Predigt vom 04.03.2018: Stefan Beyer – Apostelgeschichte 11,19-30 – Wichtige Merkmale einer gesunden Gemeinde

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Apostelgeschichte 11:19-30 – Wichtige Merkmale einer gesunden Gemeinde

19 Die nun, welche sich zerstreut hatten seit der Verfolgung, die sich wegen Stephanus erhoben hatte, zogen bis nach Phönizien und Zypern und Antiochia und redeten das Wort zu niemand als nur zu Juden. 20 Unter ihnen gab es aber einige, Männer aus Zypern und Kyrene, die, als sie nach Antiochia kamen, zu den Griechischsprechenden redeten und ihnen das Evangelium von dem Herrn Jesus verkündigten. 21 Und die Hand des Herrn war mit ihnen, und eine große Zahl wurde gläubig und bekehrte sich zum Herrn. 22 Es kam aber die Kunde von ihnen zu den Ohren der Gemeinde in Jerusalem, und sie sandten Barnabas, daß er hingehe nach Antiochia. 23 Und als er ankam und die Gnade Gottes sah, freute er sich und ermahnte alle, mit festem Herzen bei dem Herrn zu bleiben; 24 denn er war ein guter Mann und voll Heiligen Geistes und Glaubens; und es wurde dem Herrn eine beträchtliche Menge hinzugetan. 25 Und Barnabas zog aus nach Tarsus, um Saulus aufzusuchen, 26 und als er ihn gefunden hatte, brachte er ihn nach Antiochia. Es begab sich aber, daß sie ein ganzes Jahr zusammen in der Gemeinde blieben und eine beträchtliche Menge lehrten; und in Antiochia wurden die Jünger zuerst Christen genannt. 27 In diesen Tagen aber kamen Propheten von Jerusalem herab nach Antiochia. 28 Und einer von ihnen, mit Namen Agabus, trat auf und zeigte durch den Geist eine große Hungersnot an, die über den ganzen Erdkreis kommen sollte; diese trat dann auch ein unter dem Kaiser Claudius. 29 Da beschlossen die Jünger, daß jeder von ihnen gemäß seinem Vermögen den Brüdern, die in Judäa wohnten, eine Hilfeleistung senden solle; 30 das taten sie auch und sandten sie an die Ältesten durch die Hand von Barnabas und Saulus.
  • Die Gemeinde in Antiochia ist eine zentrale Gemeinde in der Apostelgeschichte, da sie die sendende Gemeinde für Paulus ist.
  • An ihr erfahren wir einige wichtige Merkmale einer gesunden Gemeinde.
Evangelisation (Verse 19-21)
  • Nach dem Tod von Stephanus erhob sich eine große Verfolgung gegen die Gemeinde.
    • 1 Saulus aber hatte seiner Ermordung zugestimmt. Und an jenem Tag erhob sich eine große Verfolgung gegen die Gemeinde in Jerusalem, und alle zerstreuten sich in die Gebiete von Judäa und Samaria, ausgenommen die Apostel. (Apg 8,1)
  • Gott gebrauchte diese Verfolgung, damit die Jünger zerstreut wurden und überall das Evangelium predigten.
  • Wir brauchen keine Angst vor Verfolgung haben, denn der Herr regiert souverän.
    • 1 Der HERR regiert als König; es frohlocke die Erde, die vielen Länder sollen sich freuen! (Ps 97,1)
  • Die zerstreuten Jünger gaben treu das Evangelium weiter.
  • In der Apostelgeschichte wird uns kein großer Evangelisationsplan vorgestellt, sondern treue Christen, die überall, wo sie Gottes Vorsehung hinsendet, das Evangelium weitergeben.
  • Es gibt in der Apostelgeschichte auch große Unterschiede in Bezug auf die Bekanntheit der Jünger.
    • Manche wie Paulus wurden sehr bekannt.
    • Manche blieben gänzlich namenlos.
  • Wir müssen bereit sein, auch im Verborgenen zu dienen.
    • 5 Du aber begehrst für dich Großes? Begehre es nicht! Denn siehe, ich bringe Unheil über alles Fleisch, spricht der HERR; dir aber will ich dein Leben zur Beute geben an allen Orten, wohin du gehen wirst! (Jer 45,5)
  • Der Herr gab Gedeihen und eine große Zahl wurde gläubig und bekehrte sich.
    • Der Evangelisationserfolg kommt vom Herrn.
    • Deshalb sind wir nur dafür verantwortlich, das Evangelium treu weiterzugeben.
    • Aber wir dürfen und müssen beten, dass der Herr Frucht schenkt.
      • 1 Im übrigen betet für uns, ihr Brüder, damit das Wort des Herrn ungehindert läuft und verherrlicht wird, so wie bei euch. (2 Thess 3,1)
  • Das Wort “Evangelium” ist klar definiert als “Wort des Herrn”.
    • Es geht um den Herrn Jesus und seine Taten und nicht um uns.
Jüngerschaft (Verse 22-24)
  • Barnabas wurde von Jerusalem nach Antiochia gesandt, um die neuen Christen zu stärken.
    • Die Gemeinde in der Apostelgeschichte legte großen Wert auf Nacharbeit.
  • Barnabas ist ein Vorbild für das Jüngermachen.
  • Er tat zwei wichtige Dinge für die Jünger in Antiochia, die für das Jüngermachen zentral sind:
    • Er freute sich über die Gnade Gottes in ihrem Leben (Ermutigung).
    • Er ermahnte sie, mit festem Herzen bei dem Herrn zu bleiben (Ermahnung).
  • Obwohl Gott verheißen hat, daß er seinen Geist im Neuen Testament aussendet, sodass wahre Jünger mit ihrem Herzen beim Herrn bleiben werden, gebraucht er doch andere Christen dazu, damit wir im praktischen Leben nicht vom Glauben abfallen.
    • 40 Und ich will einen ewigen Bund mit ihnen schließen, daß ich nicht von ihnen ablassen will, ihnen wohlzutun. Und ich werde die Furcht vor mir in ihr Herz geben, damit sie nicht mehr von mir abweichen. (Jer 32,40)
  • Wir brauchen einen Barnabas und sollten irgendwann selbst zu einem Barnabas werden.
Lehre (Verse 25-26)
  • Ein wichtiger Teil der Jüngerschaft ist das allgemeine Ermutigen und Ermahnen im Herrn.
  • Dazu muss aber auch das intensive Lehren der Wahrheiten der Schrift kommen.
  • Barnabas wusste, dass er dazu Paulus brauchte und holte ihn aus Tarsus.
  • Paulus war intensiv mit der Heiligen Schrift vertraut und fähig, zu lehren.
    • 22 Saulus aber wurde noch mehr gestärkt und beunruhigte die Juden, die in Damaskus wohnten, indem er bewies, daß dieser der Christus ist. (Apg 9,22)
  • Barnabas und Paulus wurden in gewisser Hinsicht die ersten Ältesten der Gemeinde.
  • Das ist ein Muster des Neuen Testaments, dass Gemeinden von einer Mehrzahl männlicher Älteste geleitet werden.
    • 5 Ich habe dich zu dem Zweck in Kreta zurückgelassen, damit du das, was noch mangelt, in Ordnung bringst und in jeder Stadt Älteste einsetzt, so wie ich dir die Anweisung gegeben habe. Tit 1,5)
  • Die Lehre war so intensiv und fruchtbringend, dass die Gläubigen Christus immer ähnlicher wurden und deshalb Christen genannt wurden.
    • 11 Und Er hat etliche als Apostel gegeben, etliche als Propheten, etliche als Evangelisten, etliche als Hirten und Lehrer, 12 zur Zurüstung der Heiligen, für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes des Christus, 13 bis wir alle zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, zur vollkommenen Mannesreife, zum Maß der vollen Größe des Christus; 14 damit wir nicht mehr Unmündige seien, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch das betrügerische Spiel der Menschen, durch die Schlauheit, mit der sie zum Irrtum verführen, 15 sondern, wahrhaftig in der Liebe, heranwachsen in allen Stücken zu ihm hin, der das Haupt ist, der Christus. (Eph 4,11-15)
Gute Werke (Verse 27-30)
  • Die neuen Gemeinden zeichneten sich durch viele gute Werke aus, insbesondere der Armenhilfe.
    • 9 Und als sie die Gnade erkannten, die mir gegeben ist, reichten Jakobus und Kephas und Johannes, die als Säulen gelten, mir und Barnabas die Hand der Gemeinschaft, damit wir unter den Heiden, sie aber unter der Beschneidung wirkten; 10 nur sollten wir an die Armen gedenken, und ich habe mich auch eifrig bemüht, dies zu tun. (Gal 2,9-10)
  • Evangelisation und sozialer Dienst werden sehr oft gegeneinander ausgespielt, aber die neutestamentliche Gemeinde prioritisierte beides.
  • Der starke Glaube der Jünger erwies sich praktisch in ihrer Bereitschaft, von ihrem Geld den hilfebedürftigen Christen in Judäa abzugeben.
  • Das soziale Wirken der Jünger war in der Apostelgeschichte aber nie ideologisch aufgeladen.
    • Man wollte nicht die Gesellschaft transformieren, sondern man predigte treu das Evangelium, tat gute Werke und half den Armen.

  • Noch ein Wort zu den Propheten im Neuen Testament:
    • Nirgendwo wird angedeutet, dass es im Neuen Testament irgendeine andere Form von Prophetie gibt oder andere Kriterien für Propheten als im Alten Testament.
    • Ein wahrer Prophet zeichnet sich dadurch aus, dass die Dinge, die er ankündigt, unweigerlich eintreffen.
      • 20 Doch der Prophet, der so vermessen ist, in meinem Namen zu reden, was ich ihm nicht zu reden geboten habe, oder der im Namen anderer Götter redet, jener Prophet soll sterben! 21 Wenn du aber in deinem Herzen sprichst: “Woran können wir das Wort erkennen, das der HERR nicht geredet hat?”, dann sollst du wissen: 22 Wenn der Prophet im Namen des HERRN redet, und jenes Wort geschieht nicht und trifft nicht ein, so ist es ein Wort, das der HERR nicht geredet hat; der Prophet hat aus Vermessenheit geredet, du sollst dich vor ihm nicht fürchten! (Dtn 18,20-22)
    • Selbst wenn die Ankündigungen eines Propheten eintrafen, musste seine Lehre immer noch geprüft werden.
      • 2 Wenn in deiner Mitte ein Prophet oder Träumer aufstehen wird und dir ein Zeichen oder Wunder angibt, 3 und das Zeichen oder Wunder trifft ein, von dem er zu dir geredet hat, und er spricht nun: “Laßt uns anderen Göttern nachfolgen – die du nicht gekannt hast -, und laßt uns ihnen dienen!”, 4 so sollst du den Worten eines solchen Propheten oder eines solchen Träumers nicht gehorchen; denn der HERR, euer Gott, prüft euch, um zu erfahren, ob ihr den HERRN, euren Gott, wirklich von ganzem Herzen und von ganzer Seele liebt. (Dtn 13,2-4)
  • Das Amt der Propheten und Apostel kam mit der Gründung der Gemeinde und der Abfassung des Neuen Testaments zu einem Ende.
    • 19 So seid ihr nun nicht mehr Fremdlinge ohne Bürgerrecht und Gäste, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, 20 auferbaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, während Jesus Christus selbst der Eckstein ist. (Eph 2,19-20)

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