Werktagsgottesdienst vom 09.02.2017: Stefan Beyer – Johannes 5:1-15 – Warum lässt Gott Leid zu?

  • Eines der größten Hindernisse, warum heute Menschen nicht an Gott glauben ist die Frage des Leides.
    • Warum läßt Gott Leid zu?
  • Diese Frage ist relativ neu und sie hat frühere Generationen nicht so stark beschäftigt.
    • Sie entsteht besonders dringend unter einem Fokus auf das Diesseits.
    • Ich habe nur dieses eine Leben und möchte es maximal auskosten. Warum hilft mir Gott nicht dabei?
  • Das Problem ist nur: wenn man aufgrund des Leides den Glauben an Gott aufgibt, welche Antwort für das Leid bleibt einem dann?
    • Leid ist dann vollkommen sinnlos.
  • Auch wenn der Glaube an Gott das Problem des Leids nicht vollkommen löst, so gibt er doch
    • Sinn: Gott gebraucht das Leid im Rahmen seines allweisen Plans für unser Leben.
    • Hoffnung: Gott kann eingreifen, heilen, Trost schenken und uns letztendlich von allem Leid befreien.
Das Problem des Leides
1 Danach war ein Fest der Juden, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem. 2 Es ist aber in Jerusalem beim Schaftor ein Teich, der auf hebräisch Bethesda heißt und der fünf Säulenhallen hat. 3 In diesen lag eine große Menge von Kranken, Blinden, Lahmen und Abgezehrten, welche auf die Bewegung des Wassers warteten. 4 Denn ein Engel stieg zu gewissen Zeiten in den Teich hinab und bewegte das Wasser. Wer nun nach der Bewegung des Wassers zuerst hineinstieg, der wurde gesund, mit welcher Krankheit er auch geplagt war. 5 Es war aber ein Mensch dort, der 38 Jahre in der Krankheit zugebracht hatte.
  • Jesus kam nach Jerusalem zu einem Ort, wo sich viele leidende Menschen versammelten.
    • Leid grenzt aus und verbindet zugleich.
  • Das erstaunliche war der Name des Orts: Bethesda (Haus der Barmherzigkeit).
    • Schon in dem Namen steckt das hebräische Wort für die Bundestreue Gottes (chesed) und er drückt damit bildlich aus, daß Gott sein Volk auch im Leid niemals verläßt.
      • 44 Aber er sah ihre Not an, als er ihr Schreien hörte, 45 und er gedachte an seinen Bund mit ihnen und empfand Mitleid nach seiner großen Gnade (chesed). (Psalm 106:44-45)
  • Dennoch war ein Mann, trotz dieser Bundestreue Gottes, 38 Jahre lang krank.
    • Er hätte die Möglichkeit gehabt, an Gott zu zweifeln, hätte dadurch aber Jesu Eingreifen verpaßt.
Die Begegnung mit Jesus im Leid
6 Als Jesus diesen daliegen sah und erfuhr, daß er schon so lange Zeit in diesem Zustand war, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden? 7 Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser bewegt wird; während ich aber selbst gehe, steigt ein anderer vor mir hinab. 8 Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm deine Liegematte und geh umher! 9 Und sogleich wurde der Mensch gesund, hob seine Liegematte auf und ging umher. Es war aber Sabbat an jenem Tag.
  • Jesus ist von Barmherzigkeit erfüllt, als er erfährt, wie lange dieser Mann schon krank ist.
    • 12 Wie er sich aber dem Stadttor näherte, siehe, da wurde ein Toter herausgetragen, der einzige Sohn seiner Mutter, und sie war eine Witwe; und viele Leute aus der Stadt begleiteten sie. 13 Und als der Herr sie sah, erbarmte er sich über sie und sprach zu ihr: Weine nicht! 14 Und er trat hinzu und rührte den Sarg an; die Träger aber standen still. Und er sprach: Junger Mann, ich sage dir: Steh auf! (Lukas 7:12-14)
  • Jesus hilft dem Mann, wo ihm kein anderer helfen kann.
Der tiefere Sinn des Leides
10 Nun sprachen die Juden zu dem Geheilten: Es ist Sabbat; es ist dir nicht erlaubt, die Liegematte zu tragen! 11 Er antwortete ihnen: Der mich gesund machte, der sprach zu mir: Nimm deine Liegematte und geh umher! 12 Da fragten sie ihn: Wer ist der Mensch, der zu dir gesagt hat: Nimm deine Liegematte und geh umher? 13 Aber der Geheilte wußte nicht, wer es war, denn Jesus war weggegangen, weil so viel Volk an dem Ort war. 14 Danach findet ihn Jesus im Tempel und spricht zu ihm: Siehe, du bist gesund geworden; sündige hinfort nicht mehr, damit dir nicht etwas Schlimmeres widerfährt! 15 Da ging der Mensch hin und verkündete den Juden, daß es Jesus war, der ihn gesund gemacht hatte.
  • Leid ist ein Zeiger auf das tiefere Problem der Menschheit: die Sünde.
  • Durch Sünde sind wir getrennt von Gott und stehen in der Gefahr von ewiger Strafe.
    • 2 Sondern eure Missetaten trennen euch von eurem Gott, und eure Sünden verbergen sein Angesicht vor euch, daß er nicht hört! 3 Denn eure Hände sind mit Blut befleckt und eure Finger mit Unrecht; eure Lippen reden Lügen, und eure Zunge dichtet Verdrehungen. (Jesaja 59:2-3)
  • Das Leid ist durch den Sündenfall in die Welt gekommen.
    • 12 Darum, gleichwie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod, und so der Tod zu allen Menschen hingelangt ist, weil sie alle gesündigt haben. (Römer 5:12)
  • Das Leid steht nicht immer in direkter Korrelation mit der Sünde eines Menschen (Hiob).
  • Aber, das Leid ist eine Warnung an uns alle.
    • 1 Es waren aber zur selben Zeit etliche eingetroffen, die ihm von den Galiläern berichteten, deren Blut Pilatus mit ihren Opfern vermischt hatte. 2 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Meint ihr, daß diese Galiläer größere Sünder gewesen sind als alle anderen Galiläer, weil sie so etwas erlitten haben? 3 Nein, sage ich euch; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auch so umkommen! (Lukas 13:1-3)
  • Der tiefste Sinn des Leides ist es, daß es ein Zeiger auf das Leiden des Sohnes Gottes am Kreuz ist.
    • Alles, was Jesus für uns errungen hat, hat er durch Leiden errungen.
  • Leid bietet eine Möglichkeit, von Jesus und seinem wunderbaren Eingreifen Zeugnis zu geben.
    • Der Mann konnte nun von der wunderbaren Heilung berichten, die Jesus in seinem Leben getan hatte.
  • Aus diesem Leid konnte nur Jesus befreien. Es ist damit ein Bild für unser Problem der Sünde, aus der uns auch nur Jesus retten kann.
    • Der Sabbat war das alttestamentliche Symbol dafür, daß die Rettung nicht durch unsere Werke kommt, sondern durch den Herrn.
      • 29 Und das soll eine ewig gültige Ordnung für euch sein: Am zehnten Tag des siebten Monats sollt ihr eure Seelen demütigen und kein Werk tun, weder der Einheimische noch der Fremdling, der in eurer Mitte wohnt. 30 Denn an diesem Tag wird für euch Sühnung erwirkt, um euch zu reinigen; von allen euren Sünden sollt ihr gereinigt werden vor dem HERRN. 31 Darum soll es euch ein Sabbat der Ruhe sein, und ihr sollt eure Seelen demütigen; das soll eine ewige Ordnung sein. (3. Mose 16:29-31)
  • Das hatten die Pharisäer vergessen und sie hatten eine eigene Werksreligion aufgerichtet. Deshalb stießen sie sich an der Heilung durch Jesus.
  • Sie hatten den tieferen Sinn des Leides und des Sabbats vergessen und dadurch ein völlig falsches Gottesbild erhalten.
    • Sie kannten nicht mehr die chesed Gottes, sondern lebten vor Gott aufgrund ihrer Werke.
  • Das ist die Gefahr des Leides: ein Vergessen der göttlichen chesed.
    • Wir müssen uns die göttliche Gnade immerwieder vor Augen führen.
      • 3 Denn deine Gnade ist mir vor Augen, und ich wandle in deiner Wahrheit. (Psalm 26:3)
  • Der beste Weg dazu ist ein Nachsinnen über das Leiden des Sohnes Gottes.

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