Predigt vom 30.09.2018: Stefan Beyer – 2. Timotheus 3:14-17 – Die Inspiration und Autorität des Wortes Gottes

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2. Timotheus 3:14-17 – Die Inspiration und Autorität des Wortes Gottes

14 Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und was dir zur Gewißheit geworden ist, da du weißt, von wem du es gelernt hast, 15 und weil du von Kindheit an die heiligen Schriften kennst, welche die Kraft haben, dich weise zu machen zur Errettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist. 16 Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, 17 damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet.
Die Inspiration des Wortes Gottes
  • Paulus lehrt hier die traditionelle Lehre der vollständigen Verbalinspiration (plenary verbal inspiration).
    • Inspiration: wörtlich, von Gott eingehaucht – die Worte kommen von Gott
    • verbal: nicht nur die großen Themen, sondern die einzelne Worte der Bibel kommen von Gott
    • vollständig: die Inspiration bezieht sich auf jeden Teil des Alten und Neuen Testaments
  • Auch das Neue Testament wurde als Heilige Schrift angesehen:
    • 15 Und seht die Langmut unseres Herrn als eure Rettung an, wie auch unser geliebter Bruder Paulus euch geschrieben hat nach der ihm gegebenen Weisheit, 16 so wie auch in allen Briefen, wo er von diesen Dingen spricht. In ihnen ist manches schwer zu verstehen, was die Unwissenden und Ungefestigten verdrehen, wie auch die übrigen Schriften, zu ihrem eigenen Verderben. (2Petr 3,15-16)
    • 18 Denn die Schrift sagt: “Du sollst dem Ochsen nicht das Maul verbinden, wenn er drischt!”, und “Der Arbeiter ist seines Lohnes wert”. (1Tim 5,18)
  • Wie lässt sich die Inspiration des Wortes Gottes begründen?
    1. die Bibel ist generell ein geschichtlich zuverlässige Quelle
    2. die Bibel lehrt von Jesus Christus, dass er der Messias und der Sohn Gottes ist
    3. diese Behauptung wird durch zahlreiche Wunder, insbesondere durch die leibliche Auferstehung und erfüllten Prophezeiungen, untermauert
    4. dadurch wird die Identität und Autorität von Jesus bewiesen
    5. damit gilt für alles, was Jesus gelehrt hat, göttliche Unfehlbarkeit
    6. Jesus hat gelehrt, dass die Bibel unfehlbar ist
      • 35 Wenn es diejenigen Götter nennt, an die das Wort Gottes erging – und die Schrift kann doch nicht außer Kraft gesetzt werden -, (Joh 10,35)
      • 18 Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. (Mt 5,18)
    7. dadurch ist die Bibel als inspiriertes und unfehlbares Wort Gottes bestätigt
Die Autorität des Wortes Gottes
  • Nur eine von Gott inspirierte Bibel ist auch eine autoritative Bibel, weil wir sonst subjektiv bestimmen, wo wir sie zu uns sprechen lassen.
  • Wiederum begründet ihre Inspiration auch ihre Autorität: sie ist das Wort des allmächtigen Gottes an uns.
  • Sie ist die Autorität über alle
    • Lehre (theologische Fragen)
    • Ethik (was erlaubt ist und was nicht)
    • Praxis (welche Methoden wir einsetzen)
  • Die Bibel ist als Wort Gottes ausreichend für uns (Genügsamkeit der Schrift).
  • Wer die Bibel oder eine ihrer Lehren ablehnt, der lehnt Gott selbst ab.
  • Jeder Verfall in Gemeinden und Gemeindebünden begann mit einem Aufgeben der vollständigen Verbalinspiration und dem damit einhergehenden Autoritätsverlust der Bibel.
Die Hauptaussage der Bibel: das Evangelium
  • Der zentrale Grund, warum Gott uns die Bibel gegeben hat, ist, dass wir daraus die gute Nachricht über Jesus Christus erfahren können und gerettet werden.
  • Die Bibel ist nicht in erster Linie ein Buch ethischer Regeln, politischer Ratschläge oder einprägsamer Geschichten, sondern ein Buch, das uns das Evangelium verkündigt.
  • Das Evangelium ist die gute Nachricht von Jesus Christus und seinem Werk:
    • 1 Ich erinnere euch aber, ihr Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch fest steht, 2 durch das ihr auch gerettet werdet, wenn ihr an dem Wort festhaltet, das ich euch verkündigt habe – es sei denn, daß ihr vergeblich geglaubt hättet. 3 Denn ich habe euch zu allererst das überliefert, was ich auch empfangen habe, nämlich daß Christus für unsere Sünden gestorben ist, nach den Schriften, 4 und daß er begraben worden ist und daß er auferstanden ist am dritten Tag, nach den Schriften, 5 und daß er dem Kephas erschienen ist, danach den Zwölfen. 6 Danach ist er mehr als 500 Brüdern auf einmal erschienen, von denen die meisten noch leben, etliche aber auch entschlafen sind. 7 Danach erschien er dem Jakobus, hierauf sämtlichen Aposteln. 8 Zuletzt aber von allen erschien er auch mir, der ich gleichsam eine unzeitige Geburt bin. (1Kor 15,1-8)
  • Da, wo die Inspiration und die Autorität der Bibel aufgegeben wird, wird auch bald ein falsches Evangelium gepredigt:
    • Es wird das Gesetz statt des Evangeliums gepredigt.
    • Es wird das Evangelium nicht mehr als das Wichtigste im Wort Gottes erachtet.
    • Es wird das Evangelium nicht mehr gern weitergegeben.
    • Die Bibel wird nicht länger christuszentriert gelesen.
    • Das Evangelium wird nicht länger als historisches Ereignis gepredigt.
    • Das Evangelium wird nicht länger als stellvertretende Sühne verstanden.
    • Das Evangelium wird nicht als Erfüllung von biblischen Verheißungen verstanden.
    • Die buchstäbliche, historische Auferstehung wird nicht mehr gepredigt.

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