18. Juli 2019

Einleitung zum Buch der Offenbarung

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Passage: Offenbarung 1:1-3
Dienstart:

Offenbarung 1,1-3 - u

1 Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gegeben hat, um seinen Knechten zu zeigen, was rasch geschehen soll; und er hat sie bekanntgemacht und durch seinen Engel seinem Knecht Johannes gesandt, 2 der das Wort Gottes und das Zeugnis Jesu Christi bezeugt hat und alles, was er sah. 3 Glückselig ist, der die Worte der Weissagung liest, und die sie hören und bewahren, was darin geschrieben steht! Denn die Zeit ist nahe.
  • Was ist der Zweck des Buches der Offenbarung?
    • Viele gehen davon aus, dass Gott durch dieses Buch einen geheimen Zeitplan offenbaren wollte, wie die Weltgeschichte abläuft und wann Jesus wiederkommt.
    • Stattdessen ist das Buch aber genauso wie jedes andere Buch im Neuen Testament an eine bestimmte Zielgruppe gerichtet.
    • Es sollte ihn Trost bringen in Zeiten der Verfolgung (Vergleich zum Buch Daniel).
    • Schon die Worte "rasch" (Vers 1) und "nahe" (Vers 3) drücken aus, dass ein unmittelbare Bezug hergestellt werden soll.
  • Wann wurde das Buch der Offenbarung geschrieben?
    • Viele gehen davon aus, dass Johannes bis in die 90er Jahre des ersten Jahrhunderts lebte und erst gegen Ende seines Lebens das Buch der Offenbarung schrieb.
    • Dagegen sprechen zwei gewichtige Gründe:
      • Im Jahr 70 wurde Jerusalem und der Tempel zerstört. Von diesem verheerenden Ereignis wird im Buch der Offenbarung nichts erwähnt.
      • Einzelne Kirchenväter sprechen davon, dass der Kanon des Neuen Testaments, einschließlich des Buchs der Offenbarung, vor dem Jahr 70 vollendet war.
    • Höchstwahrscheinlich ist der direkte Bezug des Buchs der Offenbarung die Verfolgungszeit unter Kaiser Nero in den 60er Jahren des 1. Jahrhunderts.
  • Wie ist das Buch der Offenbarung zu deuten?
    • Schon in Vers 3 wird es als eine Weissagung bezeichnet und ist deshalb nicht nach den normalen Regeln der Evangelien und der Briefe zu deuten.
    • Für die Evangelien, die Apostelgeschichte und die Briefe gilt: Sie sind wörtlich zu deuten, solange der Kontext nicht ausdrücklich eine symbolische Deutung nahelegt.
    • Für die Offenbarung gilt das Gegenteil: Sie ist symbolisch zu deuten, solange der Kontext nicht ausdrücklich eine wörtliche Deutung nahelegt.
    • Das Buch der Offenbarung verläuft nicht chronologisch, sondern in sieben großen Zyklen, die aus verschiedenen Perspektiven immer wieder die gleichen Ereignisse berichten.
      • Durch die unterschiedliche Perspektive kommen jedoch jedes Mal neue Erkenntnisse hinzu.
  • Für das Buch der Offenbarung gilt, was für die ganze Bibel gilt:
    • Es ist Wort Gottes (Vers 2).
    • Es zeugt von Jesus Christus (Vers 2).
    • Glückselig ist der, der es liest, hört und bewahrt (Vers 3).
  • Letztlich soll wie beim Buch Daniel dem Volk Gottes folgendes deutlich gemacht werden:
    • Trotz des Anscheins, als ob Gott nicht eingreift, ist er doch da und ihm unterstehen alle Mächte im Universum.
    • Er verfolgt einen Plan mit allem, was geschieht.
    • Im Zentrum dieses Plans steht Jesus Christus, dessen Name groß gemacht werden soll.