Gerechtigkeit, die vor Gott gilt
13. Oktober 2019

Gerechtigkeit, die vor Gott gilt

Prediger:
Serie:
Passage: Römer 3,21-26
Dienstart:

Einleitung

Wir müssen erst mal erkennen, dass wir ein Problem haben (1,18 – 3,20)

  • Beispiel: Kurzsichtigkeit
  • Römer 1,18 – 3,20 beschreibt unsere große Bosheit
  • Römer 3,9-20 hat uns die totale Verdorbenheit aufgezeigt
    • Alle Menschen sind unter der Sünde
    • Der Jude hat keinen Vorteil gegenüber dem Heiden: äußere Merkmale, wie Beschneidung, Opfer oder Tradition können die Schuld nicht bezahlen
    • Der religiöse oder christliche Mensch hat keinen Bestand, unsere Werke greifen zu kurz:
      • Regelmäßiger Gottesdienst
      • Teilweises Halten der Gebote
      • Selbstaufopferung
      • Taufe
      • Spenden
    • Unsere Werke sind vergleichbar, wie eine Hand voll Gemüse zur Bezahlung meines Bankkredites (...falsche Währung, falscher Wertmaßstab)
  • Römer 3,23: alle haben gesündigt und verfehlen (Präsens!!) die Herrlichkeit
    • Beständig verfehlen wir, da wir unsere Götzen (Freudengeber) woanders suchen
    • Im Bilde Gottes geschaffen, sollten wir Gottes Herrlichkeit ausstrahlen, das ist mehr als unser moralisches Gutmenschentum und christliches Benehmen
  • Das schlimme an Sünde ist, dass es absolut unverträglich ist mit Gottes Herrlichkeit:
    • Ps 51:5,6 denn ich erkenne meine Übertretungen, und meine Sünde ist allezeit vor mir. 6 An dir allein habe ich gesündigt und getan, was böse ist in deinen Augen, damit du recht behältst, wenn du redest, und rein dastehst, wenn du richtest.
      • Das Problem von David ist nicht gegenüber Bathseba, dem Kind oder Urija

Bis jetzt...

Dilemma: ein absolut gerechter und herrlicher Schöpfer, aber eine verdorbene Schöpfung!

  • Der Lohn der Sünde ist der Tod (Römer 6,23)
  • Juristisch korrekt muss mit der Todesstrafe unsere Schuld abgegolten werden
  • Gottes Zorn ist real:
    • Nicht der Gott des AT (Zorn) und nun im NT (Liebe)
    • Jesus spricht mehr über Hölle, als alle anderen Schreiber im NT
    • Die große Kelter des Zornes Gottes (Offb 14, 19-20: Und der Engel warf seine Sichel auf die Erde und schnitt den Weinstock der Erde und warf die Trauben in die große
      Kelter des Zornes Gottes. 20 Und die Kelter wurde außerhalb der Stadt getreten, und es floss Blut aus der Kelter bis an die Zäume der Pferde, 1 600 Stadien weit.)
  • Gnädige Zurückhaltung: Sünden bleiben scheinbar ungestraft (25b) da Gott sich zurückhält (26a)
  • Gottes Gerechtigkeit schon jeher von dem Gesetz und den Propheten bezeugt!
  • Gottes Wort ist die Basis des Urteil
    • Gottes Wort ist wesentlich, um Gottes Gerechtigkeit zu erkenneno
    • Es ist der Maßstab auch für Urteile gegen Gott und Mensch

Jetzt aber...

21 Jetzt aber ist außerhalb des Gesetzes die Gerechtigkeit Gottes offenbar gemacht worden, die von dem Gesetz und den Propheten bezeugt wird,

  • Jetzt kommt die Verkündigung des Richterspruchs...
    • Wir kennen die Schuld und die Schuldigen
    • Wir kennen die gerechte Strafe
    • Nun das Urteil, außerhalb des Gesetzes (Vers 21)...
      • Ohne das von uns ein Gesetz erfüllt werden musste
      • Begnadigung ist nicht gesetzlich festgelegt, sondern wird ohne rechtlichen Anspruch gewährt (abhängig von der Güte, Barmherzigkeit und Zuneigung des Spenders)
      • Jesus‘ Hinrichtung ist außerhalb der Rechtsprechung (des Gesetzes) erfolgt (Pilatus fand keine Schuld, die das Urteil rechtfertigen würde Lk 23,4.14.22)
    • Urteil: Freispruch durch seine Gnade aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist(24)
      • Begnadigung und doch volles Strafmaß und somit Tilgung der Schuld
      • Erlösung: abgelöst durch Soforttilgung
  • Verherrlichung einer verdorbenen Schöpfung, ohne diese zu verändern!
    • In seinem großartigen Plan war das schon immer vorgesehen
    • Die Schöpfung war und ist durch den Tod Jesu ein Ausdruck SEINER Herrlichkeit
    • In Christus sind wir Zeugnisse von Gottes Herrlichkeit (vs. Verfehlen der Herrlichkeit Vers 23)
  • Die Tatsache dieser Gerechtsprechung ist wichtiger als alle ihre Erklärungen! (W. de Boor)

Wie jetzt?...

22 nämlich die Gerechtigkeit Gottes durch den Glauben an Jesus Christus, die zu allen und auf alle [kommt], die glauben. Denn es ist kein Unterschied;

  • Alle, die glauben:
    • Römer 1,16.17 16 Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht... 17 denn es wird darin geoffenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben,5 wie geschrieben steht: »Der Gerechte wird aus Glauben leben«.
    • Gottes Gerechtigkeit wird für alle verfügbar
      • Aber auch: der gleiche Ausweg für alle!

24 sodass sie ohne Verdienst durch seine Gnade aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist.

  • Ohne eigene Verdienste:
    • Keine jüdische Tradition oder Status
    • Keine christliche Praktik (Taufe, Mitgliedschaft, Diakonie...)
    • Kein moralisches Gutmenschentum (Umweltaktivist, Friedensnobelpreis, Robin Hood)
      (alles gute Dinge, aber falsche Währung bzw. falsches Problem)
  • Gerechtfertigt:
    • Als gerecht erklärt!
      • Vergebung der Sündenschuld und -strafe
      • Christi Gerechtigkeit wird uns zugerechnet
      • Unsere Sünden rechnete Gott Christus an
      • Gnade Gottes allein durch Glauben
  • Erlösung
    Tit 2,14 der sich selbst für uns hingegeben hat, um uns von aller Gesetzlosigkeit zu erlösenund für sich selbst ein Volk zum besonderen Eigentum zu reinigen, das eifrig ist, gute Werke zu tun.

    • ...aus der Herrschaft der Sünde
      Kol 1,13.14 13 Er hat uns errettet aus der Herrschaft der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe, 14 in dem wir die Erlösung haben durch sein Blut, die Vergebung der Sünden
  • Gnade (s.a. Eph 2,8)
    Tit 3,5-7; 5 da hat er uns — nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hätten, sondern aufgrund seiner Barmherzigkeit — errettet durch das Bad der Wiedergeburt und durch die Erneuerung des Heiligen Geistes1, 6 den er reichlich über uns ausgegossen hat durch Jesus Christus, unseren Retter, 7 damit wir, durch seine Gnade gerechtfertigt, der Hoffnung gemäß Erben des ewigen Lebens würden.

    • Erben des ewigen Lebens, statt des Zornes Gottes
    • Paulus erinnert Titus daran, der Regierung zu gehorchen und zu jedem gutenWerk bereit zu sein (Titus 3,1)
    • Gute Werke „JA“, aber nicht damit wir errettet werden, sondern weil wirerrettet sind!

25 Ihn hat Gott zum Sühnopfer bestimmt, [das wirksam wird] durch den Glauben an sein Blut, um seine Gerechtigkeit zu erweisen...

  • Jesus ist das Sühnopfer (das hebr. Wort hier steht auch für den Gnadenthron = der Sühnedeckel auf der Bundeslade, wo der Priester das Blut für die jährliche! Vergebung der Sünde des Volkes, ransprengte)
    • Jom Kippur (9.10.2019)
      • Der Priester, allein und streng abgeschirmt, im Allerheiligsten vs. das öffentliche Opfer Jesu
    • Sühnopfer:
      Kol 1,20; und durch ihn alles mit sich selbst zu versöhnen, indem er Frieden machte durch das Blut seines Kreuzes — durch ihn, sowohl was auf Erden als auch was im Himmel ist.

Beispiel:

Das Gleichnis vom Nationalökonom Roscher aus dem Kaukasus über den Fürsten Schamyl

Um die Einheit und Zucht in seinem Stamm im Kaukasus zu wahren, hatte der Fürst Schamyl den strengen Befehl gegeben, dass niemand sich an der Beute vergreifen dürfe, die dem Stamm als ganzen gehöre. Wer diesen Befehl übertritt, wird mit 100 Knutenhieben bestraft.

Da geschah der erste Bruch des Befehls – durch die alte Mutter des Fürsten. Was soll nun werden? Wird die Strafe nicht vollstreckt, ist die Gerechtigkeit des Fürsten in Frage gestellt und der Ernst seiner Befehle für alle Zukunft untergraben. Der Fürst hat sich daraufhin einen Tag lang in seinem Zelt verschlossen. Dann ist er hervorgetreten mit der Weisung: Die Strafe wird vollstreckt.

Als aber als der Soldat gerade die Knute in der Hand hatte und zum Schlag ausholte hat Schamyl sich den Mantel heruntergerissen, sich vor seine Mutter geworfen und den Soldaten zugerufen: Schlagt! Und keinen Schlag zu wenig!
So hatte er die Lösung gefunden! Die Mutter war gerettet und zugleich zeigte der zerrissene, blutende Rücken des Fürsten, wie ernst es mit der Geltung seiner Befehle und dem Recht und der Gerechtigkeit im Stamm bestellt sei.

Anwendung

  • Kannst du die Ernsthaftigkeit deines Problems erkennen? Gibst du dich mit einem Kompromiss zufrieden?
  • Lenkt dich die Frage des „Wie“ vom eigentlichen Freuen über die Errettung ab
    • Diese Dinge begehren die Engel zu erkennen (1.Pt 1,12)
  • Wie beeinflusst das Wissen um das Problem, die Strafe und die Lösung deine Prioritäten diese Woche?
    • Wem kannst du das erzählen?
    • Wie können wir Hoffnung und Perspektive verkünden, während sich alles mit

Klimawandel, Terror und Medien vom eigentlichen Problem ablenkt?

Quellen

  • Schlachter 2000 Bibel (mit Kommentar von John MacArthur)
  • Reformations Studienbibel, Edition R.C.Sproul
  • Hänssler-Bibelwissen, ISBN 3-7751-3533-2 (The Bible Knowledge Commentary)
  • Wuppertaler Studienbibel: “Der Brief des Paulus an die Römer”, Werner de Boor

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