Predigt vom 19.02.2017 Stefan Beyer – Hebräer 12,4-11 – Gottes Züchtigung

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Hebräer 12:4-11 – Gottes Züchtigung

  • Das große Ziel des christlichen Lebens ist, daß wir Jesus immer besser erkennen und ihm immer ähnlicher werden.
    • 29 Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. (Römer 8:29)
  • Das Evangelium ist so wunderbar, daß Gott alles tut, damit es im Zentrum unseres Lebens steht.
    • 12 Die sprachen mit lauter Stimme: Würdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist, zu empfangen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Ruhm und Lob! 13 Und jedes Geschöpf, das im Himmel und auf der Erde und unter der Erde ist, und was auf dem Meer ist, und alles, was in ihnen ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm gebührt das Lob und die Ehre und der Ruhm und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! (Offenbarung 5:12-13)
  • Unser größtes Hindernis zu diesem Ziel ist die Sünde.
    • Die Sünde trübt unseren Blick auf die Herrlichkeit und Schönheit von Jesus.
      • 4 Bei den Ungläubigen, denen der Gott dieser Weltzeit die Sinne verblendet hat, so daß ihnen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus nicht aufleuchtet, welcher Gottes Ebenbild ist. (2. Korinther 4:4)
    • Die Sünde zieht uns weg vom Schauen auf Jesus und seiner Anbetung hin zum Schauen und Anbeten anderer Dinge.
      • 16 Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen. 17 Denn das Fleisch gelüstet gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; und diese widerstreben einander, so daß ihr nicht das tut, was ihr wollt. (Galater 5:16-17)
  • Ein zentrales Mittel, das Gott einsetzt, um uns von der Sünde abzuwenden und auf Christus auszurichten ist Züchtigung (Paideia, Pädie).
  • Da die Züchtigung mitunter hart sein kann, ist es wichtig, daß wir drei geistliche Wahrheiten nie vergessen:
    • Sie entspringt immer der Liebe Gottes.
    • Sie authentifiziert unseren Glauben.
    • Sie hat ein gutes Ziel.
Züchtigung entspringt der Liebe Gottes
4 Ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden im Kampf gegen die Sünde 5 und habt das Trostwort vergessen, das zu euch als zu Söhnen spricht: “Mein Sohn, achte nicht gering die Züchtigung des Herrn und verzage nicht, wenn du von ihm zurechtgewiesen wirst! 6 Denn wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt.”
  • Die Züchtigung Gottes kann sehr schwer sein.
  • Sie wird beschrieben als
    • Kampf gegen die Sünde (Antagonist)
    • Zurechtweisung (Widerspruch)
    • Schlagen (körperliche Züchtigung)
  • Anscheinende muß das Problem sehr schwerwiegend sein, wenn Gott bereit ist, zu solchen Mitteln zu greifen.
  • Gott ist ein guter, liebender und barmherziger Gott, der seine Kinder nicht ohne Grund züchtigen würde.
    • 31 Denn der Herr wird nicht auf ewig verstoßen; 32 sondern wenn er betrübt hat, so erbarmt er sich auch nach der Fülle seiner Gnade; 33 denn nicht aus Lust plagt und betrübt Er die Menschenkinder. (Klagelieder 3:31-33)
  • Als guter Pastor weiß der Schreiber des Hebräerbriefs, daß Christen in der Züchtigung Gottes drei Dinge passieren können:
    • Sie vergessen, daß Gott sie liebt und die Züchtigung nur seiner Liebe zu ihnen als Kinder entspringt.
    • Sie schätzen die Züchtigung Gottes nicht und verpassen dadurch Gelegenheiten, durch sie geübt zu werden.
    • Sie verzagen ob der Schwierigkeiten und Probleme.
  • Genau aus diesem Grund brauchen wir eine gute, evangeliumszentrierte Gemeinde, die uns
    • an Gottes Liebe und Trost erinnert
    • hilft, Zeiten der Züchtigung zu erkennen und nicht zu verpassen
    • hilft, nicht zu verzagen (langfristige, seelsorgerliche Hilfe)
Züchtigung authentifiziert unseren Glauben
7 Wenn ihr Züchtigung erduldet, so behandelt euch Gott ja als Söhne; denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt? 8 Wenn ihr aber ohne Züchtigung seid, an der sie alle Anteil bekommen haben, so seid ihr ja unecht und keine Söhne!
  • Hier macht der Schreiber deutlich, daß Züchtigung in gewisser Hinsicht sogar das Erkennungszeichen der echten Kinder Gottes ist.
    • Gott erzieht jedes seiner Kinder. An dieser Erziehung kann ich erkennen, daß ich wirklich zu ihm gehöre.
  • Worin unterscheidet sich die Züchtigung Gottes von den allgemeinen Problemen, die allen Menschen widerfahren.
    • Ihr Ziel ist Heiligung.
      • 2 Meine Brüder, achtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen geratet, 3 da ihr ja wißt, daß die Bewährung eures Glaubens standhaftes Ausharren bewirkt. 4 Das standhafte Ausharren aber soll ein vollkommenes Werk haben, damit ihr vollkommen und vollständig seid und es euch an nichts mangelt. (Jakobus 1:2-4)
  • Das heißt, wenn ich merke, daß Gott bewußt in mein Leben eingreift, um mich zu heiligen, kann ich mich versichern, daß ich wirklich sein Kind bin.
  • Da wo diese Züchtigung zur Heiligung nicht passiert, sind Christen, die äußerlich zur Gemeinde gehören, keine wirklichen Kinder Gottes.
Züchtigung hat ein gutes Ziel
9 Zudem hatten wir ja unsere leiblichen Väter als Erzieher und scheuten uns vor ihnen; sollten wir uns da nicht vielmehr dem Vater der Geister unterwerfen und leben? 10 Denn jene haben uns für wenige Tage gezüchtigt, so wie es ihnen richtig erschien; er aber zu unserem Besten, damit wir seiner Heiligkeit teilhaftig werden. 11 Alle Züchtigung aber scheint uns für den Augenblick nicht zur Freude, sondern zur Traurigkeit zu dienen; danach aber gibt sie eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die durch sie geübt sind.
  • Wir dürfen nie vergessen, daß Gottes Züchtigung nicht planlos passiert, sondern ein gutes und weises Ziel verfolgt.
  • Gottes Züchtigung
    • ist seine väterliche Erziehung
    • dient zu unserem Besten (Nutzen)
    • soll uns heilig machen, wie er selbst ist
  • Ist Heiligkeit wirklich so ein großes gut?
    • Heiligkeit ist die Grundlage der tiefsten Freude in unserem Leben.
      • 17 Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist. (Römer 14:17)
  • Züchtigung hat eine langfristige Perspektive.
    • Sie nimmt kurzfristig Traurigkeit in Kauf, um langfristig eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit zu bewirken.
  • Wenn ich langfristig einen Charakter haben möchte, der geprägt ist von Frieden, geistlicher Frucht und Gottes Gerechtigkeit, denn geht das nur über die Züchtigung Gottes.
  • Das soll aber nicht die Traurigkeit minimieren, die mit der Züchtigung verbunden sein kann.
    • Deswegen brauchen wir gute Gemeinschaft, die uns aufbaut.
    • Deswegen brauchen wir guten theologischen Input, der uns an Gottes Liebe im Evangelium erinnert.
    • Deswegen brauchen wir evangeliumszentrierte Seelsorge, die die geistlichen Wahrheiten des Evangeliums gezielt und langfristig mit unserem Leben verbindet.
  • Die Züchtigung Gottes ist kein Automatismus, sondern wir müssen uns durch sie üben lassen.
  • Dazu ist es notwendig, daß
    • wir Zeiten der Züchtigung erkennen
    • sie von Gott gebrauchen lassen
    • uns aktiv nach Wahrheiten des Evangeliums ausstrecken, die mit dieser Situation zu tun haben
  • Auch dabei können uns unsere Mitchristen in einer evangeliumszentrierten Gemeinde helfen oder Seelsorger, die den Ansatz der biblischen Seelsorge verfolgen.

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