Die Souveränität Gottes
2. Mai 2019

Die Souveränität Gottes

Prediger:
Serie:
Passage: Daniel 4
Dienstart:

Daniel 4 - Die Souveränität Gottes

1 "Der König Nebukadnezar wünscht allen Völkern, Völkerschaften und Sprachen, die auf der ganzen Erde wohnen: Euer Friede nehme zu! 2 Es hat mir gefallen, die Zeichen und Wunder zu verkünden, die der höchste Gott an mir getan hat. 3 Wie groß sind seine Zeichen, und wie gewaltig seine Wunder! Sein Reich ist ein ewiges Reich, und seine Herrschaft währt von Geschlecht zu Geschlecht! 4 Ich, Nebukadnezar, lebte sorglos in meinem Haus und glücklich in meinem Palast. 5 Da hatte ich einen Traum, der mich erschreckte, und die Gedanken auf meinem Lager und die Gesichte meines Hauptes ängstigten mich. 6 Und es wurde von mir Befehl gegeben, alle Weisen Babels vor mich zu bringen, damit sie mir die Deutung des Traumes verkündeten. 7 Sogleich kamen die Traumdeuter, Wahrsager, Chaldäer und Zeichendeuter herbei, und ich erzählte vor ihnen den Traum; aber sie konnten mir seine Deutung nicht verkünden, 8 bis zuletzt Daniel vor mich kam, der Beltsazar heißt nach dem Namen meines Gottes, und in welchem der Geist der heiligen Götter ist; vor dem erzählte ich meinen Traum: 9 Beltsazar, du Oberster der Schriftkundigen, von dem ich weiß, daß der Geist der heiligen Götter in dir ist und daß kein Geheimnis dir zu schwierig ist, vernimm das Traumgesicht, das ich gesehen habe, und sage mir, was es bedeutet! 10 Das sind aber die Gesichte meines Hauptes auf meinem Lager: Ich schaute, und siehe, es stand ein Baum mitten auf der Erde, und seine Höhe war gewaltig. 11 Der Baum war groß und stark, und sein Wipfel reichte bis an den Himmel, und er war bis ans Ende der ganzen Erde zu sehen. 12 Sein Laub war schön und seine Frucht reichlich, und Nahrung für alle fand sich an ihm; unter ihm suchten die Tiere des Feldes Schatten, und die Vögel des Himmels wohnten in seinen Zweigen, und von ihm nährte sich alles Fleisch. 13 Ich schaute in den Gesichten meines Hauptes auf meinem Lager, und siehe, ein heiliger Wächter stieg vom Himmel herab; 14 und er rief mit gewaltiger Stimme und sprach: ›Haut den Baum um und schlagt seine Äste ab! Streift sein Laub ab und zerstreut seine Früchte; die Tiere unter ihm sollen wegfliehen und die Vögel von seinen Zweigen! 15 Aber seinen Wurzelstock sollt ihr in der Erde lassen, und zwar in Fesseln aus Eisen und Erz im Gras des Feldes, damit er vom Tau des Himmels benetzt werde und mit den Tieren Anteil habe an den Kräutern der Erde. 16 Sein menschliches Herz soll verwandelt werden, und es soll ihm ein tierisches Herz gegeben werden; und sieben Zeiten sollen über ihm vergehen. 17 Im Rat der Wächter wurde das beschlossen, und von den Heiligen wurde es besprochen und verlangt, damit die Lebenden erkennen, daß der Höchste über das Königtum der Menschen herrscht und es gibt, wem er will, und den Niedrigsten der Menschen darüber setzt!‹ 18 Diesen Traum habe ich, der König Nebukadnezar, gesehen; du aber, Beltsazar, gib die Auslegung, weil alle Weisen meines Reiches nicht imstande sind, mir die Deutung zu verkünden; du aber kannst es, weil der Geist der heiligen Götter in dir ist! 19 Da blieb Daniel, den man Beltsazar nennt, eine Weile ganz starr, und seine Gedanken erschreckten ihn. Der König ergriff das Wort und sprach: ›Beltsazar, der Traum und seine Deutung dürfen dich nicht erschrecken!‹ Beltsazar antwortete und sprach: ›Mein Herr, der Traum gelte deinen Hassern und seine Auslegung deinen Feinden! 20 Der Baum, den du gesehen hast, so groß und stark, daß sein Wipfel bis zum Himmel reichte, und der über die ganze Erde zu sehen war, 21 der so schönes Laub hatte und so reiche Früchte trug und an dem sich Nahrung für alle fand, unter dem sich die Tiere des Feldes aufhielten und in dessen Zweigen die Vögel des Himmels wohnten - 22 dieser Baum bist du, o König, der du so groß und stark geworden bist und dessen Majestät so groß ist, daß sie bis zum Himmel reicht, und deine Herrschaft bis ans Ende der Erde. 23 Daß aber der König einen heiligen Wächter vom Himmel herabsteigen sah und sagen hörte: Haut den Baum um und verderbt ihn; aber seinen Wurzelstock laßt in der Erde, und zwar in Fesseln von Eisen und Erz im Gras des Feldes, daß er vom Tau des Himmels benetzt werde und seinen Anteil habe mit den Tieren des Feldes, bis sieben Zeiten über ihm vergangen sind!, 24 das hat, o König, folgende Bedeutung, und dies ist der Beschluß des Höchsten, der über meinen Herrn, den König, ergangen ist: 25 Man wird dich von den Menschen ausstoßen, und bei den Tieren des Feldes wirst du dich aufhalten; und man wird dich mit Gras füttern wie die Ochsen und dich vom Tau des Himmels benetzen lassen; und es werden sieben Zeiten über dir vergehen, bis du erkennst, daß der Höchste Macht hat über das Königtum der Menschen und es gibt, wem er will! 26 Weil aber davon die Rede war, man solle den Wurzelstock des Baumes belassen, so wird auch dir dein Königtum wieder zuteil werden, sobald du erkennen wirst, daß der Himmel herrscht. 27 Darum, o König, laß dir meinen Rat gefallen und brich mit deinen Sünden durch Gerechtigkeit und mit deinen Missetaten durch Barmherzigkeit gegen Elende, wenn dein Wohlergehen dauerhaft sein soll!‹ 28 Dies alles ist über den König Nebukadnezar gekommen. 29 Zwölf Monate später nämlich erging er sich auf seinem königlichen Palast in Babel. 30 Da begann der König und sprach: ›Ist das nicht das große Babel, das ich mir erbaut habe zur königlichen Residenz mit meiner gewaltigen Macht und zu Ehren meiner Majestät?‹ 31 Noch war das Wort im Mund des Königs, da erklang eine Stimme vom Himmel herab: ›Dir wird gesagt, König Nebukadnezar: Das Königreich ist von dir genommen! 32 Und man wird dich von den Menschen verstoßen, und du sollst dich bei den Tieren des Feldes aufhalten; mit Gras wird man dich füttern wie die Ochsen, und sieben Zeiten sollen über dir vergehen, bis du erkennst, daß der Höchste Macht hat über das Königtum der Menschen und es gibt, wem er will!‹ 33 Im selben Augenblick erfüllte sich das Wort an Nebukadnezar: Er wurde von den Menschen ausgestoßen, fraß Gras wie ein Ochse, und sein Leib wurde vom Tau des Himmels benetzt, bis sein Haar so lang wurde wie Adlerfedern und seine Nägel wie Vogelkrallen. 34 Aber nach Verlauf der Zeit hob ich, Nebukadnezar, meine Augen zum Himmel empor, und mein Verstand kehrte zu mir zurück. Da lobte ich den Höchsten und pries und verherrlichte den, der ewig lebt, dessen Herrschaft eine ewige Herrschaft ist und dessen Reich von Geschlecht zu Geschlecht währt; 35 gegen welchen alle, die auf Erden wohnen, wie nichts zu rechnen sind; er verfährt mit dem Heer des Himmels und mit denen, die auf Erden wohnen, wie er will, und es gibt niemand, der seiner Hand wehren oder zu ihm sagen dürfte: Was machst du? 36 Zur selben Zeit kam mir mein Verstand zurück, und mit der Ehre meines Königtums kehrte auch meine Herrlichkeit und mein Glanz zurück; meine Räte und meine Großen suchten mich auf, und ich wurde wieder über mein Königreich gesetzt und erhielt noch größere Macht. 37 Nun lobe und erhebe und verherrliche ich, Nebukadnezar, den König des Himmels; denn all sein Tun ist richtig, und seine Wege sind gerecht; wer aber hochmütig wandelt, den kann er demütigen!"
  • Das Thema dieses Kapitels ist zweifältig.
    • Zunächst geht es um die Demütigung von Nebukadnezar und damit um die Demütigung jeden menschlichen Stolzes.
    • Das Kapitel betont aber auch ganz allgemein die Souveränität Gottes und seine Herrschaft über die ganze Welt.
  • Dieses Kapitel ist eine eindrückliche Demütigung des stolzen Königs Nebukadnezar.
    • Dieser muss am Ende bekennen, dass Gott der König des Himmels ist, der jeden, der hochmütig wandelt, demütigen kann (Vers 37).
  • Nebukadnezar war trotz prophetischer Warnung stolz auf sein Reich und auf seine Macht (Verse 29 und 30).
  • Er ist dadurch ein Symbol für den menschlichen Stolz, der sich gegen Gott auflehnt.
  • Das griechische Wort dafür ist Hybris und wir verwenden es im heutigen Sprachgebrauch, um besonderen Stolz und besondere Vermessenheit zu bezeichnen.
  • In der Bibel ist jedoch Stolz das grundlegende, menschliche Problem.
    • Jeder Mensch respektiert Gott nicht so, wie er soll, weil er ein zu hohes Bild von sich selbst und ein zu geringes Bild von Gott hat.
    • Jeder Mensch hört auf Gott nicht so, wie er soll, weil er ein zu hohe Meinung von seiner eigenen Weisheit hat und eine zu geringer Meinung von Gottes Weisheit.
    • Jeder Mensch vertraut Gott nicht so, wie er soll, weil er sich selbst oder andere Dinge zu vertrauenswürdig einschätzt und Gott zu wenig vertrauenswürdig.
    • Jeder Mensch liebt Gott nicht so, wie er soll, weil er sich selbst und andere Dinge kostbarer einstuft als Gott.
  • Hinter all der Ablehnung und Geringschätzung Gottes steckt Stolz.
  • So wie Gott Nebukadnezar gedemütigt hat, wird er alle Menschen irgendwann demütigen.
    • 12 Denn es kommt ein Tag des Gerichts von dem HERRN der Heerscharen über alles Stolze und Hohe und über alles Erhabene, und es wird erniedrigt werden; 13 über alle hohen und erhabenen Zedern Libanons und über alle Eichen Baschans; 14 über alle hohen Berge und über alle erhabenen Höhen; 15 über jeden hohen Turm und über jede feste Mauer; 16 über alle Tarsisschiffe und über alle köstlichen Kleinodien. 17 Und der Hochmut des Menschen wird gebeugt und der Stolz des Mannes gedemütigt werden; der HERR aber wird allein erhaben sein an jenem Tag. 18 Und die nichtigen Götzen werden gänzlich verschwinden. 19 Und man wird sich in Felshöhlen und Erdlöcher verkriechen aus Furcht vor dem HERRN und vor der Herrlichkeit seiner Majestät, wenn er sich aufmachen wird, um die Erde zu schrecken. 20 An jenem Tag wird der Mensch seine silbernen Götzen und seine goldenen Götzen, die jeder sich gemacht hat, um sie anzubeten, den Maulwürfen und Fledermäusen hinwerfen, 21 um sich zu verkriechen in die Felsspalten und Steinklüfte aus Furcht vor dem HERRN und der Herrlichkeit seiner Majestät, wenn er sich aufmachen wird, um die Erde in Schrecken zu versetzen. 22 So laßt nun ab von dem Menschen, der nur Hauch in seiner Nase hat; denn wofür ist er zu achten? (Jes 2,12-22)
  • Deswegen sollten wir uns jetzt schon unter seine gewaltige Hand demütigen und auf seine Erhöhung hoffen.
    • 5 Ebenso ihr Jüngeren, ordnet euch den Ältesten unter; ihr alle sollt euch gegenseitig unterordnen und mit Demut bekleiden! Denn "Gott widersteht den Hochmütigen; den Demütigen aber gibt er Gnade". 6 So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit! (1Petr 5,5-6)
  • Aber das größere Thema das Kapitels ist die Souveränität Gottes im Allgemeinen.
    • Gott wird wiederholt als der höchste Gott bezeichnet.
    • Es wird von seiner Herrschaft und seinem Reich gesprochen.
    • Am eindrücklichsten geschieht das am Ende des Kapitels nach der Wiederherstellung Nebukadnezars:
      • 34 Aber nach Verlauf der Zeit hob ich, Nebukadnezar, meine Augen zum Himmel empor, und mein Verstand kehrte zu mir zurück. Da lobte ich den Höchsten und pries und verherrlichte den, der ewig lebt, dessen Herrschaft eine ewige Herrschaft ist und dessen Reich von Geschlecht zu Geschlecht währt; 35 gegen welchen alle, die auf Erden wohnen, wie nichts zu rechnen sind; er verfährt mit dem Heer des Himmels und mit denen, die auf Erden wohnen, wie er will, und es gibt niemand, der seiner Hand wehren oder zu ihm sagen dürfte: Was machst du?
  • Gottes Souveränität ist ein zentrales biblisches Thema, das in jedem Buch der Bibel gelehrt wird.
  • Seine Souveränität sagt aus, dass Gott Herrscher über die Welt ist und alle Dinge nach dem Ratschluss seines Willens lenkt.
    • 11 In ihm, in welchem wir auch ein Erbteil erlangt haben, die wir vorherbestimmt sind nach dem Vorsatz dessen, der alles wirkt nach dem Ratschluß seines Willens. (Eph 1,11)
  • Das Universum ist für Jesus Christus geschaffen worden und er beherrscht jetzt alles.
    • 15 Dieser ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene, der über aller Schöpfung ist. 16 Denn in ihm ist alles erschaffen worden, was im Himmel und was auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, seien es Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: alles ist durch ihn und für ihn geschaffen; 17 und er ist vor allem, und alles hat seinen Bestand in ihm. (Kol 1,15-17)
 
Daniel und Jesus Christus
  • Im Kontrast zum Stolz Nebukadnezars steht die Demut von Jesus.
    • 5 Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war, 6 der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; 7 sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen; 8 und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz. (Phil 2,5-8)
  • Gott war souverän selbst in den schrecklichen Ereignissen um die Kreuzigung seines Sohnes.
    • 23 Diesen, der nach Gottes festgesetztem Ratschluß und Vorsehung dahingegeben worden war, habt ihr genommen und durch die Hände der Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und getötet. (Apg 2,23)
    • 27 Ja, wahrhaftig, gegen deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast, haben sich Herodes und Pontius Pilatus versammelt zusammen mit den Heiden und dem Volk Israel, 28 um zu tun, was deine Hand und dein Ratschluß zuvor bestimmt hatte, daß es geschehen sollte. (Apg 4,27-28)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.