Predigt vom 04.11.2018: Stefan Beyer – Apostelgeschichte 18:1-6 – Profil eines christlichen Missionars

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Apostelgeschichte 18:1-6 – Profil eines christlichen Missionars

1 Danach aber verließ Paulus Athen und kam nach Korinth. 2 Und dort fand er einen Juden namens Aquila, aus Pontus gebürtig, der vor kurzem mit seiner Frau Priscilla aus Italien gekommen war, weil Claudius befohlen hatte, daß alle Juden Rom verlassen sollten; zu diesen ging er, 3 und weil er das gleiche Handwerk hatte, blieb er bei ihnen und arbeitete; sie waren nämlich von Beruf Zeltmacher. 4 Er hatte aber jeden Sabbat Unterredungen in der Synagoge und überzeugte Juden und Griechen. 5 Als aber Silas und Timotheus aus Mazedonien ankamen, wurde Paulus durch den Geist gedrängt, den Juden zu bezeugen, daß Jesus der Christus ist. 6 Als sie aber widerstrebten und lästerten, schüttelte er die Kleider aus und sprach zu ihnen: Euer Blut sei auf eurem Haupt! Ich bin rein davon; von nun an gehe ich zu den Heiden!
  • Indem wir weiter den Dienst von Paulus verfolgen, können wir drei Aspekte kennenlernen, die zum Profil eines Missionars gehören.
1. Mobilität
  • Paulus steuerte bewusst die urbanen Zentren der damaligen Zeit an.
  • Das Evangelium konnte selbst in den schwierigsten Umständen gedeihen und Frucht bringen.
    • 16 Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen. (Röm 1,16)
  • Jetzt kommt Paulus nach Korinth, einem kommerziellen Zentrum der damaligen Zeit.
  • Hier trifft er auf zwei Götzen:
    • Stolz, aufgrund des wirtschaftlichen Erfolges
    • Unzucht, aufgrund des freizügigen Lebensstils und der Religion
  • Paulus nahm sich vor, allein das Evangelium zu verkünden.
    • 1 So bin auch ich, meine Brüder, als ich zu euch kam, nicht gekommen, um euch in hervorragender Rede oder Weisheit das Zeugnis Gottes zu verkündigen. 2 Denn ich hatte mir vorgenommen, unter euch nichts anderes zu wissen als nur Jesus Christus, und zwar als Gekreuzigten. 3 Und ich war in Schwachheit und mit viel Furcht und Zittern bei euch. 4 Und meine Rede und meine Verkündigung bestand nicht in überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft, 5 damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit beruhe, sondern auf Gottes Kraft. (1Kor 2,1-5)
  • Jesus würde die Schwachheit des Apostels und die Einfachheit des Evangeliums gebrauchen, um seine Gemeinde in Korinth zu bauen.
  • Die ersten Christen werden uns nicht als durchweg sesshaft beschrieben, sondern als mobil um das Evangeliums willen.
  • Manchmal mussten sie auch, wie Aquila und Priscilla, ihre Heimat aufgrund von Verfolgung verlassen.
  • Das sahen sie aber als Chance für weiteres Wirken für den Herrn an einem neuen Ort.
  • Trotz allem äußeren Segen, den der Herr uns gewähren mag, dürfen wir nie vergessen, dass wir Gäste und Fremdlinge auf dieser Erde sind.
    • 17 Und wenn ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person richtet nach dem Werk jedes einzelnen, so führt euren Wandel in Furcht, solange ihr euch hier als Fremdlinge aufhaltet. (1Petr 1,17)
    • 11 Geliebte, ich ermahne euch als Gäste und Fremdlinge: Enthaltet euch der fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten; 12 und führt einen guten Wandel unter den Heiden, damit sie da, wo sie euch als Übeltäter verleumden, doch aufgrund der guten Werke, die sie gesehen haben, Gott preisen am Tag der Untersuchung. 13 Ordnet euch deshalb aller menschlichen Ordnung unter um des Herrn willen, es sei dem König als dem Oberhaupt 14 oder den Statthaltern als seinen Gesandten zur Bestrafung der Übeltäter und zum Lob derer, die Gutes tun. (1Petr 2,11-14)
  • Wir dürfen uns nie so an unseren weltlichen Besitz klammern, dass wir die Mobilität verlieren, die das Evangelium von uns verlangen kann.
2. Arbeit
  • Die Apostel haben einen hohen Stellenwert auf den Wert von Arbeit gelegt.
    • 10 Wir sind Narren um des Christus willen, ihr aber seid klug in Christus; wir schwach, ihr aber stark; ihr in Ehren, wir aber verachtet. 11 Bis zu dieser Stunde leiden wir Hunger und Durst und Blöße, werden geschlagen und haben keine Bleibe 12 und arbeiten mühsam mit unseren eigenen Händen. Wenn wir geschmäht werden, segnen wir; wenn wir Verfolgung leiden, halten wir stand; 13 wenn wir gelästert werden, spenden wir Trost; zum Kehricht der Welt sind wir geworden, zum Abschaum aller bis jetzt. (1Kor 4,10-13)
    • 34 ihr wißt ja selbst, daß diese Hände für meine Bedürfnisse und für diejenigen meiner Gefährten gesorgt haben. (Apg 20,34)
    • 9 Ihr erinnert euch ja, Brüder, an unsere Arbeit und Mühe; denn wir arbeiteten Tag und Nacht, um niemand von euch zur Last zu fallen, und verkündigten euch dabei das Evangelium Gottes. (1Thess 2,9)
    • 8 wir haben auch nicht umsonst bei jemand Brot gegessen, sondern mit Mühe und Anstrengung haben wir Tag und Nacht gearbeitet, um niemand von euch zur Last zu fallen. 9 Nicht daß wir kein Recht dazu hätten, sondern um euch an uns ein Vorbild zu geben, damit ihr uns nachahmt. (2Thess 3,8-9)
  • Paulus hat sich auch von Gemeinden unterstützen lassen, z.B. den Philippern (Phil 4,15-16), aber da, wo es möglich war, hat er auch selber gearbeitet.
  • Das diente u.a. dazu, den Vorwurf abzuwenden, er würde das Evangelium verkünden, um damit Geld zu verdienen.
  • Die Bibel hat eine ganzheitliche Sicht auf das Thema Arbeit:
    • Wir sind zum Arbeiten geschaffen:
      • 15 Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bebaue und bewahre. (1Mo 2,15)
    • Arbeit soll aber kein Götze werden, der uns von Christus ablenkt:
      • 57 Es geschah aber, als sie ihre Reise fortsetzten, da sprach einer auf dem Weg zu ihm: Herr, ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst! 58 Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben, und die Vögel des Himmels haben Nester; aber der Sohn des Menschen hat nichts, wo er sein Haupt hinlegen kann. 59 Er sagte aber zu einem anderen: Folge mir nach! Der sprach: Herr, erlaube mir, zuvor hinzugehen und meinen Vater zu begraben! 60 Jesus aber sprach zu ihm: Laß die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes! 61 Es sprach aber auch ein anderer: Herr, ich will dir nachfolgen; zuvor aber erlaube mir, von denen, die in meinem Haus sind, Abschied zu nehmen! 62 Jesus aber sprach zu ihm: Niemand, der seine Hand an den Pflug legt und zurückblickt, ist tauglich für das Reich Gottes! (Lk 9,57-62)
    • Arbeit ist etwas, durch das wir Gott verherrlichen können und es ist Teil von Gottes Plan, für unseren Lebensunterhalt zu sorgen:
      • 10 Denn als wir bei euch waren, geboten wir euch dies: Wenn jemand nicht arbeiten will, so soll er auch nicht essen! 11 Wir hören nämlich, daß etliche von euch unordentlich wandeln und nicht arbeiten, sondern unnütze Dinge treiben. 12 Solchen gebieten wir und ermahnen sie im Auftrag unseres Herrn esus Christus, daß sie mit stiller Arbeit ihr eigenes Brot verdienen. (2Thess 3,10-12)
3. Zeugnis
  • Die Apostel legten ein mutiges Zeugnis für den Herrn Jesus ab.
  • Sie wurden dabei vom Heiligen Geist befähigt und sogar gedrängt.
  • Auch waren sie bereit, Widerstand und Verlästerung für das Zeugnis von Christus zu ertragen.
  • Ihr Zeugnis beruhte auf eine Auslegung der Bibel, war also durch und durch wortzentriert.
  • Ihr Zeugnis hatte ein Ende da, wo Menschen beständig dem Evangelium widerstrebten und lästerten.
    • Sie investierten nicht ewig in ein und dieselbe Zuhörerschaft, sondern nutzen verschiedene Möglichkeiten, um das Evangelium weiterzugeben (Mobilität).
  • Man kann den Dienst der Apostel so charakterisieren:
    • Es war weniger der Versuch, aus Böcken Schafe zu machen, sondern der Versuch, die verborgenen Schafe Christi zu finden, die überall verstreut waren.
      • 3 Diesem öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine Stimme, und er ruft seine eigenen Schafe beim Namen und führt sie heraus. 4 Und wenn er seine Schafe herausgelassen hat, geht er vor ihnen her; und die Schafe folgen ihm nach, denn sie kennen seine Stimme. (Joh 10,3-4)
      • 16 Und ich habe noch andere Schafe, die nicht aus dieser Schafhürde sind; auch diese muß ich führen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte sein. (Joh 10,16)
      • 25 Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich tue im Namen meines Vaters, diese geben Zeugnis von mir; 26 aber ihr glaubt nicht, denn ihr seid nicht von meinen Schafen, wie ich euch gesagt habe. 27 Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach; (Joh 10,25-27)
  • Das heißt nicht, dass sie Menschen bloß als Evangelisationsprojekte sahen, aber es gab einen deutlichen Fokus in ihrem Leben.
  • Auch lehrt uns Paulus hier, dass unsere Verantwortung mit der klaren Verkündigung des Evangeliums aufhört.
    • Wir sind nicht verantwortlich, wie Menschen mit der Botschaft des Evangeliums umgehen.
    • Wir sind nur verantwortlich, das Evangelium treu zu bezeugen.
      • 16 Und es geschah nach sieben Tagen, da erging das Wort des HERRN an mich folgendermaßen: 17 Menschensohn, ich habe dich zum Wächter gesetzt für das Haus Israel; wenn du aus meinem Mund ein Wort gehört hast, so sollst du sie in meinem Auftrag warnen! 18 Wenn ich zu dem Gottlosen sage: “Du mußt gewißlich sterben !”, und du warnst ihn nicht und sagst es ihm nicht, um den Gottlosen vor seinem gottlosen Weg zu warnen und ihn am Leben zu erhalten, so wird der Gottlose um seiner Missetat willen sterben; aber sein Blut werde ich von deiner Hand fordern! 19 Warnst du aber den Gottlosen und er kehrt doch nicht um von seiner Gottlosigkeit und von seinem gottlosen Weg, so wird er um seiner Missetat willen sterben; du aber hast deine Seele gerettet! (Hes 3,16-19)

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