Predigt vom 06.05.2018: Stefan Beyer – Apostelgeschichte 13:13-52 – Die Predigt in Antiochia in Pisidien

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Apostelgeschichte 13:13-52 – Die Predigt in Antiochia in Pisidien

Vor der Predigt
13 Paulus und seine Gefährten aber fuhren von Paphos ab und kamen nach Perge in Pamphylien; Johannes trennte sich jedoch von ihnen und kehrte nach Jerusalem zurück. 14 Sie aber zogen von Perge weiter und kamen nach Antiochia in Pisidien und gingen am Sabbattag in die Synagoge und setzten sich.
  • Paulus und Barnabas hatten Frucht auf dem ersten Teil ihrer Missionsreise gesehen.
  • Nun reisten sie weiter von Zypern zum Festland von Kleinasien.
    • Sie besuchten des Gebiet, an das später der Galaterbrief gerichtet ist.
  • Ihr Begleiter Johannes Markus trennte sich von ihnen gleich zu Beginn und kehrte nach Jerusalem zurück.
  • Es ist viel spekuliert worden, warum Johannes Markus zurückging:
    • Ist die Missionsreise ihm zu anstrengend geworden (lange Wanderungen, Berge)?
    • Ist sie ihm zu gefährlich geworden?
      • 26 Ich bin oftmals auf Reisen gewesen, in Gefahren auf Flüssen, in Gefahren durch Räuber, in Gefahren vom eigenen Volk, in Gefahren von Heiden, in Gefahren in der Stadt, in Gefahren in der Wüste, in Gefahren auf dem Meer, in Gefahren unter falschen Brüdern; 27 in Arbeit und Mühe, oftmals in Nachtwachen, in Hunger und Durst; oftmals in Fasten, in Kälte und Blöße; 28 zu alledem der tägliche Andrang zu mir, die Sorge für alle Gemeinden. (2Kor 11,26-28)
    • Vermutlich hatte sich Paulus eine Krankheit zugezogen (Malaria), von der er im Galaterbrief spricht.
      • 13 ihr wißt aber, daß ich euch in Schwachheit des Fleisches zum ersten Mal das Evangelium verkündigt habe. (Gal 4,13)
    • Vielleicht war er einfach entmutigt.
  • Paulus deutet das Verhalten von Johannes Markus als ein Versagen.
    • 38 Paulus jedoch hielt es für richtig, daß der, welcher in Pamphylien von ihnen weggegangen und nicht mit ihnen zu dem Werk gekommen war, nicht mitgenommen werden sollte. (Apg 15,38)
  • Es ist ermutigend, dass über dieses Versagen offen und ohne Kritik berichtet wird und auch über die spätere Wiederherstellung von Johannes Markus.
    • 11 Nur Lukas ist bei mir. Nimm Markus zu dir und bringe ihn mit; denn er ist mir sehr nützlich zum Dienst. (2Tim 4,11)
  • Für Barnabas und Paulus war dies natürlich eine weitere Anfechtung, die ihren Dienst erschwerte.
  • Paulus hatte oft mit Einsamkeit zu kämpfen.
    • 16 Bei meiner ersten Verteidigung stand mir niemand bei, sondern alle verließen mich; es werde ihnen nicht angerechnet! 17 Der Herr aber stand mir bei und stärkte mich, damit durch mich die Verkündigung völlig ausgerichtet würde und alle Heiden sie hören könnten; und so wurde ich erlöst aus dem Rachen des Löwen. (2Tim 4,16-17)
 
Die Predigt in Antiochia in Pisidien
15 Und nach der Vorlesung des Gesetzes und der Propheten ließen die Obersten der Synagoge ihnen sagen: Ihr Männer und Brüder, wenn ihr ein Wort der Ermahnung an das Volk habt, so redet! 16 Da stand Paulus auf und gab ein Zeichen mit der Hand und sprach: Ihr israelitischen Männer, und die ihr Gott fürchtet, hört zu! 17 Der Gott dieses Volkes Israel erwählte unsere Väter und erhöhte das Volk, als sie Fremdlinge waren im Land Ägypten; und mit erhobenem Arm führte er sie von dort heraus. 18 Und er ertrug ihre Art etwa 40 Jahre lang in der Wüste; 19 und er vertilgte sieben Heidenvölker im Land Kanaan und teilte unter sie deren Land nach dem Los. 20 Und danach, während etwa 450 Jahren, gab er ihnen Richter bis zu Samuel, dem Propheten. 21 Und von da an begehrten sie einen König, und Gott gab ihnen Saul, den Sohn des Kis, einen Mann aus dem Stamm Benjamin, 40 Jahre lang. 22 Und nachdem er ihn abgesetzt hatte, erweckte er ihnen David zum König, von dem er auch Zeugnis gab und sprach: “Ich habe David gefunden, den Sohn des Isai, einen Mann nach meinem Herzen, der allen meinen Willen tun wird”. 23 Von dessen Samen hat nun Gott nach der Verheißung für Israel Jesus als Retter erweckt, 24 nachdem Johannes vor seinem Auftreten dem ganzen Volk Israel eine Taufe der Buße verkündigt hatte. 25 Als aber Johannes seinen Lauf vollendete, sprach er: Wer meint ihr, daß ich sei? Ich bin es nicht; doch siehe, es kommt einer nach mir, für den ich nicht gut genug bin, die Schuhe von seinen Füßen zu lösen! 26 Ihr Männer und Brüder, Söhne des Geschlechtes Abrahams, und die unter euch, die Gott fürchten, zu euch ist dieses Wort des Heils gesandt. 27 Denn die, welche in Jerusalem wohnen, und ihre Obersten haben diesen nicht erkannt und haben die Stimmen der Propheten, die an jedem Sabbat gelesen werden, durch ihren Urteilsspruch erfüllt. 28 Und obgleich sie keine Todesschuld fanden, verlangten sie doch von Pilatus, daß er hingerichtet werde. 29 Und nachdem sie alles vollendet hatten, was von ihm geschrieben steht, nahmen sie ihn vom Holz herab und legten ihn in ein Grab. 30 Gott aber hat ihn aus den Toten auferweckt. 31 Und er ist mehrere Tage hindurch denen erschienen, die mit ihm aus Galiläa nach Jerusalem hinaufgezogen waren, welche seine Zeugen sind vor dem Volk. 32 Und wir verkündigen euch das Evangelium, daß Gott die den Vätern zuteil gewordene Verheißung an uns, ihren Kindern, erfüllt hat, indem er Jesus erweckte, 33 wie auch im zweiten Psalm geschrieben steht: “Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt”. 34 Daß er ihn aber aus den Toten auferweckte, so daß er nicht mehr zur Verwesung zurückkehren sollte, hat er so ausgesprochen: “Ich will euch die heiligen Gnaden-Güter Davids geben, die zuverlässig sind”. 35 Darum spricht er auch an einer anderen Stelle: “Du wirst nicht zulassen, daß dein Heiliger die Verwesung sieht”. 36 Denn David ist entschlafen, nachdem er seinem Geschlecht nach dem Willen Gottes gedient hat; und er ist zu seinen Vätern versammelt worden und hat die Verwesung gesehen. 37 Der aber, den Gott auferweckte, hat die Verwesung nicht gesehen. 38 So sollt ihr nun wissen, ihr Männer und Brüder, daß euch durch diesen Vergebung der Sünden verkündigt wird; 39 und von allem, wovon ihr durch das Gesetz Moses nicht gerechtfertigt werden konntet, wird durch diesen jeder gerechtfertigt, der glaubt. 40 So habt nun acht, daß nicht über euch kommt, was in den Propheten gesagt ist: 41 “Seht, ihr Verächter, und verwundert euch und werdet zunichte, denn ich tue ein Werk in euren Tagen, ein Werk, dem ihr nicht glauben würdet, wenn es euch jemand erzählte!”
  • Paulus predigte in der Synagoge.
    • Wir haben hier einen Überblick über seine Botschaft an die Juden.
  • Was waren die Schwerpunkte seiner Predigt?
    • Gott lenkte die Geschichte Israels auf das Kommen des Messias Jesus hin (Jesus ist kein nachträglicher Einfall).
    • Hinter Jesus muss das jüdische System zurücktreten.
    • Jesus wurde nach der Schrift getötet, begraben und erstand von den Toten auf.
    • Jesus erschien mehrere Tage seinen Jüngern, die nun seine Zeugen sind.
    • Das gesamte Alte Testament wird als Verheißung aufgefasst, die nun in Christus erfüllt wurde.
    • Durch das alttestamentliche Gesetz kann man nicht gerechtfertigt werden, sondern nur durch den Glauben an Jesus.
    • Paulus schließt mit einer Warnung ab, diese Heilsbotschaft nicht zu verachten (er zitiert ein Gerichtswort aus Habakkuk).
Nach der Predigt
42 Als aber die Juden aus der Synagoge gegangen waren, baten die Heiden darum, daß ihnen diese Worte auch am nächsten Sabbat verkündigt würden. 43 Nachdem aber die Synagogenversammlung sich aufgelöst hatte, folgten viele Juden und gottesfürchtige Proselyten dem Paulus und Barnabas nach, die zu ihnen redeten und sie ermahnten, bei der Gnade Gottes zu bleiben. 44 Am folgenden Sabbat aber versammelte sich fast die ganze Stadt, um das Wort Gottes zu hören. 45 Als die Juden jedoch die Volksmenge sahen, wurden sie voll Eifersucht und widersetzten sich dem, was Paulus sagte, indem sie widersprachen und lästerten. 46 Da sagten Paulus und Barnabas freimütig: Euch mußte das Wort Gottes zuerst verkündigt werden; da ihr es aber von euch stoßt und euch selbst des ewigen Lebens nicht würdig achtet, siehe, so wenden wir uns zu den Heiden. 47 Denn so hat uns der Herr geboten: “Ich habe dich zum Licht für die Heiden gesetzt, damit du zum Heil seist bis an das Ende der Erde!” 48 Als die Heiden das hörten, wurden sie froh und priesen das Wort des Herrn, und es wurden alle die gläubig, die zum ewigen Leben bestimmt waren. 49 Das Wort des Herrn aber wurde durch das ganze Land getragen. 50 Aber die Juden reizten die gottesfürchtigen Frauen und die Angesehenen und die Vornehmsten der Stadt auf, und sie erregten eine Verfolgung gegen Paulus und Barnabas und vertrieben sie aus ihrem Gebiet. 51 Da schüttelten diese den Staub von ihren Füßen gegen sie und gingen nach Ikonium. 52 Die Jünger aber wurden voll Freude und Heiligen Geistes.
  • Gott schenkte eine erstaunliche Offenheit bei vielen Juden und gottesfürchtigen Proselyten.
  • Die Botschaft von Paulus wird als eine Gnadenbotschaft bezeichnet im Kontrast zur Gesetzesbotschaft des zeitgenössischen Judentums.
  • Fast die gesamte Stadt versammelte sich am nächsten Sabbat, um das Wort Gottes zu hören.
  • Der Widersacher wirkte mächtig durch eifersüchtige Juden, die sich widersetzten und Paulus widersprachen und verlästerten.
  • Für diese Ablehnung des Wortes Gottes stuft sie Paulus vollumfänglich verantwortlich ein, obwohl er es mit einem Prophetenwort erklärt.
  • Vers 48 ist einer der stärksten Verse zur Prädestination in der ganzen Bibel.
  • Es entstand eine Erweckung unter den Heiden, die froh wurden, das Wort des Herrn priesen und es durch das ganze Land trugen.
  • Der Lohn, den Paulus erhielt, war eine schwere Verfolgung gegen sich und Barnabas, sowie Vertreibung aus dem Gebiet.
    • 10 Du aber bist mir nachgefolgt in der Lehre, in der Lebensführung, im Vorsatz, im Glauben, in der Langmut, in der Liebe, im standhaften Ausharren, 11 in den Verfolgungen, in den Leiden, wie sie mir in Antiochia, in Ikonium und Lystra widerfahren sind. Solche Verfolgungen habe ich ertragen, und aus allen hat mich der Herr gerettet! (2Tim 3,10-11)

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