Jakob ringt mit Gott
6. Februar 2022

Jakob ringt mit Gott

Passage: 1. Mose 32
Dienstart:

1. Mose 32 - Jakob ringt mit Gott

1 Und Laban stand am Morgen früh auf, küßte seine Enkel und seine Töchter und segnete sie; dann ging er und kehrte wieder an seinen Ort zurück. 2 Jakob aber ging seines Weges; da begegneten ihm Engel Gottes. 3 Und als er sie sah, sprach Jakob: Das ist das Heerlager Gottes! Und er gab jenem Ort den Namen Mahanajim. 4 Und Jakob sandte Boten vor sich her zu seinem Bruder Esau ins Land Seir, in das Gebiet von Edom. 5 Diesen gebot er und sprach: So sollt ihr zu meinem Herrn Esau sagen: So spricht dein Knecht Jakob: Ich bin bei Laban in der Fremde gewesen und habe mich bisher bei ihm aufgehalten, 6 und ich habe Rinder, Esel und Schafe, Knechte und Mägde erworben; und ich sende nun Boten, um es meinem Herrn zu berichten, damit ich Gnade finde vor deinen Augen! 7 Und die Boten kehrten wieder zu Jakob zurück und berichteten ihm: Wir sind zu deinem Bruder Esau gekommen; und er zieht dir auch schon entgegen, und 400 Mann mit ihm! 8 Da fürchtete sich Jakob sehr, und es wurde ihm angst. Und er teilte das Volk, das bei ihm war, und die Schafe, Rinder und Kamele in zwei Lager; 9 denn er sprach: Wenn Esau das eine Lager überfällt und es schlägt, so kann doch das übriggebliebene Lager entkommen! 10 Und Jakob sprach: Du Gott meines Vaters Abraham und Gott meines Vaters Isaak, HERR, der du zu mir gesagt hast: Kehre wieder in dein Land und zu deiner Verwandtschaft zurück; ich will dir wohltun! 11 Ich bin zu gering für alle Gnade und Treue, die du an deinem Knecht bewiesen hast! Denn ich hatte nur einen Stab, als ich über diesen Jordan ging, und nun bin ich zu zwei Heerlagern geworden. 12 Errette mich doch aus der Hand meines Bruders, aus der Hand Esaus; denn ich fürchte ihn; er könnte kommen und mich erschlagen, die Mutter samt den Kindern! 13 Du aber hast gesagt: Ich will dir gewißlich wohltun und deinen Samen machen wie den Sand am Meer, der vor Menge nicht zu zählen ist! 14 Und er brachte die Nacht dort zu und nahm von dem, was er erworben hatte, als Geschenk für seinen Bruder Esau: 15 [er nahm] 200 Ziegen, 20 Böcke, 200 Mutterschafe, 20 Widder, 16 [sowie] 30 säugende Kamele mit ihren Füllen, 40 Kühe und 10 Stiere, 20 Eselinnen und 10 Eselhengste. 17 Und er gab sie in die Hand seiner Knechte, jede Herde besonders, und sprach zu seinen Knechten: Geht vor mir hinüber und laßt Raum zwischen den einzelnen Herden! 18 Und er befahl dem ersten und sprach: Wenn mein Bruder Esau dir begegnet und dich fragt: Wem gehörst du und wo willst du hin? Und wem gehört das, was du vor dir her treibst?, 19 so sollst du antworten: Deinem Knecht Jakob! Es ist ein Geschenk, das er seinem Herrn Esau sendet, und siehe, er kommt selbst hinter uns her! 20 Ebenso befahl er auch dem zweiten und dem dritten und allen, die hinter den Herden hergingen, und sprach: So sollt ihr mit Esau reden, wenn ihr ihn antrefft; 21 und ihr sollt sagen: Siehe, dein Knecht Jakob kommt auch hinter uns her! Denn er dachte: Ich will sein Angesicht günstig stimmen mit dem Geschenk, das vor mir hergeht; danach will ich sein Angesicht sehen; vielleicht wird er mich gnädig ansehen! 22 Und das Geschenk zog vor ihm hinüber; er aber blieb in jener Nacht im Lager. 23 Er stand aber noch in derselben Nacht auf und nahm seine beiden Frauen und seine beiden Mägde samt seinen elf Kindern und überschritt mit ihnen die Furt Jabbok; 24 und er nahm sie und führte sie über den Fluß und ließ alles, was er hatte, hinübergehen. 25 Jakob aber blieb allein zurück. Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte anbrach. 26 Und als dieser sah, daß er ihn nicht bezwingen konnte, da rührte er sein Hüftgelenk an, so daß Jakobs Hüftgelenk verrenkt wurde beim Ringen mit ihm. 27 Und der Mann sprach: Laß mich gehen; denn die Morgenröte bricht an! Jakob aber sprach: Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich! 28 Da fragte er ihn: Was ist dein Name? Er antwortete: Jakob! 29 Da sprach er: Dein Name soll nicht mehr Jakob sein, sondern Israel; denn du hast mit Gott und Menschen gekämpft und hast gewonnen! 30 Jakob aber bat und sprach: Laß mich doch deinen Namen wissen! Er aber antwortete: Warum fragst du nach meinem Namen? Und er segnete ihn dort. 31 Jakob aber nannte den Ort Pniel; denn er sprach: Ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen, und meine Seele ist gerettet worden! 32 Und die Sonne ging ihm auf, als er an Pniel vorüberzog; und er hinkte wegen seiner Hüfte. 33 Darum essen die Kinder Israels bis zum heutigen Tag die Sehne nicht, die über das Hüftgelenk läuft, weil Er Jakobs Hüftgelenk, die Hüftsehne, angerührt hat.
  • Nun schwenkt der Fokus der Erzählung wieder auf Jakobs Rückkehr in das Verheißene Land.
  • In diesem Abschnitt begegnet Jakob zuerst Engeln (32,1-2), dann Gott selbst (32,24-31) und schließlich Esau (33,1-7).
  • Es zeigen sich einige Parallelen zu seiner Abreise zwanzig Jahre zuvor.
    • Es erschienen ihm Engel und Gott selbst in seinem Traum zu Bethel (28,10-22).
    • Als Jakob betet, um vor seinem Bruder Esau gerettet zu werden, klingen die Verheißungen des Herrn zu Bethel nach (32,9.12; 28,13-15).
    • Die ersten Schritte, die Gott unternimmt, um seine Verheißungen zu erfüllen, dass Jakobs Nachkommen zahlreich sein werden (28,14), werden mehrfach betont (32,10-12; 33,1-2, 5-7).
  • Jakobs Rückkehr nach Kanaan könnte nicht vollständig sein ohne einen Versuch, sich mit seinem Bruder zu versöhnen.
  • Er hatte Kanaan verlassen, um den Todesdrohungen Esaus zu entkommen (27,41-42), und sollte zurückkehren, wenn seine Mutter gesehen hat, dass sich Esaus Zorn gelegt hat (27,45).
  • Rebekkah hat jedoch nie nach ihm gesandt.
  • Stattdessen brach Jakob auf Befehl des Herrn auf (31,3).
  • Die Spannung in diesem Abschnitt entsteht durch die Furcht Jakobs vor dem Zorn Esaus im Kontrast zu den Verheißungen und dem Segen Gottes, den er über Jakob ausgießt (32,12.29).
  • Die geheimnisvolle Nacht, in der Jakob mit Gott rang, kam am Ende eines stressigen Tages.
  • Er war besorgt, wie die Begegnung mit Esau ausgehen würde und wie er seinen Bruder beruhigen würde können.
  • Er unternahm außergewöhnliche Schritte, um sich bei seinem Bruder einzuschmeicheln.
  • Während er sich auf das Treffen mit seinem Bruder vorbereitete, schien Jakob in seinem Glauben an Gott zu wanken.
  • Er wurde durch die Erscheinung der Engel ermutigt (32,1-2).
  • Das bewog ihn, demütig um die Hilfe des Herrn zu bitten in Bezug auf Esau (32,9-12).
  • Gleichzeitig sandte er Geschenke an Esau, um ihn zufriedenzustellen.
  • Er war sich nicht ganz gewiss, dass das Werk des Herrn ausreichen würde, um ihn vor seinem Bruder zu beschützen.
  • Dieses Ringen, sich auf die Verheißungen Gottes zu verlassen statt auf die eigenen Anstrengungen, wurde von Gott durch den geheimnisvollen Ringkampf angesprochen.
  • Im Laufe der Erzählung wird dem Leser zunehmend klar, dass es sich hier um keinen gewöhnlichen Menschen handelt.
  • Der Leser erfährt, dass Jakob etwas über seinen Gegner gelernt hat: Er konnte Jakob segnen und ihm einen neuen Namen geben.
  • Danach verschwindet er so schnell, wie er erschienen war.
  • Jakob erklärt dann, was der Leser schon ahnt, nämlich dass dieser geheimnisvolle Fremde Gott selbst war, den Jakob von Angesicht zu Angesicht gesehen hatte.
  • Zum Sonnenaufgang humpelt Jakob davon, aber gleichzeitig ist er in der Erkenntnis Gottes gewachsen und hat eine neue Festigkeit in seinem Vertrauen auf die Verheißungen Gottes erlangt.
  • Gott wird Jakob bei all seinem Herausforderungen beistehen und ihn durchtragen.