9. Mai 2019

Das Gericht kommt

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Serie:
Passage: Daniel 5
Dienstart:

Daniel 5 - Das Gericht kommt

1 Der König Belsazar veranstaltete für seine tausend Großen ein prächtiges Mahl und trank Wein vor den Tausend. 2 Und während er sich den Wein schmecken ließ, befahl Belsazar, man solle die goldenen und silbernen Gefäße herbeibringen, die sein Vater Nebukadnezar aus dem Tempel in Jerusalem weggenommen hatte, damit der König samt seinen Großen, seinen Frauen und seinen Nebenfrauen daraus trinken könne. 3 Da wurden die goldenen Gefäße herbeigebracht, die man aus dem Tempel, aus dem Haus Gottes in Jerusalem, weggenommen hatte, und der König trank daraus samt seinen Großen, seinen Frauen und seinen Nebenfrauen. 4 Sie tranken Wein und priesen die Götter aus Gold und Silber, aus Erz, Eisen, Holz und Stein. 5 Im selben Augenblick erschienen Finger einer Menschenhand, die schrieben gegenüber dem Leuchter auf die getünchte Wand des königlichen Palastes; und der König sah die schreibende Hand. 6 Da verfärbte sich das Gesicht des Königs, und seine Gedanken erschreckten ihn, und alle Kraft wich aus seinen Gliedern, und seine Knie schlotterten. 7 Der König schrie mit lauter Stimme, man solle die Wahrsager, Chaldäer und Zeichendeuter holen. Und der König begann und sprach zu den Weisen von Babel: "Derjenige, welcher diese Schrift lesen und mir sagen kann, was sie bedeutet, der soll mit Purpur bekleidet werden und eine goldene Kette um seinen Hals tragen und als Dritter im Königreich herrschen!" 8 Und alle Weisen des Königs kamen herbei, aber sie konnten weder die Schrift lesen noch ihre Bedeutung dem König erklären. 9 Da wurde der König Belsazar sehr bestürzt, und sein Gesicht verfärbte sich, und seine Großen waren ganz verwirrt. 10 Auf Wunsch des Königs und seiner Großen kam die Königin-Mutter in den Trinksaal. Die Königin begann und sprach: O König, mögest du ewig leben ! Deine Gedanken sollen dich nicht erschrecken, und dein Aussehen verändere sich nicht! 11 Es gibt einen Mann in deinem Königreich, in dem der Geist der heiligen Götter ist und bei dem in den Tagen deines Vaters Erleuchtung, Verstand und Weisheit gleich der Weisheit der Götter gefunden worden ist, so daß dein Vater, der König Nebukadnezar, ihn zum Obersten der Traumdeuter, Wahrsager, Chaldäer und Zeichendeuter bestimmt hat - ja, dein Vater, o König! -, 12 ganz allein deshalb, weil bei ihm ein vortrefflicher Geist, Verstand und Scharfsinn gefunden wurde zur Deutung von Träumen, zur Erklärung von Rätseln und zur Auflösung von Knoten, nämlich bei Daniel, dem der König den Namen Beltsazar gab. So lasse man nun Daniel rufen; der wird dir die Deutung sagen! 13 Sobald nun Daniel vor den König hineingeführt worden war, ergriff der König das Wort und sprach zu ihm: Bist du Daniel, einer der Weggeführten von Juda, die mein Vater, der König, aus Juda hergebracht hat? 14 Ich habe von dir gehört, daß der Geist der Götter in dir sei und daß Erleuchtung und Verstand und außerordentliche Weisheit bei dir gefunden werden. 15 Nun sind die Weisen und Wahrsager vor mich geführt worden, um diese Schrift zu lesen und mir ihre Bedeutung mitzuteilen; sie waren aber nicht imstande, die Bedeutung der Worte zu erklären. 16 Und von dir habe ich gehört, daß du Deutungen geben und Knoten auflösen könnest. Wenn du nun diese Schrift lesen und mir ihre Bedeutung erklären kannst, so sollst du mit Purpur bekleidet werden und eine goldene Kette an deinem Hals tragen und als Dritter im Königreich herrschen! 17 Da antwortete Daniel und sprach vor dem König: Deine Gaben mögen dir verbleiben, und gib deine Geschenke einem anderen! Jedoch die Schrift will ich dem König lesen und erklären, was sie bedeutet. 18 O König! Gott, der Allerhöchste, hat deinem Vater Nebukadnezar das Königtum, die Majestät, die Ehre und die Herrlichkeit verliehen; 19 und wegen der Majestät, die Er ihm gab, zitterten und bebten vor ihm alle Völker, Stämme und Sprachen; denn er tötete, wen er wollte, und ließ leben, wen er wollte; er erhöhte, wen er wollte, und erniedrigte, wen er wollte. 20 Da sich aber sein Herz erhob und sein Geist übermütig wurde bis zur Vermessenheit, wurde er von seinem königlichen Thron gestürzt, und seine Würde wurde ihm genommen; 21 man verstieß ihn von den Menschenkindern, und sein Herz wurde den Tieren gleich; er wohnte bei den Wildeseln, und man fütterte ihn mit Gras wie die Ochsen, und sein Leib wurde vom Tau des Himmels benetzt, bis er erkannte, daß Gott, der Allerhöchste, Macht hat über das Königtum der Menschen und darüber setzt, wen er will. 22 Du aber, Belsazar, sein Sohn, hast dein Herz nicht gedemütigt, obwohl du das alles wußtest, 23 sondern du hast dich über den Herrn des Himmels erhoben; und man hat die Gefäße seines Hauses vor dich gebracht, und du und deine Gewaltigen, deine Frauen und Nebenfrauen, ihr habt Wein daraus getrunken, und du hast die Götter aus Gold und Silber, aus Erz, Eisen, Holz und Stein gepriesen, die weder sehen noch hören noch verstehen; den Gott aber, in dessen Hand dein Odem und alle deine Wege sind, hast du nicht geehrt! 24 Infolgedessen wurde von ihm diese Hand gesandt und diese Schrift geschrieben. 25 So lautet aber die Schrift, die geschrieben steht: "Mene, mene, tekel upharsin!" 26 Und das ist die Bedeutung des Spruches: "Mene" bedeutet: Gott hat die Tage deines Königtums gezählt und ihm ein Ende bereitet! 27 "Tekel" bedeutet: Du bist auf einer Waage gewogen und zu leicht erfunden worden! 28 "Peres" bedeutet: Dein Königreich wird zerteilt und den Medern und Persern gegeben werden! 29 Sogleich befahl Belsazar, daß man den Daniel mit Purpur bekleiden und ihm eine goldene Kette um den Hals legen und von ihm ausrufen solle, daß er der dritte Herrscher im Königreich sein solle. 30 In derselben Nacht wurde Belsazar, der König der Chaldäer, umgebracht.
  • Auch dieser Abschnitt aus dem Buch Daniel ist in unsere Kulturgeschichte eingegangen und man spricht auch heute bildungssprachlich noch von einem Menetekel.
    • Wikipedia: Als Menetekel bezeichnet man eine unheilverkündende Warnung, einen ernsten Mahnruf oder ein Vorzeichen drohenden Unheils. Der Begriff ist von einem biblischen Wortspiel in akkadischer Sprache abgeleitet, das Gott dem König Belšazar als Ankündigung seines baldigen Todes und des Untergangs seines Königreiches überbracht haben soll.
  • Dieses Kapitel ist eine eindrückliche Mahnung, dass das Gericht Gottes kommen wird, und dass Gott nicht auf ewig dulden wird, dass Sünder ihn geringschätzen.
  • Es wird in Offenbarung 18 aufgegriffen und dort der Fall Babylons gefeiert.
    • 1 Und nach diesem sah ich einen Engel aus dem Himmel herabsteigen, der hatte große Vollmacht, und die Erde wurde erleuchtet von seiner Herrlichkeit. 2 Und er rief kraftvoll mit lauter Stimme und sprach: Gefallen, gefallen ist Babylon, die Große, und ist eine Behausung der Dämonen geworden und ein Gefängnis aller unreinen Geister und ein Gefängnis aller unreinen und verhaßten Vögel. 3 Denn von dem Glutwein ihrer Unzucht haben alle Völker getrunken, und die Könige der Erde haben mit ihr Unzucht getrieben, und die Kaufleute der Erde sind von ihrer gewaltigen Üppigkeit reich geworden. (Offb 18,1-3)
  • Babylon steht in der Offenbarung symbolisch für alles in der Welt, das sich gegen Gott auflehnt und ihn geringschätzt.
  • Die Sünde des Königs Belsazar war zweifältig:
    • Er feierte ausgelassen und gab sich stolz vor seinem ganzen Hofstaat.
    • Er ließ die goldenen Gefäße aus dem Tempel in Jerusalem holen und trank daraus.
  • Dadurch zeigt er auf besondere Weise seine Missachtung des Gottes Israels.
  • Gott wird sich aber nicht ewig missachten und geringschätzen lassen.
  • Seine Heiligkeit fordert, dass er den Wert, den er als Person hat, irgendwann zum Ausdruck bringt.
    • Entweder in Gnade, indem er Menschen mit sich versöhnt, denen er auf Ewigkeit die Größe seiner Person offenbart.
    • Oder in Gericht, indem er mit ewiger Strafe diejenigen belegt, die seinen Wert nicht anerkannt haben.
  • Es ist nur Gottes Langmut, dass er das Gericht nicht sofort vollstreckt und die Anerkennung seines Werts einfordert.
  • Im Alten Testament blitze die Heiligkeit Gottes an einigen Stellen auf:
    • 7 Und sie ließen die Lade Gottes auf einem neuen Wagen aus dem Haus Abinadabs führen; und Ussa und Achio lenkten den Wagen. 8 David aber und ganz Israel spielten vor Gott her mit aller Kraft, mit Liedern und Lauten, mit Harfen und Handpauken, mit Zimbeln und Trompeten. 9 Als sie aber zur Tenne Kidon kamen, streckte Ussa seine Hand aus, um die Lade zu halten; denn die Rinder waren ausgeglitten. 10 Da entbrannte der Zorn des HERRN über Ussa, und er schlug ihn, weil er seine Hand an die Lade gelegt hatte; und er starb dort vor Gott. (1Chr 13,7-10)
    • 1 Und Israel ließ sich in Sittim nieder; und das Volk fing an, Unzucht zu treiben mit den Töchtern der Moabiter, 2 und diese luden das Volk zu den Opfern ihrer Götter ein. Und das Volk aß mit ihnen und betete ihre Götter an. 3 Und Israel begab sich unter das Joch des Baal-Peor. Da entbrannte der Zorn des HERRN über Israel. 4 Und der HERR sprach zu Mose: Nimm alle Obersten des Volkes und hänge sie auf für den HERRN angesichts der Sonne, damit der brennende Zorn des HERRN von Israel abgewandt wird! 5 Und Mose sprach zu den Richtern Israels: Jedermann töte seine Leute, die sich unter das Joch des Baal-Peor begeben haben! 6 Und siehe, ein Mann aus den Kindern Israels kam und brachte eine Midianiterin zu seinen Brüdern, vor den Augen Moses und vor den Augen der ganzen Gemeinde der Kinder Israels, während sie weinten vor dem Eingang der Stiftshütte. 7 Als Pinehas, der Sohn Eleasars, des Sohnes Aarons, des Priesters, dies sah, stand er aus der Mitte der Gemeinde auf und nahm einen Speer in seine Hand; 8 und er ging dem israelitischen Mann nach, hinein in das Innere des Zeltes, und durchbohrte sie beide durch den Unterleib, den israelitischen Mann und die Frau. Da wurde die Plage von den Kindern Israels abgewehrt. 9 Die Zahl derer aber, die an dieser Plage starben, war 24 000. 10 Und der HERR redete zu Mose und sprach: 11 Pinehas, der Sohn Eleasars, des Sohnes Aarons, des Priesters, hat dadurch, daß er mit meinem Eifer unter ihnen eiferte, meinen Grimm von den Kindern Israels abgewandt, so daß ich die Kinder Israels nicht vertilgt habe in meinem Eifer. 12 Darum sprich zu ihm: Siehe, ich gewähre ihm meinen Bund des Friedens, 13 und es soll ihm und seinem Samen nach ihm der Bund eines ewigen Priestertums zufallen dafür, daß er für seinen Gott geeifert hat und so Sühnung erwirkt hat für die Kinder Israels! (4Mo 25,1-13)
  • Hier wird auch deutlich, warum Gott letztendlich geduldig sein kann, wenn sein Wert missachtet wird.
    • Jesus Christus, der Hohepriester, hat mit vollem Eifer für die Ehre Gottes gelebt und am Kreuz Gottes Zorn über die Missachtung seines Namens getragen.
  • Das Kreuz ist heute unser Menetekel:
    • Es zeigt an, dass Gott Gnade schenken will und Vergebung für diejenigen, die sich bei Jesus bergen.
    • Es zeigt aber auch an, dass Gott die Sünde richten wird. Wenn er schon bereit ist, seinen Sohn so hart zu bestrafen, der als Stellvertreter für die Menschen eintritt, wie viel schlimmer wird er seine Feinde bestrafen.
  • Das Gericht über Belsazar kam plötzlich, obwohl er davor noch der mächtigste Mann der Welt war.
    • Das sollte uns eine Warnung sein, dass wir die Entscheidung für Jesus nicht aufschieben, und uns fälschlicherweise in Sicherheit wiegen.

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