Die Gebete der Heiligen kommen vor Gott
27. Februar 2020

Die Gebete der Heiligen kommen vor Gott

Prediger:
Serie:
Passage: Offenbarung 8,1-5
Dienstart:

Offenbarung 8,1-5 - Die Gebete der Heiligen kommen vor Gott

1 Und als es das siebte Siegel öffnete, entstand eine Stille im Himmel, etwa eine halbe Stunde lang. 2 Und ich sah die sieben Engel, die vor Gott standen; und es wurden ihnen sieben Posaunen gegeben. 3 Und ein anderer Engel kam und stellte sich an den Altar, der hatte ein goldenes Räucherfaß; und ihm wurde viel Räucherwerk gegeben, damit er es zusammen mit den Gebeten aller Heiligen auf dem goldenen Altar darbringe, der vor dem Thron ist. 4 Und der Rauch des Räucherwerks stieg auf vor Gott, zusammen mit den Gebeten der Heiligen, aus der Hand des Engels. 5 Und der Engel nahm das Räucherfaß und füllte es mit Feuer vom Altar und warf es auf die Erde; und es geschahen Stimmen und Donner und Blitze und ein Erdbeben.
  • Als das Lamm das siebte Siegel öffnet, entsteht im Himmel eine Stille für etwa eine halbe Stunde (Vers 1).
  • Das Alte Testament verbindet Stille mit dem Gericht Gottes.
  • In Hab 2,20-3,15 und Sach 2,13-3,2 wird Gott wie in Offb 8,1 dargestellt, wie er in seinem Tempel ist und davor steht, Gericht über die Erde zu bringen.
  • In dem Moment, wo das Gericht kommt, befiehlt Gott der Erde, still zu sein.
    • 17 Alles Fleisch sei still vor dem HERRN, denn er hat sich aufgemacht aus seiner heiligen Wohnung! (Sach 2,17)
  • In Zef 1,7 wird Stille mit dem großen Tag des Herrn und mit seinem Gericht in Verbindung gebracht.
    • 7 Seid still vor dem Angesicht GOTTES, des Herrn! Denn nahe ist der Tag des HERRN; denn der HERR hat ein Schlachtopfer zubereitet, er hat seine Geladenen geheiligt. 8 Und es wird geschehen am Tag des Schlachtopfers des HERRN, daß ich die Fürsten und die Königssöhne strafen werde und alle, die sich in fremde Gewänder hüllen; 9 auch werde ich an jenem Tag alle diejenigen strafen, welche über die Schwelle springen, die das Haus ihres Herrn mit Frevel und Betrug erfüllen. (Zef 1,7-9)
  • Der Gedanke ist, dass das Endgericht Gottes so schrecklich ist, dass die ganze Welt in absolute Stille verfällt.
  • In dem Sinne ist das siebte Siegel eine Fortsetzung des sechsten. Die ersten fünf Siegel bezogen sich auf die ganze Kirchengeschichte, während die letzten zwei sich auf das jüngste Gericht beziehen.
  • Sie sind eine Antwort auf das Gebet der Heiligen in Offb 6,10:
    • 10 Und sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: Wie lange, o Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, richtest du nicht und rächst nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen?
  • Die Stunde wird in den Offenbarung oft mit der Plötzlichkeit des Gerichts über die Gottlosen in Verbindung gebracht (Offb 3,3; 11,13; 14,7; 18,10), während sich "halb" auf Zeiten der Krise und des Gerichts beziehen (Dan 7,25; 9,27; 12,7).
  • Nun werden Johannes die sieben Engel mit den Posaunen gezeigt (Vers 2).
  • Danach wird das Bild des Tempels weitergeführt (Verse 3-5).
  • Der Altar ist der gleiche wie in Offb 6,9, wo sich die verfolgten Heiligen aufhalten.
  • Dort erhalten sie als Antwort auf ihr Gebet, dass das Gericht nicht ausgehen kann, bis die Zahl der Christen, die verfolgt werden müssen, vollständig ist (Offb 6,11).
  • Das Aufsteigen des Rauchs des Räucherwerks zusammen mit den Gebeten der Heiligen (Vers 4) deutet an, dass ihre Anliegen aus Offb 6,9-10 nun vor Gott gebracht werden.
  • Weihrauch steht in der Bibel immer in Verbindung mit einem Opfer, welches so Gott angenehm ist.
    • 12 Danach nehme er die Pfanne voll Feuerkohlen von dem Altar, der vor dem HERRN steht, und seine beiden Hände voll wohlriechenden zerstoßenen Räucherwerks und bringe es hinein hinter den Vorhang; 13 und er lege das Räucherwerk auf das Feuer vor dem HERRN, damit die Wolke des Räucherwerks den Sühnedeckel verhüllt, der auf dem Zeugnis ist, und er nicht stirbt. (3Mo 16,12-13)
  • Eine direkte Parallele ist hier Psalm 141,2:
    • 2 Laß mein Gebet wie Räucherwerk gelten vor dir, das Aufheben meiner Hände wie das Abendopfer. (Ps 141,2)
  • Die Gebete der Heiligen, die um des Lammes willen verfolgt wurden, werden unterstrichen durch ihr Leben, welches sie in den Dienst für Jesus gestellt haben.
  • Vers 5 stellt die göttliche Antwort auf die Gebete der Heiligen dar.
  • Das jüngste Gericht wird als Gebetserhörung beschrieben.
  • Das Feuer, welches vom Altar auf die Erde geworfen wurde, zeigt an, dass das jüngste Gericht stattfindet.
  • Die Stimmen, der Donner, die Blitze und das Erdbeben beschreiben auch in Offb 11,19 und 16,18 das jüngste Gericht.
  • Den Hintergrund bilden Szenen vom Berg Sinai und vom Propheten Jesaja.
    • 16 Und es geschah, als der dritte Tag kam und es noch früh am Morgen war, da erhob sich ein Donnern und Blitzen, und eine dichte Wolke lag auf dem Berg, und es ertönte ein sehr lauter Schall von Schopharhörnern. Da erschrak das ganze Volk, das im Lager war. 17 Und Mose führte das Volk aus dem Lager, Gott entgegen, und sie stellten sich unten am Berg auf. 18 Aber der ganze Berg Sinai rauchte, weil der HERR im Feuer auf ihn herabstieg. Und sein Rauch stieg auf wie der Rauch eines Schmelzofens, und der ganze Berg erbebte heftig. (2Mo 19,16-18)
    • 6 Vom HERRN der Heerscharen wirst du heimgesucht werden mit Donner und Erdbeben und mit großem Krachen, Sturmwind und Ungewitter und mit verzehrenden Feuerflammen. (Jes 29,6)
  • Die ganze Szene bildet eine Parallele zu Hes 10,1-7, wo ein Engel im Tempel Gottes steht und Feuer von den Cherubinen nimmt und es über die Stadt ausstreut.
    • SCL Hesekiel 10:1 Und ich schaute, und siehe, auf der Himmels-Ausdehnung, die über dem Haupt der Cherubim war, befand sich etwas wie ein Saphirstein; etwas, das wie das Gebilde eines Thrones aussah, erschien über ihnen. 2 Und er redete mit dem Mann, der das leinene Gewand trug, und sagte: Geh hinein zwischen das Räderwerk unter dem Cherub und fülle deine Hände mit glühenden Kohlen, die zwischen den Cherubim sind, und streue sie über die Stadt! Da ging er vor meinen Augen hinein. (Hes 10,1-2)
  • Das Gericht in Hesekiel kommt über all jene, die nicht das Schutzzeichen des Engels auf ihren Stirnen tragen.
    • 4 Und der HERR sprach zu ihm: Geh mitten durch die Stadt, mitten durch Jerusalem und mache ein Zeichen auf die Stirn der Leute, die seufzen und jammern über all die Greuel, die in ihrer Mitte verübt werden! (Hes 9,4)

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