Eine Verteidigung der souveränen Gerechtigkeit Gottes
19. September 2021

Eine Verteidigung der souveränen Gerechtigkeit Gottes

Prediger:
Serie:
Passage: Römer 9,19-23
Dienstart:

Römer 9,19-23 - Eine Verteidigung der souveränen Gerechtigkeit Gottes

19 Nun wirst du mich fragen: Warum tadelt er dann noch? Denn wer kann seinem Willen widerstehen? 20 Ja, o Mensch, wer bist denn du, daß du mit Gott rechten willst? Spricht auch das Gebilde zu dem, der es geformt hat: Warum hast du mich so gemacht? 21 Oder hat nicht der Töpfer Macht über den Ton, aus derselben Masse das eine Gefäß zur Ehre, das andere zur Unehre zu machen? 22 Wenn nun aber Gott, da er seinen Zorn erweisen und seine Macht offenbar machen wollte, mit großer Langmut die Gefäße des Zorns getragen hat, die zum Verderben zugerichtet sind, 23 damit er auch den Reichtum seiner Herrlichkeit an den Gefäßen der Barmherzigkeit erzeige, die er zuvor zur Herrlichkeit bereitet hat?
  • Wieder wird von Paulus der Einwand eines kritisch Nachfragenden vorweggenommen.
    • Wenn alles von Gottes Willen abhängt, wo bleibt die menschliche Verantwortung.
  • Erstaunlich ist, wie Paulus hier reagiert.
    • Nicht: Du hast mich vollkommen falsch verstanden. Der Mensch hat natürlich einen freien Willen und letztendlich hängt alles vom freien Willen des Menschen ab.
    • Sondern: Du hast mich ganz richtig verstanden, aber was erdreistest du dich, mit Gott zu rechten?
  • Wie arrogant muss ein Mensch sein, der Gottes Gerechtigkeit in Zweifel zieht und die Art und Weise, wie er das Universum lenkt?
  • Gottes souveränen Rechte werden mit dem Bild eines Töpfers verglichen.
  • Gott hat wie der Töpfer das souveräne Recht, mit seiner Schöpfung zu verfahren wie er will.
  • Es ist unvorstellbar, dass der Ton gegen den Töpfer aufbegehren würde.
  • Auf gleiche Weise hat Gott als Schöpfer das Recht, manche Gefäße zur Ehre (Errettung) und andere zur Unehre (Verderben) zu machen.
  • Warum hat Gott die Welt auf diese Weise gemacht?
  • Gott macht manche Gefäße, die zum Vererben bestimmt sind, weil er seinen Zorn und seine Macht gegen die Sünde offenbar machen will.
  • Die Offenbarung seines gerechten Zorns ist jedoch nicht sein allerhöchstes Ziel.
  • Vor diesem Hintergrund des Zorn erstrahlt der Reichtum und die Kostbarkeit seiner Barmherzigkeit im Bewusstsein der Gefäße der Barmherzigkeit, die er zuvor zur Herrlichkeit bereitet hat.

Vers 19

  • Der Einwand entsteht aus dem bisher Gesagtem: Wenn Gott Barmherzigkeit zeigt und verhärtet, wen er will, unabhängig von menschlichen Bemühungen und Entscheidungen, wie kann er dann die Menschen überhaupt für ihre Entscheidungen und Handlungen tadeln?
  • Wenn Gottes Wille alles bestimmt, was geschieht, wie kann er dann die Menschen überhaupt zur Verantwortung ziehen?
  • Dass dieser Einwand hier angesprochen wird, zeigt, dass unsere Interpretation der vorhergehenden Verse richtig war.
  • Die Frage entsteht eben genau aus diesem Grund, dass das Schicksal der Menschen dem Willen Gottes zugeschrieben wird.
  • Paulus lehnt diese Interpretation in keinster Weise ab oder versucht das Problem zu lösen, indem er von seiner bisherigen Argumentation abrückt.
  • Paulus lehnt nicht die Prämisse des Einwandes ab, sondern die Schlussfolgerung, dass Gott nicht tadeln dürfe.
  • Paulus geht davon aus, dass Gott absolut souverän ist und alle Dinge bestimmt. Gleichzeitig geht er davon aus, dass die Menschen verantwortlich sind für ihre Entscheidungen und Handlungen.
  • Er wehrt sich hier vor allem gegen einen rebellischen Geist, der sich weigert, ein Welt vorzustellen, in der Gott absolut souverän ist und die Menschen dennoch verantwortlich.

Verse 20-21

  • Paulus vergleicht hier die Gebrechlichkeit der Menschen mit der Größe Gottes.
  • Ist es nicht der Gipfel der Frechheit, dass jemand wie wir mit Gott rechten will?
  • Wer glauben wir, dass wir sind, dass wir Gott zur Rechenschaft ziehen und verurteilen wollen?
  • Gottes souveränes Recht als Schöpfer der Welt wird durch das Bild des Töpfers deutlich.
  • Schon im Alten Testament wir wird mit diesen Bildern gearbeitet.
    • 16 O eure Verkehrtheit! Soll denn der Töpfer dem Ton gleichgeachtet werden oder das Werk von seinem Meister sagen: »Er hat mich nicht gemacht«? Oder soll das Geschöpf von seinem Schöpfer sagen: »Er versteht es nicht«? (Jes 29,16)
  • Der Töpfer hat vollkommene Freiheit und Macht über den Ton.

Vers 22

  • Jetzt erklärt Paulus, warum Gott manche Gefäße zum Verderben und andere zur Herrlichkeit gemacht hat.
  • Diese Verse gehören zu den wichtigsten in der ganzen Bibel.
  • Gott  hat mit großer Langmut die Gefäße des Zorns getragen, auch wenn er sie sofort hätte zerstören können.
  • Der Grund dafür ist, dass Gott an ihnen seinen Zorn erweisen und seine Macht offenbar machen möchte.
  • Indem Gott sein Urteil aufschiebt, wird sein Name nur noch größer gemacht, denn seine Errettung und sein Gericht erscheinen noch eindrücklicher.
  • Es gibt keine exegetische Möglichkeit hier, Gott davor zu bewahren, das Schicksal der Gefäße des Zorns direkt zu bestimmen.
  • Diese Gefäße werden aber für ihre eigene Sünde verurteilt.
  • Paulus lehnt nicht die Echtheit menschlicher Entscheidungen ab.
  • Sie fallen jedoch unter den Schirm der Souveränität Gottes.

Vers 23

  • Die Gefäße des Zorns bilden den Hintergrund für die Gefäße der Herrlichkeit.
  • Gott wollte den Reichtum seiner Herrlichkeit an den Gefäßen der Barmherzigkeit erzeigen.
  • Wenn die Gefäße der Barmherzigkeit erkennen, dass sie eigentlich das gleiche Schicksal wie die Gefäße des Zorns verdient hätten, lernen sie den Reichtum der Gnade Gottes noch tiefer zu schätzen.
  • Die Barmherzigkeit Gottes erstrahlt heller vor dem dunklen Hintergrund seines Zorns.
  • Dadurch stellt Gott die ganze Bandbreite seiner Eigenschaften zur Schau.
  • Wie die Wärme, Schönheit und Sanftheit des Frühlings uns kostbarer erscheint nach einem harten Winter.
  • Gottes oberstes Ziel ist es, seine Herrlichkeit zu zeigen.
  • Diese erstrahlt durch seinen Zorn und seine Barmherzigkeit, am hellsten jedoch durch seine Barmherzigkeit.