Die ersten vier Posaunen
12. März 2020

Die ersten vier Posaunen

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Passage: Offenbarung 8,6-12
Dienstart:

Offenbarung 8,6-12 - Die ersten vier Posaunen

6 Und die sieben Engel, welche die sieben Posaunen hatten, machten sich bereit, in die Posaunen zu stoßen. 7 Und der erste Engel stieß in die Posaune, und es entstand Hagel und Feuer, mit Blut vermischt, und wurde auf die Erde geworfen; und der dritte Teil der Bäume verbrannte, und alles grüne Gras verbrannte. 8 Und der zweite Engel stieß in die Posaune, und es wurde etwas wie ein großer, mit Feuer brennender Berg ins Meer geworfen; und der dritte Teil des Meeres wurde zu Blut, 9 und der dritte Teil der Geschöpfe im Meer, die Leben hatten, starb, und der dritte Teil der Schiffe ging zugrunde. 10 Und der dritte Engel stieß in die Posaune; da fiel ein großer Stern vom Himmel, brennend wie eine Fackel, und er fiel auf den dritten Teil der Flüsse und auf die Wasserquellen; 11 und der Name des Sternes heißt Wermut. Und der dritte Teil der Gewässer wurde zu Wermut, und viele Menschen starben von den Gewässern, weil sie bitter geworden waren. 12 Und der vierte Engel stieß in die Posaune; da wurde der dritte Teil der Sonne und der dritte Teil des Mondes und der dritte Teil der Sterne geschlagen, damit der dritte Teil von ihnen verfinstert würde und der Tag für den dritten Teil seiner Dauer kein Licht habe, und die Nacht in gleicher Weise.
  • Die ersten fünf Posaunen folgen dem Muster fünf der Plagen beim Auszug aus Ägypten.
    • Die erste Posaune (Hagel, Feuer, Blut) entspricht dem Hagel und Feuer aus 2. Mose 9,22-25.
    • Die zweite und dritte Posaune (Vergiftung des Meeres und der Flüsse) entspricht der Plage des Nils (2Mo 7,20-25).
    • Die vierte Posaune (Finsternis) entspricht 2. Mose 10,21-23.
    • Die fünfte Posaune (Heuschrecken) entspricht den Heuschrecken aus 2. Mose 10,12-15.
  • Wie die ägyptischen Plagen so strafen diese Plagen die Herzenshärte, den Götzendienst und die Verfolgung des Volkes Gottes.
  • Die ägyptischen Plagen waren nicht dazu gedacht, das Herz des Pharaos zu erweichen, sondern genau das Gegenteil.
    • Sie zeigten die Allmacht Jahwes, der sein Volk aus Ägypten befreite.
  • Das letztendliche Ziel der Plagen war, dass Jahwe verherrlicht wird.
  • Die ägyptischen Plagen waren eine Vorausdeutung der Gerichte Gottes in der ganzen Kirchengeschichte bis zum jüngsten Gericht.
  • Während die Posaunenurteile eine Warnung bilden und bei manchen zur Buße führen, sind sie doch hauptsächlich ein Gericht über die Ungläubigen.
  • Sie zeigen die Herzenshärte der Menschen und dass sie in ihrem Götzendienst beharren.
  • Im Alten Testament waren Posaunen ein Zeichen des Gerichts, der Warnung und des Sieges.
  • Das Gericht in der Offenbarung ist losgetreten durch die Auferstehung und Inthronisierung Christi (Offb 5,5-14).
  • Im Alten Testament warnten Posaunen auch davor, dass ein Kampf gegen die Feinde Gottes unmittelbar bevorstand (Ri 7,16-22; Jer 4,5-21; Hes 7,14).
  • Den wichtigsten Hintergrund bildet der Fall Jerichos in Josua 6, wo Posaunen den bevorstehenden Sieg verkündeten.
    • Sieben Hörner wurden von sieben Priestern geblasen und hier blasen sieben Engel in sieben Posaunen.
  • Die Arche war bei Jericho gegenwärtig und hier ist sie in ihrer himmlischen Form im himmlischen Tempel (Offb 11,19).
  • In Jericho gab es eine Stille bevor das siebte Mal in die Hörner gestoßen wurde. Genauso auch in Offenbarung 8.
  • Die Posaunen sind wie die Plagen in Ägypten keine Warnung, sondern zeigen Gericht an.
  • Die sechs Hörner bei Jericho bereiten das ultimative siebte vor, so bereiten auch hier die sechs Posaunen den Weg für die siebte Posaune am Ende der Weltgeschichte.
  • Die Siegel und die Posaunen passieren gleichzeitig, denn der Inhalt der siebten Posaune und des sechsten und siebten Siegels ist der gleiche: das letzte Gericht.
  • Aber während die Siegel nicht nur das Gericht über die Ungläubigen in den Fokus nehmen, sondern auch die Reinigung der Gläubigen durch Leid, geht es bei den Posaunen nur um die verschiedenen Gerichte.
  • In Kapitel 7 wurde Gottes Volk im übertragenen Sinn als Armee dargestellt (Offb 7,3-8), die treu bleibt trotz irdischen Leids.
  • Ein sehr lauter Posaunenklang rief Israel zum Berg Sinai, wo sie die Königsherrschaft Gottes anerkennen sollten inmitten der Plagen, die über Ägypten ergingen.
    • 16 Und es geschah, als der dritte Tag kam und es noch früh am Morgen war, da erhob sich ein Donnern und Blitzen, und eine dichte Wolke lag auf dem Berg, und es ertönte ein sehr lauter Schall von Schopharhörnern. Da erschrak das ganze Volk, das im Lager war. 17 Und Mose führte das Volk aus dem Lager, Gott entgegen, und sie stellten sich unten am Berg auf. 18 Aber der ganze Berg Sinai rauchte, weil der HERR im Feuer auf ihn herabstieg. Und sein Rauch stieg auf wie der Rauch eines Schmelzofens, und der ganze Berg erbebte heftig. 19 Und der Hörnerschall wurde immer stärker. Mose redete, und Gott antwortete ihm mit lauter Stimme. (2Mo 19,16-19)
  • Die erste Posaune bringt Hagel und Feuer, mit Blut vermischt.
    • Die Nahrungsversorgung der Welt wird drastisch beschädigt.
  • Bei der zweiten Posaune wird ein großer mit Feuer brennender Berg ins Meer geworfen.
    • In der Offenbarung spiegeln Berge Weltreiche wider (Offb 14,1; 17,9; 21,10).
    • Dieses Bild redete von einem Gericht über ein böses Weltreich.
    • Jeremia redet von Babylon als ein zerstörender Berg, der mit Feuer verbrannt wird und später ins Meer sinkt.
      • 25 Siehe, ich komme über dich, spricht der HERR, du Berg des Verderbens, der du die ganze Erde verdirbst; und ich lege meine Hand an dich und wälze dich von den Felsen herunter und mache dich zu einem verbrannten Berg, (Jer 51,25)
      • 63 Und es soll geschehen, wenn du dieses Buch zu Ende gelesen hast, so binde einen Stein daran und wirf es mitten in den Euphrat, 64 und sprich: "So soll Babel versinken und nicht wieder hochkommen infolge des Unheils, das ich über es bringen werde; und sie werden erliegen!" Bis hierher gehen die Worte Jeremias. (Jer 51,63-64)
    • Babylon wird in der Offenbarung als Stein beschrieben, der ins Meer geworfen wird.
      • 21 Und ein starker Engel hob einen Stein auf, wie ein großer Mühlstein, und warf ihn ins Meer und sprach: So wird Babylon, die große Stadt, mit Wucht hingeschleudert und nicht mehr gefunden werden! (Offb 18,21)
  • Mit der dritten Posaunen wird das Gericht der Hungersnot fortgesetzt.
    • Ein brennender Stern fällt vom Himmel und verunreinigt den dritten Teil der Flüsse und der Wasserquellen.
    • Der Stern ist wie anderswo in der Offenbarung (Offb 1,20; 2,1) ein Engelwesen, das eine irdische Person oder Reich repräsentiert.
    • Das Bild kommt hier aus Jes 14,12-15, wo der Engel Babylons als Stern dargestellt wird, der vom Himmel in den Abgrund geworfen wird.
      • 12 Wie bist du vom Himmel herabgefallen, du Glanzstern, Sohn der Morgenröte! Wie bist du zu Boden geschmettert, du Überwältiger der Nationen! 13 Und doch hattest du dir in deinem Herzen vorgenommen: ›Ich will zum Himmel emporsteigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen und mich niederlassen auf dem Versammlungsberg im äußersten Norden; 14 ich will emporfahren auf Wolkenhöhen, dem Allerhöchsten mich gleich machen!‹ 15 Doch ins Totenreich bist du hinabgestürzt, in die tiefste Grube! (Jes 14,12-15)
    • Der Stern heißt Wermut, was auf Jeremia 9,14 und 23,15 gründet, wo Gott sein ungehorsames Volk richtet, indem er ihnen Wermut und vergiftetes Wasser zu trinken gibt.
      • 14 Darum, so spricht der HERR der Heerscharen, der Gott Israels: Siehe, ich will sie, dieses Volk, mit Wermut speisen und sie mit Giftwasser tränken; (Jer 9,14)
      • 15 Darum, so spricht der HERR der Heerscharen über die Propheten: Siehe, ich will ihnen Wermut zu essen geben und Giftwasser zu trinken; denn von den Propheten Jerusalems ist die Gottlosigkeit ausgegangen in das ganze Land. (Jer 23,15)
    • Sie wie die Irrlehrer den wahren Gottesdienst vergiftet haben, so vergiftet Wermut das Wasser.
  • Die vierte Posaune bringt eine begrenzte Finsternis und ist parallel zur Exodusgeschichte.
    • Sie spiegelt die geistliche, kulturelle und geistige Finsternis wider.
  • Die kosmischen Zeichen hier sind symbolisch für die Gerichte, die Gott tatsächlich bringt.
    • Auch im Alten Testament wird das Gericht, das über Israel tatsächlich erging, mit kosmischen Zeichen prophetisch dargestellt.
  • Das Leid, welches hier darstellt wird, zeigt, wie flüchtig die Dinge sind, auf die die Menschen vertrauen.
    • Die Menschen richten ihr geistliches Vertrauen auf Dinge, die letztendlich vergehen werden.
Anwendung
  • Gott gebraucht katastrophale Ereignisse als Gericht über die Welt.
  • Sie dienen aber auch dazu, dass die Gläubigen gereinigt werden und sich Gott tiefer zuwenden.
  • Wie wir auf die Gerichte reagieren, zeigt, ob wir einen rettenden Glauben haben.
    • Akzeptieren wir sie von der Hand Gottes und nähern uns ihm oder beschuldigen wir ihn und werden noch mehr verhärtet?
  • Wie die Menschen in der Gesellschaft im Allgemeinen auf katastrophale Ereignisse reagieren, zeigt ihren geistlichen Zustand.

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