Werktagsgottesdienst vom 10.08.2017: Stefan Beyer – Johannes 11,45-57 – Eine erstaunliche Errettung und ein mächtiger Retter

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Das Video zur Predigt erscheint auf dem Youtube-Kanal der Evangeliumsgemeinde.

Werktagsgottesdienst vom 10. August 2018

Johannes 11:45-57 – Eine erstaunliche Errettung und ein mächtiger Retter

45 Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren und sahen, was Jesus getan hatte, glaubten an ihn. 46 Etliche aber von ihnen gingen zu den Pharisäern und sagten ihnen, was Jesus getan hatte. 47 Da versammelten die obersten Priester und die Pharisäer den Hohen Rat und sprachen: Was sollen wir tun? Denn dieser Mensch tut viele Zeichen! 48 Wenn wir ihn so fortfahren lassen, werden alle an ihn glauben; und dann kommen die Römer und nehmen uns das Land und das Volk weg! 49 Einer aber von ihnen, Kajaphas, der in jenem Jahr Hoherpriester war, sprach zu ihnen: Ihr erkennt überhaupt nichts, 50 und ihr bedenkt nicht, daß es für uns besser ist, daß ein Mensch für das Volk stirbt, als daß das ganze Volk zugrundegeht! 51 Dies redete er aber nicht aus sich selbst; sondern weil er in jenem Jahr Hoherpriester war, weissagte er; denn Jesus sollte für das Volk sterben, 52 und nicht für das Volk allein, sondern auch, um die zerstreuten Kinder Gottes in Eins zusammenzubringen. 53 Von jenem Tag an beratschlagten sie nun miteinander, um ihn zu töten. 54 Darum ging Jesus nicht mehr öffentlich unter den Juden umher, sondern zog von dort weg in die Gegend nahe bei der Wüste, in eine Stadt namens Ephraim, und hielt sich dort auf mit seinen Jüngern. 55 Es war aber das Passah der Juden nahe. Und viele aus dem ganzen Land gingen vor dem Passah nach Jerusalem hinauf, um sich zu reinigen. 56 Da suchten sie Jesus und sprachen zueinander, als sie im Tempel standen: Was meint ihr, kommt er nicht zu dem Fest? 57 Sowohl die obersten Priester als auch die Pharisäer hatten aber einen Befehl gegeben, daß, wenn jemand wisse, wo er sei, er es anzeigen solle, damit sie ihn ergreifen könnten.
  • Das Johannesevangelium gibt uns tiefe Einblicke in das Wesen Gottes und seines Werkes.
    • Gerade in unserer modernen Zeit brauchen wir das Johannesevangelium, um unsere Gedanken neu durch Gott ordnen zu lassen.
  • In diesem Abschnitt erfahren wir eine der tiefgehendsten Lehren der Bibel: Gott wirkt mitten in der Sünde und dem Bösen, um seinen Plan zu erfüllen.
  • Dieser Abschnitt zeigt uns:
    • das Ausmaß der menschlichen Sünde: die Bereitschaft, den Sohn Gottes zu ermorden
    • das Wunder der göttlichen Souveränität: aus der Sünde entsteht Rettung
    • das Wesen von Jesus Tod: Jesus stirbt für seine zerstreuten Kinder
Das Ausmaß der menschlichen Sünde
  • Die Auferweckung des Lazarus war ein öffentliches Wunder in den Außenbezirken von Jerusalem.
  • Vielen Menschen erkannten dieses Wunder an und glaubten an Jesus (Vers 45).
  • Die obersten Priester und die Pharisäer versammelten den Hohen Rat und mußten selbst die Wunder Jesu anerkennen (Vers 47).
  • Sie wussten, dass Jesus der Sohn Gottes war, aber ihr Priorität waren ihre persönlichen Vorrechte (Vers 48).
    • 38 Als aber die Weingärtner den Sohn sahen, sprachen sie untereinander: Das ist der Erbe! Kommt, laßt uns ihn töten und sein Erbgut in Besitz nehmen! (Matthäus 21:38)
  • Kajaphas, der Hohepriester, der eigentlich am gottesfürchtigsten sein sollte, ruft offen zum Mord an Jesus auf (Verse 49, 50).
  • Dies wurde vom Hohenrat als Entschluß aufgenommen, Jesus zu töten (Vers 53).
  • Nun waren sie vollends bereit, Jesus zu ergreifen und umzubringen (Vers 57).
  • Das wahre Ausmaß der menschlichen Sünde zeigt sich darin, dass jeder natürliche Mensch Gott hasst.
    • 6 Denn das Trachten des Fleisches ist Tod, das Trachten des Geistes aber Leben und Frieden, 7 weil nämlich das Trachten des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist; denn es unterwirft sich dem Gesetz Gottes nicht, und kann es auch nicht; 8 und die im Fleisch sind, können Gott nicht gefallen. (Römer 8:6-8)
Das Wunder der göttlichen Souveränität
  • Obwohl der Hohepriester in offener Feindschaft zu Gott die Ermordung von Jesus fordert, gebraucht Gott diese Feindschaft, um seinen Rettungsplan zu erfüllen.
  • Der böse Ausspruch des Hohepriesters wurde durch den Heiligen Geist zur Weissagung (Vers 51).
  • Durch die Ermordung von Jesus wurde Gottes Plan nicht gehindert, sondern sogar erfüllt (Verse 51, 52).
  • Dennoch ist der Hohepriester und alle, die sich an der Ermordung von Jesus beteiligt haben, voll verantwortlich, weil sie aus ihrer Sicht nicht Gottes Willen erfüllen wollten, sondern ihre bösen Absichten.
    • 5 Wehe Assyrien, der Rute meines Zorns, der in seiner Hand den Stock meines Grimms trägt! 6 Gegen eine gottlose Nation werde ich ihn senden, und gegen das Volk, dem ich zürne, will ich ihn aufbieten, damit er Beute macht und Raub holt und es zertritt wie Kot auf der Gasse! 7 Aber er meint es nicht so, und sein Herz denkt nicht so, sondern er nimmt sich vor, Völker umzubringen und auszurotten, und zwar nicht wenige. 8 Denn er spricht: Sind nicht alle meine Fürsten Könige? 9 Ist nicht Kalne wie Karkemisch, Hamat wie Arpad, Samaria wie Damaskus? 10 Wie meine Hand sich der Königreiche der Götzen bemächtigt hat, deren Götterbilder doch mächtiger waren als die von Jerusalem und Samaria, 11 und wie ich es mit Samaria und ihren Götzen gemacht habe, sollte ich es nicht auch mit Jerusalem und ihren Götzenbildern so machen? 12 Und es wird geschehen: Wenn einst der Herr sein ganzes Werk am Berg Zion und an Jerusalem vollendet hat, so will ich Vergeltung üben an der Frucht des überheblichen Herzens des Königs von Assyrien und an dem Trotz seiner hochfahrenden Augen! (Jesaja 10:5-12)
Das Wesen von Jesu Tod
  • Jesus starb nicht, um die Errettung der Menschheit möglich zu machen, sondern um sein Volk zu erretten (Vers 51).
  • Das Johannesevangelium spricht davon, dass Jesus Schafe (Johannes 10:11), Freunde (Johannes 15:13), Menschen, die Gott ihm gegeben hat (Johannes 17:2) oder hier zerstreute Kinder Gottes (Vers 52) hat, für die er sein Leben am Kreuz gibt, um sie zu erretten.
  • Die biblische Lehre über das Werk Jesu am Kreuz ist nicht, dass er für alle starb, um ihnen die Möglichkeit zu geben, errettet zu werden, sondern dass er für sein Volk starb, um ihre Sünden wegzunehmen und ihre Rettung zu bewirken.
    • 21 Sie wird aber einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk erretten von ihren Sünden. (Matthäus 1:21)
    • 8 Denn er wurde aus dem Land der Lebendigen weggerissen; wegen der Übertretung meines Volkes hat ihn Strafe getroffen. (Jesaja 53:8)
  • Jesus war nicht allgemeiner Stellvertreter der Menschheit am Kreuz, sondern konkrete Sünden von konkreten Menschen wurden auf ihn geworfen.
    • 4 Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen; wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. 5 Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden. 6 Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, jeder wandte sich auf seinen Weg; aber der HERR warf unser aller Schuld auf ihn. (Jesaja 53:4-6)
  • Der Hintergrund ist, dass wir nicht einen schwachen Retter haben, der jetzt im Himmel wartet, ob Menschen an ihn glauben, sondern einen mächtigen Retter, der seinen Siegeszug angetreten hat und sein Volk zu sich führt.
    • 10 Aber dem HERRN gefiel es, ihn zu zerschlagen; er ließ ihn leiden. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Nachkommen sehen und seine Tage verlängern; und das Vorhaben des HERRN wird in seiner Hand gelingen. 11 Nachdem seine Seele Mühsal erlitten hat, wird er seine Lust sehen und die Fülle haben; durch seine Erkenntnis wird mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen, und ihre Sünden wird er tragen. 12 Darum will ich ihm die Vielen zum Anteil geben, und er wird Starke zum Raub erhalten, dafür, daß er seine Seele dem Tod preisgegeben hat und sich unter die Übeltäter zählen ließ und die Sünde vieler getragen und für die Übeltäter gebetet hat. (Jesaja 53:10-12)
Das alttestamentliche Vorbild in der Geschichte von Joseph
  • Seine Brüder hassten ihn und wollten ihn umbringen.
    • 4 Als nun seine Brüder sahen, daß ihr Vater ihn lieber hatte als alle seine Brüder, haßten sie ihn und wollten ihn nicht mehr mit dem Friedensgruß grüßen. 5 Joseph aber hatte einen Traum und verkündete ihn seinen Brüdern; da haßten sie ihn noch mehr. (1. Mose 37:4-5)
    • 18 Als sie ihn nun von ferne sahen, ehe er in ihre Nähe kam, beschlossen sie, ihn heimlich umzubringen. (1. Mose 37:18)
  • Gott gebrauchte ihren Hass und ihre Mordpläne, um dem Volk Errettung zu bringen.
    • 20 Ihr gedachtet mir zwar Böses zu tun; aber Gott gedachte es gut zu machen, um es so hinauszuführen, wie es jetzt zutage liegt, um ein zahlreiches Volk am Leben zu erhalten. (1. Mose 50:20)
Anwendung
  • Das Böse der Gottlosen schadet weder Gott noch seinem Volk, sondern letztendlich nur ihnen selbst.
    • 11 Denn der Zorn des Menschen muß dich preisen, mit dem Rest der Zornesflammen gürtest du dich. (Psalm 76:11)
  • Jesus ist ein mächtiger Retter, dem es gebührt, gelobt und gepriesen zu werden.

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