Die Berufung der Ketten
25. Dezember 2022

Die Berufung der Ketten

Passage: Philipper 1,12-14
Dienstart:

Philipper 1,12-14 - Die Berufung der Ketten

12 Ich will aber, Brüder, daß ihr erkennt, wie das, was mit mir geschehen ist, sich vielmehr zur Förderung des Evangeliums ausgewirkt hat, 13 so daß in der ganzen kaiserlichen Kaserne und bei allen übrigen bekannt geworden ist, daß ich um des Christus willen gefesselt bin, 14 und daß die meisten der Brüder im Herrn, durch meine Fesseln ermutigt, es desto kühner wagen, das Wort zu reden ohne Furcht.
  • Paulus ist im ganzen Römischen Reich herumgereist, um das Evangelium zu verkünden.
  • Er steuerte hierzu insbesondere die stark besiedelten Bevölkerungszentren in Mazedonien und Griechenland an (Philippi, Thessalonich, Korinth, Athen).
  • Aber sein besonderes Ziel war es, das Evangelium in Rom zu verkünden.
  • Rom hatte mehr als eine Million Einwohner und war erfüllt von atemberaubenden Gebäuden (der Palast des Kaisers, das Forum, der Circus Maximus).
  • Rom war das Nervenzentrum der antiken Welt.

Nicht wie geplant

  • Paulus konnte tatsächlich nach Rom reisen, um dort den unausforschlichen Reichtum des Christus zu verkündigen.
  • Aber er ist nicht dorthin gekommen unter Umständen, die er geplant hatte.
  • Er predigte nicht im Amphitheatern oder auf öffentlichen Plätzen, sondern als Gefangener in Ketten.
  • Er wurde in Jerusalem verhaftet und nach Rom gesandt, um dort vor dem Kaiser zu erscheinen, wo er wahrscheinlich die Todesstrafe zu erwarten hatte.
  • Nachdem er in Rom ankam, wurde er für zwei Jahre im Hausarrest gehalten (60/61 n. Chr.).
  • Statt zu der Menge predigen zu können, war er an ein kleines Haus gebunden.
  • Trotzdem predigte Paulus in Rom, allerdings zu einzelnen Soldaten.
  • Diese wiederum gaben die Botschaft an Orten weiter, wo Paulus nie hingekommen wäre.
  • Obwohl Paulus im Hausarrest gefangen ist, freut er sich in Christus und triumphiert.
  • Er ist immer noch in Ketten und seine Zukunft ist ungewiss.
  • Aber all seine Probleme dienten zur Förderung des Evangeliums.

Gewissheit statt Beschwerde

  • Paulus war sich der Ausbreitung des Evangeliums gewiss (Vers 12).
  • Es geht ihm nicht um seine persönliche Sicherheit, sondern um die Wahrheit von Jesus Christus.
  • Er heischt weder um Mitleid noch will er sich als Märtyrer darstellen.
  • Stattdessen will er, dass wir auch Gewissheit haben im Evangelium.
  • Er will etwas von der Kühnheit, die Gott ihm geschenkt hat, an die Gläubigen weitergeben.
  • Gott kann und wird jeden kleinen Aspekt unseres Lebens zur Förderung des Evangeliums gebrauchen.

Die Berufung der Ketten

  • Paulus ist gefesselt (Vers 13).
    • 20 Für das ich ein Botschafter in Ketten bin, damit ich darin freimütig rede, wie ich reden soll. Eph 6,20
  • Er war zwei Jahre lang gefesselt und hatte permanent einen römischen Soldaten in seiner Nähe.
  • Aber er sieht sich nicht als Gefangener Roms, sondern als um des Christus willen gefesselt.
  • Seine Fesseln waren eine göttliche Berufung.

Eine Leidenschaft für das Evangelium

  • Paulus erklärt, dass die Gläubigen in Rom durch seine Gefangenschaft sogar noch kühner in der Verkündigung des Evangeliums geworden sind (Vers 14).
  • Sie reden das Wort ohne Furcht.
  • Unser Umgang mit Leid kann eine unheimliche Ermutigung für andere sein.
  • Ein Gläubiger mit Leidenschaft für den Herrn kann andere anfachen (siehe Martin Luther, John Knox).

Anwendung

  • Denke an ein paar Schwierigkeiten in deinem Leben. Wie können sie von Christus gebraucht werden, um sein Werk voranzubringen?
  • Wen kennst du, der so wie Paulus leidet und dennoch Gott vertraut? Wie kann er oder sie eine Ermutigung für dich sein?
  • Bete für eine Leidenschaft für das Evangelium, die vom Geist Gottes kommt.