Predigt vom 22.07.2018: Stefan Beyer – Apostelgeschichte 15:22-29 – Das Privileg, zu einer Gemeinde zu gehören

Predigt vom 22. Juli 2018

Apostelgeschichte 15:22-29 – Das Privileg, zu einer Gemeinde zu gehören

22 Daraufhin beschlossen die Apostel und die Ältesten zusammen mit der ganzen Gemeinde, Männer aus ihrer Mitte zu erwählen und mit Paulus und Barnabas nach Antiochia zu senden, nämlich Judas mit dem Beinamen Barsabas und Silas, führende Männer unter den Brüdern. 23 Und sie sandten durch ihre Hand folgendes Schreiben: Die Apostel und die Ältesten und die Brüder entbieten den Brüdern in Antiochia und in Syrien und Cilicien, die aus den Heiden sind, ihren Gruß! 24 Da wir gehört haben, daß etliche, die von uns ausgegangen sind, euch durch Reden verwirrt und eure Seelen unsicher gemacht haben, indem sie sagen, man müsse sich beschneiden lassen und das Gesetz halten, ohne daß wir sie dazu beauftragt hätten, 25 so haben wir, die wir einmütig versammelt waren, beschlossen, Männer zu erwählen und zu euch zu senden mit unseren geliebten Barnabas und Paulus, 26 Männern, die ihr Leben hingegeben haben für den Namen unseres Herrn Jesus Christus. 27 Wir haben deshalb Judas und Silas gesandt, die euch mündlich dasselbe verkündigen sollen. 28 Es hat nämlich dem Heiligen Geist und uns gefallen, euch keine weitere Last aufzuerlegen, außer diesen notwendigen Dingen, 29 daß ihr euch enthaltet von Götzenopfern und von Blut und vom Erstickten und von Unzucht; wenn ihr euch davor bewahrt, so handelt ihr recht. Lebt wohl!
  • Das Zusammentreffen in Jerusalem mit den Aposteln, den Ältesten und der ganzen Gemeinde hat die Frage über die Beschneidung entschieden.
  • Nun senden sie nicht nur Paulus und Barnabas zurück, sondern weitere führende Männer aus der Gemeinde (Judas und Silas).
  • Ihnen geben sie ein kurzes Schreiben über die Ergebnisse der Versammlung mit.
  • Dieses Schreiben ist aufschlussreich, weil es etwas über die Gemeinschaft unter den frühen Christen offenbart und damit über die Privilegien, zu einer christlichen Gemeinde zu gehören.
    • Gemeindemitgliedschaft wird heutzutage oft als etwas Optionales angesehen, aber in der Apostelgeschichte erscheint es als ein großes Privileg.
In der Gemeinde hilft und kämpft man gemeinsam
  • Zunächst grüßen die Apostel, die Ältesten und die Brüder in Jerusalem ihre Brüder aus den Heiden in der Gemeinde in Antiochia.
  • Dieser Gruß offenbart eine tiefe Gemeinschaft und eine Anerkennung der Verbindung in Jesus Christus.
    • 28 Da ist weder Jude noch Grieche, da ist weder Knecht noch Freier, da ist weder Mann noch  Frau; denn ihr seid alle einer in Christus Jesus. 29 Wenn ihr aber Christus angehört, so seid ihr Abrahams Same und nach der Verheißung Erben. (Gal 3,28-29)
  • Danach erkennen sie das Problem an, dass durch Menschen ausgelöst wurde, die angeblich von Jerusalem kamen, ohne dass sie jemals beauftragt waren.
  • Die Gemeinde in Jerusalem hat sich mit dem Problem befasst und nun nicht nur einen Brief gesandt, sondern vertrauenswürdige Personen an die Seite von Barnabas und Paulus gestellt.
  • Außerdem stellen sie sich bewusst hinter Barnabas und Paulus und nennen sie geliebt.
  • Damit unterstützen sie das ganze Anliegen von Paulus im Streit über die Beschneidung.
    • 14 Als ich aber sah, daß sie nicht richtig wandelten nach der Wahrheit des Evangeliums, sprach ich zu Petrus vor allen: Wenn du, der du ein Jude bist, heidnisch lebst und nicht jüdisch, was zwingst du die Heiden, jüdisch zu leben? 15 Wir sind zwar von Natur Juden und nicht Sünder aus den Heiden; 16 doch weil wir erkannt haben, daß der Mensch nicht aus Werken des Gesetzes gerechtfertigt wird, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, so sind auch wir an Christus Jesus gläubig geworden, damit wir aus dem Glauben an Christus gerechtfertigt würden und nicht aus Werken des Gesetzes, weil aus Werken des Gesetzes kein Fleisch gerechtfertigt wird. 17 Wenn wir aber, weil wir in Christus gerechtfertigt zu werden suchen, auch selbst als Sünder erfunden würden, wäre demnach Christus ein Sündendiener? Das sei ferne! 18 Denn wenn ich das, was ich niedergerissen habe, wieder aufbaue, so stelle ich mich selbst als Übertreter hin. 19 Nun bin ich aber durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, um für Gott zu leben. 20 Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich selbst, sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat. 21 Ich verwerfe die Gnade Gottes nicht; denn wenn durch das Gesetz Gerechtigkeit kommt, so ist Christus vergeblich gestorben. (Gal 2,14-21)
  • Das zeigt, dass die Gemeinde der Ort ist, wo man gemeinsam für die Wahrheit des Evangeliums kämpft und sich gegenseitig an die Wahrheit des Evangeliums erinnert.
  • Wenn ich nur Konsument bin und kein Mitglied nehme ich nicht wirklich an diesem Kampf teil und bin
    • keine Unterstützung für andere
    • empfange selber nicht die Hilfe, die ich brauche, um treu im Evangelium zu bleiben
Zusammen für Jesus leben
  • Die Gemeinde ist auch der Ort, wo man gemeinsam aufopferungsvoll für Jesus lebt.
  • Von den Männern, die aus Jerusalem nach Antiochia gesandt wurden, wird gesagt, dass sie ihr Leben hingegeben haben für den Namen des Herrn Jesus Christus.
  • Da sie noch am Leben waren, kann es nicht bedeuten, dass sie als Märtyrer für Jesus gestorben sind.
  • Stattdessen haben sie ihr Leben ganz in die Nachfolge und in den Dienst für Jesus gestellt.
  • Es waren Männer, die in folgenden Versen beschrieben werden:
    • 33 Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden! (Mt 6,33)
    • 23 Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach. 24 Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es retten. 25 Denn was hilft es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sich selbst verliert oder schädigt? (Lk 9,23-25)
    • 24 Aber auf das alles nehme ich keine Rücksicht; mein Leben ist mir auch selbst nicht teuer, wenn es gilt, meinen Lauf mit Freuden zu vollenden und den Dienst, den ich von dem Herrn Jesus empfangen habe, nämlich das Evangelium der Gnade Gottes zu bezeugen. (Apg 20,24)
    • 7 Aber was mir Gewinn war, das habe ich um des Christus willen für Schaden geachtet; 8 ja, wahrlich, ich achte alles für Schaden gegenüber der alles übertreffenden Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, um dessentwillen ich alles eingebüßt habe; und ich achte es für Dreck, damit ich Christus gewinne 9 und in ihm erfunden werde, indem ich nicht meine eigene Gerechtigkeit habe, die aus dem Gesetz kommt, sondern die durch den Glauben an Christus, die Gerechtigkeit aus Gott aufgrund des Glaubens, 10 um Ihn zu erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden, indem ich seinem Tod gleichförmig werde, 11 damit ich zur Auferstehung aus den Toten gelange. (Phil 3,7-11)
  • Die Gemeinde ist der Ort, wo ich Jesus so radikal nachfolgen kann.
    • Auch hier wird heutzutage oft behauptet, dass solche Nachfolge außerhalb der Gemeinde geschieht.
  • In der Gemeinde erfahre ich Unterstützung für mein Leben in der radikalen Nachfolge Jesu, Gleichgesinnte und Vorbilder.
  • Durch die gemeinsame Identität in Christus aber auch durch die gemeinsame Nachfolge entsteht eine tiefe Gemeinschaft und Bruderschaft in der Gemeinde.
Gott ist am Wirken in der Gemeinde
  • Die Jerusalemer richten in ihrem Brief den Heidenchristen in Antiochia aus, dass sie keine weitere Last zu tragen hätten als die notwendige Rücksichtnahme auf die Christen aus jüdischem Hintergrund.
  • Aber die Formulierung, die sie gebrauchen, ist erstaunlich.
  • Sie waren sich bewusst, dass der Heilige Geist durch ihre Beratungen am Wirken war.
  • Das ist eine Erinnerung daran, dass die Gemeinde trotz aller Kämpfe und Schwächen der Ort ist, wo Gott am Wirken ist.
  • Das ist ein wunderbares Privileg.
  • Gott ist in seiner allgemeinen Vorsehung natürlich in der ganzen Welt am Wirken, aber durch sein besonderes Eingreifen und das Wirken des Heiligen Geistes in einem besonderen Maß in der Gemeinde.
    • 23 Wenn nun die ganze Gemeinde am selben Ort zusammenkäme, und alle würden in Sprachen reden, und es kämen Unkundige oder Ungläubige herein, würden sie nicht sagen, daß ihr von Sinnen seid? 24 Wenn aber alle weissagten, und es käme ein Ungläubiger oder Unkundiger herein, so würde er von allen überführt, von allen erforscht; 25 und so würde das Verborgene seines Herzens offenbar, und so würde er auf sein Angesicht fallen und Gott anbeten und bekennen, daß Gott wahrhaftig in euch ist. (1Kor 14,23-25)
  • Das besondere Privileg und die besondere Erfahrung von Christen in einer Gemeinde ist, dass Gott in und durch die Gemeinde wirkt.
  • Dadurch geschieht mehr als nur in einem einzelnen Christen.
  • Gott passt z.B. die Gaben in einer Gemeinde darauf ab, dass sie sich gegenseitig unterstützen können.
    • 11 Dies alles aber wirkt ein und derselbe Geist, der jedem persönlich zuteilt, wie er will. 12 Denn gleichwie der Leib einer ist und doch viele Glieder hat, alle Glieder des einen Leibes aber, obwohl es viele sind, als Leib eins sind, so auch der Christus. 13 Denn wir sind ja alle durch einen Geist in einen Leib hinein getauft worden, ob wir Juden sind oder Griechen, Knechte oder Freie, und wir sind alle getränkt worden zu einem Geist. 14 Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele. 15 Wenn der Fuß spräche: Ich bin keine Hand, darum gehöre ich nicht zum Leib! – gehört er deswegen etwa nicht zum Leib? 16 Und wenn das Ohr spräche: Ich bin kein Auge, darum gehöre ich nicht zum Leib! – gehört es deswegen etwa nicht zum Leib? 17 Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo bliebe das Gehör? Wenn er ganz Ohr wäre, wo bliebe der Geruchssinn? 18 Nun aber hat Gott die Glieder, jedes einzelne von ihnen, so im Leib eingefügt, wie er gewollt hat. (1Kor 12,11-18)
  • Wenn ich fester Teil einer Gemeinde bin, erfahre ich die gegenseitige Stärkung durch den Leib in einem besonderen Maß, wie ich es außerhalb nicht erfahren würde.
    • 11 Und Er hat etliche als Apostel gegeben, etliche als Propheten, etliche als Evangelisten, etliche als Hirten und Lehrer, 12 zur Zurüstung der Heiligen, für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes des Christus, 13 bis wir alle zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, zur vollkommenen Mannesreife, zum Maß der vollen Größe des Christus; 14 damit wir nicht mehr Unmündige seien, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch das betrügerische Spiel der Menschen, durch die Schlauheit, mit der sie zum Irrtum verführen, 15 sondern, wahrhaftig in der Liebe, heranwachsen in allen Stücken zu ihm hin, der das Haupt ist, der Christus. 16 Von ihm aus vollbringt der ganze Leib, zusammengefügt und verbunden durch alle Gelenke, die einander Handreichung tun nach dem Maß der Leistungsfähigkeit jedes einzelnen Gliedes, das Wachstum des Leibes zur Auferbauung seiner selbst in Liebe. (Eph 4,11-16)

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