Werktagsgottesdienst vom 11.05.2017: Stefan Beyer – Johannes 8,1-11 – Überströmende Gnade

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Johannes 8:1-11 – Überströmende Gnade

1 Jesus aber ging an den Ölberg. 2 Und früh am Morgen kam er wieder in den Tempel, und alles Volk kam zu ihm; und er setzte sich und lehrte sie. 3 Da brachten die Schriftgelehrten und Pharisäer eine Frau zu ihm, die beim Ehebruch ergriffen worden war, stellten sie in die Mitte 4 und sprachen zu ihm: Meister, diese Frau ist während der Tat beim Ehebruch ergriffen worden. 5 Im Gesetz aber hat uns Mose geboten, daß solche gesteinigt werden sollen. Was sagst nun du? 6 Das sagten sie aber, um ihn zu versuchen, damit sie ihn anklagen könnten. Jesus aber bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde. 7 Als sie nun fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie! 8 Und er bückte sich wiederum nieder und schrieb auf die Erde. 9 Als sie aber das hörten, gingen sie – von ihrem Gewissen überführt – einer nach dem anderen hinaus, angefangen von den Ältesten bis zu den Geringsten; und Jesus wurde allein gelassen, und die Frau, die in der Mitte stand. 10 Da richtete sich Jesus auf, und da er niemand sah als die Frau, sprach er zu ihr: Frau, wo sind jene, deine Ankläger? Hat dich niemand verurteilt? 11 Sie sprach: Niemand, Herr! Jesus sprach zu ihr: So verurteile ich dich auch nicht. Geh hin und sündige nicht mehr!
Jesus toleriert keine Sünde.
  • Er entschuldigt die Sünde der Frau in keinster Weise.
  • Er stellt auch nicht das Gesetz in Frage, welches Steinigung vorsah.
    • 10 Wenn ein Mann mit einer Frau Ehebruch treibt, wenn er Ehebruch treibt mit der Frau seines Nächsten, so sollen beide, der Ehebrecher und die Ehebrecherin, unbedingt getötet werden. (3. Mose 20:10)
  • Er sagt ihr zum Abschluß ganz klar, daß sie gesündigt hatte und das nun unterlassen sollte.
  • Warum haßt Jesus die Sünde?
    • Aufgrund seiner großen Liebe zum Vater.
      • 31 Damit aber die Welt erkennt, daß ich den Vater liebe und so handle, wie es mir der Vater geboten hat. (Johannes 14:31)
      • 10 Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, gleichwie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe geblieben bin. (Johannes 15:10)
Jesus macht deutlich, daß alle gesündigt haben.
  • Das große Problem der Schriftgelehrten und Pharisäer war es, daß sie nicht erkannten, welch schwere Sünder sie vor Gott waren, und daß sie Vergebung von ihm brauchten.
    • 9 Er sagte aber auch zu etlichen, die auf sich selbst vertrauten, daß sie gerecht seien, und die übrigen verachteten, dieses Gleichnis: 10 Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. 11 Der Pharisäer stellte sich hin und betete bei sich selbst so: O Gott, ich danke dir, daß ich nicht bin wie die übrigen Menschen, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner da. 12 Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme! 13 Und der Zöllner stand von ferne, wagte nicht einmal seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug an seine Brust und sprach: O Gott, sei mir Sünder gnädig ! 14 Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt in sein Haus hinab, im Gegensatz zu jenem. Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; wer aber sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden. (Lukas 18:9-14)
  • Der Grund dafür war, daß sie Sünde auf äußere Taten reduzierten und nicht auf Einstellungen des Herzens.
    • 21 Denn von innen, aus dem Herzen des Menschen, kommen die bösen Gedanken hervor, Ehebruch, Unzucht, Mord, 22 Diebstahl, Geiz, Bosheit, Betrug, Zügellosigkeit, Neid, Lästerung, Hochmut, Unvernunft. 23 All dieses Böse kommt von innen heraus und verunreinigt den Menschen. (Markus 7:21-23)
  • Die Pharisäer waren in Gottes Augen vollkommen unrein, hielten sich aber aufgrund ihrer religiösen Werke für rein.
    • 11 Was soll mir die Menge eurer Schlachtopfer? spricht der HERR. Ich bin der Brandopfer von Widdern und des Fettes der Mastkälber überdrüssig, und am Blut der Jungstiere, Lämmer und Böcke habe ich kein Gefallen! 12 Wenn ihr kommt, um vor meinem Angesicht zu erscheinen – wer verlangt dies von euch, daß ihr meine Vorhöfe zertretet? 13 Bringt nicht mehr vergebliches Speisopfer! Räucherwerk ist mir ein Greuel! Neumond und Sabbat, Versammlungen halten: Frevel verbunden mit Festgedränge ertrage ich nicht! 14 Eure Neumonde und Festzeiten haßt meine Seele; sie sind mir zur Last geworden; ich bin es müde, sie zu ertragen. 15 Und wenn ihr eure Hände ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch, und wenn ihr auch noch so viel betet, höre ich doch nicht, denn eure Hände sind voll Blut! (Jesaja 1:11-15)
  • Das tiefere Problem war, daß die Schriftgelehrten und Pharisäer aus einer Glaubensreligion eine Werksreligion gemacht hatten. Deshalb schrieb Jesus auf der Erde.
    • 9 Überaus trügerisch ist das Herz und bösartig; wer kann es ergründen? 10 Ich, der HERR, erforsche das Herz und prüfe die Nieren, um jedem einzelnen zu vergelten entsprechend seinen Wegen, entsprechend der Frucht seiner Taten. 11 Wie ein Rebhuhn, das Eier brütet, die es nicht gelegt hat, so ist, wer ein Vermögen erwirbt, aber nicht auf rechtmäßige Weise; in der Mitte seiner Tage muß er es verlassen, und an seinem Ende ist er ein Narr! 12 O du Thron der Herrlichkeit, erhaben von Anbeginn, du Ort unseres Heiligtums! 13 HERR, du Hoffnung Israels! Alle, die dich verlassen, müssen zuschanden werden! Ja, die, welche von mir weichen, werden auf die Erde geschrieben werden; denn sie haben den HERRN verlassen, die Quelle lebendigen Wassers! 14 Heile du mich, HERR, so werde ich heil! Hilf du mir, so ist mir geholfen; denn du bist mein Ruhm! (Jeremia 17:9-14)
Jesus bezahlt für die Sünde mit seinem eigenen Leben.
  • Wie konnte Jesus die Frau frei gehen lassen, ohne sie zu verurteilen?
    • Nicht, weil er ihre Sünde unter den Teppich kehrte.
    • Sondern nur, weil er selbst für ihre Sünde bezahlen würde.
  • Steinigung war eine öffentliche Hinrichtung, die persönlich, schmachvoll und schmerzhaft war.
    • Sie war persönlich, weil die Steine persönlich geworfen werden mußten und die Ankläger unmittelbar bei der Strafe involviert waren.
    • Sie war schmachvoll, weil sie öffentlich stattfand.
    • Sie war schmerzhaft.
  • Die Kreuzigung Jesu war die stellvertretende Strafe für die Steinigung der Frau und für die Strafe, die auch uns gebührt.
    • Sie war persönlich, weil Jesus von seinem eigenen Volk abgelehnt wurde.
      • 1 Darauf nahm Pilatus Jesus und ließ ihn geißeln. 2 Und die Kriegsknechte flochten eine Krone aus Dornen, setzten sie ihm auf das Haupt und legten ihm einen Purpurmantel um 3 und sprachen: Sei gegrüßt, du König der Juden! und schlugen ihn ins Gesicht. 4 Da ging Pilatus wieder hinaus und sprach zu ihnen: Seht, ich führe ihn zu euch heraus, damit ihr erkennt, daß ich keine Schuld an ihm finde! 5 Nun kam Jesus heraus und trug die Dornenkrone und den Purpurmantel. Und er spricht zu ihnen: Seht, welch ein Mensch! 6 Als ihn nun die obersten Priester und die Diener sahen, schrieen sie und sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmt ihr ihn hin und kreuzigt ihn! Denn ich finde keine Schuld an ihm. (Johannes 19:1-6)
    • Sie war schmachvoll, weil sie öffentlich stattfand und Jesus nackt war.
      • 23 Als nun die Kriegsknechte Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Kriegsknecht einen Teil, und dazu das Untergewand. Das Untergewand aber war ohne Naht, von oben bis unten in einem Stück gewoben. (Johannes 19:23)
    • Sie war schmerzhaft, weil Jesus den ganzen Zorn Gottes trug.
  • Aus dem stellvertretenden Tod Jesu entsteht Gnade, die unser ganzes Leben verändern kann.
    • 7 In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Übertretungen nach dem Reichtum seiner Gnade. (Epheser 1:7)

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