Werktagsgottesdienst vom 01.11.18: Stefan Beyer – 3. Mose 9-10:5 – Gottes Heiligkeit

3. Mose 9-10:5 – Gottes Heiligkeit

1 Und es geschah am achten Tag, da rief Mose Aaron und seine Söhne und die Ältesten von Israel zu sich, 2 und er sprach zu Aaron: Nimm dir ein junges Kalb zum Sündopfer und einen Widder zum Brandopfer, beide makellos, und bringe sie dem HERRN dar. 3 Und rede zu den Kindern Israels und sprich: Nehmt einen Ziegenbock zum Sündopfer und ein Kalb und ein Lamm, ein Jahr alt und makellos, zum Brandopfer, 4 ferner einen Stier und einen Widder zum Friedensopfer, um sie vor dem HERRN zu opfern, und ein mit Öl angerührtes Speisopfer; denn heute wird euch der HERR erscheinen! 5 Und sie brachten, was Mose geboten hatte, vor den Eingang der Stiftshütte, und die ganze Gemeinde trat herzu und stand vor dem HERRN. 6 Da sprach Mose: Das ist es, was der HERR geboten hat; das sollt ihr tun, so wird euch die Herrlichkeit des HERRN erscheinen! 7 Und Mose sprach zu Aaron: Tritt zum Altar und opfere dein Sündopfer und dein Brandopfer und erwirke Sühnung für dich und das Volk. Danach bringe das Opfer des Volkes dar und erwirke Sühnung für sie, wie der HERR es geboten hat! 8 Da trat Aaron zum Altar und schächtete das Kalb des Sündopfers, das für ihn war. 9 Und die Söhne Aarons brachten das Blut zu ihm, und er tauchte seinen Finger in das Blut und tat davon auf die Hörner des Altars und goß das übrige Blut an den Fuß des Altars. 10 Aber das Fett und die Nieren und den Leberlappen des Sündopfers ließ er auf dem Altar in Rauch aufgehen, so wie der HERR es Mose geboten hatte. 11 Und das Fleisch und die Haut verbrannte er mit Feuer außerhalb des Lagers. 12 Danach schächtete er das Brandopfer, und die Söhne Aarons brachten das Blut zu ihm, und er sprengte es ringsum an den Altar. 13 Und sie brachten das Brandopfer, in seine Stücke zerlegt, samt dem Kopf zu ihm, und er ließ es auf dem Altar in Rauch aufgehen. 14 Und er wusch die Eingeweide und die Schenkel und ließ sie über dem Brandopfer auf dem Altar in Rauch aufgehen. 15 Danach brachte er die Opfergabe des Volkes herzu, und er nahm den Bock, das Sündopfer des Volkes, und schächtete ihn und opferte ihn als Sündopfer wie das vorige. 16 Danach brachte er das Brandopfer herzu und opferte es nach der Vorschrift. 17 Er brachte auch das Speisopfer herzu und nahm eine Handvoll davon und ließ es auf dem Altar in Rauch aufgehen, außer dem Brandopfer des Morgens. 18 Danach schächtete er den Stier und den Widder als das Friedensopfer für das Volk. Und die Söhne Aarons brachten ihm das Blut; das sprengte er ringsum an den Altar. 19 Aber die Fettstücke von dem Stier, und von dem Widder den Fettschwanz und das Fett, das die Eingeweide bedeckt, und die Nieren und den Leberlappen, 20 alle diese Fettstücke legten sie auf die Bruststücke; und er ließ die Fettstücke auf dem Altar in Rauch aufgehen. 21 Aber die Brust und die rechte Keule webte Aaron als Webopfer vor dem HERRN, wie es Mose geboten hatte. 22 Danach streckte Aaron seine Hand aus zu dem Volk hin und segnete es; und er stieg herab, nachdem er das Sündopfer, das Brandopfer und das Friedensopfer dargebracht hatte. 23 Und Mose und Aaron gingen in die Stiftshütte hinein. Und als sie wieder herauskamen, segneten sie das Volk. Da erschien die Herrlichkeit des HERRN dem ganzen Volk, 24 und es ging Feuer aus von dem HERRN und verzehrte das Brandopfer und die Fettstücke auf dem Altar. Als das ganze Volk dies sah, jubelten sie und fielen auf ihr Angesicht.
10:1 Aber die Söhne Aarons, Nadab und Abihu, nahmen jeder seine Räucherpfanne und taten Feuer hinein und legten Räucherwerk darauf und brachten fremdes Feuer dar vor den HERRN, das er ihnen nicht geboten hatte. 2 Da ging Feuer aus von dem HERRN und verzehrte sie, so daß sie starben vor dem HERRN. 3 Und Mose sprach zu Aaron: Das hat der HERR gemeint, als er sprach: “Ich will geheiligt werden durch die, welche zu mir nahen, und geehrt werden vor dem ganzen Volk!” Und Aaron schwieg still. 4 Mose aber rief Misael und Elzaphan, die Söhne Ussiels, des Onkels Aarons, und sprach zu ihnen: Tretet herzu und tragt eure Brüder vom Heiligtum hinweg, vor das Lager hinaus! 5 Und sie traten herzu und trugen sie in ihren Leibröcken vor das Lager hinaus, wie es Mose befohlen hatte.
  • Heiligkeit ist heutzutage die vergessene Eigenschaft Gottes.
  • Dabei ist sie in der Bibel die zentrale Eigenschaft Gottes.
  • Dadurch wird die ganze christliche Botschaft entstellt.
  • Aus einem gottzentrierten Christentum wird ein menschenzentriertes Christentum.
  • Was ist die Heiligkeit Gottes?
    • Geerhardus Vos schreibt in seiner systematischen Theologie:
      • Wie können wir die Heiligkeit Gottes beschreiben?
        • Sie ist die Eigenschaft Gottes, durch die er sich selbst als das höchste Gut sucht und liebt, und die als vernünftige Güte von den Geschöpfen verlangt, ihm geweiht zu sein.
      • Kann man rechtmäßig die Liebe Gottes die zentrale Eigenschaft seines Wesens nennen, nach der alle anderen klassifiziert werden müssen?
        • Nein, denn alle Eigenschaften sind Gottes Wesen. Ferner tun Theologen, welche die Liebe Gottes zur zentralen Eigenschaft machen, dies zu Lasten anderer Eigenschaft, z.B. Heiligkeit, als ob Gott nichts anderes wäre als reine aufopfernde Liebe. Die Schrift lehrt uns, dass es solch eine aufopfernde Liebe in Gott gibt, aber gleichzeitig lehrt sie, dass es mehr als diese Liebe gibt und dass sie auch dem höchstes Gesetz des rationellen Lebens von Gott untergeordnet ist, nämlich dass er vor allem sich selbst will und sich verherrlichen will.
  • Die Tatsache, dass Gott so ausgiebige Opfergesetze gegeben hat, spiegelt seine Heiligkeit wieder.
    • Er ist ein Gott, der seine Herrlichkeit und sein Gesetz sehr ernst nimmt.
  • Jeder, der seiner Heiligkeit auch nur im Geringsten nicht entspricht, muss selbst sterben oder ein Opfer als Ersatz vorbringen.
  • Selbst seine Priester sind nicht davon befreit, Gott in absoluter Heiligkeit zu nahen.
  • Haben wir Menschen diese Heiligkeit?
    • Nein.
      • 5 Wir sind ja allesamt geworden wie Unreine, und alle unsere Gerechtigkeit wie ein beflecktes  Kleid. Wir sind alle verwelkt wie die Blätter, und unsere Sünden trugen uns fort wie der Wind. 6 Und da war niemand, der deinen Namen anrief, der sich aufmachte, um dich zu ergreifen; denn du  hast dein Angesicht vor uns verborgen und uns dahingegeben in die Gewalt unserer Missetaten. (Jes 64,5-6)
  • Die Menschen haben normalerweise Schwierigkeiten, dieses krasse biblische Urteil anzunehmen.
    • Das Motto im Mittelalter war: Gott wird denen seine Gnade nicht versagen, die das tun, was in ihnen ist.
    • Heute sagt man: Gott hilft denen, die sich selbst helfen.
  • Der wahre biblische Befund ist aber, dass wir völlig verloren sind vor der absoluten Heiligkeit Gottes.
  • Deswegen brauchen wir ein Opfer, ein vollkommenes Opfer.
  • Wir können niemals den Schaden wiedergutmachen, den wir an Gottes Heiligkeit verbrochen haben.
  • Wir sind darauf angewiesen, dass Gott selbst uns rettet.
  • Das hat er in Christus getan.
  • Er hat seinen eigenen Sohn gesandt, um den Schaden an seiner Heiligkeit wiedergutzumachen, und um uns vergeben zu können.
    • 23 denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten, 24 so daß sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade aufgrund der Erlösung, die  in Christus Jesus ist. 25 Ihn hat Gott zum Sühnopfer bestimmt, das wirksam wird durch den Glauben an sein Blut, um  seine Gerechtigkeit zu erweisen, weil er die Sünden ungestraft ließ, die zuvor geschehen waren, 26 als Gott Zurückhaltung übte, um seine Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit zu erweisen, damit er  selbst gerecht sei und zugleich den rechtfertige, der aus dem Glauben an Jesus ist. (Röm 3,23-26)
  • Wie kommen wir jetzt in den Genuss des Sühnewerkes von Jesus Christus?
    • Durch Glauben.
  • Und was ist Glauben?
    • Westminster Bekenntnis Artikel 14:
      • 14.1
        • Die Gnadengabe des Glaubens, wodurch die Erwählten befähigt werden, zum Heil ihrer Seelen zu glauben , ist das Werk des Geistes Christi in ihren Herzen; nach der Ordnung Gottes bewirkt durch den Dienst des Wortes. Diese Gnadengabe wächst und wird gefestigt durch das Wort, durch Sakramentsverwaltung und Gebet.
      • 14.2
        • Wegen der Autorität Gottes, der darin spricht, hält ein Christ durch diesen Glauben für wahr, was auch immer im Wort geoffenbart ist und handelt danach auf verschiedene Art und Weise, je nachdem, was die einzelnen Schriftstellen beinhalten; so leistet er den Geboten Gehorsam, nimmt mit Erschrecken die Drohungen wahr und ergreift die Verheißungen Gottes für dieses und das zukünftige Leben. Der aktive, rettende Glaube gewinnt seine wichtigste Bedeutung darin, daß er Christus annimmt, ihn aufnimmt und in ihm allein zur Rechtfertigung, Heiligung und zum ewigen Leben aufgrund des Gnadenbundes Ruhe findet.
      • 14.3
        • Dieser Glaube weist verschiedene Grade auf, ob schwach oder stark; er kann oft und auf verschiedene Art und Weise angefochten und geschwächt sein, behält jedoch am Ende den Sieg. So wächst er in vielen bis zur Entfaltung einer vollen Gewißheit durch Christus, welcher der „Anfänger und Vollender“ unseres Glaubens ist.

Stefan Beyer – 3. Mose 9-10:5 – Gottes Heiligkeit

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