Gefangen unter dem Gesetz der Sünde
13. Dezember 2020

Gefangen unter dem Gesetz der Sünde

Prediger:
Serie:
Passage: Römer 7,13-25
Dienstart:
13 Hat nun das Gute mir den Tod gebracht? Das sei ferne! Sondern die Sünde hat, damit sie als Sünde offenbar werde, durch das Gute meinen Tod bewirkt, damit die Sünde überaus sündig würde durch das Gebot. 14 Denn wir wissen, daß das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. 15 Denn was ich vollbringe, billige ich nicht; denn ich tue nicht, was ich will, sondern was ich hasse, das übe ich aus. 16 Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, so stimme ich dem Gesetz zu, daß es gut ist. 17 Jetzt aber vollbringe nicht mehr ich dasselbe, sondern die Sünde, die in mir wohnt. 18 Denn ich weiß, daß in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; das Wollen ist zwar bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten gelingt mir nicht. 19 Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will, das verübe ich. 20 Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, so vollbringe nicht mehr ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt. 21 Ich finde also das Gesetz vor, wonach mir, der ich das Gute tun will, das Böse anhängt. 22 Denn ich habe Lust an dem Gesetz Gottes nach dem inneren Menschen; 23 ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das gegen das Gesetz meiner Gesinnung streitet und mich gefangennimmt unter das Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist. 24 Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Todesleib? 25 Ich danke Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn! So diene ich selbst nun mit der Gesinnung dem Gesetz Gottes, mit dem Fleisch aber dem Gesetz der Sünde.
  • Paulus ringt auch in seinem christlichen Leben noch mit Sünde, sogar so sehr, dass er sich als unter die Sünde verkauft bezeichnet (Vers 14).
  • Er macht wiederholt deutlich, dass er selbst nicht die Ressourcen hat, um mit der Sünde in seinem Leben fertig zu werden (Vers 18).
  • Paulus stellt nochmal deutlich heraus, wie stark der Einfluss der Sünde und wie groß ihr Ausmaß ist (Vers 13).
  • Der Spiegel, in dem die Sünde deutlich erkennbar ist, ist das Gesetz.
  • Das Gesetz und damit auch menschliche Willensstärke hat nicht die Kraft, die Macht der Sünde einzudämmen.
  • Allerdings kommt die Sünde nicht mehr aus dem innersten Wesen des Christen (Vers 15).
  • Dennoch ist die innewohnende Sünde ein mächtiges Prinzip, dass es zu respektieren gilt (Vers 17).
  • In den Versen 18-20 wiederholt Paulus diese Gedanken noch einmal.
  • Paulus gebraucht hier das Wort Gesetz nicht nur als Ausdruck für die Gebote der Bibel, sondern auch für die Macht der Sünde im Leben (Vers 23).
  • Im inneren Menschen möchte Paulus das Gesetz erfüllen und erfreut sich am Gesetz (Vers 22), aber die alte Natur streitet gegen seine Gesinnung (Vers 23).
  • Paulus ächzt unter diesem Kampf (Vers 24).
  • Aber er beendet diesen Abschnitt mit einer Note der Hoffnung, Jesus Christus wird ihn befreien und verändern (Vers 25).
Anwendung
  • Die innewohnende Sünde ist eine Realität, mit der wir rechnen müssen.
    • 8 Seid nüchtern und wacht ! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann; 9 dem widersteht, fest im Glauben, in dem Wissen, daß sich die gleichen Leiden erfüllen an eurer Bruderschaft, die in der Welt ist. (1Petr 5,8-9)
  • Deshalb brauchen wir Rat und Rechenschaft.
    • 12 Habt acht, ihr Brüder, daß nicht in einem von euch ein böses, ungläubiges Herz sei, das im Begriff ist, von dem lebendigen Gott abzufallen! 13 Ermahnt einander vielmehr jeden Tag, solange es "Heute" heißt, damit nicht jemand unter euch verstockt wird durch den Betrug der Sünde! 14 Denn wir haben Anteil an Christus bekommen, wenn wir die anfängliche Zuversicht bis ans Ende standhaft festhalten. (Hebr 3,12-14)
  • Wir haben allen Grund zur Demut.
    • 7 Und damit ich mich wegen der außerordentlichen Offenbarungen nicht überhebe, wurde mir ein Pfahl fürs Fleisch gegeben, ein Engel Satans, daß er mich mit Fäusten schlage, damit ich mich nicht überhebe. 8 Seinetwegen habe ich dreimal den Herrn gebeten, daß er von mir ablassen soll. 9 Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen! Darum will ich mich am liebsten vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft des Christus bei mir wohne. (2Kor 12,7-9)
  • Durch den Geist des Herrn ist Veränderung möglich.
    • 17 Der Herr aber ist der Geist; und wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. 18 Wir alle aber, indem wir mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauen wie in einem Spiegel, werden verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, nämlich vom Geist des Herrn. (2Kor 3,17-18)