Jesus wird in seiner Vaterstadt abgelehnt
1. März 2020

Jesus wird in seiner Vaterstadt abgelehnt

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Passage: Markus 6,1-6a
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Markus 6,1-6a - Jesus wird in seiner Vaterstadt abgelehnt

1 Und er zog von dort weg und kam in seine Vaterstadt; und seine Jünger folgten ihm nach. 2 Und als der Sabbat kam, fing er an, in der Synagoge zu lehren; und viele, die zuhörten, erstaunten und sprachen: Woher hat dieser solches? Und was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist, daß sogar solche Wundertaten durch seine Hände geschehen? 3 Ist dieser nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria, der Bruder von Jakobus und Joses und Judas und Simon? Und sind nicht seine Schwestern hier bei uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm. 4 Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet ist nirgends verachtet außer in seiner Vaterstadt und bei seinen Verwandten und in seinem Haus! 5 Und er konnte dort kein Wunder tun, außer daß er wenigen Kranken die Hände auflegte und sie heilte. 6 Und er verwunderte sich wegen ihres Unglaubens.
  • Jesus geht von einem Ort weg, wo sein Dienst außerordentlichen Erfolg hat, und kommt in seine Vaterstadt (Vers 1).
  • Eigentlich würde man erwarten, dass Jesus auch in seiner Heimatstadt viele Nachfolger anziehen würde, aber wir haben schon erfahren, dass seine Familie nicht hinter ihm steht (Mk 3,21.31).
  • Wiederum lehrt Jesus in der Synagoge am Sabbat (Vers 2).
  • Wieder sind viele, die zuhören, erstaunt (Vers 2).
  • Die Menschen, die Jesus am nächsten stehen, sind verwundert über seine Weisheit und seine Wundertaten (Vers 2b).
  • Die Menschen sind im Markusevangelium oft verwundert über Jesus.
    • 27 Und sie erstaunten alle, so daß sie sich untereinander fragten und sprachen: Was ist das? Was für eine neue Lehre ist dies? Mit Vollmacht gebietet er auch den unreinen Geistern, und sie gehorchen ihm! (Mk 1,27)
    • 6 Es saßen aber dort etliche von den Schriftgelehrten, die dachten in ihren Herzen: 7 Was redet dieser solche Lästerung? Wer kann Sünden vergeben als nur Gott allein? (Mk 2,6-7)
    • 41 Und sie gerieten in große Furcht und sprachen zueinander: Wer ist denn dieser, daß auch der Wind und der See ihm gehorsam sind? (Mk 4,41)
  • Nun dreht sich die Frage um die Quelle von Jesu Taten und Lehre.
  • Auch wenn die Menschen aus der Heimatstadt Jesu seine Taten nicht dem Beelzebub zuschreiben, so denken sie doch, dass es unwahrscheinlich ist, dass Gott so erstaunliche Dinge durch jemanden wirken kann, der aus ihre Mitte stammt.
  • Sie stoßen sich an der kleinen Größe des Senfkorns.
  • Die Menschen haben aus der Geburt und aus dem Aufwachsen von Jesus keine außergewöhnliche Dinge erwartet.
  • Sie fragen nur über seinen Hintergrund, dass er doch der Zimmermann sei, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon (Vers 3).
  • Außerdem werden die Schwestern von Jesus erwähnt (Vers 3).
  • Sie nennen ihn Sohn der Maria, weil sein Vater Joseph wahrscheinlich schon nicht mehr lebte.
  • Auch sie nehmen Anstoß an ihm (Vers 3).
  • Sie sind nicht so sehr abgestoßen davon, was er lehrt, sondern von woher er kommt.
  • Wie kann jemand, der so gewöhnlich ist, solche Wundertaten tun und solche Weisheit reden?
  • Wie kann der, den wir so gut kennen, der Messias sein?
  • Manche haben sich bestimmt auch daran gestoßen, dass Jesus einen weltlichen Beruf hatte und kein vollzeitiger Lehrer des Gesetzes war.
  • Jesus bemüht eine Redewendung, die aussagt, dass ein Prophet üblicherweise von denen verachtet wird, zu denen er gesandt wird (Vers 4).
  • Die Ablehnung in Jesu Vaterstadt ist ein Schatten der zukünftigen Ablehnung in Jerusalem.
  • Markus schließt diesen Bericht ab, indem er sagt, dass Jesus dort keine Wunder tun konnte, außer ein paar Heilungen (Vers 5).
  • Außerdem ist Jesus verwundert wegen des Unglaubens der Menschen (Vers 6a).
  • Durch die Berichte sollten wir uns die Fragen stellen, warum die Menschen nicht sehen können, wer Jesus ist.
  • Warum bekennen die Dämonen Jesus sofort, aber die Menschen nicht?
  • Im Grund will uns das Markusevangelium davor bewahren, im Anstoß zu verharren.
  • Jeder Mensch wird am Evangelium erst einmal Anstoß nehmen, bevor er mit den Augen des Glaubens sehen kann.
    • 22 Während nämlich die Juden ein Zeichen fordern und die Griechen Weisheit verlangen, 23 verkündigen wir Christus den Gekreuzigten, den Juden ein Ärgernis, den Griechen eine Torheit; 24 denen aber, die berufen sind, sowohl Juden als auch Griechen, verkündigen wir Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit. (1Kor 1,22-24)
  • Zur Zeit von Jesus war eine hohe Abstammung die notwendige Qualifikation für eine höhere Berufung.
  • Für die antike Welt war es eine Schock, dass der allerhöchste Gott zu uns in solch einer einfachen Stadt kommen würde, von solch einer einfachen Familie und mit solch einem einfachen Beruf.
  • Paulus spiegelte die unbeindruckenden Kennzeichen von Jesus in seinem Dienst wider:
    • 9 Es scheint mir nämlich, daß Gott uns Apostel als die Letzten hingestellt hat, gleichsam zum Tod bestimmt; denn wir sind der Welt ein Schauspiel geworden, sowohl Engeln als auch Menschen. 10 Wir sind Narren um des Christus willen, ihr aber seid klug in Christus; wir schwach, ihr aber stark; ihr in Ehren, wir aber verachtet. 11 Bis zu dieser Stunde leiden wir Hunger und Durst und Blöße, werden geschlagen und haben keine Bleibe 12 und arbeiten mühsam mit unseren eigenen Händen. Wenn wir geschmäht werden, segnen wir; wenn wir Verfolgung leiden, halten wir stand; 13 wenn wir gelästert werden, spenden wir Trost; zum Kehricht der Welt sind wir geworden, zum Abschaum aller bis jetzt. (1Kor 4,9-13)
  • Paulus ermahnt uns, dass wir Gottes Wege nicht nach äußeren Kriterien bewerten sollen:
    • 16 So kennen wir denn von nun an niemand mehr nach dem Fleisch; wenn wir aber auch Christus nach dem Fleisch gekannt haben, so kennen wir ihn doch nicht mehr so. (2Kor 5,16)
  • Die Botschafter des allmächtigen Gottes sehen nach irdenen Gefäßen aus:
    • 6 Denn Gott, der dem Licht gebot, aus der Finsternis hervorzuleuchten, er hat es auch in unseren Herzen licht werden lassen, damit wir erleuchtet werden mit der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi. 7 Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überragende Kraft von Gott sei und nicht von uns. 8 Wir werden überall bedrängt, aber nicht erdrückt; wir kommen in Verlegenheit, aber nicht in Verzweiflung; 9 wir werden verfolgt, aber nicht verlassen; wir werden niedergeworfen, aber wir kommen nicht um; 10 wir tragen allezeit das Sterben des Herrn Jesus am Leib umher, damit auch das Leben Jesu an unserem Leib offenbar wird. 11 Denn wir, die wir leben, werden beständig dem Tod preisgegeben um Jesu willen, damit auch das Leben Jesu offenbar wird an unserem sterblichen Fleisch. 12 So ist also der Tod wirksam in uns, das Leben aber in euch. (2Kor 4,6-12)
  • Die Geschichte ist auch eine Mahnung, dass die Wunder von Jesus nicht automatisch Glauben produzieren, sondern sie verlangen Glauben, um sie richtig zu verstehen.
  • Der Text zeigt, dass Zweifel eine ganze Gemeinschaft beeinflussen kann. Es kann Gottes Macht und Eingreifen zurückhalten.
  • In Nazareth blieben viele blind, krank und taub, weil die ganze Stadt in ihrem Unglauben verharrte.
  • Wobei es hier nicht um den suchenden Zweifel ging, sondern die Menschen in Nazareth waren hartnäckig in ihrem Unglauben.
  • Markus berichtet uns, dass die Jünger Jesus auf seiner Reise nach Nazareth begleiteten (Vers 1).
  • Sie lernten, wie Jesus mit der Reaktion in Nazareth umging.
  • Jesus wirft die Flinte jedoch nicht ins Korn, sondern zieht weiter umher und verkündigt das Evangelium:
    • 6 Und er zog durch die Dörfer ringsumher und lehrte. (Mk 6,6b)
  • Bald werden sie selbst ausgesandt werden und Ablehnung und Spott erfahren (Mk 6,7-13).
  • Wir müssen uns davor hüten, dass Vertrautheit vor Jesus uns daran hindert, seine Herrlichkeit und Majestät zu sehen.

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