Predigt vom 26.03.2017 Stefan Beyer – Hebräer 13:1-16 – Pastorale Ermahnungen

Das Video zur Predigt erscheint auf dem Youtube-Kanal der Evangeliumsgemeinde.

Pastorale Ermahnungen

(Jena am 26.03.2017)

  • Der Schreiber schließt seine Predigt mit mehreren pastoralen Ermahnungen ab.
  • Es ist wichtig, diese Ermahnungen nicht vom Rest der Predigt zu trennen. Sie sind gegründet im Evangelium!
    • 1 Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: das sei euer vernünftiger Gottesdienst! (Römer 12:1)

Seid liebend!

1 Bleibt fest in der brüderlichen Liebe! 2 Vernachlässigt nicht die Gastfreundschaft; denn durch sie haben etliche ohne ihr Wissen Engel beherbergt. 3 Gedenkt an die Gefangenen, als wärt ihr Mitgefangene, und derer, die mißhandelt werden, als solche, die selbst auch noch im Leib leben.
  • In einer Gemeinde steht die brüderliche Liebe (philadelphia) immer unter Anfechtung.
    • 21 Da trat Petrus zu ihm und sprach: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder vergeben, der gegen mich sündigt? Bis siebenmal? 22 Jesus antwortete ihm: Ich sage dir, nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmalsiebenmal! (Matthäus 18:21-22)
  • Deshalb benutzen wir in unserer Gemeinde die Herzenseinstellungen, die uns helfen sollen, in der brüderlichen Liebe zu bleiben.
  • Aber eine tiefere Motivation für die brüderliche Liebe ist das Evangelium.
    • Jesus ist unser Bruder geworden und ist aus Liebe zu uns für uns am Kreuz gestorben.
    • Dadurch sind wir jetzt befreit und befähigt, auch andere zu lieben und ihre Schuld zu vergeben.
  • Zwei praktische Auswirkungen der brüderlichen Liebe sind die Gastfreundschaft und das aufrichtige Mitleiden.
  • Gastfreundschaft (philoxenia) ist ein zentraler Ausdruck der praktische Liebe in einer evangeliumsbasierten Gemeinde.
    • So wie Jesus uns als Fremde bei sich aufgenommen hat, nehmen auch wir jetzt Fremde und noch vielmehr Brüder bei uns auf.
  • Gastfreundschaft führt oft zu unerwartetem Segen für den Gastgeber (1. Mose 19:1-3; Richter 13).
  • Aber wir sollen nicht nur Fremde und Brüder in unser Haus aufnehmen, sondern auch unser Haus verlassen, um Menschen zu besuchen, die christlichen Dienst brauchen.
    • Dazu gehören Menschen, die für ihren Glauben gefangen genommen wurden.
    • Im übertragenen Sinn aber auch jeder, der das Evangelium braucht und es nicht aus eigener Kraft hören kann.
    • Insbesondere ist hier auch an Menschen zu denken, die nicht mehr aus eigener Kraft einen Gottesdienst besuchen können.
  • Auch hier ist das Motiv das Evangelium: Jesus ist in unsere Welt gekommen und hat mit uns und für uns gelitten. So gehen wir nun zu den Hilflosen Menschen hinaus und fühlen mit ihrem Leid mit.

Seid rein!

4 Die Ehe soll von allen in Ehren gehalten werden und das Ehebett unbefleckt; die Unzüchtigen und Ehebrecher aber wird Gott richten!
  • Die Ehe stand im ersten Jahrhundert genauso in Anfechtung, wie sie es heute ist.
    • Zwei besondere Gefahren der damaligen Zeit waren die Askese (“Ehe ist nicht ehrenhaft.”) und der außereheliche Sex (“Das befleckte Ehebett.”).
  • Die Bibel hat eine klare Sexualethik.
    • Jeder voreheliche Sex wird als Unzucht (porneia) bezeichnet.
    • Jeder außereheliche Sex wird als Ehebruch (moicheia) bezeichnet.
  • Gott nimmt diese Sünden nicht auf die leichte Schulter, sondern wird sie richten.
  • Auf der andere Seite sind funktionierende Ehen eines der größten Segen für eine Gemeinde.
    • Menschen erkennen dadurch das Evangelium.
    • Sie bieten Aufnahme und emotionale Ressourcen für Christen (besonders aus nichtchristlichem Hintergrund).
  • Auch für Reinheit ist letztendlich das Evangelium die tiefste Motivation.
    • Weil Jesus sich vollkommen gereinigt und dann unseren Schmutz getragen hat, können auch wir jetzt vollkommen rein sein und in Reinheit leben.
  • Hinter Unzucht und Ehebruch stehen Götzen, von denen wir uns bewußt abwenden und dann zu Gott mit unserem ganzen Herzen umkehren müssen.

Seid genügsam!

5 Euer Lebenswandel sei frei von Geldliebe! Begnügt euch mit dem, was vorhanden ist; denn er selbst hat gesagt: “Ich will dich nicht aufgeben und dich niemals verlassen!” 6 So können wir nun zuversichtlich sagen: “Der Herr ist mein Helfer, und deshalb fürchte ich mich nicht vor dem, was ein Mensch mir antun könnte.”
  • Ein weiterer weitverbreiteter Götze ist das Geld und alles, was es verspricht.
  • Christen können dann ein gutes Zeugnis für ihren Glauben sein, wenn sie frei von den Götzen (Sex und Geld) ihrer Zeit leben.
  • Eine der attraktivsten Eigenschaften an einem Christen, der aus dem Evangelium lebt, ist Genügsamkeit.
  • Ein falscher Weg, um Genügsamkeit zu erreichen, ist Askese, bei der die Dinge der Welt als schlecht und unwürdig dargestellt werden.
  • Der biblische Weg zur Genügsamkeit ist das Evangelium:
    • Weil Gott sich so treu zu uns stellt (Fünfmal sagt er in einem Satz, daß er uns nicht verlassen wird.), und Jesus am Kreuz Gottes Treue bewiesen hat, indem er trotz größter Herausforderungen den Zorn Gottes und die Schmerzen für uns getragen hat, bekommen wir so eine Sicherheit in Gott, daß wir die Sicherheit des Geldes nicht brauchen.
    • Außerdem wird uns Gott und unser Retter Jesus so Christus so teuer, daß wir die Dinge der Welt nicht anbeten und sie zu Götzen machen.
  • Ein besonderer Aspekt der Genügsamkeit ist die Freiheit davon, seiner Wert und seine Identität von anderen zu suchen.
  • Weil Gott uns hilft und sein Urteil allein über uns zählt, welches er in Christus schon gefällt hat, brauchen wir das Angesicht der Menschen nicht mehr zu fürchten und sie nicht mehr zu vergöttern.

Seid loyal!

7 Gedenkt an eure Führer, die euch das Wort Gottes gesagt haben; schaut das Ende ihres Wandels an und ahmt ihren Glauben nach! 8 Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und auch in Ewigkeit! 9 Laßt euch nicht von vielfältigen und fremden Lehren umhertreiben; denn es ist gut, daß das Herz fest wird, was durch Gnade geschieht, nicht durch Speisen, von denen die keinen Nutzen hatten, die mit ihnen umgingen. 10 Wir haben einen Opferaltar, von dem diejenigen nicht essen dürfen, die der Stiftshütte dienen. 11 Denn die Leiber der Tiere, deren Blut für die Sünde durch den Hohenpriester in das Heiligtum getragen wird, werden außerhalb des Lagers verbrannt. 12 Darum hat auch Jesus, um das Volk durch sein eigenes Blut zu heiligen, außerhalb des Tores gelitten.
  • Desto mehr man das Evangelium schätzt, desto mehr wird man die Verkündiger dieses Evangeliums schätzen.
  • Wir sollten uns Bibellehrer zum Vorbild nehmen und von ihnen lernen.
  • Wir sollten sie auch nachahmen.
  • Hier geht es nicht um blinden Gehorsam, sondern um das biblische Prinzip der Jüngerschaft.
    • 9 Was ihr auch gelernt und empfangen und gehört und an mir gesehen habt, das tut; und der Gott des Friedens wird mit euch sein. (Philipper 4:9)
  • Die Grundlage dazu bietet die Unveränderlichkeit Jesu: Er ist derselbe Herr und wirkt in seinen Gläubigen auf ähnliche Weise.
    • Deshalb können wir selbst von Mentoren lernen, die hunderte Jahre vor uns gelebt haben.
  • Es gibt in der christlichen Kirche Prediger eines richtigen Evangeliums sowie Prediger eines falschen Evangeliums.
  • Das falsche Evangelium ist immer eine Form der Werksgerechtigkeit, die nicht mehr aus der Gnade des Evangeliums lebt.
  • Ein Evangelium ohne Gnade bringt keinen Nutzen.
  • Das Evangelium der Gnade macht dagegen des Herz fest.
  • Oft sind es Herzen, die noch ungefestigt im Evangelium sind, die sich von falschen Lehren umhertreiben lassen.
  • Der beste Schutz vor falscher Lehre ist, das wahre Evangelium immer besser zu verstehen und aus dessen Gnade zu leben.
  • Dazu zählt, daß wir uns die Privilegien des wahren Evangeliums immer wieder und immer mehr vor Augen führen:
    • Jesus hat das größte Opfer für uns vollbracht, von dem die Opfer im Gesetz nur ein Schatten waren.
    • Er hat sich vollkommen für uns hingegeben und sein Blut heiligt uns vollkommen.
  • Statt auf äußerliche Gesetze und Zeremonien zu vertrauen, müssen wir immer fester auf sein Opfer und sein Blut vertrauen.

Seid mutig!

13 So laßt uns nun zu ihm hinausgehen, außerhalb des Lagers, und seine Schmach tragen! 14 Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.
  • Es wird vermutet, daß die Judenchristen, die die Adressaten dieser Predigt sind, sich aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen haben.
    • Ein Grund dafür könnte Furcht vor Verfolgung gewesen sein.
    • Ein anderer Grund könnte aber auch eine sich anbahnende Gesetzlichkeit sein, die dazu führt, daß man sich mehr um den eigenen Gottesdienst dreht, als darum, daß das Evangelium nach draußen trägt.
  • Auch hier ist die Motivation das Evangelium.
    • Jesus hat außerhalb des Lagers, außerhalb der Stadttore Jerusalems, für uns gelitten und unsere Schmach getragen.
    • Er ist jetzt weiterhin dort aktiv und will sein Volk zu sich führen.
    • Wenn wir ihn finden wollen, dann ist er dort zu finden.
  • Wir können die Schmach Christi tragen, weil
    • er unsere Schmach getragen hat,
    • und weil diese Welt nicht unsere Heimat und unser Ziel ist.

Seid anbetend!

15 Durch ihn laßt uns nun Gott beständig ein Opfer des Lobes darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen! 16 Wohlzutun und mitzuteilen vergeßt nicht; denn solche Opfer gefallen Gott wohl!
  • Schließlich ermutigt der Prediger zu einem Lebensstil der Anbetung.
  • Weil das Evangelium so großartig ist, sollen wir
    • Gott beständig loben,
    • ihn bekennen und von ihm erzählen,
    • Gutes tun, wie er uns Gutes getan hat,
    • und von unserem Gut abgeben, weil er sein größtes Gut für uns geopfert hat.
  • Gott hat gefallen an den Lobopfern seiner Kinder!

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