Predigt vom 12.11.2017: Stefan Beyer – Apostelgeschichte 6:1-7 – Konflikte in der Gemeinde lösen

Audio-Download (mp3)

Apostelgeschichte 6,1-7 – Konflikte in der Gemeinde lösen

1 In jenen Tagen aber, als die Zahl der Jünger wuchs, entstand ein Murren der Hellenisten gegen die Hebräer, weil ihre Witwen bei der täglichen Hilfeleistung übersehen wurden. 2 Da beriefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es ist nicht gut, daß wir das Wort Gottes vernachlässigen, um bei den Tischen zu dienen. 3 Darum, ihr Brüder, seht euch nach sieben Männern aus eurer Mitte um, die ein gutes Zeugnis haben und voll Heiligen Geistes und Weisheit sind; die wollen wir für diesen Dienst einsetzen, 4 wir aber wollen beständig im Gebet und im Dienst des Wortes bleiben! 5 Und das Wort gefiel der ganzen Menge, und sie erwählten Stephanus, einen Mann voll Glaubens und Heiligen Geistes, und Philippus und Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, einen Proselyten aus Antiochia. 6 Diese stellten sie vor die Apostel, und sie beteten und legten ihnen die Hände auf. 7 Und das Wort Gottes breitete sich aus, und die Zahl der Jünger mehrte sich sehr in Jerusalem; auch eine große Zahl von Priestern wurde dem Glauben gehorsam.
Das Problem (Vers 1)
  • Die Witwen der griechischstämmigen Judenchristen wurden bei der Versorgung übersehen.
    • Die neutestamentliche Gemeinde übte ein besondere Verantwortung für Witwen aus, weil sie sozial am schlechtesten gestellt waren (siehe 1 Tim 5).
  • Dieses Übersehen erzeugte ein Murren (Bitterkeit) in der Gemeinde.
  • Das Problem entstand zunächst aus der wachsenden Zahl der Jünger.
  • Aber es könnten auch frühere Ressentiments zwischen hebräischstämmigen und griechischstämmigen Juden eine Rolle gespielt haben.
Die Lösung (Vers 2-6)
  • Die Apostel wollten sich nicht von ihren Hauptaufgabe ablenken lassen, das Wort Gottes zu verkünden.
  • Sie riefen die Gemeinde auf, sich Männer zu suchen, die Verantwortung für diese Problem übernehmen könnten.
  • Diese Männer sollten ein gutes Zeugnis haben und voll Heiligen Geistes und Weisheit sein.
  • Sie wurden dann von den Aposteln in den Dienst eingesetzt.
  • Die Apostel widmeten sich dem Gebet und dem Dienst des Wortes.
  • Die Menge erwählte 7 Männern für diesen Dienst und stellte sie vor die Apostel.
  • Diese setzten sie offiziell in ihren Dienst ein.
Das Prinzip
  • In einer Gemeinde wird es Konflikte geben.
    • Diese Konflikte sind zum Teil nicht sündigen Ursprungs, sondern kommen einfach daher, dass die Gemeinde wächst und nicht mehr alle Wünsche gleichzeitig befriedigt werden können.
    • Aber zum Teil sind sie auch sündigen Ursprungs, weil die sündhafte Natur immernoch Teil der Christen ist und bleibt.
      • 21 Ich finde also das Gesetz vor, wonach mir, der ich das Gute tun will, das Böse anhängt. 22 Denn ich habe Lust an dem Gesetz Gottes nach dem inneren Menschen; 23 ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das gegen das Gesetz meiner Gesinnung streitet und mich gefangennimmt unter das Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist. (Röm 7,21-23)
  • Die Konflikte dürfen nicht ignoriert werden, sondern müssen aktiv angegangen werden.
    • Daraus ergibt sich die Notwendigkeit einer klugen Gemeindeleitung.
      • 17 Die Ältesten, die gut vorstehen, sollen doppelter Ehre wert geachtet werden, besonders die, welche im Wort und in der Lehre arbeiten. (1 Tim 5,17)
  • Konflikte in der Gemeinde werden auf zweifache Weise gelöst:
    • Indem treue und weise Älteste und Diakone eingesetzt werden.
    • Indem der Dienst im Gebet und im Wort Priorität behält.
      • 11 Dies sollst du gebieten und lehren! 12 Niemand verachte dich wegen deiner Jugend, sondern sei den Gläubigen ein Vorbild im Wort, im Wandel, in der Liebe, im Geist, im Glauben, in der Keuschheit! 13 Bis ich komme, sei bedacht auf das Vorlesen, das Ermahnen und das Lehren. 14 Vernachlässige nicht die Gnadengabe in dir, die dir verliehen wurde durch Weissagung unter Handauflegung der Ältestenschaft! 15 Dies soll deine Sorge sein, darin sollst du leben, damit deine Fortschritte in allen Dingen offenbar seien! 16 Habe acht auf dich selbst und auf die Lehre; bleibe beständig dabei! Denn wenn du dies tust, wirst du sowohl dich selbst retten als auch die, welche auf dich hören. (1 Tim 4,11-16)
  • Kurzfristige Lösung von Konflikten geschieht durch treue und weise Mitarbeiter in der Gemeindeleitung.
  • Langfristige Lösung von Konflikten geschieht durch die Veränderung, die ein beständiges Predigen des Evangeliums bewirkt.
    • 3 Tut nichts aus Selbstsucht oder nichtigem Ehrgeiz, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst. 4 Jeder schaue nicht auf das Seine, sondern jeder auf das des anderen. 5 Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war, 6 der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; 7 sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen; 8 und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz. (Phil 2,3-8)
  • Wir sehen hier auch das neutestamentliche Modell der Gemeindeleitung: kongregationalisitische Gemeinden, die von Ältesten (hier noch Aposteln) und Diakonen geführt werden.
Das Ergebnis (Vers 7)
  • Das Wort Gottes breitete sich aus.
  • Die Zahl der Jünger mehrte sich sehr.
  • Eine große Zahl von Priestern wurde dem Glauben gehorsam.
    • Die Gemeinde wirkte in unterschiedliche soziale Schichten hinein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: