Gerechtigkeit von Gott
27. Oktober 2019

Gerechtigkeit von Gott

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Passage: Römer 4,1-8
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Bible Text: Römer 4,1-8 | Prediger: Stefan Beyer | Series: Römer |

Römer 4,1-8 – Gerechtigkeit von Gott

1 Was wollen wir denn sagen, daß Abraham, unser Vater, nach dem Fleisch erlangt hat? 2 Wenn nämlich Abraham aus Werken gerechtfertigt worden ist, hat er zwar Ruhm, aber nicht vor Gott. 3 Denn was sagt die Schrift? “Abraham aber glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet”. 4 Wer aber Werke verrichtet, dem wird der Lohn nicht aufgrund von Gnade angerechnet, sondern aufgrund der Verpflichtung; 5 wer dagegen keine Werke verrichtet, sondern an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, dem wird sein Glaube als Gerechtigkeit angerechnet. 6 Ebenso preist auch David den Menschen glückselig, dem Gott ohne Werke Gerechtigkeit anrechnet: 7 “Glückselig sind die, deren Gesetzlosigkeiten vergeben und deren Sünden zugedeckt sind; 8 glückselig ist der Mann, dem der Herr die Sünde nicht anrechnet!”

Paulus geht nun in einem extra Kapitel auf die Zurechnung oder Anrechnung der Gerechtigkeit Gottes ein.

Warum ist das so wichtig?

Weil das Evangelium nicht nur aus dem stellvertretenden Tod Jesu besteht, sondern auch aus seinem stellvertretendem Leben.

13 Da kommt Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. 14 Johannes aber wehrte ihm und sprach: Ich habe es nötig, von dir getauft zu werden, und du kommst zu mir? 15 Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Laß es jetzt so geschehen; denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen! Da gab er ihm nach. 16 Und als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser; und siehe, da öffnete sich ihm der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabsteigen und auf ihn kommen. 17 Und siehe, eine Stimme kam vom Himmel, die sprach: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe! (Mt 3,13-17)

Das heißt, um gerettet zu werden, brauchen wir nicht nur eine Bezahlung für unsere Sünden, sondern auch eine positive Gerechtigkeit vor Gott.

Warum ist diese Lehre praktisch so wichtig?

Weil sie uns zutiefst demütigt, selbst für unsere guten Werke (Vers 2).

Weil sie uns enorme Zuversicht gegenüber Gott und Freude schenkt (Verse 7 und 8).

Paulus schrieb den Römerbrief an eine Gemeinde, die aus Menschen mit jüdischen Hintergrund und Menschen mit nichtjüdischen Hintergrund bestand.

Daraus ergab sich die Gefahr von Streitigkeiten, Stolz und mangelnder Rücksichtnahme.

Paulus wird in den Kapiteln 14 und 15 praktische Ermahnungen an die Gemeinde weitergeben.

Aber die schärfsten Ermahnungen wirken nur dann, wenn unser Herz durch das Evangelium verändert wurde.

Der Grund, warum viele Christen immer noch stolz und streitsüchtig sind, und warum viele keine tiefe Freude in Gott haben, liegt genau hier: Sie haben die Lehre der Anrechnung von Christi Gerechtigkeit nicht ausreichend verinnerlicht.

Dadurch wurden sie nicht gedemütigt, selbst für ihre guten Werke.

Dadurch haben sie mangelnde Sicherheit in der Beziehung zu Gott und dadurch mangelnde Freude.

Die Juden rühmten sich ihres Stammvaters Abrahams und die allgemeine Auffassung war, dass Abraham deshalb so besonders war, weil er in den Prüfungen Gott gehorsam geblieben war (Vers 2).

Paulus greift diesen Ruhm und diesen Stolz an der Wurzel an und sagt, dass Abraham allein durch Glauben gerechtfertigt wurde (Vers 3).

Er bezieht sich hier auf 1. Mose 15,6, wo Gott ihm einen Nachkommen verhieß und Abraham glaubte, auch wenn es menschlich nicht möglich war.

1 Nach diesen Begebenheiten geschah es, daß das Wort des HERRN an Abram in einer Offenbarung erging: Fürchte dich nicht, Abram, ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn! 2 Abram aber sprach: O Herr, HERR, was willst du mir geben, da ich doch kinderlos dahingehe? Und Erbe meines Hauses ist Elieser von Damaskus! 3 Und Abram sprach weiter: Siehe, du hast mir keinen Samen gegeben, und siehe, ein Knecht, der in meinem Haus geboren ist, soll mein Erbe sein! 4 Doch siehe, das Wort des HERRN erging an ihn: Dieser soll nicht dein Erbe sein, sondern der aus deinem Leib hervorgehen wird, der soll dein Erbe sein! 5 Und er führte ihn hinaus und sprach: Sieh doch zum Himmel und zähle die Sterne, wenn du sie zählen kannst! Und er sprach zu ihm: So soll dein Same sein! 6 Und Abram glaubte dem HERRN, und das rechnete Er ihm als Gerechtigkeit an. (1Mo 15,1-6)

Statt diesem freudigen Vertrauen auf Gott und dem Bewusstsein, dass unsere Gerechtigkeit allein von ihm kommt, leben viele Menschen (auch Christen) in einem Werkemodus (Vers 4).

Paulus wagt es hier an dieser Stelle sogar den Stammvater Abraham als Gottlosen zu bezeichnen, der nur durch seinen Glauben Gerechtigkeit erlangt hat (Vers 5).

Das stimmt auch entsprechend der Erzählung des Alten Testaments.

2 Da sprach Josua zu dem ganzen Volk: So spricht der HERR, der Gott Israels: “Eure Väter wohnten vor Zeiten jenseits des Euphrat-Stromes, und sie dienten anderen Göttern, auch Terach, der Vater Abrahams und Nahors. 3 Und ich nahm euren Vater Abraham von jenseits des Stromes und ließ ihn durch das ganze Land Kanaan wandern; und ich mehrte seinen Samen und gab ihm Isaak. (Jos 24,2-3)

An dieser Stelle ist noch wichtig zu erwähnen, dass nicht unser Glaube selbst die Gerechtigkeit ist, die Gott anrechnet, sondern er ist das Mittel, durch die wir die Gerechtigkeit Christi empfangen.

9 Und in ihm erfunden werde, indem ich nicht meine eigene Gerechtigkeit habe, die aus dem Gesetz kommt, sondern die durch den Glauben an Christus, die Gerechtigkeit aus Gott aufgrund des Glaubens. (Phil 3,9)

David hatte diese Evangeliumsfreude entdeckt, als er erkannte, dass Gott ihn trotz seiner Verfehlungen gerechtgesprochen hat (Verse 7 und 8).

Diese Evangeliumsfreude kommt nur aus der immer wieder neuen tiefen Entdeckung der Gnade Gottes, die unsere Sünden zugedeckt und uns die Gerechtigkeit Christi geschenkt hat.

Dadurch entsteht ein demütiger Lebensstil, der sich nicht seiner guten Werke für Gott rühmt, sondern sich weiter allein an Christus und seinem Werk erfreut.

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