Predigt vom 16.09.2018: Stefan Beyer – Apostelgeschichte 17:1-9 – Das Evangelium kommt nach Thessalonich

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Apostelgeschichte 17:1-9 – Das Evangelium kommt nach Thessalonich

1 Sie reisten aber durch Amphipolis und Apollonia und kamen nach Thessalonich, wo eine Synagoge der Juden war. 2 Paulus aber ging nach seiner Gewohnheit zu ihnen hinein und redete an drei Sabbaten mit ihnen aufgrund der Schriften, 3 indem er erläuterte und darlegte, daß der Christus leiden und aus den Toten auferstehen mußte, und sprach: Dieser Jesus, den ich euch verkündige, ist der Christus! 4 Und etliche von ihnen wurden überzeugt und schlossen sich Paulus und Silas an, auch eine große Menge der gottesfürchtigen Griechen sowie nicht wenige der vornehmsten Frauen. 5 Aber die Juden, die sich weigerten zu glauben, wurden voll Neid und gewannen etliche boshafte Leute vom Straßenpöbel, erregten einen Auflauf und brachten die Stadt in Aufruhr; und sie drangen auf das Haus Jasons ein und suchten sie, um sie vor die Volksmenge zu führen. 6 Als sie sie aber nicht fanden, schleppten sie den Jason und etliche Brüder vor die Obersten der Stadt und schrieen: Diese Leute, die die ganze Welt in Aufruhr versetzen, sind jetzt auch hier; 7 Jason hat sie aufgenommen! Und doch handeln sie alle gegen die Verordnungen des Kaisers, indem sie sagen, ein anderer sei König, nämlich Jesus! 8 Sie brachten aber die Menge und die Stadtobersten, welche dies hörten, in Aufregung, 9 so daß sie Jason und die übrigen nur gegen Bürgschaft freiließen.
Ein wissenschaftlicher Glaube
  • Viele ordnen Glaube und Wissenschaft in zwei völlig verschiedene Kategorien ein:
    • Glaube ist etwas, für das es keine Beweise gibt.
    • Wissenschaft arbeitet mit Beweisen.
  • Demgegenüber ist es aber erstaunlich, wie wissenschaftlich Paulus hier für den christlichen Glauben argumentiert:
    • Er redete an drei Sabbaten in der Synagoge aufgrund der Schriften.
    • Er erläuterte und legte dar, dass laut dieser Schriften der Messias leiden und aus den Toten auferstehen musste.
    • Dann verkündigte er, dass Jesus genau diese Schriften erfüllte.
  • Es wird auch der Glaube als ein Überzeugtwerden (durch Argumente) beschrieben.
  • Das heißt natürlich nicht, dass der Heilige Geist nicht mitwirken muss.
    • 3 Darum lasse ich euch wissen, daß niemand, der im Geist Gottes redet, Jesus verflucht nennt; es  kann aber auch niemand Jesus Herrn nennen als nur im Heiligen Geist. (1Kor 12,3)
  • Aber, wie wirkt der Heilige Geist?
    • Macht er, dass etwas, dass eigentlich unlogisch und irrational ist, plötzlich logisch und einsichtig erscheint? Das wäre ein irrationaler Glaube.
    • Oder macht er, dass unser Herz, dass normalerweise von vielen falschen Vorurteilen und Hass gegenüber Gott behaftet ist, offen für die wirklichen Argumente wird?
      • Das natürliche Herz will sich nicht von den Argumenten überzeugen lassen, weil es feindlich gegen Gott gesinnt ist.
        • 7 Weil nämlich das Trachten des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist; denn es unterwirft sich dem  Gesetz Gottes nicht, und kann es auch nicht. (Röm 8,7)
  • Der christliche Glaube ist ein rationaler Glaube und Theologie ist eine Form von Wissenschaft (Thomas von Aquin).
  • Aber der christliche Glaube ist auch ein übernatürliche Glaube, weil ohne die Wiedergeburt durch den Heiligen Geist unser Herz von Feindschaft gegenüber Gott erfüllt ist.
Widerstand aus Neid
  • Von den Juden, die Paulus nicht überzeugen konnte, wurde gesagt, dass sie sich weigerten zu glauben.
    • Auch hier wird deutlich, dass das Problem nicht bei den Argumenten von Paulus lag, sondern bei ihrem Herzen.
  • Sie wurden neidisch auf die Apostel, weil sie Nachfolger für ihre Lehre gewannen.
    • Sie wollten keine Rivalität dulden.
  • Das ist das Kennzeichen jedes totalitären Systems, dass es sich mit aller Macht gegen Rivalität zur Wehr setzt.
    • Nicht die Wahrheit soll durch Argumente obsiegen, sondern die eigene Meinung soll auch ohne Argumente und mit Macht verteidigt werden.
    • Der primäre Vorwurf ist dann immer, dass andere Leute Aufruhr erregen.
      • Die nationale Sicherheit oder Stabilität wird als oberstes Ziel ausgegeben.
  • Beispiele für solch totalitäre System sind:
    • der Islam
    • der Kommunismus
    • auch das Christentum, wenn es Staatsreligion
  • Wir müssen als Christen damit rechnen, dass, egal wie liebenswürdig und rechtschaffen wir uns verhalten, wir verfolgt werden können.
Der Dienst von Paulus in Thessalonich
  • Im Ersten Thessalonicherbrief beschreibt Paulus seinen Dienst in dieser Stadt.
  • Dieser war geprägt von viel Kampf und Widerstand, einer klaren Verkündigung des Evangeliums, persönlicher Liebe und Heiligkeit.
    • 1 Denn ihr wißt selbst, Brüder, daß unser Eingang bei euch nicht  vergeblich war; 2 sondern, obwohl wir zuvor gelitten hatten und mißhandelt worden waren in Philippi, wie ihr wißt,  gewannen wir dennoch Freudigkeit in unserem Gott, euch das Evangelium Gottes zu verkünden  unter viel Kampf. 3 Denn unsere Verkündigung entspringt nicht dem Irrtum, noch unlauteren Absichten, noch  geschieht sie in listigem Betrug; 4 sondern so wie wir von Gott für tauglich befunden wurden, mit dem Evangelium betraut zu werden,  so reden wir auch – nicht als solche, die den Menschen gefallen wollen, sondern Gott, der unsere  Herzen prüft. 5 Denn wir sind nie mit Schmeichelworten gekommen, wie ihr wißt, noch mit verblümter Habsucht –  Gott ist Zeuge -; 6 wir haben auch nicht Ehre von Menschen gesucht, weder von euch noch von anderen, obgleich  wir als Apostel des Christus würdevoll hätten auftreten können, 7 sondern wir waren liebevoll in eurer Mitte, wie eine stillende Mutter ihre Kinder pflegt. 8 Und wir sehnten uns so sehr nach euch, daß wir willig waren, euch nicht nur das Evangelium  Gottes mitzuteilen, sondern auch unser Leben, weil ihr uns lieb geworden seid. 9 Ihr erinnert euch ja, Brüder, an unsere Arbeit und Mühe; denn wir arbeiteten Tag und Nacht, um  niemand von euch zur Last zu fallen, und verkündigten euch dabei das Evangelium Gottes. 10 Ihr selbst seid Zeugen, und auch Gott, wie heilig, gerecht und untadelig wir bei euch, den  Gläubigen, gewesen sind; 11 ihr wißt ja, wie wir jeden einzelnen von euch ermahnt und ermutigt haben wie ein Vater seine  Kinder, 12 und euch ernstlich bezeugt haben, daß ihr so wandeln sollt, wie es Gottes würdig ist, der euch  zu seinem Reich und seiner Herrlichkeit beruft. (1Thess 2,1-12)
  • Wenn wir einen treuen Dienst für Jesus verrichten wollen, braucht es genau diese vier Elemente:
    • Die Bereitschaft, Mühen und Widerstand zu erdulden.
    • Eine klare und unverfälschte Verkündigung des Evangeliums.
    • Persönliche Nähe und Ermutigung.
    • Heiligkeit des Lebens.

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