Predigt vom 08.07.2018: Stefan Beyer – Apostelgeschichte 15:5-21 – Der kostbare Schatz des Evangeliums

Stefan Beyer – Apostelgeschichte 15,5-21 – Der kostbare Schatz des Evangeliums

Apostelgeschichte 15:5-21 – Der kostbare Schatz des Evangeliums

5 Aber einige von der Richtung der Pharisäer, die gläubig geworden waren, standen auf und sprachen: Man muß sie beschneiden und ihnen gebieten, das Gesetz Moses zu halten! 6 Da kamen die Apostel und die Ältesten zusammen, um diese Sache zu untersuchen. 7 Nachdem aber eine große Auseinandersetzung stattgefunden hatte, stand Petrus auf und sprach zu ihnen: Ihr Männer und Brüder, ihr wißt, daß Gott lange vor diesen Tagen mitten unter uns die Heiden erwählt hat, daß sie durch meinen Mund das Wort des Evangeliums hören und zum Glauben kommen sollten. 8 Und Gott, der die Herzen kennt, legte für sie Zeugnis ab, indem er ihnen den Heiligen Geist gab gleichwie uns; 9 und er machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen, nachdem er ihre Herzen durch den Glauben gereinigt hatte. 10 Weshalb versucht ihr denn jetzt Gott, indem ihr ein Joch auf den Nacken der Jünger legt, das weder unsere Väter noch wir tragen konnten? 11 Vielmehr glauben wir, daß wir durch die Gnade des Herrn Jesus Christus gerettet werden, auf gleiche Weise wie jene. 12 Da schwieg die ganze Menge und hörte Barnabas und Paulus zu, die erzählten, wieviele Zeichen und Wunder Gott durch sie unter den Heiden getan hatte. 13 Nachdem sie aber zu reden aufgehört hatten, ergriff Jakobus das Wort und sagte: Ihr Männer und Brüder, hört mir zu! 14 Simon hat erzählt, wie Gott zuerst sein Augenmerk darauf richtete, aus den Heiden ein Volk für seinen Namen anzunehmen. 15 Und damit stimmen die Worte der Propheten überein, wie geschrieben steht: 16 “Nach diesem will ich zurückkehren und die zerfallene Hütte Davids wieder aufbauen, und ihre Trümmer will ich wieder bauen und sie wieder aufrichten, 17 damit die Übriggebliebenen der Menschen den Herrn suchen, und alle Heiden, über die mein Name ausgerufen worden ist, spricht der Herr, der all dies tut.” 18 Gott sind alle seine Werke von Ewigkeit her bekannt. 19 Darum urteile ich, daß man denjenigen aus den Heiden, die sich zu Gott bekehren, keine Lasten auflegen soll, 20 sondern ihnen nur schreiben soll, sich von der Verunreinigung durch die Götzen, von der Unzucht, vom Erstickten und vom Blut zu enthalten. 21 Denn Mose hat von alten Zeiten her in jeder Stadt solche, die ihn verkündigen, da er in den Synagogen an jedem Sabbat vorgelesen wird.
  • Die Apostel und die Gemeinde in Jerusalem beraten das Thema der Beschneidung.
  • War dieses Treffen ein Vorläufer von Kirchenkonzilen bzw. von einer presbyterianischen Gemeindestruktur?
    • Am besten wird dieses Treffen als einzigartig gesehen, da die Apostel noch da waren.
Konflikte um das Evangelium sind unausweichlich
  • 5 Aber einige von der Richtung der Pharisäer, die gläubig geworden waren, standen auf und sprachen: Man muß sie beschneiden und ihnen gebieten, das Gesetz Moses zu halten! (Vers 5)
  • Die Pharisäer haben traditionell großen Wert auf externen Gehorsam gelegt, den sie sogar missionarisch verbreiteten.
    • 5 Alle ihre Werke tun sie aber, um von den Leuten gesehen zu werden. Sie machen nämlich ihre  Gebetsriemen breit und die Säume an ihren Gewändern groß, 6 und sie lieben den obersten Platz bei den Mahlzeiten und die ersten Sitze in den Synagogen 7 und die Begrüßungen auf den Märkten, und wenn sie von den Leuten “Rabbi, Rabbi” genannt  werden. 8 Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen, denn einer ist euer Meister, der Christus; ihr aber  seid alle Brüder. (Mt 23,5-8)
    • 15 Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr Meer und Land durchzieht,  um einen einzigen Proselyten zu machen, und wenn er es geworden ist, macht ihr einen Sohn der  Hölle aus ihm, zweimal mehr, als ihr es seid! (Mt 23,15)
    • 23 Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr die Minze und den Anis und  den Kümmel verzehntet und das Wichtigere im Gesetz vernachlässigt, nämlich das Recht und das  Erbarmen und den Glauben ! Dieses sollte man tun und jenes nicht lassen. 24 Ihr blinden Führer, die ihr die Mücke aussiebt, das Kamel aber verschluckt! 25 Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr das Äußere des Bechers  und der Schüssel reinigt, inwendig aber sind sie voller Raub und Unmäßigkeit! 26 Du blinder Pharisäer, reinige zuerst das Inwendige des Bechers und der Schüssel, damit auch  ihr Äußeres rein werde! 27 Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr getünchten Gräbern gleicht,  die äußerlich zwar schön scheinen, inwendig aber voller Totengebeine und aller Unreinheit sind! 28 So erscheint auch ihr äußerlich vor den Menschen als gerecht, inwendig aber seid ihr voller  Heuchelei und Gesetzlosigkeit. (Mt 23,23-28)
  • Als diese Pharisäer gläubig wurden, fiel es ihnen schwer, ihre Prägung abzulegen.
    • Im Gegensatz dazu Paulus:
      • 1 Im übrigen, meine Brüder, freut euch in dem Herrn! Euch immer wieder  dasselbe zu schreiben, ist mir nicht lästig; euch aber macht es gewiß. 2 Habt acht auf die Hunde, habt acht auf die bösen Arbeiter, habt acht auf die Zerschneidung ! 3 Denn wir sind die Beschneidung, die wir Gott im Geist dienen und uns in Christus Jesus rühmen  und nicht auf Fleisch vertrauen, 4 obwohl auch ich mein Vertrauen auf Fleisch setzen könnte. Wenn ein anderer meint, er könne auf  Fleisch vertrauen, ich viel mehr: 5 beschnitten am achten Tag, aus dem Geschlecht Israel, vom Stamm Benjamin, ein Hebräer von  Hebräern, im Hinblick auf das Gesetz ein Pharisäer, 6 im Hinblick auf den Eifer ein Verfolger der Gemeinde, im Hinblick auf die Gerechtigkeit im Gesetz  untadelig gewesen. 7 Aber was mir Gewinn war, das habe ich um des Christus willen für Schaden geachtet; 8 ja, wahrlich, ich achte alles für Schaden gegenüber der alles übertreffenden Erkenntnis Christi  Jesu, meines Herrn, um dessentwillen ich alles eingebüßt habe; und ich achte es für Dreck, damit  ich Christus gewinne 9 und in ihm erfunden werde, indem ich nicht meine eigene Gerechtigkeit habe, die aus dem  Gesetz kommt, sondern die durch den Glauben an Christus, die Gerechtigkeit aus Gott aufgrund  des Glaubens. (Phil 3,1-9)
  • Werksreligion ist in in gewisser Hinsicht der natürliche Impuls des Menschen (ich verlasse mich auf mich selbst).
  • Die Gemeinden des Neuen Testaments waren beständig damit beschäftigt, das Evangelium zu verkünden und zu verteidigen.
Konflikte um das Evangelium wurden durch das Wort Gottes gelöst
  • Die Apostel und Ältesten hörten zunächst die Rede von Petrus an, der theologisch und aus seiner Erfahrung argumentierte.
    • Er bezieht sich auf die Bekehrung von Kornelius.
    • Gott gab offenkundig Zeugnis, dass Kornelius und seine Freunde vollwertige Gläubige waren, indem er ihnen sichtbar den Heiligen Geist schenkte.
    • Dann bezieht sich Petrus demütig auf eine Auseinandersetzung, wo er vom Apostel Paulus in Antiochia zurechtgewiesen wurde.
      • 12 Bevor nämlich etliche von Jakobus kamen, aß er mit den Heiden; als sie aber kamen, zog er  sich zurück und sonderte sich ab, weil er die aus der Beschneidung fürchtete. 13 Und auch die übrigen Juden heuchelten mit ihm, so daß selbst Barnabas von ihrer Heuchelei mit  fortgerissen wurde. 14 Als ich aber sah, daß sie nicht richtig wandelten nach der Wahrheit des Evangeliums, sprach  ich zu Petrus vor allen: Wenn du, der du ein Jude bist, heidnisch lebst und nicht jüdisch, was  zwingst du die Heiden, jüdisch zu leben? 15 Wir sind zwar von Natur Juden und nicht Sünder aus den Heiden; 16 doch weil wir erkannt haben, daß der Mensch nicht aus Werken des Gesetzes gerechtfertigt  wird, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, so sind auch wir an Christus Jesus gläubig  geworden, damit wir aus dem Glauben an Christus gerechtfertigt würden und nicht aus Werken des  Gesetzes, weil aus Werken des Gesetzes kein Fleisch gerechtfertigt wird. (Gal 2,12-16)
  • Im nächsten Schritt hörte die Versammlung auf das Zeugnis von Barnabas und Paulus, was Gott alles durch ihren Dienst getan hatte.
  • Den Höhepunkt und die Entscheidung bildete jedoch die Rede von Jakobus, dem Bruder von Jesus, der nun die Frage anhand der Heiligen Schrift beantwortete.
  • Er zitierte Amos 9,11-12 und begründete damit die vollwertige Aufnahme der Heiden in eine neue Bundesgemeinschaft.
  • Wir erfahren hier auch, wie die Apostel die neutestamentliche Gemeinde sahen: als Erfüllung der alttestamentlichen Verheißungen an Israel.
    • Die Gemeinde, die aus Juden und Heiden besteht, die an Jesus glauben, ist das wahre Israel.
  • Die Aufnahme der Heiden war also schon von Ewigkeit her Gottes Plan.
  • Die vier Dinge, die den Heiden mitgegeben werden, haben insbesondere mit dem heidnischen Götzendienst zu tun.
  • Sie sollten Rücksicht auf ihre jüdischen Brüder nehmen.
  • Eine Grenze für christliche Freiheit ist das Gewissen des Bruders.
    • 23 Es ist mir alles erlaubt – aber es ist nicht alles nützlich! Es ist mir alles erlaubt – aber es erbaut  nicht alles! 24 Niemand suche das Seine, sondern jeder das des anderen. (1Kor 10,23-24)
 
Anwendung
  • Das Evangelium ist der kostbarste Schatz, den wir haben.
    • Der wahre Schatz der Kirche ist das heilige Evangelium der Herrlichkeit und Gnade Gottes. (These 62 von Martin Luther)
  • Dieser Schatz muss immer wieder verteidigt werden, weil er unter Angriff steht.
    • Er ist aber aus gutem Grund ganz verhasst, denn er macht aus Ersten Letzte. (These 63 von Martin Luther)
  • Diese Verteidigung geschieht im eigenen Leben, wenn ich immer wieder ganz auf Christus allein vertraue.
  • Diese Verteidigung geschieht aber auch in und durch die Gemeinde, indem sie sich für die Wahrheit des Evangeliums einsetzt.

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