Predigt vom 28.05.2017: Stefan Beyer – Apostelgeschichte 1,12-26 – 4 Kennzeichen der neutestamentlichen Gemeinde

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Predigt vom 28. Mai 2017

Apostelgeschichte 1:12-26 – 4 Kennzeichen der neutestamentlichen Gemeinde

Die Einheit der Gemeinde
12 Da kehrten sie nach Jerusalem zurück von dem Berg, welcher Ölberg heißt, der nahe bei Jerusalem liegt, einen Sabbatweg entfernt. 13 Und als sie hineinkamen, gingen sie hinauf in das Obergemach, wo sie sich aufzuhalten pflegten, nämlich Petrus und Jakobus und Johannes und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon der Zelot und Judas, der Sohn des Jakobus. 14 Diese alle blieben beständig und einmütig im Gebet und Flehen, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern.
  • Die Einheit der Gemeinden in der Apostelgeschichte war getragen von
    • einem gemeinsamen Evangelium
    • einer gemeinsamen Mission
    • gemeinsamen Ordnungen (Taufe und Abendmahl)
    • einem gemeinsamen Verständnis von Leitung (unabhängige Ortsgemeinden, die von einem Team von Ältesten geleitet wurden)
  • Das Leben der Ortsgemeinden war geprägt von tiefer, authentischer (evangeliumsbasierter) Gemeinschaft.
  • Diese Gemeinschaft war geprägt von
    • Regelmäßigkeit
    • Gebet und Flehen
    • Ganzheitlichkeit
Das Wesen männlicher Leitung der Gemeinde
15 Und in diesen Tagen stand Petrus mitten unter den Jüngern auf und sprach (es waren aber etwa 120 Personen beisammen): 16 Ihr Männer und Brüder, es musste dieses Schriftwort erfüllt werden, das der Heilige Geist durch den Mund Davids vorausgesagt hat über Judas, welcher denen, die Jesus gefangen nahmen, zum Wegweiser wurde. 17 Denn er war zu uns gezählt und hatte das Los dieses Dienstes empfangen.
  • Die Gemeinden der Apostelgeschichte wurden durchweg von Männern geleitet.
  • Das Wesen männlicher Leiterschaft in der Apostelgeschichte ist
    • Aktivität (Verantwortung übernehmen) statt Passivität
    • Gottesfurcht (gegründet in der Heiligen Schrift) statt Weltlichkeit
Gott übt Gericht über die Gemeinde
18 Dieser erwarb einen Acker aus dem Lohn der Ungerechtigkeit, und er stürzte kopfüber hinab, barst mitten entzwei, und alle seine Eingeweide traten heraus. 19 Und das ist allen bekannt geworden, die in Jerusalem wohnen, sodass jener Acker in ihrer eigenen Sprache Akeldama genannt worden ist, das heißt: »Blutacker«.
  • In den Gemeinden der Apostelgeschichte entstand eine tiefe Gottesfurcht, indem der Herr die Heuchler unter ihnen richtete.
    • Da richtete Petrus das Wort an sie: Sage mir, habt ihr das Gut um so und so viel verkauft? Sie sprach: Ja, um so viel! Petrus aber sprach zu ihr: Warum seid ihr übereingekommen, den Geist des Herrn zu versuchen? Siehe, die Füße derer, die deinen Mann begraben haben, sind vor der Tür, und sie werden auch dich hinaustragen! Da fiel sie sogleich zu seinen Füßen nieder und verschied; und als die jungen Männer hereinkamen, fanden sie sie tot und trugen sie hinaus und begruben sie bei ihrem Mann. Und es kam große Furcht über die ganze Gemeinde und über alle, die dies hörten. Apostelgeschichte 5:8‭-‬11
  • Gott richtet meistens nicht auf diese dramatische Weise, aber er hat den Gemeinden die Aufgabe der Gemeindezucht gegeben, die das gleiche Ziel verfolgt: Heuchler sollen aus der Gemeinde ausgeschossen werden.
    • Da wo Gemeindezucht nicht praktiziert wird, geht die Gottesfurcht verloren.
Die Gemeinde sucht nach Gottes Führung
20 Denn es steht geschrieben im Buch der Psalmen: »Seine Behausung soll öde werden, und niemand soll darin wohnen«, und: »Sein Amt empfange ein anderer«. 21 So muss nun von den Männern, die mit uns gegangen sind die ganze Zeit über, in welcher der Herr Jesus unter uns ein- und ausging, 22 von der Taufe des Johannes an bis zu dem Tag, da er von uns hinweg aufgenommen wurde — einer von diesen muss mit uns Zeuge seiner Auferstehung werden. 23 Und sie stellten zwei dar: Joseph, genannt Barsabas, mit dem Beinamen Justus, und Matthias. 24 Und sie beteten und sprachen: Herr, du Kenner aller Herzen, zeige an, welchen von diesen beiden du erwählt hast, 25 das Los dieses Dienstes und Apostelamtes zu empfangen, von dem Judas abgewichen ist, um hinzugehen an seinen eigenen Ort! 26 Und sie warfen das Los über sie, und das Los fiel auf Matthias, und er wurde zu den elf Aposteln hinzugezählt.
  • Die Gemeinden der Apostelgeschichte beteten und baten um Gottes Führung.
    • Sie lebten in tiefer, bewußter Abhängigkeit von Gott.
  • Diese Führung war gegründet auf das Wort Gottes.
  • Der Apostel waren eine einzigartige Gruppe im Neuen Testament, denn
    • ihre Zahl war auf 12 begrenzt, da sie das neue Israel darstellten
    • sie mußten den Auferstanden gesehen haben und von ihm selbst erwählt worden sein
    • sie wurden nach ihrem Tod nicht nachnominiert (siehe Apostelgeschichte 12:1-2)
  • Die Nachnominierung von Matthias war eine Ausnahme, um die ursprüngliche Zahl wiederherzustellen.
  • Die Entscheidung über Matthias wurde gemeinschaftlich unter Führung der Ältesten getroffen.
  • Das Loswerfen ist an dieser Stelle kein Vorbild für Christen, sondern hatte heilsgeschichtliche Gründe.
    • Die Gebiete im verheißenen Land wurden den Stämmen per Los zugeteilt (Josua 13-19).
    • Da die Apostel die Verkörperung des neuen Israels sind, mußte auch ihr Anteil per Los zugeteilt werden.
  • Die Apostelgeschichte muß in ihrem heilsgeschichtlichen Zusammenhang interpretiert werden, sonst reißt man Verse aus ihrem Kontext.
  • Wie erfährt man im Neuen Testament den Willen Gottes?
    • durch die richtige Herzenseinstellung
    • durch das Wort Gottes
    • durch Weisheit
    • durch Ratgeber
    • durch den Heiligen Geist
Anwendung
  • Trägst du dazu bei, daß die Gemeinde in tiefer, authentischer Gemeinschaft lebt?
  • Bist du bereit, männliche Leitung nach dem Vorbild des Neuen Testaments zu übernehmen bzw. sich ihr unterzuordnen?
  • Gehst du ehrlich und tiefschürfend mit der Sünde in deinem Leben um? Nur so kannst du in der Furcht Gottes wachsen.
  • Suchst du in deinen täglichen Plänen und Entscheidungen wirklich nach der Führung Gottes? Nutze die Mittel, die er dir gegeben hat.

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