22. April 2018

Das Evangelium und die Volksreligion

Prediger:
Passage: Apostelgeschichte 13,4-12
Dienstart:

4 Diese nun, ausgesandt vom Heiligen Geist, zogen hinab nach Seleucia und fuhren von dort mit dem Schiff nach Zypern. 5 Und als sie in Salamis angekommen waren, verkündigten sie das Wort Gottes in den Synagogen der Juden. Sie hatten aber auch Johannes als Diener. 6 Und als sie die Insel bis nach Paphos durchzogen hatten, trafen sie einen Zauberer und falschen Propheten an, einen Juden namens Bar-Jesus, 7 der sich bei dem Statthalter Sergius Paulus aufhielt, einem verständigen Mann. Dieser ließ Barnabas und Saulus holen und wünschte das Wort Gottes zu hören. 8 Doch Elymas, der Zauberer (denn so wird sein Name übersetzt), leistete ihnen Widerstand und suchte den Statthalter vom Glauben abzuhalten. 9 Saulus aber, der auch Paulus heißt, voll Heiligen Geistes, blickte ihn fest an 10 und sprach: O du Sohn des Teufels, voll von aller List und aller Bosheit, du Feind aller Gerechtigkeit, wirst du nicht aufhören, die geraden Wege des Herrn zu verkehren? 11 Und nun siehe, die Hand des Herrn kommt über dich, und du wirst eine Zeitlang blind sein und die Sonne nicht sehen! Augenblicklich aber fiel Dunkel und Finsternis auf ihn, und er tappte umher und suchte Leute, die ihn führen könnten. 12 Als nun der Statthalter sah, was geschehen war, wurde er gläubig, betroffen von der Lehre des Herrn.

  • Paulus und Barnabas begannen ihre erste Missionsreise.
  • Sie kamen nach Zypern und predigten dort an verschiedenen Ort das Evangelium.
  • Als sie zu einem Ort namens Paphos kamen, begegnete ihnen eine interessante Gestalt namens Bar-Jesus.
    • Sein Name Bar-Jesus bedeutet übersetzt Sohn von Jesus.
    • Er hieß aber auch Elymas, was in der Übersetzung Zauberer bedeutet.
    • Er wird als Jude und als falscher Prophet angesehen.
    • Er hielt sich bei dem Statthalter Sergius Paulus auf.
  • Wir haben es hier mit dem weitverbreiteten Phänomen des Animismus oder der sogenannten Volksreligion zu tun.
    • Für viele Menschen erscheint Gott sehr weit weg und unerreichbar.
    • Das entspringt dem Zustand der Sünde, die eine Entfremdung zwischen uns und Gott herbeigeführt hat und es im Laufe Lebens immer mehr tut.
      • 2 Sondern eure Missetaten trennen euch von eurem Gott, und eure Sünden verbergen sein Angesicht vor euch, daß er nicht hört! (Jes 59,2)
    • Aus diesem Gefühl der Ferne und Entfremdung schafft man sich kleinere, nähere Geister/Götter oder fasst Gott allgemein als unpersönlichen Geist auf, der alles durchdringt.
      • Daraus entsteht die Anbetung von Heiligen und lokalen Geistern in vielen Religionen.
    • In vielen Religionen, einschließlich des Christentums, gibt es ein offizielle Form der Religion und eine inoffizielle, praktische Form der Religion.
    • Die praktische Religion ist oft von Animismus geprägt und wird als Volksreligion bezeichnet.
    • Bei dieser Volksreligion bilden heilige Menschen eine besondere Rolle, denn sie können die Geisterwelt manipulieren.
      • Beispiele hierfür sind
        • der Priester und die Sakramente in der katholischen Kirche
        • der Mann Gottes in der charismatischen Kirche
        • der Scheich im Islam
        • der Schamane in Afrika
        • der Heilpraktiker, Esoteriker o.ä. in der säkularen Welt
    • Das Ziel der Volksreligion ist, Segen für sich selbst zu sichern und manchmal Fluch auf andere senden.
    • Volksreligionen kommen nicht nur bei einfachen Völkern vor, sondern auch bei sehr fortgeschrittenen Zivilisationen (Sergius Paulus wird als verständiger Mann beschrieben und dennoch nutzt er die Dienste eines Zauberers).
    • Das Problem der Volksreligion ist, dass sie
      • unser fundamentales Problem der Entfremdung von Gott nicht löst
      • oft einen hohen Preis verlangt und Abhängigkeit erzeugt
    • Die Lösung für unsere Entfremdung von Gott ist die Erkenntnis des Evangeliums, dass Gott selbst die Mauer durchbrochen und seinen Sohn gesandt hat, um die Trennung zu heilen.
    • Indem sein Sohn für unsere Schuld gelitten hat, können wir mit Gott versöhnt werden.
      • 19 Denn es gefiel Gott, in ihm alle Fülle wohnen zu lassen 20 und durch ihn alles mit sich selbst zu versöhnen, indem er Frieden machte durch das Blut seines Kreuzes - durch ihn, sowohl was auf Erden als auch was im Himmel ist. 21 Auch euch, die ihr einst entfremdet und feindlich gesinnt wart in den bösen Werken, hat er jetzt versöhnt 22 in dem Leib seines Fleisches durch den Tod, um euch heilig und tadellos und unverklagbar darzustellen vor seinem Angesicht. (Kol 1,19-22)
  • Weil durch die Botschaft des Evangeliums die Priester der Volksreligionen unnötig werden, regt sich von ihrer Seite oft Widerstand.
  • So stellt sich auch hier Elymas dem Barnabas und Paulus entgegen und will seinen Auftraggeber davon abhalten, zum Glauben an Christus zu kommen.
  • Paulus löst hier ein Gerichtswunder aus, wodurch Elymas zeitweise erblindet, was ein Sinnbild ist für seinen geistlich blinden Zustand.
    • 4 Bei den Ungläubigen, denen der Gott dieser Weltzeit die Sinne verblendet hat, so daß ihnen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus nicht aufleuchtet, welcher Gottes Ebenbild ist. (2 Kor 4,4)
  • Der Statthalter sah dieses Wunder, was ihn aber zum Glauben an Christus führte war seine Betroffenheit von der Lehre des Herrn.
    • Menschen kommen nicht durch Zeichen und Wunder zum Glauben, sondern durch die Predigt des Evangeliums, die vom Heiligen Geist begleitet wird.
      • 14 Und eine gottesfürchtige Frau namens Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira, hörte zu; und der Herr tat ihr das Herz auf, so daß sie aufmerksam achtgab auf das, was von Paulus geredet wurde. (Apg 16,14)
  • Christus verspricht uns echte Versöhnung mit Gott, echten Segen und echte Freiheit. Das kann uns eine Volksreligion nie schenken.
    • 36 Wenn euch nun der Sohn frei machen wird, so seid ihr wirklich frei. (Joh 8,36)
    • 21 Auch euch, die ihr einst entfremdet und feindlich gesinnt wart in den bösen Werken, hat er jetzt versöhnt. (Kol 1,21)
    • 3 Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit jedem geistlichen Segen in den himmlischen Regionen in Christus. (Eph 1,3)

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