18. September 2022

In Jesu Fußspuren gehen

Passage: 1. Petrus 2,18-25
Dienstart:

1. Petrus 2,18-25 - In Jesu Fußspuren gehen

18 Ihr Hausknechte, ordnet euch in aller Furcht euren Herren unter, nicht nur den guten und milden, sondern auch den verkehrten! 19 Denn das ist Gnade, wenn jemand aus Gewissenhaftigkeit gegenüber Gott Kränkungen erträgt, indem er zu Unrecht leidet. 20 Denn was ist das für ein Ruhm, wenn ihr geduldig Schläge ertragt, weil ihr gesündigt habt? Wenn ihr aber für Gutestun leidet und es geduldig ertragt, das ist Gnade bei Gott. 21 Denn dazu seid ihr berufen, weil auch Christus für uns gelitten und uns ein Vorbild hinterlassen hat, damit ihr seinen Fußstapfen nachfolgt. 22 »Er hat keine Sünde getan, es ist auch kein Betrug in seinem Mund gefunden worden«; 23 als er geschmäht wurde, schmähte er nicht wieder, als er litt, drohte er nicht, sondern übergab es dem, der gerecht richtet. 24 Er hat unsere Sünden selbst an seinem Leib getragen auf dem Holz, damit wir, den Sünden gestorben, der Gerechtigkeit leben mögen; durch seine Wunden seid ihr heil geworden. 25 Denn ihr wart wie Schafe, die in die Irre gehen; jetzt aber habt ihr euch bekehrt zu dem Hirten und Hüter eurer Seelen.
  • Viele von uns sind mit der Vorstellung aufgewachsen, dass wenn wir nur ein rechtschaffenes Leben führen - zur Kirche gehen, die Bibel lesen, uns aktiv einbringen - dann werden wir nicht leiden.
  • Leid und Rechtschaffenheit sind inkompatibel.
  • Das heißt, wir haben vielfach keine theologische Kategorie für rechtschaffenes Leid und auch keine Ahnung, wie wir es ertragen sollen.
  • Nur wenn wir rechtschaffenes Leid aus dem Evangelium heraus verstehen, werden wir die Kraft haben, es zu tragen, wenn es kommt.

Es kann jeden von uns treffen

  • In der Zeit des Apostels Petrus gab es sogenannte Haustafeln, die beschrieben, welche gegenseitigen Verantwortlichkeiten die Mitglieder des Haushalts füreinander haben.
  • Hier geht es Petrus jedoch darum, uns aufzuzeigen, welche Verantwortung wir haben in einer Gesellschaft, die vielfach nicht von Gläubigen geführt wird und wo wir vielleicht sogar verfolgt werden aufgrund unseres Glaubens.
  • In den Versen 18-25 spricht Petrus Hausknechte an.
  • Er will hier nicht das grundsätzliche Thema der Sklaverei ansprechen, sondern die Art und Weise, wie sich Hausknechte (heute Arbeitnehmer) verhalten sollen.
    • 28 Da ist weder Jude noch Grieche, da ist weder Knecht noch Freier, da ist weder Mann noch Frau; denn ihr seid alle einer in Christus Jesus. (Gal 3,28)
  • Da Petrus diese Kategorie hier auf alle ausweitet (Vers 19), kann ungerechtfertigtes Leid jeden von uns treffen.

Wie wir ungerechtfertigtes Leid ertragen sollen

  • Petrus ruft uns auf, uns unseren Herren unterzuordnen, auch wenn sie "verkehrt" sind (Vers 18).
  • Und das sollen wir auch noch in aller Furcht (mit allem Respekt) tun (Vers 18).

Der Lohn für das Ertragen von Leid

  • Gott schenkt großen Lohn, wenn wir ungerechtes Leid ertragen.
  • Es ist Gnade bei Gott (Vers 20).
  • Du bekommst vielleicht nicht deine Anerkennung bei den Menschen, aber im Angesicht Gottes.
  • Wir sollten unsere Gewissenhaftigkeit gegenüber Gott bewahren und treu in dieser Welt leben (Vers 19).
  • Die Gnade Gottes wird uns dazu die Kraft verleihen.
    • 12 Durch Silvanus, der euch, wie ich überzeugt bin, ein treuer Bruder ist, habe ich euch in Kürze geschrieben, um euch zu ermahnen und zu bezeugen, daß dies die wahre Gnade Gottes ist, in der ihr steht. (1Petr 5,12).
  • Gott belohnt Treue nicht, weil wir es selbst verdient haben, sondern weil wir die Liebe des Christus erfahren haben und widerspiegeln.
  • Selbst Jesus spricht von einem Lohn im Himmel.
    • 11 Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch jegliches böse Wort gegen euch reden um meinetwillen! 12 Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß im Himmel; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch gewesen sind. (Mt 5,11-12)

In Jesus Fußstapfen gehen

  • Petrus gibt nun einen zweiten Grund, warum wir ungerechtes Leid ertragen sollen.
  • Wir sind dazu berufen, den Fußstapfen Jesu nachzufolgen (Vers 21).
  • Er ist unser "Vorbild", das wir versuchen, so viel wie möglich nachzuahmen.
  • In den Versen 22-25 beschreibt Petrus die Fußstapfen Jesu mit Worten aus dem Propheten Jesaja.
  • Unser Herr ist ein dienender Knecht.
  • Wenn wir als Knechte leiden, dann folgen wir seinen Fußstapfen.
  • Leid ist nicht unbedingt ein Zeichen, dass wir etwas falsch gemacht haben oder dass Gott uns verlassen hat.
  • Das Neue Testament redet klar und deutlich davon, dass Heiligkeit zu ungerechtem Leid führen wird.
    • 34 Und er rief die Volksmenge samt seinen Jüngern zu sich und sprach zu ihnen: Wer mir nachkommen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach! (Mk 8,34)
  • Jesus sündigte nicht und musste trotzdem leiden (Vers 22).
  • Jesus griff andere nicht mit seinen Worten an, nur weil er litt (Vers 23).
  • Jesus setzte sein Vertrauen auf Gott und übergab die Kontrolle ihm (Vers 23).
  • Aber Jesus ist weit mehr als nur unser Vorbild, weil er in seinem Leid für unsere Sünde bezahlte (Vers 24).
  • Wir können jetzt immer wieder zu unserem Hirten und Hüter zurückkehren, auch wenn wir abgewichen sind (Vers 25).

Anwendung

  • Hast du als Christ schon einmal tiefes Leid erfahren?
  • Wie ist das Wissen darum, dass wir den Fußstapfen Jesu nachfolgen sollen, sowohl befreiend als auch herausfordernd?
  • Wie ermutigt dich diese Bibelstelle, Jesus mehr wertzuschätzen als deine irdische Bequemlichkeit?