Predigt vom 21.10.2018: Thomas Koch – Apostelgeschichte 17:22-34 – Paulus predigt in Athen

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Predigttext: Apostelgeschichte 17,22-34

Einleitung

22 Da stellte sich Paulus in die Mitte des Areopags und sprach: Ihr Männer von Athen, ich sehe, dass ihr in allem sehr auf die Verehrung von Gottheiten bedacht seid! 23 Denn als ich umherging und eure Heiligtümer besichtigte, fand ich auch einen Altar, auf dem geschrieben stand: »Dem unbekannten Gott«. Nun verkündige ich euch den, welchen ihr verehrt, ohne ihn zu kennen.

  • Paulus benutzt ihre eigene Schlussfolgerung der Ignoranz, etwas zu verehren, dass sie nicht kennen
    • Neues Wissen und Neugier ist Treibstoff
  • Eigentlich zeigt er auch ein Dilemma auf:
    • Die Bedachtheit auf die Verehrung von Gottheiten
    • Die Ignoranz es wirklich gründlich und wahrhaftig zu tun
  • Wir geben uns heute auch oft mit Halbwissen zufrieden, Aussagen wie:
    • Irgendeine kosmische Macht wird schon alles regeln
    • Das Gute im Menschen wird siegen
    • Egal welche Religion, Hauptsache es hilft
  • Zeigen auch die Ignoranz unserer Gesellschaft auf

 

  • Vorsicht: es reicht nicht, den unbekannten Gott zu verehren
    • Er spricht den Athenern keine Rettung durch diese Anbetung zu
    • Er beschönigt diesen Götzendienst nicht
    • Raimon Panikkar[1] „Der unbekannte Christus im Hinduismus“ behauptete fälschlich, dass man nicht nur vom unbekannten Gott der Griechen, sondern auch vom verborgenen Christus im Hinduismus sprechen kann. Er folgerte, dass ein Hindu durch seine guten Werke in Christus gerettet ist
    • Sehr oft werde heute solche falsche Lehren der Religionsgleichheit und der Allversöhnung aufgestellt

 

  • Ein Vorbild für unsere Verkündigung
    • Viele lehnen heute das Evangelium ab, weil es zu einfach ist, wenn wir Buße und Glaube verkünden
      • Das Evangelium braucht die Lehre über Gott als Grundlage
      • Eine Errettung braucht ein Gericht
      • Das Kreuz macht keinen Sinn, ohne die Lehre der Schöpfung

Der unbekannte Gott wird vorgestellt

  1. Der Schöpfer des Universums: 24 Der Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde ist, wohnt nicht in Tempeln, die von Händen gemacht sind;
    • Die Epikureer glaubten, dass die Materie ewig ist und durch Zufall schöpft
    • Stoiker glaubten, dass Gott in allen Dingen und mit allem eins ist (Pantheismus)
      • Diese beiden Ansichten sind auch heute typisch
    • Aber Gott ist persönlich als Schöpfer und auch als Herrscher
    • Wir können ihn nicht „einsperren“ oder beherrschen
    • Er steht über allem!
  2. Die Quelle des Lebens: da er doch selbst allen Leben und Odem und alles gibt
    • eine Quelle muss nicht befüllt werden, sie fließt über
    • Gott braucht unsere Almosen nicht
      Ps 50: 10 denn mir gehören alle Tiere des Waldes, das Vieh auf tausend Bergen. 11 Ich kenne alle Vögel auf den Bergen, und was sich auf dem Feld regt, ist mir bekannt. 12 Wenn ich hungrig wäre, so würde ich es dir nicht sagen; denn mir gehört der Erdkreis und was ihn erfüllt. 13 Sollte ich etwa Stierfleisch essen oder Blut von Böcken trinken? 14 Opfere Gott Dank und erfülle dem Höchsten deine Gelübde; 15 und rufe mich an am Tag der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich ehren!

 

  • Wir sind abhängig von Gott, nicht er von uns!
  • in ihm leben, weben und sind wir(28): (von Epimenides)
  1. Der die Welt beherrscht: 26 Und er hat aus einem Blut2 jedes Volk der Menschheit gemacht, dass sie auf dem ganzen Erdboden wohnen sollen, und hat im Voraus verordnete Zeiten und die Grenzen ihres Wohnens bestimmt,
    • Nichts passiert einfach so
    • Hiob 12,23: Er macht Völker groß, und er vernichtet sie; er breitet die Völker weit aus, und er führt sie weg.
    • Selbst Nebukadnezar[2] gibt zu: er verfährt mit dem Heer des Himmels und mit denen, die auf Erden wohnen, wie er will, und es gibt niemand, der seiner Hand wehren oder zu ihm sagen dürfte: Was machst du? (Daniel 4,32b)
  2. Der nahe Gott: 27 damit sie den Herrn suchen sollten, ob sie ihn wohl umhertastend wahrnehmen und finden möchten; und doch ist er ja jedem Einzelnen von uns nicht ferne;
    • Sünde macht uns blind für Gott (entfremdet)
    • Wir sind fern von ihm, aber nicht er von uns
    • Finden möchten: wir wollen Gott nicht…
    • Aber Gott ist da (im Himmel, im Totenreicht, am Ende der Welt und in der Meerestiefe vgl. Ps139)
    • Jer 23: 23 Bin ich denn nur Gott in der Nähe, spricht der HERR, und nicht auch Gott in der Ferne? 24 Oder kann sich jemand so heimlich verbergen, dass ich ihn nicht sehe?, spricht der HERR. Erfülle ich nicht den Himmel und die Erde?, spricht der HERR.
    • Gotte ist wirklich erkennbar:
      Römer 1:19-21: Gott bzw. das Geschaffene wird wahrgenommen, durch Nachdenken
      -> die Athener sind der Beweis mit ihrer Einsicht, dass es da einen (unbekannten) Gott geben muss
  3. Der wahre Allvater: »Denn auch wir sind von seinem Geschlecht.« (28)
    • Zitat von Aratus (Stoiker), der sich auf Zeus bezieht
    • Da wir nun von göttlichem Geschlecht sind(29)
      • Wir sind geschaffen in seinem Bilde
    • Wir stammen von ihm ab
    • Erhalter der Schöpfung und Quelle allen Lebens
  4. Der gnädige Gott: 30 Nun hat zwar Gott über die Zeiten der Unwissenheit hinweggesehen, jetzt aber gebietet er allen Menschen überall, Buße zu tun,
    • Bisher haben sie es nicht besser gewusst (vielleicht du heute auch….)
    • Er straft nicht grundlos -> wahrhaftige Gerechtigkeit!
    • Er schafft einen Ausweg und gebietet Umkehr
  5. Der richtende Gott: 31 weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis in Gerechtigkeit richten wird durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat und den er für alle beglaubigte, indem er ihn aus den Toten auferweckt hat.
    • Nun ist die Ignoranz nicht mehr entschuldbar
    • Er wird die Welt richten (Vers31) in Gerechtigkeit
      • Alles wird aufgedeckt
      • Keiner wird einfach entkommen können
      • Es wird auch keine Fehler geben, wie von menschlichen Richtern
    • Es wird passieren, der Termin steht schon fest
    • Durch Christus wird gerichtet werden
      • Er kannte Gott und liebte ihn
      • Er folgte Gottes Maßstäben und Ordnungen perfekt
      • Er hat das Gerichtsurteil für die getragen, die Buße tun und ihm vertrauen
      • Er wurde von Gott durch die Auferstehung bestätigt

 

Unsere Antwort

  • Wir sehen hier 3 typische Möglichkeiten
  1. Spott und Ablehnung
    • Bedenke bitte die Argumente und prüfe die Grundlage deines Spotts
    • Manchmal müssen wir von unseren größten Überzeugungen etwas Abstand bekommen und auch zulassen, sie zu hinterfragen
    • für die Spötter hier war eine Überzeugung der Grund des Spotts: Hier die Lehren von Socrates und Plato: der Geist ist gut, aber der Körper böse und schlecht
      1. für sie war es unvorstellbar, dass der böse Leib aufersteht
      2. heute ist für manchen die Schöpfung solch ein Spottargument
  1. Neugier und Interesse
    • Vielleicht willst du noch mehr darüber hören
  2. Glauben
    • gebietet er allen Menschen überall, Buße zu tun (Vers 30)
    • Buße tun: metanoeo = den Sinn ändern oder einen anderen Sinn haben
    • Nicht nur traurig sein über die Sünde, sondern wirklich umkehren (wie der Sohn, der nicht im Weinberg arbeiten will, aber dann doch geht… vlg. Mt 21,28.29)

 

Anwendung

  • Wie können wir heute das Evangelium derart verkünden?
    • Apg 17,16 Während aber Paulus in Athen auf sie wartete, ergrimmte sein Geist in ihm, da er die Stadt so voller Götzenbilder sah.
      • Sehen und Fühlen: Paulus sah sich genau um und machte sich viele Gedanken
        • Man merk seine Rede ist mitfühlend und verständnisvoll
        • Er hat versucht den Götzendienst zu verstehen
        • Und wurde tief bewegt von dem, was er sah -> sinnloser Götzendienst
      • Wir sehen heute Götzendienst:
        • Begierde, Ideologien, Ruhm, Gesundheit, Reichtum und Macht, Sex, Essen, Drogen, Eltern, Ehepartner, Kinder, Freunde, Arbeit, Erholung, Fernsehen, Hobbies, sogar Gemeinde, Religion und Diakonie
        • Alles was den Platz Gottes in uns besetzt
      • Kennst du Gott, als:
        • Schöpfer,
        • Lebensquelle,
        • Herrscher der Welt,
        • nahen Gott,
        • wahren Allvater,
        • den gnädigen und richtenden Gott?
      • So bitten wir nun stellvertretend für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott! (1.Kor 5,20)

[1] ein spanischer römisch-katholischer Priester, Professor der Religionsphilosophie und bedeutender Vertreter des interreligiösen Dialoges

[2] Nachdem Gott ihn gedemütigt hatte und er entmachtet als Verrückter völlig verwildert umherirrte

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