Predigt vom 3.12.2017: Stefan Beyer – Apostelgeschichte 9:1-9 – Die wundersame Gnade Gottes

Apostelgeschichte 9:1-9 – Die wundersame Gnade Gottes

1 Saulus aber, der noch Drohung und Mord schnaubte gegen die Jünger des Herrn, ging zum Hohenpriester 2 und erbat sich von ihm Briefe nach Damaskus an die Synagogen, in der Absicht, wenn er irgendwelche Anhänger des Weges fände, ob Männer oder Frauen, sie gebunden nach Jerusalem zu führen. 3 Als er aber hinzog, begab es sich, daß er sich Damaskus näherte; und plötzlich umstrahlte ihn ein Licht vom Himmel. 4 Und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die zu ihm sprach: Saul! Saul! Warum verfolgst du mich? 5 Er aber sagte: Wer bist du, Herr? Der Herr aber sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst. Es wird dir schwer werden, gegen den Stachel auszuschlagen! 6 Da sprach er mit Zittern und Schrecken: Herr, was willst du, daß ich tun soll? Und der Herr antwortete ihm: Steh auf und geh in die Stadt hinein, so wird man dir sagen, was du tun sollst! 7 Die Männer aber, die mit ihm reisten, standen sprachlos da, denn sie hörten zwar die Stimme, sahen aber niemand. 8 Da stand Saulus von der Erde auf; doch obgleich seine Augen geöffnet waren, sah er niemand. Sie leiteten ihn aber an der Hand und führten ihn nach Damaskus. 9 Und er konnte drei Tage lang nicht sehen und aß nicht und trank nicht.
Souveräne Gnade
  • Saulus hat Jesus nicht gesucht, sondern im Gegenteil die Gemeinde verfolgt (Verse 1-2).
  • Der Herr begegnete ihm plötzlich (Vers 3).
  • Wahrscheinlich hatte der Herr ihn schon länger zu sich gezogen und nun kam der letzte Schritt (Vers 5).
  • Nur Saulus sah den auferstanden Herrn, die Männer, die mit ihm reisten, hörten nur die Stimme (Vers 7).
  • Saulus war nun zwar geistlich sehend, aber körperlich eine zeitlang blind (Vers 9).
  • Die Bekehrung des Saulus ist die zentrale Zurschaustellung des Neuen Testaments, die zeigt, wie ein Mensch zu Jesus kommt
  • Der Hauptpunkt, der bei der Bekehrung des Paulus hervorsticht, ist, dass nicht er Gott gesucht hat, sondern vollkommen unverdient von Gott gesucht und gefunden wurde.
    • 3 Er sagte aber zu ihnen dieses Gleichnis und sprach: 4 Welcher Mensch unter euch, der hundert Schafe hat und eines von ihnen verliert, läßt nicht die neunundneunzig in der Wildnis und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? 5 Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es auf seine Schulter mit Freuden; 6 und wenn er nach Hause kommt, ruft er die Freunde und Nachbarn zusammen und spricht zu ihnen: Freut euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war! (Lk 15,3-6)
    • 20 Jesaja aber wagt sogar zu sagen: “Ich bin von denen gefunden worden, die mich nicht suchten; ich bin denen offenbar geworden, die nicht nach mir fragten”. (Röm 10,20)
  • Auch wenn wir nicht alle wie Saulus die Gemeinde verfolgt haben, so war doch keiner von uns auf der Suche nach Jesus.
  • Hätte Jesus nicht nach uns gesucht und wäre souverän in unser Leben getreten, hätten wir alle das Potential, zu einem Verfolger der Gemeinde zu werden, oder zumindest zu einem Spötter.
  • Die Erkenntnis der souveränen Gnade führt dazu, dass Gott allein alle Ehre für unsere Errettung bekommt.
    • 30 Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht worden ist zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung, 31 damit es geschehe, wie geschrieben steht: “Wer sich rühmen will, der rühme sich des Herrn!” (1 Kor 1,30-31)
Übernatürliche Gnade
    • Der neue Glaube des Saulus war vollkommen auf ein übernatürliches Eingreifen von Jesus zurückzufähren.
    • Er war keine natürliche Entwicklung seines Herzens (Liberalismus) noch wirkte die Gnade Gottes mit seinem Herzen zusammen (Katholizismus).
    • Das neue geistliche Leben von Paulus und die geistliche Sicht auf Jesus war vollkommen ein Wirken von Gott.
      • 4 Bei den Ungläubigen, denen der Gott dieser Weltzeit die Sinne verblendet hat, so daß ihnen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus nicht aufleuchtet, welcher Gottes Ebenbild ist. 6 Denn Gott, der dem Licht gebot, aus der Finsternis hervorzuleuchten, er hat es auch in unseren Herzen licht werden lassen, damit wir erleuchtet werden mit der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi. (2 Kor 4,4-6)
    • An anderer Stelle nennt die Bibel diesen Vorgang Neugeburt/Wiedergeburt oder Erneuerung durch den Heiligen Geist.
      • 5 Da hat er uns – nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hätten, sondern aufgrund seiner Barmherzigkeit – errettet durch das Bad der Wiedergeburt und durch die Erneuerung des Heiligen Geistes. (Tit 3,5)
    • Deshalb ist das wahre Christentum eine durch und durch übernatürliche Religion, die durch den Heiligen Geist im Herzen eines Menschen geboren wird.
      • 3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen! 4 Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Er kann doch nicht zum zweitenmal in den Schoß seiner Mutter eingehen und geboren werden? 5 Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen! (Joh 3,3-5)
    • Ein Christentum ohne Neugeburt entweder in Form des Liberalismus (Moral und Ethik) noch in Form des Katholizismus (Gnade + Werke) ist nicht das Christentum des Neuen Testaments.
    • Solange ich primär glaube, dass ich Christ bin,
      • weil ich irgendwann einmal getauft wurde oder andere Sakramente empfangen habe,
      • oder weil ich mich christlich verhalte
      • oder weil meine Familie halt christlich ist,
      • und ich aber noch nicht die Neugeburt und das geistliche Sehen auf Christus empfangen habe, dann bin ich noch kein Christ im neutestamentlichen Sinn.

Demütigende Gnade

  • Paulus war ein stolzer Pharisäer, aber die Begegnung mit Jesus hat ihn zutiefst gedemütigt.
    • Er fiel auf die Erde (Vers 4).
    • Er nannte Jesus seinen Herrn (Kyrios, Vers 5).
    • Er redete mit Zittern und Schrecken (Vers 6).
    • Er wollte Jesus gehorsam sein und fragte, was er tun soll (Vers 6).
    • Jesus gab ihm einen Befehl, den Paulus ausführte (Vers 6).
    • Jesus trug ihm in diesem Befehl auf, sich anderen geistlichen Autoritäten unterzuordnen (Vers 6).
    • Saulus sah nichts und mußte geführt werden (Vers 8).
  • Da wo die souveräne Gnade Gottes wirkt und eine echte Begegnung mit Jesus und eine echte Neugeburt stattgefunden hat, findet auch eine tiefe Demütigung statt.
  • Der Mensch, der mit der Herrlichkeit Gottes konfrontiert wird, sinkt vor ihr zusammen:
    • 1 Im Todesjahr des Königs Ussija sah ich den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron, und seine Säume erfüllten den Tempel. 2 Seraphim standen über ihm; jeder von ihnen hatte sechs Flügel: mit zweien bedeckten sie ihr Angesicht, mit zweien bedeckten sie ihre Füße, und mit zweien flogen sie. 3 Und einer rief dem anderen zu und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der HERR der Heerscharen; die ganze Erde ist erfüllt von seiner Herrlichkeit! 4 Da erbebten die Pfosten der Schwellen von der Stimme des Rufenden, und das Haus wurde mit Rauch erfüllt. 5 Da sprach ich: Wehe mir, ich vergehe ! Denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen und wohne unter einem Volk, das unreine Lippen hat; denn meine Augen haben den König, den HERRN der Heerscharen, gesehen! (Jes 6,1-5)
  • Eines der Hauptkennzeichen des Neuen Testaments, dass jemand wahren Glauben hat, ist, dass er Christus gehorsam ist.
    • 3 Und daran erkennen wir, daß wir ihn erkannt haben, wenn wir seine Gebote halten. 4 Wer sagt: “Ich habe ihn erkannt”, und hält doch seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in einem solchen ist die Wahrheit nicht. (1 Joh 2,3-4)
  • Da wo die Kennzeichen der Demut und des Gehorsam fehlen, hat noch keine lebendige Begegnung mit Jesus stattgefunden und die Gnade Gottes ist dort nicht am wirken.
    • 15 Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt und dessen Name “Der Heilige” ist: In der Höhe und im Heiligtum wohne ich und bei dem, der zerschlagenen und gedemütigten Geistes ist, damit ich den Geist der Gedemütigten belebe und das Herz der Zerschlagenen erquicke. (Jes 57,15)

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