesus Christus verteidigen.
  • Lukas gibt diese Verfahren ausführlich wieder zum einen, weil er als Historiker die Dinge beschreibt, die tatsächlich stattgefunden haben.
  • Zum anderen will er aber auch zeigen, dass der christliche Glaube einer genauen Prüfung standhält.
  • Der christliche Glaube ist nicht irgendwie mystisch und losgelöst von jeden praktischen Beweisen, sondern es gibt Indizien für die zentralen Behauptungen des Christentum um die Auferstehung Jesu, die einer strengen Untersuchung standhalten.
  • Hier ist Paulus nun vor dem Statthalter Felix.
  • Dieser wird in dem Kapitel als tragische Figur dargestellt, weil er zwar Interesse hat, von Paulus zu hören, aber eine Entscheidung für den christlichen Glauben aufschiebt.
  • Die Anklage gegen Paulus beginnt durch die Rede des Anwalts Tertullus.
  • Dieser schmeichelt Felix absolut übergebührlich (Verse 3-4).
  • Er wirft Paulus vor, einen Aufruhr angestiftet zu haben, einer Sekte um Jesus anzugehören oder versucht zu haben, den Tempel zu entheiligen (Verse 5 und 6).
  • Paulus verteidigt sich, indem er sich auf den erfahrenen Richter Felix beruft (Vers 10).
  • Er leugnet, irgendeinen Volksauflauf erregt zu haben (Verse 11 und 12).
  • Der behauptet, dass sein Glaube an Jesus Christus keine Irrlehre ist, sondern im Einklang mit dem Gesetz und den Propheten steht, und der Hoffnung der Auferstehung der Toten entspricht (Verse 14 und 15).
  • Sein Ziel war es immer, Gott mit einem unverletzten Gewissen zu dienen (Vers 16).
  • Die Pharisäer hatten ihn ja bei einer früheren Vernehmung sogar freigesprochen (Vers 21, siehe Apostelgeschichte 23:9).
  • Felix ließ die Verhandlung vertagen.
  • Er wusste über den christlichen Glauben (den Weg) gut Bescheid und hatte wahrscheinlich sogar Zweifel, ob dieser nicht richtig sei (Vers 22).
  • In Vers 24 wird von einer persönlichen Audienz von Felix und seiner Frau Drusilla gesprochen:
    • Felix hatte die schöne Drusilla ihrem rechtmäßigen Ehemann ausgespannt.
    • Außerdem herrschte er mit brutaler Gewalt.
    • Er wollte jedoch von Paulus über den Glauben an Christus hören, weil er ernsthaftes Interesse hatte.
  • Paulus predigt jedoch nicht ein menschenzentriertes Evangelium, sondern verkündigt klar die Gerechtigkeit, die wir nicht haben und die nur von Gott kommen kann, die wirkliche Umkehr, die notwendig ist, um Jesus nachzufolgen, und die Ernsthaftigkeit des zukünftigen Gerichts (Vers 25).
  • Dieser Predigt war so überzeugend, dass Felix von Furcht erfüllt wurde (Vers 25).
    • Er muss die geistlichen Realitäten, von denen Paulus sprach, wirklich gespürt haben.
    • Aber statt darauf zu reagieren, sandte er Paulus weg bis zu einer gelegeneren Zeit (Vers 26).
  • Er hoffte auch, dass Paulus ihm ein Bestechungsgeld zur Freilassung geben würde (Vers 26).
  • Er war weiterhin am Glauben interessiert, schien aber nie wirklich auf die Predigt zu reagieren (Vers 26).
  • Statt Paulus nach zwei Jahren Haft ohne Urteil freizulassen, was die maximale Spanne war, übergab er ihm seinem Nachfolger in Haft, weil er sich Anerkennung von den Juden versprach (Vers 27).
  • Wie gesagt, Felix ist ein tragische Figur in der Apostelgeschichte.
    • Er hatte die Möglichkeit gehabt, direkt mit dem Apostel Paulus zu reden.
    • Er war sogar von den Beweisen für das Christentum teilweise überzeugt.
    • Er war aber nicht bereit, sein Leben zu ändern.
  • Um Christ zu werden sind zwei Dinge notwendig:
    • Glaube, d.h. Vertrauen auf Jesus und sein Werk am Kreuz
    • Umkehr, d.h. die Bereitschaft, Jesus zum Herrn des eigenen Lebens zu machen
  • Felix schien zum ersten bereit zu sein, aber nicht zum zweiten.
  • Jesus machte aber deutlich, dass Umkehr absolut unerlässlich ist:
    • 25 Es zog aber eine große Volksmenge mit ihm; und er wandte sich um und sprach zu ihnen: 26 Wenn jemand zu mir kommt und haßt nicht seinen Vater und seine Mutter, seine Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein. 27 Und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, der kann nicht mein Jünger sein. 28 Denn wer von euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht zuvor hin und berechnet die Kosten, ob er die Mittel hat zur gänzlichen Ausführung, 29 damit nicht etwa, wenn er den Grund gelegt hat und es nicht vollenden kann, alle, die es sehen, über ihn zu spotten beginnen 30 und sagen: Dieser Mensch fing an zu bauen und konnte es nicht vollenden! 31 Oder welcher König, der ausziehen will, um mit einem anderen König Krieg zu führen, setzt sich nicht zuvor hin und berät, ob er imstande ist, mit zehntausend dem zu begegnen, der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt? 32 Wenn aber nicht, so sendet er, solange jener noch fern ist, eine Gesandtschaft und bittet um die Friedensbedingungen. 33 So kann auch keiner von euch mein Jünger sein, der nicht allem entsagt, was er hat. (Lk 14,25-33)
  • Jesus sucht nicht Fans, sondern überzeugte Nachfolger.
  • Felix schob die Entscheidung auf und wir wissen nicht, ob er sich jemals für Jesus entschieden hat.
  • Nach zwei Jahren war zumindest der direkte Kontakt zum Apostel Paulus nicht mehr gegeben.
  • Felix ist ein mahnendes Beispiel, die Entscheidung für Jesus festzumachen:
    • 7 Darum, wie der Heilige Geist spricht: "Heute, wenn ihr seine Stimme hört, 8 so verstockt eure Herzen nicht. (Hebr 3,7-8)

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