Predigt vom 25.03.2018: Stefan Beyer – Apostelgeschichte 12,5-25 – Die Ersten werden die Letzten sein

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Apostelgeschichte 12:5-25 – Die Ersten werden die Letzten sein

5 So wurde Petrus nun im Gefängnis bewacht; von der Gemeinde aber wurde unablässig für ihn zu Gott gebetet. 6 Als nun Herodes ihn vorführen wollte, schlief Petrus in jener Nacht zwischen zwei Kriegsknechten, mit zwei Ketten gebunden; und Wächter vor der Tür bewachten das Gefängnis. 7 Und siehe, ein Engel des Herrn trat hinzu, und ein Licht erglänzte in dem Raum. Er weckte aber Petrus durch einen Schlag an die Seite und sprach: Steh schnell auf! Und die Ketten fielen ihm von den Händen. 8 Und der Engel sprach zu ihm: Umgürte dich und zieh deine Schuhe an! Und er tat es. Und jener spricht zu ihm: Wirf deinen Mantel um und folge mir! 9 Und er ging hinaus und folgte ihm und wußte nicht, daß es Wirklichkeit war, was durch den Engel geschah, sondern er meinte ein Gesicht zu sehen. 10 Als sie aber durch die erste und die zweite Wache hindurchgegangen waren, kamen sie zu dem eisernen Tor, das zur Stadt führt, und dieses öffnete sich ihnen von selbst. Und sie traten hinaus und gingen eine Gasse weit, und mit einem Mal verließ ihn der Engel. 11 Da kam Petrus zu sich und sprach: Nun weiß ich wahrhaftig, daß der Herr seinen Engel gesandt und mich errettet hat aus der Hand des Herodes und von allem, was das jüdische Volk erhoffte! 12 Und er besann sich und ging zum Haus der Maria, der Mutter des Johannes mit dem Beinamen Markus, wo viele versammelt waren und beteten. 13 Als nun Petrus an die Haustür klopfte, kam eine Magd namens Rhode herbei, um zu horchen. 14 Und als sie die Stimme des Petrus erkannte, machte sie vor Freude die Türe nicht auf, sondern lief hinein und meldete, Petrus stehe vor der Tür. 15 Sie aber sprachen zu ihr: Du bist nicht bei Sinnen! Aber sie bestand darauf, daß es so sei. Da sprachen sie: Es ist sein Engel! 16 Petrus aber fuhr fort zu klopfen; und als sie öffneten, sahen sie ihn und erstaunten sehr. 17 Er gab ihnen aber mit der Hand ein Zeichen, daß sie schweigen sollten, und erzählte ihnen, wie der Herr ihn aus dem Gefängnis geführt hatte. Er sprach aber: Meldet dies dem Jakobus und den Brüdern! Und er ging hinaus und zog an einen anderen Ort. 18 Als es nun Tag geworden war, entstand eine nicht geringe Bestürzung unter den Kriegsknechten, was wohl aus Petrus geworden sei. 19 Als aber Herodes nach ihm verlangte und ihn nicht fand, verhörte er die Wachen und ließ sie zur Hinrichtung abführen. Und er ging aus Judäa nach Cäsarea hinab und hielt sich dort auf. 20 Herodes war aber erzürnt über die Bewohner von Tyrus und Zidon. Da kamen sie einmütig zu ihm, und nachdem sie Blastus, den Kämmerer des Königs, für sich gewonnen hatten, baten sie um Frieden, weil ihr Land von dem des Königs seine Nahrung erhielt. 21 Aber an einem bestimmten Tag zog Herodes ein königliches Gewand an und setzte sich auf den Richterstuhl und hielt eine Rede an sie. 22 Die Volksmenge aber rief ihm zu: Das ist die Stimme eines Gottes und nicht eines Menschen! 23 Sogleich aber schlug ihn ein Engel des Herrn, weil er Gott nicht die Ehre gab; und er verschied, von Würmern zerfressen. 24 Das Wort Gottes aber breitete sich aus und mehrte sich. 25 Und Barnabas und Saulus kehrten von Jerusalem zurück, nachdem sie die Hilfeleistung ausgerichtet hatten, und nahmen auch Johannes mit dem Beinamen Markus mit sich.
Die Ersten werden die Letzten sein!
  • Dieses Kapitel in der Apostelgeschichte ist eine Geschichte der Rangumkehr.
  • Derjenige, der am Anfang hoch und mächtig ist, Herodes, ist am Ende tot und gedemütigt.
  • Diejenigen, die am Anfang niedrig und gedemütigt sind, die Christen (insbesondere Petrus), sind am Ende frei und predigen das Evangelium.
  • Damit ist dieses Kapitel ein wunderbares Bild für unseren Erlöser und das christlichen Leben.
  • Jesus wurde erniedrigt, um am Ende erhöht zu werden, während seine Feinde das genau entgegengesetzte Schicksal erlitten.
    • 6 Der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; 7 sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen; 8 und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz. 9 Darum hat ihn Gott auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über allen Namen ist, 10 damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, 11 und alle Zungen bekennen, daß Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters. (Phil 2,6-11)
    • 14 und er hat die gegen uns gerichtete Schuldschrift ausgelöscht, die durch Satzungen uns entgegenstand, und hat sie aus dem Weg geschafft, indem er sie ans Kreuz heftete. 15 Als er so die Herrschaften und Gewalten entwaffnet hatte, stellte er sie öffentlich an den Pranger und triumphierte über sie an demselben. (Kol 2,14-15)
  • Auch das christliche Leben ist geprägt davon, dass wir jetzt erniedrigt sind und später erhöht werden.
    • 7 Er sagte aber zu den Gästen ein Gleichnis, da er bemerkte, wie sie sich die ersten Plätze aussuchten, und sprach zu ihnen: 8 Wenn du von jemand zur Hochzeit eingeladen bist, so setze dich nicht auf den obersten Platz, damit nicht etwa ein Vornehmerer als du von ihm eingeladen ist, 9 und nun der, der dich und ihn eingeladen hat, kommt und zu dir sagt: Mache diesem Platz! – und du dann beschämt den letzten Platz einnehmen mußt. 10 Sondern wenn du eingeladen bist, so geh hin und setze dich auf den letzten Platz, damit der, welcher dich eingeladen hat, wenn er kommt, zu dir spricht: Freund, rücke hinauf! Dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tisch sitzen. 11 Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden. (Lk 14,7-11)
  • Wir dürfen uns nicht blenden lassen von der Herrlichkeit dieser Welt.
    • 13 Kein Knecht kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon! 14 Das alles hörten aber auch die Pharisäer, die geldgierig waren, und sie verspotteten ihn. 15 Und er sprach zu ihnen: Ihr seid es, die sich selbst rechtfertigen vor den Menschen, aber Gott kennt eure Herzen; denn was bei den Menschen hoch angesehen ist, das ist ein Greuel vor Gott. (Lk 16,13-15)
Wie können wir in Niedrigkeit und Demut wandeln?
  • Indem wir beständig die Herrlichkeit Christi vor Augen haben.
  • Dazu hilft uns die Heilige Schrift.
    • einige Aussagen über Jesus aus dem Hebräerbrief:
      • Christus ist besser:
        • Er ist besser als die Engel (1,4).
        • Er bringt eine bessere Hoffnung (7,19).
        • Er begründet einen besseren Bund (7,22).
        • Dieser hat bessere Verheißungen (8,6).
        • Denn dahinter steht ein besseres Opfer (9,23).
        • Die Gläubigen haben im Himmel ein besseres Gut (10,34) und ein besseres Land (11,16).
        • Sie warten auf eine bessere Auferstehung (11,35), weil Gott für uns etwas Besseres vorgesehen hat (11,40).
      • Durch Christus erlangen wir:
        • einen großen Hohepriester (4,14; 8,1)
        • einen Anker der Seele (6,19)
        • ein besseres und bleibendes Gut in den Himmeln (10,34)
        • einen Altar (13,10)
      • Die Gläubigen sollen vorausschauen auf:
        • die zukünftige Welt (2,5)
        • die zukünftige Weltzeit (6,5)
        • zukünftige Heilsgüter (9,11)
        • ein zukünftiges Heil (9,28)
        • einen wiederkommenden Erlöser (10,37)
        • eine zukünftige Stadt (13,14)
Ein wiederkehrendes Element in der Apostelgeschichte ist das gemeinschaftliche Gebet.
  • Die Christen beteten füreinander wegen persönlicher Sorgen.
    • 14 Ist jemand von euch krank? Er soll die Ältesten der Gemeinde zu sich rufen lassen; und sie sollen für ihn beten und ihn dabei mit Öl salben im Namen des Herrn. 15 Und das Gebet des Glaubens wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden begangen hat, so wird ihm vergeben werden. 16 Bekennt einander die Übertretungen und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet! Das Gebet eines Gerechten vermag viel, wenn es ernstlich ist. (Jak 5,14-16)
  • Aber sie beteten auch für Anliegen des Reiches Gottes, dass das Wort Gottes sich ausbreite.
    • 1 Im übrigen betet für uns, ihr Brüder, damit das Wort des Herrn ungehindert läuft und verherrlicht wird, so wie bei euch. (2Thess 3,1)
 
Anwendung
  • Begnüge dich mit der Niedrigkeit im Dienst des Herrn.
    • Nutze aber dennoch Möglichkeit, um deinen Einfluss zu erweitern.
      • 21 Bist du als Sklave berufen worden, so sei deshalb ohne Sorge! Wenn du aber auch frei werden kannst, so benütze es lieber. (1Kor 7,21)
  • Fülle dein Denken mit den reichen Heilsgütern des Evangeliums.
  • Bete regelmäßig mit den Brüdern und lass für dich beten.

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