Die Kreuzigung
27. September 2020

Die Kreuzigung

Prediger:
Serie:
Passage: Markus 15,21-47
Dienstart:

Bible Text: Markus 15,21-47 | Prediger: Stefan Beyer | Series: Markus |

Markus 15,21-47 – Die Kreuzigung

21 Und sie zwangen einen Vorübergehenden, der vom Feld kam, Simon von Kyrene, den Vater von Alexander und Rufus, ihm das Kreuz zu tragen. 22 Und sie brachten ihn auf den Platz Golgatha, das heißt übersetzt »Schädelstätte«. 23 Und sie gaben ihm Myrrhenwein zu trinken, aber er nahm ihn nicht. 24 Und nachdem sie ihn gekreuzigt hatten, teilten sie seine Kleider und warfen das Los darüber, was jeder bekommen sollte. 25 Es war aber die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten. 26 Und die Inschrift, die seine Schuld anzeigte, war darüber geschrieben: »Der König der Juden«. 27 Und mit ihm kreuzigten sie zwei Räuber, einen zu seiner Rechten und einen zu seiner Linken. 28 Da wurde die Schrift erfüllt, die spricht: »Und er ist unter die Gesetzlosen gerechnet worden«. 29 Und die Vorübergehenden lästerten ihn, schüttelten den Kopf und sprachen: Ha, der du den Tempel zerstörst und in drei Tagen aufbaust, 30 rette dich selbst und steige vom Kreuz herab! 31 Gleicherweise spotteten aber auch die obersten Priester untereinander samt den Schriftgelehrten und sprachen: Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten! 32 Der Christus, der König von Israel, steige nun vom Kreuz herab, damit wir sehen und glauben! Auch die, welche mit ihm gekreuzigt wurden, schmähten ihn. 33 Als aber die sechste Stunde anbrach, kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. 34 Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme und sprach: Eloi, Eloi, lama sabachthani? Das heißt übersetzt: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?« 35 Und etliche der Umstehenden, die es hörten, sprachen: Siehe, er ruft den Elia! 36 Einer aber lief und füllte einen Schwamm mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr, gab ihm zu trinken und sprach: Halt! Laßt uns sehen, ob Elia kommt, um ihn herabzunehmen! 37 Jesus aber stieß einen lauten Schrei aus und verschied. 38 Und der Vorhang im Tempel riß von oben bis unten entzwei. 39 Als aber der Hauptmann, der ihm gegenüberstand, sah, daß er so schrie und verschied, sprach er: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn! 40 Es sahen aber auch Frauen von ferne zu, unter ihnen war auch Maria Magdalena und Maria, die Mutter des jüngeren Jakobus und des Joses, sowie Salome, 41 die ihm auch, als er in Galiläa war, nachgefolgt waren und ihm gedient hatten, und viele andere, die mit ihm nach Jerusalem hinaufgezogen waren. 42 Und als es schon Abend geworden war (es war nämlich Rüsttag, das ist der Tag vor dem Sabbat), 43 da kam Joseph von Arimathia, ein angesehener Ratsherr, der selbst auch auf das Reich Gottes wartete; der wagte es, ging zu Pilatus hinein und bat um den Leib Jesu. 44 Pilatus aber wunderte sich, daß er schon gestorben sein sollte, und er ließ den Hauptmann herbeirufen und fragte ihn, ob er schon lange gestorben sei. 45 Und als er es von dem Hauptmann erfahren hatte, überließ er dem Joseph den Leib. 46 Da kaufte dieser Leinwand und nahm ihn herab, wickelte ihn in die Leinwand und legte ihn in ein Grab, das in einen Felsen gehauen war; und er wälzte einen Stein vor den Eingang des Grabes. 47 Maria Magdalena aber und Maria, die Mutter des Joses, sahen, wo er hingelegt wurde.

Die Hinrichtung eines verurteilten Verbrechers war eine öffentliche Angelegenheit.

Es sollte der Triumph des Römischen Reiches demonstriert werden.

Die Kreuzung als Hinrichtungsmethode hatte zwei Ziele:

der Schmerz wurde hinausgezögert

die öffentliche Zurschaustellung diente der Warnung und Abschreckung

Der Verbrecher wurde durch die Straßen getrieben und das Kreuz später an einem gut sichtbaren Platz aufgestellt.

Normalerweise trug der Verurteilte das Patibulum, den Querbalken, zur Kreuzigungsstätte.

Dort wurde dieser mit dem Stipes, dem horizontalen Balken, verbunden, der schon fest im Boden steckte.

Allerdings scheint Jesus schon zu schwach gewesen zu sein aufgrund der Geißelung, sodass die Soldaten einen Vorübergehenden zwangen, das Kreuz zu tragen (Vers 21).

Derjenige, der sein eigenes Kreuz nicht tragen konnte, hilft uns nun, unser Kreuz zu tragen.

Sie kommen zu dem Platz Golgatha, was Markus als „Schädelstätte“ übersetzt (Vers 22).

Ihm wird Myrrhenwein angeboten, der schmerzlindernde Wirkungen hatte (Vers 23).

Allerdings lehnt Jesus dies ab, weil er sich bewusst für die Kreuzigung entschieden hatte.

Danach werden seine Kleider aufgeteilt und darüber das Los geworfen (Vers 24). Auch dadurch werden alttestamentliche Verheißungen erfüllt.

19 Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los über mein Gewand. (Ps 22,19)

Der mächtige Sohn Gottes stirbt als ein öffentlich gedemütigtes menschliches Wesen.

Ironischerweise wird sein wahre Titel in der Inschrift genannt: Der König der Juden. (Vers 26).

Jesus wird zur dritten Stunde gekreuzigt (9 Uhr). Finsternis überzieht das Land zur sechsten Sunde (12 Uhr). Zur neunten Stunde (15 Uhr) ruft Jesus mit lauter Stimme aus und stirbt.

Auch am Kreuz wird Jesus weiter verspottet (Verse 29-32).

Tatsächlich richtet Jesus einen neuen Tempel auf. Es wird die Gemeinde aus allen Gläubigen sein, die an die wahre Bedeutung seines Todes glauben.

Die Finsternis war ein Zeichen von Gottes Gericht (Vers 33).

9 Und es soll geschehen an jenem Tag, spricht GOTT, der Herr, da will ich die Sonne am Mittag untergehen lassen und über die Erde Finsternis bringen am lichten Tag. 10 Dann werde ich eure Feste in Trauer verwandeln und alle eure Lieder in Klagegesang; und ich werde um alle Lenden Sacktuch und auf alle Häupter eine Glatze bringen; man wird trauern wie um den Eingeborenen, und das Ende wird sein wie ein bitterer Tag. (Amos 8,9-10)

Jesu Ruf vom Kreuz deutet die Gottverlassenheit an, die er für uns erduldet (Verse 34-37).

Markus unterstreicht immer wieder die Verbindung zu den Geschehnissen um Jesus mit den Psalmen.

2 Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?Warum bleibst du fern von meiner Rettung, von den Worten meiner Klage? (Ps 22,2)

Danach reißt der Vorhang im Tempel entzwei (Vers 38).

Durch wurde der Bereich des Heiligen vom Allerheiligsten getrennt.

Auch wird vom römischen Hauptmann, der dem Kreuz gegenüberstand, bekannt, dass Jesus der Sohn Gottes ist (Vers 39).

Damit wird das wahre Ziel des Markusevangeliums angedeutet.

Die folgenden Verse beschreiben das Begräbnis von Jesus (Verse 40-47).

Joseph von Arimathia, ein angesehener Ratsherr, ergreift die Initiative und bittet um den Leib Jesu (Vers 43).

Er sorgt sich um das Begräbnis von Jesus, während Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Joses, zusehen (Verse 46-47).

Anwendung

Jesus erduldet am Kreuz unser Leid und unseren Schmerz.

Dadurch sind wir befähigt, Gott auch im Leid zu vertrauen.

Durch den zerrissenen Vorhang wird der offene Zugang zu Gott ausgedrückt.

Das Bekenntnis des Hauptmanns und die mutige Tat von Joseph von Arimathia deuten an, dass das Kreuz zum Glauben in der ganzen Welt führen wird.

So wie Simon von Kyrene müssen wir auch unser Kreuz tragen und Jesus nachfolgen.

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