Predigt vom 19.03.2017 Stefan Beyer – Hebräer 12:18-29 – Das Privileg und die Wichtigkeit von Anbetung

Das Video zur Predigt erscheint auf dem Youtube-Kanal der Evangeliumsgemeinde.

Das Privileg und die Wichtigkeit von Anbetung

(Jena am 19.03.2017)

  • Die fehlende Verknüpfung zwischen guter Lehre und der Jüngerschaft in unserem Leben ist Anbetung.
    • Indem wir über die Wahrheiten des Evangeliums nachsinnen und zur Anbetung geführt werden, verändert sich unser Denken und unser Handeln.
  • Die Bibel sollte normalerweise in folgenden 4 Schritten angewendet werden.
    1. Drama – Wir lernen die wunderbare Geschichte kennen, die Gott schreibt und deren Hauptfigur Jesus Christus ist.
    2. Lehre – Aus der Geschichte erfahren wir konkrete Dinge über Gott und wie er sein Volk rettet.
    3. Anbetung – Diese Dinge sollten bei uns zu einer tiefen Anbetung Gottes führen für alles, was er ist und was er getan hat.
    4. Jüngerschaft – Aus dieser Anbetung fließt dann die praktische Nachfolge Jesu Christi in unserem Leben.
  • Oft lösen wir Jüngerschaft von den vorhergehenden drei Punkten ab und erhalten dadurch nur getriebenen Aktionismus.
  • Oder wir überspringen die Anbetung und versuchen, Jüngerschaft zu leben, aber unser Leben verändert sich nicht wirklich.
  • Die wunderbaren Wahrheiten des Evangeliums, die wir im Hebräerbrief kennengelernt haben, werden unser Leben nur berühren und verändern, wenn wenn sie uns zur Anbetung führen.
  • Das war das Muster, das Paulus in seinen anderen Lehrbriefen auch verwendete: Lehre, die im biblischen Drama verwurzelt ist, und dann zur Anbetung führt, woraus praktische Konsequenzen für das Leben folgen.

Das Privileg der Anbetung im Neuen Bund

18 Denn ihr seid nicht zu dem Berg gekommen, den man anrühren konnte, und zu dem glühenden Feuer, noch zu dem Dunkel, der Finsternis und dem Gewittersturm, 19 noch zu dem Klang der Posaune und dem Donnerschall der Worte, bei dem die Zuhörer baten, daß das Wort nicht weiter zu ihnen geredet werde 20 – denn sie ertrugen nicht, was befohlen war: “Und wenn ein Tier den Berg berührt, soll es gesteinigt oder mit einem Pfeil erschossen werden!” 21 Und so schrecklich war die Erscheinung, daß Mose sprach: “Ich bin erschrocken und zittere!” -, 22 sondern ihr seid gekommen zu dem Berg Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und zu Zehntausenden von Engeln, 23 zu der Festversammlung und zu der Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel angeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten, 24 und zu Jesus, dem Mittler des neuen Bundes, und zu dem Blut der Besprengung, das Besseres redet als das Blut Abels.
  • Die Anbetung Gottes im Alten Testament war konzentriert auf Gottes Macht und sein Gesetz, auch wenn sie Spuren der Gnade hatte.
    • 18 Und das ganze Volk nahm das Donnern und die Flammen wahr und den Schall der Schopharhörner und den rauchenden Berg. Als nun das Volk dies wahrnahm, zitterte es und stand von ferne, 19 und es sprach zu Mose: Rede du mit uns, und wir wollen hören; aber Gott soll nicht mit uns reden, sonst müssen wir sterben! 20 Mose aber sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht, denn Gott ist gekommen, um euch zu prüfen, und damit die Furcht vor ihm euch vor Augen sei, damit ihr nicht sündigt! 21 Und das Volk stand von ferne; Mose aber nahte sich zu dem Dunkel, in dem Gott war. 22 Und der HERR sprach zu Mose: So sollst du zu den Kindern Israels sprechen: Ihr habt gesehen, daß ich vom Himmel her zu euch geredet habe. 23 Darum sollt ihr neben mir keine Götter aus Silber machen, auch Götter aus Gold sollt ihr euch nicht machen. 24 Einen Altar aus Erde sollst du mir machen und darauf deine Brandopfer und deine Friedensopfer, deine Schafe und deine Rinder darbringen; an jedem Ort, wo ich meines Namens gedenken lasse, dort will ich zu dir kommen und dich segnen. 25 Und wenn du mir einen steinernen Altar machen willst, sollst du ihn nicht aus behauenen Steinen bauen; denn wenn du deinen Meißel darüber schwingen würdest, so würdest du ihn entweihen. 26 Du sollst auch nicht auf Stufen zu meinem Altar hinaufsteigen, damit deine Blöße nicht aufgedeckt wird vor ihm! (2. Mose 20:18-26)
  • Der Kerngedanke, den die Menschen im Alten Testament verstehen sollten, war, daß Gott unendlich mächtig und heilig ist, und daß wir Opfer brauchen, um für unsere Unreinheit und Schuld zu sühnen.
  • Jetzt ist der Retter gekommen, das Lamm Gottes, auf den die Opfer hinwiesen, so daß die Anbetung Gottes im Neuen Bund konzentriert ist auf die Gnade Gottes im Evangelium:
    • Es geht nicht mehr um ein irdisches Reich, sondern um das himmlische Jerusalem.
    • An dieser Anbetung nehmen alle Engel und alle Erwählten Gottes teil.
    • Im Herzen der Anbetung steht Gott, der Richter ist, aber seinen Sohn als Mittler gesandt hat, mit dessen Blut wir besprengt und geheiligt sind.
    • Dieses Blut schreit nicht nach Rache, sondern nach Gnade und Vergebung.
  • Nur die Anbetung von Gott als Richter und gnädiger Retter wird uns verändern.
    • Wenn wir ihn nur oder primär als Richter anbeten, dann werden wir entweder von ihm wegrennen oder vergeblich versuchen, uns vor ihm besser zu machen.
    • Wenn wir ihn nur oder primär als Retter anbeten, dann werden wir nicht das Wunder seiner Gnade verstehen, die über das Gericht triumphiert hat. Dadurch wird die Anbetung oberflächlich bleiben und uns nicht wirklich verändern.
  • Nur wenn wir erkennen, daß Gott der Richter ist, vor dem wir uns zurecht fürchten und zittern müssen, der dann aber seinen eigenen Sohn sendet und uns mit dessen Blut reinigt, wird unsere Anbetung tiefgehend sein und uns wirklich verändern.
    • Wir werden von der Sünde ablassen, weil wir so überwältigt sind von der Gnade Gottes.

Gnade, die zu Scheu und Ehrfurcht führt

25 Habt acht, daß ihr den nicht abweist, der redet! Denn wenn jene nicht entflohen sind, die den abgewiesen haben, der auf der Erde göttliche Weisungen verkündete, wieviel weniger wir, wenn wir uns von dem abwenden, der es vom Himmel herab tut! 26 Seine Stimme erschütterte damals die Erde; jetzt aber hat er eine Verheißung gegeben, indem er spricht: “Noch einmal erschüttere ich nicht allein die Erde, sondern auch den Himmel!” 27 Dieses “Noch einmal” deutet aber hin auf die Beseitigung der Dinge, die erschüttert werden, als solche, die erschaffen worden sind, damit die Dinge bleiben, die nicht erschüttert werden können. 28 Darum, weil wir ein unerschütterliches Reich empfangen, laßt uns die Gnade festhalten, durch die wir Gott auf wohlgefällige Weise dienen können mit Scheu und Ehrfurcht! 29 Denn unser Gott ist ein verzehrendes Feuer.
  • In diesem letzten Abschnitt des 12. Kapitels bringt der Schreiber mehrere Themen zusammen, die für den Brief (bzw. die Predigt) zentral sind:
    • eine ernste Warnung, auf die Predigt des Evangeliums zu hören und daran zu glauben
    • ein Aufruf, weg von den vergänglichen (erschütterbaren) Dingen und hin zum dem ewigen (unerschütterlichen) Reich Gottes zu schauen
    • an der Gnade Gottes im Evangelium festzuhalten
  • Hier zieht der Schreiber jetzt eine interessante Verbindung:
    • durch Gnade können wir Gott auf wohlgefällige Weise dienen
    • diese Gnade führt zu Scheu und Ehrfurcht, weil sie erkennt, daß Gott ein verzehrendes Feuer ist
  • Im Zentrum des Universums und im Zentrum des Planes Gottes für das Universum steht das Lamm Gottes, das geschlachtet wurde.
    • 18 Denn ihr wißt ja, daß ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, losgekauft worden seid aus eurem nichtigen, von den Vätern überlieferten Wandel, 19 sondern mit dem kostbaren Blut des Christus, als eines makellosen und unbefleckten Lammes. 20 Er war zuvor ersehen vor Grundlegung der Welt, aber wurde offenbar gemacht in den letzten Zeiten um euretwillen. (1. Petrus 1:18-20)
  • Das heißt, Gott ging es bei all seinen Plänen für die Schöpfung der Welt primär darum, seine mächtige Gnade zu zeigen, wie er Sünder durch das Evangelium vergibt.
  • Gott hat kein Interesse an einem Dienst, der nicht aus dem Bewußtsein, der Freude und der Anbetung dieser Gnade im Evangelium geschieht.
  • Das besondere an dieser Gnade ist, daß sie zu einer tiefen Scheu und Ehrfurcht vor Gott führt.
    • Indem wir erkennen, daß Gott die Sünde so sehr haßt, daß er seinen eigenen Sohn geschlachtet hat und das verzehrende Feuer ihn getroffen hat, wächst in unserem Herzen eine tiefe Ehrfurcht vor ihm.
  • Wenn wir nur auf seine bloße Macht und Gerechtigkeit schauen, entsteht Zittern und Angst.
  • Aber hier geht es um eine Ehrfurcht, die aus der Erkenntnis der Liebe und Heiligkeit geboren wird.
  • Diese Ehrfurcht aus dem Evangelium gefällt Gott und wird unser Leben verändern.
  • Sie führt zu tiefer Anbetung Gottes und damit zu neuen Prioritäten des Herzens.
  • Im Herzen entsteht eine ehrfürchtige Liebe zu Gott, die das ganze Leben neu ausrichtet und falsche Götzen vertreibt.
    • 21 Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein. (Matthäus 6:21)
    • 27 Die Furcht des HERRN ist eine Quelle des Lebens; man meidet durch sie die Fallstricke des Todes. (Sprüche 14:27)
    • 16 Besser wenig mit der Furcht des HERRN, als großer Reichtum und ein unruhiges Gewissen dabei! (Sprüche 15:16)
    • 33 Die Furcht des HERRN ist die Schule der Weisheit, und der Ehre geht Demut voraus. (Sprüche 15:33)
    • 6 Durch Gnade und Wahrheit wird Schuld gesühnt, und durch die Furcht des HERRN weicht man vom Bösen. (Sprüche 16:6)
    • 13 Die Furcht des HERRN bedeutet, das Böse zu hassen. (Sprüche 8:13)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: