Predigt vom 25.02.2018: Stefan Beyer – Apostelgeschichte 11,1-18 – Widerstand gegen das Wirken Gottes

Audio-Download (mp3)

Apostelgeschichte 11,1-18 – Widerstand gegen das Wirken Gottes

1 Und die Apostel und die Brüder, die in Judäa waren, hörten, daß auch die Heiden das Wort Gottes angenommen hatten. 2 Und als Petrus nach Jerusalem hinaufkam, machten die aus der Beschneidung ihm Vorwürfe 3 und sprachen: Zu unbeschnittenen Männern bist du hineingegangen und hast mit ihnen gegessen! 4 Da begann Petrus und erzählte ihnen alles der Reihe nach und sprach: 5 Ich war in der Stadt Joppe und betete; da sah ich in einer Verzückung ein Gesicht: ein Gefäß kam herab, wie ein großes, leinenes Tuch, das an vier Enden vom Himmel herabgelassen wurde, und es kam bis zu mir. 6 Als ich nun hineinblickte und es betrachtete, sah ich die vierfüßigen Tiere der Erde und die Raubtiere und die kriechenden Tiere und die Vögel des Himmels. 7 Und ich hörte eine Stimme, die zu mir sprach: Steh auf, Petrus, schlachte und iß! 8 Ich aber sprach: Keineswegs, Herr! Denn nie ist etwas Gemeines oder Unreines in meinen Mund gekommen! 9 Aber eine Stimme vom Himmel antwortete mir zum zweitenmal: Was Gott gereinigt hat, das halte du nicht für gemein! 10 Dies geschah aber dreimal; und alles wurde wieder in den Himmel hinaufgezogen. 11 Und siehe, in dem Augenblick standen vor dem Haus, in dem ich war, drei Männer, die aus Cäsarea zu mir gesandt worden waren. 12 Und der Geist sprach zu mir, ich solle ohne Bedenken mit ihnen ziehen. Es kamen aber auch diese sechs Brüder mit mir, und wir gingen in das Haus des Mannes hinein. 13 Und er berichtete uns, wie er den Engel in seinem Haus stehen sah, der zu ihm sagte: Sende Männer nach Joppe und laß Simon mit dem Beinamen Petrus holen; 14 der wird Worte zu dir reden, durch die du gerettet werden wirst, du und dein ganzes Haus. 15 Als ich aber zu reden anfing, fiel der Heilige Geist auf sie, gleichwie auf uns am Anfang. 16 Da gedachte ich an das Wort des Herrn, wie er sagte: Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit Heiligem Geist getauft werden. 17 Wenn nun Gott ihnen die gleiche Gabe verliehen hat wie auch uns, nachdem sie an den Herrn Jesus Christus gläubig geworden sind, wer war ich denn, daß ich Gott hätte wehren können? 18 Als sie aber das hörten, beruhigten sie sich und priesen Gott und sprachen: So hat denn Gott auch den Heiden die Buße zum Leben gegeben!
Widerstand
  • Petrus kommt nach Jerusalem zurück und wird von “denen aus der Beschneidung” konfrontiert (Vers 2).
  • Sie warfen ihm vor, dass er die jüdischen Regeln (nicht die Regeln des Alten Testaments) überschritten hat (Vers 3).
  • Für die Juden zur Zeit Jesu war Tradition ein falscher Götze.
    • 6 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Trefflich hat Jesaja von euch Heuchlern geweissagt, wie geschrieben steht: “Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, doch ihr Herz ist fern von mir. 7 Vergeblich aber verehren sie mich, weil sie Lehren vortragen, die Menschengebote sind.” 8 Denn ihr verlaßt das Gebot Gottes und haltet die Überlieferung der Menschen ein, Waschungen von Krügen und Bechern; und viele andere ähnliche Dinge tut ihr. 9 Und er sprach zu ihnen: Trefflich verwerft ihr das Gebot Gottes, um eure Überlieferung festzuhalten. (Mk 7,6-9)
  • Gesetzlichkeit ist nicht ein übermäßiges Anwenden der Schrift, sondern ein Abwenden von der Schrift hin zu Traditionen.
  • Die aus der Beschneidung waren nicht fähig, sich über die Gnade Gottes unter den Heiden zu freuen.
  • Sie wollten die Gnade Gottes auf ihre eigene Kultur beschränken.
  • Sie vergaßen, dass Gott die Juden nicht wegen ihrer Besonderheit erwählt hatte.
    • 7 Nicht deshalb, weil ihr zahlreicher wärt als alle Völker, hat der HERR sein Herz euch zugewandt und euch erwählt – denn ihr seid das geringste unter allen Völkern -, 8 sondern weil der HERR euch liebte und weil er den Eid halten wollte, den er euren Vätern geschworen hatte, darum hat der HERR euch mit starker Hand herausgeführt und dich erlöst aus dem Haus der Knechtschaft, aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten. (Dtn 7,7-8)
  • Diese Menschen hatten die Gnade Gottes vergessen.
    • 9 Wem dagegen diese Dinge fehlen, der ist blind und kurzsichtig und hat die Reinigung von seinen früheren Sünden vergessen. (2 Petr 1,9)
  • Es ist ein Muster, dass wenn man etwas Neues für den Herrn tut, man Widerstand erfährt, oft aus den eigenen Reihen.
  • Häufig ist der Widerstand berechtigt, weil wir törichte oder falsche Entscheidungen treffen.
    • 12 Mancher Weg erscheint dem Menschen richtig, aber zuletzt führt er ihn doch zum Tod. (Spr 14,12)
  • Deshalb sollen wir auch auf einander achten und uns zum Guten anreizen.
    • 24 Und laßt uns aufeinander achtgeben, damit wir uns gegenseitig anspornen zur Liebe und zu guten Werken, 25 indem wir unsere eigene Versammlung nicht verlassen, wie es einige zu tun pflegen, sondern (Hebr 10,24-25)
  • Aber gelegentlich ist der Widerstand auch unbegründet und entspricht einem Herzen, dass nicht von der Gnade Gottes überwältigt ist.
Gott bestätigt sein Wirken
  • Gott bestätigte dem Petrus seine Mission durch mehreres direktes Eingreifen.
    • Die Vision mit dem großen, leinenen Tuch (Verse 7-10).
    • Die Fügung, dass in dem Augenblick die drei Männer aus Cäsarea vor dem Haus standen (Vers 11).
    • Der Geist redete zu Petrus, dass er ohne Bedenken mitgehen sollte (Vers 12).
    • Gott hatte Kornelius schon vorbereitet (Verse 13 und 14).
    • Der Heilige Geist fiel sichtbar auf Kornelius und die, die bei ihm waren (Vers 15).
  • Petrus war klar, dass er Gott nicht wehren dürfte (Vers 17).
  • Es ist hier wichtig zu unterscheiden, wie Gott Petrus sein Wirken bestätigte:
    • Als Apostel bekam er eine besondere Bestätigung durch die Vision, das direkte Reden des Geistes und das sichtbare Herabkommen des Geistes.
      • Dies war auch notwendig, weil dies ein heilsgeschichtlich absolut wichtiger Punkt war: würde die Jerusalemer Gemeinde die heidnischen Christen aufnehmen.
      • Hätte sie es nicht getan, wären dauerhaft zwei Gemeinden entstanden.
    • Er bekam aber auch eine allgemeine Bestätigung durch die Vorsehung und durch das Wort Gottes.
      • Gott führte die Männer zu Petrus und ihn dann zu Kornelius.
      • Das, was Petrus erlebte, entsprach dem Wort Gottes (Vers 16).
  • Das sind auch die zwei wichtigen Bestätigungen, die wir von Gott brauchen:
    • Entspricht unser Tun dem Wort Gottes.
    • Bekräftigt Gott sein Werk durch seine Vorsehung.
Das wesentliche Merkmal des Wirkens Gottes ist, dass er Buße schenkt
  • Es gibt in Vers 18 noch eine interessante Formulierung.
  • Die Apostel schließen aus dem Gesagten, dass Gott wirksam war und das Haus von Kornelius errette.
  • Sie drücken das aber folgendermaßen aus: Gott hat auch Kornelius, seinen Freunden und Verwandten die Buße zum Leben gegeben.
  • Das heißt, da wo Gott wirklich am Wirken ist,
    • feiern Menschen nicht den lautesten Lobpreis
    • erleben Menschen nicht die größten Zeichen und Wunder
    • helfen Menschen nicht am meisten, die Gesellschaft zu transformieren,
    • sondern sie tun Buße für ihre Sünden.
  • Gott ist da am meisten am Wirken, wo Menschen am meisten ihrer Sünden erkennen und sich zu Jesus Christus bekehren.
    • 8 Und wenn jener kommt, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und vom Gericht; 9 von Sünde, weil sie nicht an mich glauben; 10 von Gerechtigkeit aber, weil ich zu meinem Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht; 11 vom Gericht, weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist. (Joh 16,8-11)
  • Das heißt, das wesentliche Merkmal des Wirkens Gottes des Heiligen Geistes ist Heiligkeit, die aus Sündenerkenntnis, Umkehr zu Gott und Freude über die Gnade Gottes besteht.
    • 5 denn unser Evangelium ist nicht nur im Wort zu euch gekommen, sondern auch in Kraft und im  Heiligen Geist und in großer Gewißheit, so wie ihr ja auch wißt, wie wir unter euch gewesen sind  um euretwillen. 6 Und ihr seid unsere und des Herrn Nachahmer geworden, indem ihr das Wort unter viel  Bedrängnis aufgenommen habt mit Freude des Heiligen Geistes, 7 so daß ihr Vorbilder geworden seid für alle Gläubigen in Mazedonien und Achaja. 8 Denn von euch aus ist das Wort des Herrn erklungen; nicht nur in Mazedonien und Achaja,  sondern überall ist euer Glaube an Gott bekanntgeworden, so daß wir es nicht nötig haben, davon  zu reden. 9 Denn sie selbst erzählen von uns, welchen Eingang wir bei euch gefunden haben und wie ihr  euch von den Götzen zu Gott bekehrt habt, um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen, 10 und um seinen Sohn aus dem Himmel zu erwarten, den er aus den Toten auferweckt hat,  Jesus, der uns errettet vor dem zukünftigen Zorn. (1Thess 1,5-10)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: