Der neue Adam
8. Dezember 2019

Der neue Adam

Prediger:
Passage: Markus 1,1-13
Dienstart:

Markus 1,1-13 - Der neue Adam

1 Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes. 2 Wie geschrieben steht in den Propheten: »Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg vor dir bereiten wird.« 3 »Die Stimme eines Rufenden ertönt in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, macht seine Pfade eben!« 4 So begann Johannes in der Wüste, taufte und verkündigte eine Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden. 5 Und es ging zu ihm hinaus das ganze Land Judäa und die Bewohner von Jerusalem, und es wurden von ihm alle im Jordan getauft, die ihre Sünden bekannten. 6 Johannes aber war bekleidet mit Kamelhaaren und trug einen ledernen Gürtel um seine Lenden, und er aß Heuschrecken und wilden Honig. 7 Und er verkündigte und sprach: Es kommt einer nach mir, der stärker ist als ich, und ich bin nicht würdig, ihm gebückt seinen Schuhriemen zu lösen. 8 Ich habe euch mit Wasser getauft; er aber wird euch mit Heiligem Geist taufen. 9 Und es geschah in jenen Tagen, daß Jesus von Nazareth in Galiläa kam und sich von Johannes im Jordan taufen ließ. 10 Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er den Himmel zerrissen und den Geist wie eine Taube auf ihn herabsteigen. 11 Und eine Stimme ertönte aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe! 12 Und sogleich treibt ihn der Geist in die Wüste hinaus. 13 Und er war 40 Tage dort in der Wüste und wurde von dem Satan versucht; und er war bei den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm.
  • Der Anfang des Markusevangelium kommt vollkommen schnörkellos daher und deutet dadurch von Beginn an darauf hin, dass der Messias vollkommen anders ist, als wir ihn weltlich gesehen erwarten würden.
  • Und dennoch identifiziert Markus Jesus Christus von Beginn an als Sohn Gottes, eine Identität, die den anderen Personen im Markusevangelium lange nicht klar sein wird (Vers 1).
  • Der Fokus zu Beginn dieses Textes liegt auf der Vorbereitung auf Jesu Kommen (Vers 2).
  • Die wahre Identität von Jesus kann nur derjenige erkennen, der ein Bewusstsein seiner tiefen Sündhaftigkeit hat und bereit ist, dafür Buße zu tun (Vers 4).
  • Schon Johannes der Täufer erfüllte so gar nicht die Erwartungen eines Städters aus Jerusalem, und dennoch reiht er sich in die Prophetenrolle Elias ein (Vers 6).
  • Der Hauptfokus von Johannes dem Täufer ist es, auf den hinzuweisen, der größer, stärker und würdiger als er selbst ist (Vers 7).
  • Die Gabe, die dieser bringen würde, ist auch viel größer als das, was ein Menschen bringen könnte: den Heiligen Geist (Vers 8).
  • Als Jesus sich taufen ließ, sah nur er, wie der Himmel zerrissen wurde, der Geist herabsteigt und Gottes Stimme ertönt (Verse 9-11).
    • Die wahre Identität Jesu ist zunächst nur ihm selbst und den Lesern des Markusevangelium bewusst.
    • Die anderen müssen seine Identität noch entdecken.
  • Gott redet Jesus als seinen geliebten Sohn an, an dem er Wohlgefallen hat (Vers 11).
    • Das Bild ist hier eines gehorsamen Sohns, der Gottes Willen erfüllt, sie wie David ein Mann nach Gottes Herzen war, weil er seinen Willen erfüllte.
    • Damit nimmt Jesus die Rolle Adams ein und wird nun da geprüft, wo Adam auch geprüft wurde, und wird schließlich obsiegen.
  • Sogleich wird er wie Adam und wie Israel in der Wüste versucht (Verse 12 und 13).
  • Der Verweis auf die wilden Tiere macht jedoch deutlich, dass Jesus nicht wie Adam mit optimalen Bedingungen zu hatte und nicht in einem idealen Garten lebte, sondern in der gefallenen Welt versucht wurde.
Anwendung
  • Wenn man die Stelle oberflächlich interpretiert, könnte man vielleicht herauslesen,
    • dass man sich durch Untertauchen taufen lassen sollte,
    • dass man Gott besonders gut in der Wüste begegnen kann,
    • dass es unsere Aufgabe ist, den Weg des Herrn zu bereiten.
  • Was Markus jedoch unterstreichen will, ist, dass Jesus als zweiter Adam genau da obsiegt, wo der erste Adam versagt hat.
  • Die Adventszeit sollte nicht so sehr eine Zeit sein, wo wir auf unser Leben schauen und versuchen, es irgendwie ins Reine zu bringen.
  • Stattdessen sollte es eine Zeit der Anbetung sein, wo wir unsere Augen auf den richten, der wirklich würdig ist.
  • Das wird automatisch zu einer Erkenntnis der Sünde führen und wir sollten um die Bereitschaft beten, echte Buße zu tun.
  • Durch Buße in unserem eigenen Leben bereiten wir den Weg für das Kommen des Herrn in Gnade, auch im Leben der anderen.
  • Eine heilige Gemeinde ist das beste Zeugnis für Jesus in dieser Welt.
  • Aber nochmal: die Kraft zur Heiligkeit kommt durch das Schauen auf und das Staunen über Jesus.
  • Außerdem sollten wir uns immer wieder bewußt machen, dass Jesus ein ganz anderer Messias ist, als die Welt sich das vorstellt.
  • Er bringt keinen weltlichen Prunk, sondern geistlichen Segen: Vergebung der Sünden und Gemeinschaft mit Gott.
  • Das sollten auch wir als größten Schatz erachten.