Werktagsgottesdienst vom 13.04.2017: Stefan Beyer – Johannes 7:14-31 – Der Prophet Gottes

Audio-Download(mp3)

Werktagsgottesdienst vom 13. April 2017

Johannes 7:14-31 – Der Prophet Gottes

  • Jesus trat mit einer ähnlichen Herrlichkeit auf, wie der Gott des Alten Testaments.
    • 1 Im Todesjahr des Königs Ussija sah ich den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron, und seine Säume erfüllten den Tempel. 2 Seraphim standen über ihm; jeder von ihnen hatte sechs Flügel: mit zweien bedeckten sie ihr Angesicht, mit zweien bedeckten sie ihre Füße, und mit zweien flogen sie. 3 Und einer rief dem anderen zu und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der HERR der Heerscharen; die ganze Erde ist erfüllt von seiner Herrlichkeit! (Jesaja 6:1-3)
    • 41 Dies sprach Jesaja, als er seine Herrlichkeit sah und von ihm redete. (Johannes 12:41)
  • Diese Herrlichkeit war offen zu sehen.
    • 14 Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. (Johannes 1:14)
  • Dennoch wurde er abgelehnt. Warum?
Der wahre Prophet
14 Als aber das Fest schon zur Hälfte verflossen war, ging Jesus in den Tempel hinauf und lehrte. 15 Und die Juden verwunderten sich und sprachen: Woher kennt dieser die Schriften? Er hat doch nicht studiert! 16 Jesus antwortete ihnen und sprach: Meine Lehre ist nicht von mir, sondern von dem, der mich gesandt hat. 17 Wenn jemand seinen Willen tun will, wird er erkennen, ob diese Lehre von Gott ist, oder ob ich aus mir selbst rede. 18 Wer aus sich selbst redet, der sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaftig, und keine Ungerechtigkeit ist in ihm.
  • Jesus lehrte nur das, was er von Gott selbst empfangen hatte.
    • 45 Und weil sie ihn nicht fanden, kehrten sie wieder nach Jerusalem zurück und suchten ihn. 46 Und es geschah, nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel sitzend mitten unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte und sie befragte. 47 Es erstaunten aber alle, die ihn hörten, über sein Verständnis und seine Antworten. 48 Und als sie ihn sahen, waren sie bestürzt; und seine Mutter sprach zu ihm: Kind, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht! 49 Und er sprach zu ihnen: Weshalb habt ihr mich gesucht? Wußtet ihr nicht, daß ich in dem sein muß, was meines Vaters ist? (Lukas 2:45-49)
  • Damit war er die typologische Erfüllung des Mose, der auch nur redete, was Gott ihm sagte.
    • 18 Ich will ihnen einen Propheten, wie du es bist, aus der Mitte ihrer Brüder erwecken und meine Worte in seinen Mund legen; der soll alles zu ihnen reden, was ich ihm gebieten werde. (5. Mose 18:18)
  • Er stand im offenen Kontrast zu den falschen Propheten, die ihre eigenen Botschaften brachten.
    • 20 Doch der Prophet, der so vermessen ist, in meinem Namen zu reden, was ich ihm nicht zu reden geboten habe, oder der im Namen anderer Götter redet, jener Prophet soll sterben! 21 Wenn du aber in deinem Herzen sprichst: “Woran können wir das Wort erkennen, das der HERR nicht geredet hat?”, dann sollst du wissen: 22 Wenn der Prophet im Namen des HERRN redet, und jenes Wort geschieht nicht und trifft nicht ein, so ist es ein Wort, das der HERR nicht geredet hat; der Prophet hat aus Vermessenheit geredet, du sollst dich vor ihm nicht fürchten! (5. Mose 18:20-22)
  • Jesus verweist darauf, daß die Hauptbedingung, um zu erkennen, ob seine Lehre von Gott kommt, die eigene Herzenshaltung gegenüber dem wahren Gott ist.
    • 23 Wer mich haßt, der haßt auch meinen Vater. (Johannes 15:23)
  • Die herausragende Eigenschaft von Jesus war, daß er so vollkommen gottzentriert war.
    • Er suchte keine Ehre für sich selbst.
Der verworfene Prophet
19 Hat nicht Mose euch das Gesetz gegeben? Und doch tut keiner von euch das Gesetz. Warum sucht ihr mich zu töten? 20 Die Menge antwortete und sprach: Du hast einen Dämon! Wer sucht dich zu töten? 21 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ein Werk habe ich getan, und ihr alle verwundert euch. 22 Darum sage ich euch: Mose hat euch die Beschneidung gegeben (nicht daß sie von Mose kommt, sondern von den Vätern), und ihr beschneidet den Menschen am Sabbat. 23 Wenn ein Mensch am Sabbat die Beschneidung empfängt, damit das Gesetz Moses nicht übertreten wird, was zürnt ihr mir denn, daß ich den ganzen Menschen am Sabbat gesund gemacht habe? 24 Richtet nicht nach dem Augenschein, sondern fällt ein gerechtes Urteil!
  • Warum wird Jesus als wahrer Prophet abgelehnt?
    • Weil hinter der Ablehnung Jesu die Ablehnung der Heiligkeit Gottes steht.
  • Jesus fällt hier ein hartes Urteil über die Menschen: Keiner tut das Gesetz.
    • 10 wie geschrieben steht: “Es ist keiner gerecht, auch nicht einer; 11 es ist keiner, der verständig ist, der nach Gott fragt. 12 Sie sind alle abgewichen, sie taugen alle zusammen nichts; da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer! 13 Ihre Kehle ist ein offenes Grab, mit ihren Zungen betrügen sie; Otterngift ist unter ihren Lippen; 14 ihr Mund ist voll Fluchen und Bitterkeit, 15 ihre Füße eilen, um Blut zu vergießen; 16 Verwüstung und Elend bezeichnen ihre Bahn, 17 und den Weg des Friedens kennen sie nicht. 18 Es ist keine Gottesfurcht vor ihren Augen.” (Römer 3:10-18)
  • Des menschliche Herz ist durch und durch von Sünde beherrscht und fühlt sich deshalb von der Heiligkeit Gottes abgestoßen.
    • 8 Als aber Simon Petrus das sah, fiel er zu den Knien Jesu nieder und sprach: Herr, gehe von mir hinweg, denn ich bin ein sündiger Mensch! (Lukas 5:8)
  • Bei nichtreligiösen Menschen ist dieser Haß gegenüber dem wahren Gott mitunter leicht zu erkennen, weil sie Gott offen ablehnen.
  • Bei religiösen Menschen ist dieser Haß wesentlich schwerer zu erkennen und zu kommunizieren, weil sie ihn mit einem Schein guter, religiöser Taten überdecken.
    • 13 Weiter spricht der Herr: Weil sich dieses Volk mit seinem Mund mir naht und mich mit seinen Lippen ehrt, während es doch sein Herz fern von mir hält und ihre Furcht vor mir nur angelerntes Menschengebot ist, 14 siehe, so will auch ich künftig mit diesem Volk wundersam, ja überaus wundersam und verwunderlich umgehen; und die Weisheit seiner Weisen soll zunichte werden und der Verstand seiner Verständigen unauffindbar sein. (Jesaja 29:13-14)
  • Das Problem der religiösen Führer war, daß ihre ganze Religion nur äußerer Schein war.
    • 27 Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr getünchten Gräbern gleicht, die äußerlich zwar schön scheinen, inwendig aber voller Totengebeine und aller Unreinheit sind! 28 So erscheint auch ihr äußerlich vor den Menschen als gerecht, inwendig aber seid ihr voller Heuchelei und Gesetzlosigkeit. (Matthäus 23:27-28)
  • Weil die Sünde so fest im Herzen des Menschen sitzt, brauchen wir ein Wunder Gottes, ein Lebendigmachen unseres Herzens, um an Jesus glauben zu können.
    • 1 – auch euch, die ihr tot wart durch Übertretungen und Sünden, 2 in denen ihr einst gelebt habt nach dem Lauf dieser Welt, gemäß dem Fürsten, der in der Luft herrscht, dem Geist, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams wirkt; 3 unter ihnen führten auch wir alle einst unser Leben in den Begierden unseres Fleisches, indem wir den Willen des Fleisches und der Gedanken taten; und wir waren von Natur Kinder des Zorns, wie auch die anderen. 4 Gott aber, der reich ist an Erbarmen, hat um seiner großen Liebe willen, mit der er uns geliebt hat, 5 auch uns, die wir tot waren durch die Übertretungen, mit dem Christus lebendig gemacht – aus Gnade seid ihr errettet! (Epheser 2:1-5)
Die Stunde des Propheten
25 Da sprachen etliche von Jerusalem: Ist das nicht der, den sie zu töten suchen? 26 Und siehe, er redet öffentlich, und sie sagen ihm nichts. Haben etwa die Obersten wirklich erkannt, daß dieser in Wahrheit der Christus ist? 27 Doch von diesem wissen wir, woher er ist; wenn aber der Christus kommt, so wird niemand wissen, woher er ist. 28 Da rief Jesus, während er im Tempel lehrte, und sprach: Ja, ihr kennt mich und wißt, woher ich bin! Und doch bin ich nicht von mir selbst gekommen, sondern der ist wahrhaftig, der mich gesandt hat, den ihr nicht kennt. 29 Ich aber kenne ihn, weil ich von ihm bin, und er hat mich gesandt. 30 Da suchten sie ihn zu ergreifen; aber niemand legte Hand an ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen. 31 Viele aber aus der Volksmenge glaubten an ihn und sprachen: Wenn der Christus kommt, wird er wohl mehr Zeichen tun als die, welche dieser getan hat?
  • Die Menschen hatten eine mystisch, wundersame Vorstellung von dem, wer der Retter sein sollte.
    • Auf der einen Seite sollte er geheimnisvoll und mächtig sein, zum anderen aber so wie sie, mit gleichem Charakter und gleichen Zielen.
  • Sie waren nicht auf den Sohn Gottes vorbereitet, der so ganz anders als sie war (Heiligkeit).
  • Sobald Jesus auf seine besondere Beziehung zu Gott hinweist, kommt ihr eigentlicher Haß gegenüber Gott voll zum Ausdruck.
    • 38 Als aber die Weingärtner den Sohn sahen, sprachen sie untereinander: Das ist der Erbe! Kommt, laßt uns ihn töten und sein Erbgut in Besitz nehmen! 39 Und sie ergriffen ihn, stießen ihn zum Weinberg hinaus und töteten ihn. (Matthäus 21:38-39)
  • Die Stunde des wahren Messias ist nicht, wenn er vom Volk als König anerkannt wird, sondern wenn er am Kreuz für sein Volk stirbt.
    • 14 Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und bin den Meinen bekannt, 15 gleichwie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne; und ich lasse mein Leben für die Schafe. 16 Und ich habe noch andere Schafe, die nicht aus dieser Schafhürde sind; auch diese muß ich führen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte sein. 17 Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, damit ich es wieder nehme. 18 Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir aus. Ich habe Vollmacht, es zu lassen, und habe Vollmacht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen. (Johannes 10:14-18)
  • Die größte Stunde von Jesus, was gewissermaßen seine besondere Herrlichkeit ausmacht, ist die Stunde seiner Selbsthingabe für sein Volk.
    • Damit unterscheidet er sich radikal von seinen Gegnern, die durch und durch selbstzentriert waren.
  • Hier wird ein besonderes Element des Johannesevangeliums deutlich: Die eine Gruppe wird immer mehr verstockt (oft die religiösen Führer), während eine andere Gruppe zum Glauben an Jesus kommt.
  • Dieser Gruppe ist nicht aufgrund eines religiösen Gefühls zum Glauben gekommen, sondern aufgrund von rationaler Überlegung und Überzeugung: Jesus hat seine Identität durch seine Taten eindeutig bestätigt.
Anwendung
  • Solange du das Urteil des Gesetzes über dich nicht annimmst, kannst du nicht an Jesus glauben.
  • Halte die Augen auf für die besondere, kreuzzentrierte Herrlichkeit von Jesus.
  • Wäge die Beweise für die Ansprüche Jesu ab und fälle eine Entscheidung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: