2. Januar 2022

1. Mose 27 – Jakob erschleicht sich den Segen Isaaks

Passage: 1. Mose 27
Dienstart:

1. Mose 27 - Jakob erschleicht sich den Segen Isaaks

1 Und es geschah, als Isaak alt war und seine Augen dunkel wurden, so daß er nicht mehr sehen konnte, da rief er Esau, seinen älteren Sohn, und sprach zu ihm: Mein Sohn! Er aber antwortete ihm: Hier bin ich! 2 Und er sprach: Siehe, ich bin alt und weiß nicht, wann ich sterbe. 3 So nimm nun dein Jagdgerät, deinen Köcher und deinen Bogen, und geh aufs Feld und jage mir ein Wildbret, 4 und bereite mir ein schmackhaftes Essen, wie ich es gern habe, und bring es mir herein, daß ich esse, damit meine Seele dich segne, bevor ich sterbe! 5 Rebekka aber hörte zu, als Isaak diese Worte zu seinem Sohn Esau sagte. Und Esau ging aufs Feld, um ein Wildbret zu jagen und es heimzubringen. 6 Da redete Rebekka mit ihrem Sohn Jakob und sprach: Siehe, ich habe gehört, wie dein Vater mit deinem Bruder Esau redete und sagte: 7 "Bring mir ein Wildbret und bereite mir ein schmackhaftes Gericht, daß ich esse und dich segne vor dem Angesicht des HERRN, ehe ich sterbe!" 8 So gehorche nun, mein Sohn, meiner Stimme und tue, was ich dir sage: 9 Geh hin zur Herde und hole mir von dort zwei gute Ziegenböcklein, daß ich deinem Vater ein schmackhaftes Gericht davon bereite, wie er es gern hat. 10 Das sollst du deinem Vater hineintragen, damit er es ißt und dich vor seinem Tod segnet! 11 Jakob aber sprach zu seiner Mutter Rebekka: Siehe, mein Bruder Esau ist rauh, und ich bin glatt. 12 Vielleicht könnte mein Vater mich betasten, da würde ich in seinen Augen als ein Betrüger erscheinen; so brächte ich einen Fluch über mich und nicht einen Segen! 13 Da sprach seine Mutter zu ihm: Dein Fluch sei auf mir, mein Sohn! Gehorche du nur meiner Stimme, geh hin und hole es mir! 14 Da ging er hin und holte es und brachte es seiner Mutter. Und seine Mutter machte ein schmackhaftes Essen, wie es sein Vater gern hatte. 15 Rebekka nahm auch die guten Kleider Esaus, ihres älteren Sohnes, die sie bei sich im Haus hatte, und zog sie Jakob, ihrem jüngeren Sohn, an. 16 Aber die Felle der Ziegenböcklein legte sie ihm um die Hände, und wo er glatt war am Hals; 17 und sie gab das schmackhafte Essen und das Brot, das sie bereitet hatte, in die Hand ihres Sohnes Jakob. 18 Und er ging hinein zu seinem Vater und sprach: Mein Vater! Er antwortete: Hier bin ich! Wer bist du, mein Sohn? 19 Jakob sprach zu seinem Vater: Ich bin Esau, dein Erstgeborener; ich habe getan, wie du mir gesagt hast. Steh doch auf, setz dich und iß von meinem Wildbret, damit mich deine Seele segne! 20 Isaak aber sprach zu seinem Sohn: Mein Sohn, wie hast du es so bald gefunden? Er antwortete: Der HERR, dein Gott, ließ es mir begegnen! 21 Da sprach Isaak zu Jakob: Tritt herzu, mein Sohn, daß ich dich betaste, ob du wirklich mein Sohn Esau bist oder nicht! 22 Und Jakob trat zu seinem Vater Isaak. Und als er ihn betastet hatte, sprach er: Die Stimme ist Jakobs Stimme, aber die Hände sind Esaus Hände! 23 Aber er erkannte ihn nicht, denn seine Hände waren rauh, wie die Hände seines Bruders Esau. Und so segnete er ihn. 24 Und er fragte ihn: Bist du wirklich mein Sohn Esau? Er antwortete: Ja, ich bin's! 25 Da sprach er: So bringe es mir her, damit ich von dem Wildbret meines Sohnes esse, daß dich meine Seele segne ! Da brachte er es ihm, und er aß; er reichte ihm auch Wein, und er trank. 26 Und Isaak, sein Vater, sprach zu ihm: Komm her, mein Sohn, und küsse mich! 27 Und er trat hinzu und küßte ihn. Und als er den Geruch seiner Kleider roch, segnete er ihn und sprach: Siehe, der Geruch meines Sohnes ist wie ein Geruch des Feldes, das der HERR gesegnet hat. 28 Gott gebe dir vom Tau des Himmels und vom fettesten Boden und Korn und Most in Fülle! 29 Völker sollen dir dienen und Geschlechter sich vor dir beugen; sei ein Herr über deine Brüder, und die Söhne deiner Mutter sollen sich vor dir beugen. Verflucht sei, wer dir flucht, und gesegnet sei, wer dich segnet! 30 Und es geschah, als Isaak den Segen über Jakob vollendet hatte, und Jakob kaum von seinem Vater Isaak hinausgegangen war, ja, da geschah es, daß sein Bruder Esau von der Jagd kam. 31 Der machte auch ein schmackhaftes Essen und trug es zu seinem Vater hinein und sprach zu ihm: Steh auf, mein Vater, und iß von dem Wildbret deines Sohnes, damit mich deine Seele segne! 32 Da antwortete ihm sein Vater Isaak: Wer bist du? Er sprach: Ich bin dein Sohn Esau, dein Erstgeborener! 33 Da entsetzte sich Isaak über die Maßen und sprach: Wer ist denn der Jäger, der ein Wildbret gejagt und mir aufgetragen hat? Ich habe von allem gegessen, ehe du kamst, und habe ihn gesegnet; er wird auch gesegnet bleiben! 34 Als Esau diese Worte seines Vaters hörte, schrie er laut auf und wurde über die Maßen betrübt und sprach zu seinem Vater: Segne doch auch mich, mein Vater! 35 Er aber sprach: Dein Bruder ist mit List gekommen und hat deinen Segen weggenommen!
36 Da sprach er: Er heißt mit Recht Jakob; denn er hat mich nun zweimal überlistet! Mein Erstgeburtsrecht hat er weggenommen, und siehe, nun nimmt er auch meinen Segen! Und er sprach: Hast du mir keinen Segen zurückbehalten? 37 Da antwortete Isaak und sprach zu Esau: Siehe, ich habe ihn zum Herrn über dich gesetzt, und alle seine Brüder habe ich ihm zu Knechten gegeben; mit Korn und Most habe ich ihn versehen. Was kann ich nun für dich tun, mein Sohn? 38 Esau sprach zu seinem Vater: Hast du denn nur einen Segen, mein Vater? Segne doch auch mich, mein Vater! Und Esau erhob seine Stimme und weinte. 39 Da antwortete Isaak, sein Vater, und sprach zu ihm: Siehe, fern vom Fett der Erde wird dein Wohnsitz sein, und fern vom Tau des Himmels von oben. 40 Von deinem Schwert wirst du leben und deinem Bruder dienen. Es wird aber geschehen, wenn du dich befreien kannst, wirst du sein Joch von deinem Hals reißen. 41 Und Esau wurde dem Jakob feind wegen des Segens, womit sein Vater ihn gesegnet hatte; und Esau sprach in seinem Herzen: Die Zeit, da man um meinen Vater trauern wird, ist nicht mehr weit; dann will ich meinen Bruder Jakob umbringen! 42 Da wurden der Rebekka die Worte Esaus, ihres älteren Sohnes, hinterbracht. Und sie schickte hin und ließ Jakob, ihren jüngeren Sohn, rufen und sprach zu ihm: Siehe, dein Bruder Esau will an dir Rache nehmen und dich töten! 43 Und nun gehorche meiner Stimme, mein Sohn: Mache dich auf und flieh zu meinem Bruder Laban, nach Haran, 44 und bleib eine Zeitlang bei ihm, bis sich der Grimm deines Bruders gelegt hat, 45 und bis sich sein Zorn von dir wendet und er vergißt, was du ihm angetan hast; so will ich dann nach dir schicken und dich von dort holen lassen. Warum sollte ich an einem Tag euch beide verlieren? 46 Und Rebekka sprach zu Isaak: Mir ist das Leben verleidet wegen der Töchter Hets; wenn Jakob eine Frau nimmt von den Töchtern Hets, wie diese da, von den Töchtern des Landes, was soll mir dann das Leben!
  • Jakob hat seine Augen beständig auf die Verheißungen Gottes gerichtet.
  • Jetzt wird das Erbe dieser Verheißungen von Isaak an die nächste Generation weitergegeben.
  • Es gibt drei Erzählungen, die um das Thema von Gottes Segen miteinander verwoben sind: Isaaks Segen, als Jakob ihn betrog, Isaaks zweiter Segen über Jakob und Gottes Segen über Jakob bei Bethel.
  • Dazwischen taucht Esau auf, der um den Segen seines Vaters fleht, versucht, seinen Bruder umzubringen, und eine von Ismaels Töchtern zu Frau nimmt, um seinem Vater zu gefallen.
  • Danach verschwinden Isaak, Rebekka und Esau aus der Geschichte.
  • Esau taucht in der Erzählung erst in 1. Mose 33,1-16 wieder auf, als Jakob aus Paddan-Aram zurückkehrt, und zum Begräbnis von Isaak (1. Mose 35,29).
  • Der Fokus liegt nun ganz deutlich auf Jakob als Empfänger der Verheißung Gottes.
  • Die Ereignisse in diesem Kapitel und im nächsten fanden binnen eines Jahres statt, wahrscheinlich im Jahr 1930 vor Christus.

Isaak sendet Esau aus, um Wild zu jagen (Verse 1-4)

  • Isaak war zu diesem Zeitpunkt 136 Jahre alt.
  • Seine Sehkraft ließ nach.
  • Er war offensichtlich besorgt, dass er nicht viel länger leben würde, obwohl er am Ende noch 44 Jahre vor sich hatte.
  • Aber die Zeichen seiner körperliche Schwäche veranlassten ihn, seinen ältesten Sohn Esau zu sich zu rufen.
  • Er wollte nun noch einmal von dem Wild kosten, das Esau jagt, und er wollte Esau segnen.
  • Damit widersprach er der Verheißung, die Rebekka gegeben wurde und der Bitterkeit, die Esau in sein Leben gebracht hatte (1Mo 26,35).
    • 23 Und der HERR sprach zu ihr: Zwei Völker sind in deinem Leib, und zwei Stämme werden sich aus deinem Schoß scheiden; und ein Volk wird dem anderen überlegen sein, und der Ältere wird dem Jüngeren dienen. (1Mo 25,23)

Rebekka sendet Jakob zu Isaak (Verse 5-17)

  • Rebekka hatte zugehört und ergriff die Initiative.
  • Sie nutze die Abwesenheit von Esau, um ihren Sohn Jakob für ihren Plan einzuspannen, dass dieser den Segen Isaaks empfängt.
  • Sie wählt ihre Worte genau aus.
  • Indem sie das Angesicht des Herrn erwähnt (Vers 7), unterstreicht sie, dass Isaak als Prophet agieren und den großen Familiensegen Abrahams weitergeben würde.
  • Sie bereitete nun ein köstliches Mahl vor in dem Wissen, dass dies Isaaks Schwäche ist.
    • 3 Laß dich nicht gelüsten nach seinen Leckerbissen, denn das ist ein trügerisches Brot! (Spr 23,3)
  • Jakob wendet dagegen ein, dass er vollkommen anders als sein Bruder Esau aussieht.
  • Er hatte Angst davor, was passiert, wenn der Betrug auffliegt.
  • Rebekka geht sogar noch einen Schritt weiter und kleidete Jakob in die Sachen seines Bruders und zog ihm Felle über die Hände und den Hals.

Jakob betrügt Isaak und empfängt den Segen (Verse 18-29)

  • Als Jakob zu Isaak kam, fragte Isaak zunächst, welcher Sohn ihm gegenüberstand.
  • Jakob gibt sich als Esau aus und zieht sogar Gott in seinen Betrug mit hinein (Vers 20).
  • Am Ende machen die haarigen Hände den entscheidenden Unterschied.
  • Isaak wollte seinen Sohn noch küssen, um an seinen Kleidern zu riechen.
  • Er wurde durch die Kleider Esaus betrogen.
  • Nun spricht er einen dreiteiligen Segen aus:
    • Er beschreibt seinen Sohn (Vers 27b).
    • Er segnet ihn mit landwirtschaftlichem Wohlstand (Vers 28).
    • Außerdem segnet er seine Beziehungen zu anderen (Vers 29).
  • Am Ende empfängt Jakob genau den Segen, den Gott für ihn vorgesehen hatte, trotz der Sünde Isaaks, Rebekkas, Jakobs und Esaus.

Esau findet den Betrug Jakobs heraus und fleht um Isaaks Segen (Verse 30-40)

  • Kurz danach kam Esau mit dem erlegten Wild zu Isaak.
  • Isaak erschrickt, weil er erkennt, dass er betrogen wurde.
  • Allerdings erklärt er, dass sein Segen nicht zurückgenommen werden kann, weil er im Namen des Herrn an Jakob erging.
  • Esau schrie laut auf und wurde betrübt.
  • Er fleht um Isaaks Segen.
  • Er erhält einen gegensätzlichen Segen von Isaak.
    • Er wird fern vom Fett der Erde und vom Tau des Himmels sein.
    • Er wird von Plünderung leben und seinem Bruder dienen.
    • Aber irgendwann wird er sein Joch zerbrechen.
      • 16 Und im fünften Jahr Jorams, des Sohnes Ahabs, des Königs von Israel, als Josaphat noch König von Juda war, wurde Joram, der Sohn Josaphats, König in Juda. 17 Er war 32 Jahre alt, als er König wurde, und er regierte acht Jahre lang in Jerusalem. 18 Und er wandelte auf dem Weg der Könige von Israel, wie es das Haus Ahabs tat; denn die Tochter Ahabs war seine Frau, und er tat, was böse war in den Augen des HERRN. 19 Aber der HERR wollte Juda nicht verderben um seines Knechtes David willen, wie er ihm verheißen hatte, ihm unter seinen Söhnen allezeit eine Leuchte zu geben. 20 Zu seiner Zeit fielen die Edomiter von der Oberherrschaft Judas ab und setzten einen König über sich. 21 Da zog Joram nach Zair und alle Streitwagen mit ihm; und er machte sich auf bei Nacht und schlug die Edomiter, die ihn und die Obersten über die Streitwagen umzingelt hatten, so daß das Volk in seine Zelte floh. 22 Dennoch fielen die Edomiter von der Oberherrschaft Judas ab bis zu diesem Tag. Auch Libna fiel zu jener Zeit ab. (2Kö 8,16-22)

Das Ergebnis von Jakobs Betrug

  • Esau will seinen Bruder umbringen, sobald sein Vater gestorben ist.
  • Rebekka erfährt davon und sie fordert Jakob auf, zu ihrem Bruder Laban in Haran zu fliehen.
  • Sie geht davon aus, dass es nicht lang sein wird, bis sich der Grimm Esaus gelegt hat.
  • Daraus sollten jedoch zwanzig Jahre werden (1Mo 31,38.41).
  • Rebekka sah Jakob nie wieder.
  • Sie ersann eine Tücke, wie sie begründen konnte, Jakob fortzuschicken.
  • Da die hetitischen Frauen Esaus das Leben von Isaak und Rebekka belastet haben, sollte sich Jakob nun anderswo eine Frau suchen.

Anwendung

  • Das Verhalten aller vier Personen in diesem Kapitel ist zweifelhaft.
  • Aber auf ironische Weise geschieht genau dadurch Gottes Wille, den er vorher angekündigt hatte.
  • Dennoch entschuldigt das nicht das Verhalten der handelnden Personen.
  • Keine menschliche Handlung, selbst die sündhafteste, kann Gottes gnädigen Willen aufhalten, den Segen Abrahams weiterzugeben und zu erfüllen.
 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.