Werktagsgottesdienst vom 06.04.2017: Stefan Beyer – Johannes 7:1-13 – Eine Theologie der Herrlichkeit und eine Theologie des Kreuzes

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  • Martin Luther sprach in seiner Heidelberger Disputation (1518) von einer Theologie der Herrlichkeit und einer Theologie des Kreuzes.
    • Eine Theologie der Herrlichkeit erwartet, daß Gott seine Macht und Herrlichkeit beweist, indem er den Gläubigen und die Kirche groß macht.
    • Eine Theologie des Kreuzes erwartet, daß Gott seine Macht und Herrlichkeit beweist, indem er den Gläubigen und die Kirche durch Schwäche und letztlich durch das Kreuz zu Stärke führt.
  • Die Brüder von Jesus, die zu dem Zeit noch nicht an ihnen glaubten, redeten aus einer Theologie der Herrlichkeit.
  • Jesus weigerte sich ihnen zu folgen, denn er wußte, daß sein Weg zum Kreuz führt.
Die Theologie der Herrlichkeit
1 Und danach zog Jesus in Galiläa umher; denn er wollte nicht in Judäa umherziehen, weil die Juden ihn zu töten suchten. 2 Es war aber das Laubhüttenfest der Juden nahe. 3 Da sprachen seine Brüder zu ihm: Brich doch auf von hier und zieh nach Judäa, damit auch deine Jünger die Werke sehen können, die du tust! 4 Denn niemand tut etwas im Verborgenen und sucht zugleich öffentlich bekannt zu sein. Wenn du diese Dinge tust, so offenbare dich der Welt! 5 Denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn.
  • Die Juden suchten Jesus zu töten, weil er ihre Erwartungen an den Messias nicht erfüllte.
    • Jesus strahlte nicht die Art von Herrlichkeit aus, die sie von einem Messias erwarteten.
    • Und seine Mission war eine gänzlich andere: Errettung von der Sünde statt Errettung vom Joch der Römer.
  • Das Laubhüttenfest hätte eigentlich ein Signal an die Juden sein sollen, daß Gott nicht durch äußerliche Herrlichkeit wirkt, sondern durch Schwachheit.
    • 41 Und so sollt ihr dem HERRN das Fest halten, sieben Tage lang im Jahr. Das soll eine ewige Ordnung sein für eure künftigen Geschlechter, daß ihr dieses im siebten Monat feiert. 42 Sieben Tage lang sollt ihr in Laubhütten wohnen; alle Einheimischen in Israel sollen in Laubhütten wohnen, 43 damit eure Nachkommen wissen, daß ich die Kinder Israels in Laubhütten wohnen ließ, als ich sie aus dem Land Ägypten herausführte; ich, der HERR, bin euer Gott. (3. Mose 23:41-43)
  • Obwohl die Jünger die Werke von Jesus sahen, wird von ihnen gesagt, daß sie nicht an ihn glaubten.
  • Sie glaubten an ihn gemäß einer Theologie der Herrlichkeit, die danach strebt, mit großen Werken öffentlich bekannt zu werden.
  • Jesu Werke dienten aber nicht vornehmlich seinem Bekanntheitsgrad, sondern waren eine Bestätigung seiner Verkündigung des Evangeliums.
    • 22 Ihr Männer von Israel, hört diese Worte: Jesus, der Nazarener, einen Mann, der von Gott euch gegenüber beglaubigt wurde durch Kräfte und Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn in eurer Mitte wirkte, wie ihr auch selbst wißt, 23 diesen, der nach Gottes festgesetztem Ratschluß und Vorsehung dahingegeben worden war, habt ihr genommen und durch die Hände der Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und getötet. (Apostelgeschichte 2:22-23)
  • Die Werke Jesu sollten ihn nie vom Kreuz abhalten, deshalb weigerte er sich, seinen Brüdern zu gehorchen.
Die Theologie des Kreuzes
6 Da spricht Jesus zu ihnen: Meine Zeit ist noch nicht da; aber eure Zeit ist immer bereit. 7 Die Welt kann euch nicht hassen, mich aber haßt sie; denn ich bezeuge von ihr, daß ihre Werke böse sind. 8 Geht ihr hinauf zu diesem Fest; ich gehe noch nicht zu diesem Fest hinauf, denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt. 9 Und als er dies zu ihnen gesagt hatte, blieb er in Galiläa. 10 Nachdem aber seine Brüder hinaufgegangen waren, ging auch er hinauf zum Fest, nicht öffentlich, sondern wie im Verborgenen. 11 Da suchten ihn die Juden während des Festes und sprachen: Wo ist er? 12 Und es gab viel Gemurmel seinetwegen unter der Volksmenge. Etliche sagten: Er ist gut!, andere aber sprachen: Nein, sondern er verführt die Leute! 13 Doch redete niemand freimütig über ihn, aus Furcht vor den Juden.
  • Welche Aspekte seiner Theologie des Kreuzes macht Jesus hier deutlich?
    • Sein Hauptwirken geschieht während und um die Kreuzigung herum (Vers 6).
      • Die Kraft Jesus zeigt sich nicht vornehmlich in seinen Wundern, sondern im Kreuz.
    • Seine Predigt ist eine tiefgreifende Bußpredigt, deshalb wird er von der Welt gehaßt (Vers 7).
      • Eine Theologie der Herrlichkeit betont dagegen das Gute im Menschen.
    • Sein Wirken geschieht im Verborgenen (Vers 10).
      • Eine Theologie der Herrlichkeit sucht nach öffentlicher Anerkennung.
    • Er und seine Gemeinde wird verfolgt (Vers 13).
      • Eine Theologie der Herrlichkeit will Verfolgung vermeiden.
Anwendung
  • Ein fundamentales Prinzip des christlichen Glaubens ist, daß Gott durch Schwäche seine Stärke offenbar macht.
    • 22 Während nämlich die Juden ein Zeichen fordern und die Griechen Weisheit verlangen, 23 verkündigen wir Christus den Gekreuzigten, den Juden ein Ärgernis, den Griechen eine Torheit; 24 denen aber, die berufen sind, sowohl Juden als auch Griechen, verkündigen wir Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit. 1. Korinther 1:22-24
    • 9 Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen! Darum will ich mich am liebsten vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft des Christus bei mir wohne. 10 Darum habe ich Wohlgefallen an Schwachheiten, an Mißhandlungen, an Nöten, an Verfolgungen, an Ängsten um des Christus willen; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark. 2. Korinther 12:9-10
  • Die Gefahr des Rückfalls in eine Theologie der Herrlichkeit ist ständig gegeben und wir müssen uns deshalb immer aufs Neue auf das Kreuz besinnen.

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