Werktagsgottesdienst vom 04.05.2017: Stefan Beyer – Johannes 7:32-53 – Das Evangelium erreicht Einfache und Fremde

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  • Johannes berichtet im 7. Kapitel mehrere Ereignisse im Zusammenhang mit dem Besuchs Jesu beim Laubhüttenfest in Jerusalem.
    • Das Laubhüttenfest erinnerte an die Versorgung Gottes während der Wüstenwanderung.
      • Gott versorgte sein Volk mit Manna, welches ein Bild für Jesus, dem Brot des Lebens, war (Johannes 6:48-51).
      • Gott versorgte sein Volk mit Wasser, daß von einem Felsen floß.
        • 2 Und die Gemeinde hatte kein Wasser; darum versammelten sie sich gegen Mose und gegen Aaron. 3 Und das Volk haderte mit Mose und sprach: Ach, wenn wir doch auch umgekommen wären, als unsere Brüder vor dem HERRN umkamen! 4 Und warum habt ihr die Gemeinde des HERRN in diese Wüste gebracht, damit wir hier sterben, wir und unser Vieh? 5 Warum habt ihr uns doch aus Ägypten heraufgeführt, um uns an diesen bösen Ort zu bringen, wo man nicht säen kann, wo weder Feigenbäume noch Weinstöcke noch Granatäpfel zu finden sind, ja, nicht einmal Trinkwasser? 6 Und Mose und Aaron gingen von der Gemeinde weg zum Eingang der Stiftshütte und fielen auf ihr Angesicht. Und die Herrlichkeit des HERRN erschien ihnen. 7 Und der HERR redete zu Mose und sprach: 8 Nimm den Stab und versammle die Gemeinde, du und dein Bruder Aaron, und redet zu dem Felsen vor ihren Augen, so wird er sein Wasser geben. So sollst du ihnen Wasser aus dem Felsen verschaffen und der Gemeinde und ihrem Vieh zu trinken geben! 9 Da holte Mose den Stab vor dem HERRN, wie er ihm geboten hatte. 10 Und Mose und Aaron versammelten die Gemeinde vor dem Felsen; und er sprach zu ihnen: Hört doch, ihr Widerspenstigen: Werden wir euch wohl aus diesem Felsen Wasser verschaffen? 11 Und Mose hob seine Hand auf und schlug den Felsen zweimal mit seinem Stab. Da floß viel Wasser heraus; und die Gemeinde trank und auch ihr Vieh. 12 Der HERR aber sprach zu Mose und Aaron: Weil ihr mir nicht geglaubt habt, um mich vor den Kindern Israels zu heiligen, sollt ihr diese Gemeinde nicht in das Land bringen, das ich ihnen gegeben habe! 13 Das ist das Haderwasser, wo die Kinder Israels mit dem HERRN haderten und er sich an ihnen heilig erwies. (4. Mose 20:2-13)
    • Am Höhepunkt des Laubhüttenfestes wurde Wasser in goldenen Gefäßen zum Tempel gebracht.
      • Jesus benutzte diesen Teil des Festes, um auf sich hinzuweisen.
Jesus erreicht die Fremden
32 Die Pharisäer hörten, dass die Menge diese Dinge über ihn murmelte; darum sandten die Pharisäer und die obersten Priester Diener ab, um ihn zu ergreifen. 33 Da sprach Jesus zu ihnen: Noch eine kleine Zeit bin ich bei euch, und dann gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat. 34 Ihr werdet mich suchen und nicht finden; und wo ich bin, dorthin könnt ihr nicht kommen. 35 Da sprachen die Juden untereinander: Wohin will er denn gehen, dass wir ihn nicht finden sollen? Will er etwa zu den unter den Griechen Zerstreuten gehen und die Griechen lehren? 36 Was ist das für ein Wort, das er sprach: Ihr werdet mich suchen und nicht finden, und wo ich bin, dorthin könnt ihr nicht kommen?
  • Die Pharisäer hatten zu diesem Zeitpunkt genug von Jesus gehört. Sie waren bereit, ihn verhaften und umbringen zu lassen.
  • Jesus kündigt ihn kryptisch seine glorreiche Himmelfahrt an.
    • 13 Ich sah in den Nachtgesichten, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels, gleich einem Sohn des Menschen; und er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn gebracht. 14 Und ihm wurde Herrschaft, Ehre und Königtum verliehen, und alle Völker, Stämme und Sprachen dienten ihm; seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht, und sein Königtum wird nie zugrundegehen. (Daniel 7:13-14)
  • Die Pharisäer mißverstanden die Aussage von Jesus und dachten, er würde Israel verlassen und sowohl zu den zerstreuten Juden als auch zu den Nichtjuden reden.
  • In gewisser Hinsicht hatten sie Recht, denn Jesus ist mit einer globalen Mission gekommen.
    • 6 Ja, er spricht: “Es ist zu gering, daß du mein Knecht bist, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten aus Israel wiederzubringen; sondern ich habe dich auch zum Licht für die Heiden gesetzt, damit du mein Heil seist bis an das Ende der Erde!” (Jesaja 49:6)
    • 14 Und dieses Evangelium vom Reich wird in der ganzen Welt verkündigt werden, zum Zeugnis für alle Heidenvölker, und dann wird das Ende kommen. (Matthäus 24:14)
  • Daß das Evangelium zu den Fremden gesandt wurde, war zum einen ein Gericht über die ungläubigen Juden.
    • Wenn ein Volk das Evangelium ablehnt, sendet Gott es zu den Fremden.
  • Aber es spiegelte auch Gottes globalen Heilsplan wieder.
    • 9 Und sie sangen ein neues Lied, indem sie sprachen: Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn du bist geschlachtet worden und hast uns für Gott erkauft mit deinem Blut aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen. (Offenbarung 5:9)
Die Gabe, die Jesus gibt, ist der Heilige Geist
37 Aber am letzten, dem großen Tag des Festes stand Jesus auf, rief und sprach: Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke! 38 Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. 39 Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, welche an ihn glauben; denn der Heilige Geist war noch nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht war.
  • Die größte Gabe, die Gott uns zu geben hat, ist der Heilige Geist.
  • Der Heilige Geist ist die personifizierte Freude und Liebe, die Vater und Sohn füreinander haben (Jonathan Edwards).
  • Im Alten Testament waren die Menschen noch nicht vom Heiligen Geist erfüllt, sondern nur punktuell von ihm berührt (Wiedergeburt, Befähigung).
  • Mose ersehnte einen Tag, wo alle Kinder Gottes den Heiligen Geist besitzen würden.
    • 29 Aber Mose sprach zu ihm: Eiferst du für mich? Ach, daß doch das ganze Volk des HERRN weissagen würde! Daß doch der HERR seinen Geist auf sie legen würde! (4. Mose 11:29)
  • Dieser Wunsch wurde zu einer Prophezeiung bei Joel, die sich in Apostelgeschichte 2 erfüllte.
    • 16 Sondern dies ist es, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist: 17 “Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da werde ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure jungen Männer werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Träume haben; 18 ja, auch über meine Knechte und über meine Mägde werde ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie werden weissagen. 19 Und ich will Wunder tun oben am Himmel und Zeichen unten auf Erden, Blut und Feuer und Rauchdampf; 20 die Sonne wird sich in Finsternis verwandeln und der Mond in Blut, ehe der große und herrliche Tag des Herrn kommt. 21 Und es soll geschehen: Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird errettet werden.” (Apostelgeschichte 2:16-21)
  • Das tiefste Wirken, daß der Heilige Geist schenkt, ist Vertrautheit mit Gott und seiner Herrlichkeit.
    • 33 Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Innerstes hineinlegen und es auf ihre Herzen schreiben, und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein; 34 und es wird keiner mehr seinen Nächsten und keiner mehr seinen Bruder lehren und sagen: “Erkenne den HERRN !” Denn sie werden mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten unter ihnen, spricht der HERR; denn ich werde ihre Missetat vergeben und an ihre Sünde nicht mehr gedenken! (Jeremia 31:33-34)
Jesus erreicht die einfachen Leute
40 Viele nun aus der Volksmenge sagten, als sie das Wort hörten: Dieser ist wahrhaftig der Prophet. 41 Andere sprachen: Dieser ist der Christus! Andere aber sagten: Kommt der Christus denn aus Galiläa? 42 Sagt nicht die Schrift, dass der Christus aus dem Samen Davids kommt und aus dem Dorf Bethlehem, wo David war? 43 Es entstand nun seinetwegen eine Spaltung unter der Volksmenge. 44 Und etliche von ihnen wollten ihn ergreifen, doch legte niemand Hand an ihn. 45 Nun kamen die Diener zu den obersten Priestern und Pharisäern zurück, und diese sprachen zu ihnen: Warum habt ihr ihn nicht gebracht? 46 Die Diener antworteten: Nie hat ein Mensch so geredet wie dieser Mensch! 47 Da antworteten ihnen die Pharisäer: Seid auch ihr verführt worden? 48 Glaubt auch einer von den Obersten oder von den Pharisäern an ihn? 49 Aber dieser Pöbel, der das Gesetz nicht kennt, der ist unter dem Fluch!
  • An dieser Stelle sieht man einen starken Kontrast: das einfache Volk nimmt Jesus an, während die religiösen Führer ihn ablehnen und verachten.
  • Das Evangelium erreicht oft Menschen, die zunächst gar nicht religiös oder heilig aussehen, oder einen hohen Stand haben.
    • Aber durch das Evangelium wird ihnen eine wahre Liebe zu Gott, Heiligkeit und ein hoher Stand verliehen.
      • 9 Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, damit ihr die Tugenden dessen verkündet, der euch aus der Finsternis berufen hat zu seinem wunderbaren Licht 10 – euch, die ihr einst nicht ein Volk wart, jetzt aber Gottes Volk seid, und einst nicht begnadigt wart, jetzt aber begnadigt seid. (1. Petrus 2:9-10)
Jeder ist aufgerufen, die Ansprüche Jesu zu prüfen
50 Da spricht zu ihnen Nikodemus, der bei Nacht zu ihm gekommen war, und der einer der Ihren war: 51 Richtet unser Gesetz einen Menschen, es sei denn, man habe ihn zuvor selbst gehört und erkannt, was er tut? 52 Sie antworteten und sprachen zu ihm: Bist du etwa auch aus Galiläa? Forsche nach und sieh: Kein Prophet ist aus Galiläa hervorgegangen! 53 Und so ging jeder in sein Haus.
  • Es gibt trotzdem immer wieder auch einige der Angesehenen, die an Jesus glauben.
  • Letztlich ist jeder von uns, egal aus welchem Hintergrund er kommt, aufgefordert, die Ansprüche von Jesus zu prüfen.
  • Wir sollten einen Menschen erst richten, wenn wir ihn gehört und seine Werke gesehen haben.
  • Prüfe anhand der Worte Jesu und seiner Wunder im Johannesevangelium, ob er wirklich der Sohn Gottes ist.
  • Weil die Pharisäer Jesus schon vorverurteilt haben, konnten sie gar nicht mehr erkennen, daß er ja eigentlich in Bethlehem geboren war.
Anwendung
  • Laß dich von der globalen Mission Jesu inspirieren.
  • Verstehe und schätze das Wirken des Heiligen Geistes.
  • Fühle dich nicht von Jesus und seinem Evangelium ausgeschlossen aufgrund deines Hintergrundes oder deiner Sünde.
  • Vorverurteile Jesus nicht, sondern prüfe seine Worte und seine Werke ernsthaft.

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