Predigt vom 23.09.2018: Stefan Beyer – Apostelgeschichte 17:10-15 – Zwei wesentliche Elemente des christlichen Lebens

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Apostelgeschichte 17:10-15 – Zwei wesentliche Elemente des christlichen Lebens

10 Die Brüder aber schickten sogleich während der Nacht Paulus und Silas nach Beröa, wo sie sich nach ihrer Ankunft in die Synagoge der Juden begaben. 11 Diese aber waren edler gesinnt als die in Thessalonich und nahmen das Wort mit aller Bereitwilligkeit auf; und sie forschten täglich in der Schrift, ob es sich so verhalte. 12 Es wurden deshalb viele von ihnen gläubig, auch nicht wenige der angesehenen griechischen Frauen und Männer. 13 Als aber die Juden von Thessalonich erfuhren, daß auch in Beröa das Wort Gottes von Paulus verkündigt wurde, kamen sie auch dorthin und stachelten die Volksmenge auf. 14 Daraufhin sandten die Brüder den Paulus sogleich fort, damit er bis zum Meer hin ziehe; Silas und Timotheus aber blieben dort zurück. 15 Die nun, welche den Paulus geleiteten, brachten ihn bis nach Athen; und nachdem sie den Auftrag an Silas und Timotheus empfangen hatten, daß sie so schnell wie möglich zu ihm kommen sollten, zogen sie fort.
Die zentrale Rolle des Wortes Gottes im christlichen Leben
  • Paulus kam in eine weitere Stadt, nachdem er aufgrund der Verfolgung aus Thessalonich fliehen musste.
  • In Beröa bestand sein Vorgehen wiederum darin, zunächst in der Synagoge den Juden aus dem Alten Testament zu verkündigen, dass Jesus der Messias ist.
  • Hier trifft er auf Menschen, die Lukas offensichtlich loben will, indem er sie als edler gesinnt bezeichnet als die Menschen in Thessalonich.
  • Was zeichnete die Leute in Beröa aus?
    • Sie nahmen das Wort mit aller Bereitwilligkeit auf.
    • Sie forschten täglich in der Schrift und untersuchten die Aussagen von Paulus, ob sie mit der Schrift übereinstimmten.
  • Das Resultat war, dass viele von ihnen gläubig wurden, dann die Schrift bestätigte offenkundig die Predigt von Paulus.
  • Aus dieser kurzen Beschreibung will Lukas deutlich machen, welche zentrale Rolle das Wort Gottes im christlichen Leben spielt:
    • Die Ansprüche der christlichen Botschaft sind auf Prophezeiungen und Erfüllungen in der Heiligen Schrift gegründet.
    • Deshalb ist das Wort Gottes das zentrale Mittel in der Verkündigung des Evangeliums.
    • Durch das Studium im Wort Gottes wird Glauben erzeugt.
  • Aber Lukas beschreibt nicht nur das Wirken des Wortes Gottes, sondern will insbesondere auch die Einstellung der Beröer hervorheben:
    • sie nahmen das Wort eifrig auf
    • sie forschten und untersuchten intensiv in der Schrift
  • Diese Einstellung kann ein Vorbild für uns sein, denn
    • viele haben innerliche Widerstände gegen die ganze Heilige Schrift oder Teile davon
    • und/oder unternehmen nicht die Mühe, täglich in der Schrift zu forschen und Lehren zu prüfen
  • Eine reformatorische Gemeinde sollte sich nicht nur auszeichnen, dass sie in der Theorie eine hohe Sicht von der Bibel hat, sondern auch in der Praxis.
  • Es gibt fünf Wege, wie wir das Wort Gottes auch praktisch in unser Leben bringen können (Hand des Wortes):
    • hören (Hörbibel, Predigten)
    • lesen
    • studieren (Kapitelanalyse, induktives Bibelstudium, Themenstudium)
    • auswendig lernen
    • nachsinnen
      • 1 Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg  der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen, 2 sondern seine Lust hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz nachsinnt Tag und Nacht. (Ps 1,1-2)
Die zentrale Rolle von Gemeinschaft im christlichen Leben
  • Auch wenn Paulus sich durch besondere Gaben und einen weitreichenden Dienst auszeichnete, ist doch auffällig, wie oft Mitstreiter in seinem Umfeld erwähnt werden, die ihn begleiten und unterstützen.
  • Die Brüder in Thessalonich schickten Paulus und Silas weiter nach Beröa.
  • Als sich auch in Beröa Widerstand erhebt, schicken die Brüder Paulus weiter Richtung Meer.
    • Dieses Mal warten sie nicht, bis sich ein Auflauf in der Stadt bildet, sondern reagieren präventiv.
  • Timotheus und Silas bleiben zunächst in Beröa zurück, augenscheinlich um Paulus zu vertreten und die Gemeinde weiter zu stärken.
  • Paulus wurde unter Geleit von Beröa bis nach Athen gebracht.
  • Anscheinend forderte Paulus explizit Timotheus und Silas aus Beröa an, weil er ohne sie nicht in Athen wirken wollte.
  • Wir können von Paulus lernen, dass er sich das christliche Leben nicht anders vorstellen kann als in tiefer Verbundenheit mit einer Ortsgemeinde und mit einzelnen Mitstreitern.
    • Aus Sicht des Neuen Testaments ist es wesentlich für das christliche Leben, dass wir fest einer Ortsgemeinde zugehörig und Teil des Leibes Christi an einem konkreten Ort sind.
    • Zum anderen gibt uns Paulus auch das Vorbild, dass wir einzelne Mitstreiter in der Gemeinde brauchen, mit denen wir noch intensiver das Leben und den Dienst teilen.
  • Die Kraft des Wortes Gottes entfaltet sich am besten im Kontext einer christlichen Gemeinschaft, die sich gegenseitig liebt und ermahnt, und die von geistlich reifen Ältesten geführt wird.
    • Dazu kommt persönliche Jüngerschaft und Rechenschaft mit einzelnen aus der Gemeinde.

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