Werktagsgottesdienst vom 26.01.2017: Stefan Beyer – Galater 4,1-20 – Freundschaft und Gemeinschaft im Licht des Evangeliums


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Freundschaft und Gemeinschaft im Licht des Evangeliums

  • Auch wenn Paulus nicht den Begriff Freund (philos) verwendet, kannte er doch das Konzept einer tiefen Verbundenheit im Evangelium.
  • Aus dieser Verbundenheit heraus schrieb er Briefe, in denen er sein Herz offenbarte.
  • Die Grundlage von allem, was Paulus sagte und tat, war das Evangelium.
  • Für Paulus waren menschliche Beziehung der Ort, wo man die Auswirkungen des Evangeliums gemeinsam lebte und sich im Evangelium ermutigte und ermahnte.
  • Paulus war im Evangelium verwurzelt und von der Liebe Gottes im Evangelium beflügelt und das hat seinen Umgang mit anderen Menschen geprägt.
Das Evangelium (die gute Nachricht)
Unser Zustand vor Christus
1 Ich sage aber: Solange der Erbe unmündig ist, besteht zwischen ihm und einem Knecht kein Unterschied, obwohl er Herr aller Güter ist; 2 sondern er steht unter Vormündern und Verwaltern bis zu der vom Vater festgesetzten Zeit. 3 Ebenso waren auch wir, als wir noch unmündig waren, den Grundsätzen der Welt als Knechte unterworfen.
  • Paulus beschreibt uns Leben vor Christus als Knechtschaft.
    • Wir waren unmündig.
    • Wir waren den Grundsätzen der Welt unterworfen.
  • Was sind diese Grundsätze der Welt?
    • Paulus nennt sie in Vers 8 falsche Götter.
    • Ein falscher Gott ist alles, woran ich mein Herz hänge und von dem ich das erwarte, was mir nur der wirkliche Gott schenken kann.
      • 13 Denn mein Volk hat eine zweifache Sünde begangen: Mich, die Quelle des lebendigen Wassers, haben sie verlassen, um sich Zisternen zu graben, löchrige Zisternen, die kein Wasser halten! (Jeremia 2:13)
    • Die Dynamik eines falschen Gottes ist, daß  er
      • durch gute Werke und Opfer zufriedengestellt werden muß.
      • aber letztlich nie das hält, was er verspricht, sondern immer mehr nimmt, als er gibt.
      • zu immer weiterer Knechtschaft führt.
Unsere Errettung durch Christus
4 Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, 5 damit er die, welche unter dem Gesetz waren, loskaufte, damit wir die Sohnschaft empfingen. 6 Weil ihr nun Söhne seid, hat Gott den Geist seines Sohnes in eure Herzen gesandt, der ruft: Abba, Vater! 7 So bist du also nicht mehr Knecht, sondern Sohn; wenn aber Sohn, dann auch Erbe Gottes durch Christus.
  • Der wahre Gott wußte, daß wir sein Gesetz niemals erfüllen können würden.
    • Deshalb sandte er seinen Sohn, der stellvertretend für uns das Gesetz erfüllte.
    • Der wahre Gott gibt mehr als er nimmt.
  • Durch ihn wurden wir von der Gerechtigkeit des Gesetzes und den Grundsätzen der Welt losgekauft.
    • Wir sind nicht mehr Knechte, sondern Söhne in Freiheit.
  • Wir sind nicht nur losgekauft, sondern sogar als Erben.
    • Alle Verheißungen Gottes, all seine Liebe und alle zukünftige Herrlichkeit gehört uns durch Christus.
  • Gott macht diesen Zustand der Sohnschaft erfahrbar, indem er den Heiligen Geist in uns gibt, der uns diese Sohnschaft verkündigt.
  • Von dieser Errettung und Befreiung war Paulus so erleichtert und beflügelt, daß sie sein ganzes Leben geprägt hat.
Die Auswirkungen des Evangeliums
8 Damals aber, als ihr Gott nicht kanntet, dientet ihr denen, die von Natur nicht Götter sind. 9 Jetzt aber, da ihr Gott erkannt habt, ja vielmehr von Gott erkannt seid, wieso wendet ihr euch wiederum den schwachen und armseligen Grundsätzen zu, denen ihr von neuem dienen wollt? 10 Ihr beachtet Tage und Monate und Zeiten und Jahre. 11 Ich fürchte um euch, daß ich am Ende vergeblich um euch gearbeitet habe.
  • Die Wahrheit des Evangeliums sollte immer tiefer in unser Herz dringen und uns durch und durch verändern.
  • Es besteht aber die Gefahr, daß dies nicht geschieht oder noch nicht vollständig geschieht.
    • 14 Als ich aber sah, daß sie nicht richtig wandelten nach der Wahrheit des Evangeliums, sprach ich zu Petrus vor allen: Wenn du, der du ein Jude bist, heidnisch lebst und nicht jüdisch, was zwingst du die Heiden, jüdisch zu leben? (Galater 2:14)
  • Bei den Galater war die Versuchung, die durch falsche Lehrer befeuert wurde, wieder in ein Gesetzesdenken zurückzurutschen.
    • Zu vergessen, daß Jesus sie zur Sohnschaft befreit hat.
    • Wieder zu versuchen, sich das Ansehen Gottes zu verdienen.
    • Sich wieder den falschen Göttern und weltlichen Grundsätzen zu unterstellen.
    • Letztlich die Fülle zu vergessen, die sie in Jesus und im Evangelium haben und nach einer “Jesus +” Fülle zu suchen.
Freundschaft und Beziehungen als Mittel, gemeinsam am Evangelium festzuhalten und sich darin zu stärken
12 Werdet doch wie ich, denn ich bin wie ihr! Ich bitte euch, ihr Brüder! Ihr habt mir nichts zuleide getan; 13 ihr wißt aber, daß ich euch in Schwachheit des Fleisches zum ersten Mal das Evangelium verkündigt habe. 14 Und meine Anfechtung in meinem Fleisch habt ihr nicht verachtet oder gar verabscheut, sondern wie einen Engel Gottes nahmt ihr mich auf, wie Christus Jesus. 15 Was war denn eure Glückseligkeit? Denn ich gebe euch das Zeugnis, daß ihr wenn möglich eure Augen ausgerissen und mir gegeben hättet. 16 Bin ich also euer Feind geworden, weil ich euch die Wahrheit sage? 17 Sie eifern um euch nicht in edler Weise, sondern wollen euch ausschließen, damit ihr um sie eifert. 18 Das Eifern ist aber gut, wenn es für das Gute geschieht, und zwar allezeit, nicht nur, wenn ich bei euch anwesend bin. 19 Meine Kinder, um die ich noch einmal Geburtswehen leide, bis Christus in euch Gestalt gewinnt 20 – wie gerne wollte ich jetzt bei euch sein und in anderem Ton zu euch reden, denn ich weiß nicht, woran ich mit euch bin!
  • An Paulus haben wir hier ein Muster, wie christliche Gemeinschaft und Freundschaft funktioniert und wozu sie eigentlich da ist (eine Gemeinschaft des Evangeliums).
    • Paulus ist ein Vorbild für die Galater, welches sie imitieren sollen (Vers 12).
    • Er war aber nicht ein abgehobenes Vorbild, sondern ist ihnen ganz nahe gekommen (Vers 12).
    • Paulus hatte ihnen das Evangelium verkündigt und sich dabei nicht als stark und unverletzlich aufgespielt, sondern war bei ihnen ganz natürlich, ja schwach (Vers 13).
    • Seine Schwachheit wurde von den Galatern getragen und sie haben ihn dennoch aufgenommen und respektiert (Vers 14).
    • Sie waren so eng mit ihm verbunden und so opferbereit, daß sie sogar ihre eigenen Augen ausgerissen hätten (Vers 15).
    • Paulus hat ihnen die Wahrheit gesagt, auch wenn das die Beziehung belastete (Vers 16).
    • Er warnte sie vor falschen Lehrern und falschen Einflüssen (Vers 17).
    • Er lehrte sie biblische Wahrheit und bestärkte sie im richtigen Weg (Vers 18).
    • Er hatte eine tiefe Sehnsucht und Leidenschaft für sie, daß sie Christus ähnlicher werden (Vers 19).
    • Er spricht nicht gerne harte Worte zu ihnen, tut es aber, wenn es nötig ist (Vers 20).
  • Was ist das Kennzeichen und die Attraktivität einer Gemeinschaft des Evangeliums?
    • In einer Gemeinschaft des Evangeliums hat man Vorbilder, an denen man sich orientieren kann.
    • Diese Vorbilder sind aber nicht stolz und abgehoben, sondern nah und verletzlich.
      • Weil sie nicht aus Werken, sondern aus Gnade leben.
    • In einer Gemeinschaft des Evangeliums kann man mit seiner Stärke und mit seiner Schwachheit sein.
      • Wir sind Söhne Gottes in Christus und haben Gaben, die wir zum Wohle der anderen einsetzen können.
      • Diese Sohnschaft verdanken wir aber nur Christus, weswegen wir die Schwachheit der anderen annehmen und tragen.
    • Eine Gemeinschaft des Evangeliums dient einander opferbereit.
      • Weil Christus für uns gestorben ist, um uns loszukaufen, sind wir befreit und befähigt, uns auch für andere hinzugeben.
    • Eine Gemeinschaft des Evangeliums sagt einander die Wahrheit, auch wenn es etwas kostet.
      • Das Evangelium ist so kostbar, daß es verteidigt werden muß.
      • Wir stehen alle in Gefahr, daß Evangelium zu vergessen oder nicht aus der Wahrheit des Evangeliums zu leben.
      • Durch Christus sind wir im Evangelium freigemacht von den Grundsätzen der Welt und können einander ermutigen, sich ihnen nicht wieder unterzuordnen.
    • Eine Gemeinschaft des Evangeliums liebt einander und will, daß jeder die Fülle des Christus aus dem Evangelium erfährt.
Anwendung
  • Es gibt nichts vergleichbares zu dieser guten Nachricht, die uns von den Grundsätzen der Welt, den falschen Göttern und dem Versuch, sie zu befriedigen, befreit.
    • Hast du diese Befreiung schon erfahren?
    • Glaubst du an Jesus, der an deiner Stelle das Gesetz erfüllt hat, dich losgekauft und zur vollen Sohnschaft geführt hat?
    • Hast du den Geist der Sohnschaft schon mal in deinem Herzen gespürt?
  • Das Evangelium ist eine Wahrheit, die unser Leben immer mehr durchdringen sollte.
    • Wo in deinem Leben stehst du in der Gefahr, die Wahrheit des Evangeliums zu vergessen und dich wieder den falschen Göttern zuzuwenden?
  • Die christliche Gemeinschaft ist das beste Mittel, um das Evangelium kennenzulernen, auszuleben und zu verteidigen.
    • Bist du teil einer solch lebendigen, attraktiven Gemeinschaft, die mit Liebe und Wahrheit aus dem Evangelium lebt?
    • Hast du Vorbilder, an denen du dich orientieren kannst, um zu sehen, wie man für Christus lebt?
    • Läßt du es zu, daß andere die Wahrheit des Evangeliums in dein Leben sprechen können?
    • Wem kannst du dabei helfen, daß Christus in ihm oder ihr gestalt gewinnt?
  • Diskutiere diese 5 Prinzipien, wie man ein besserer Freund wird.
    • Gott möchte, daß wir nicht allein sind (1. Mose 2:18 . Er selbst lebt in der Gemeinschaft der Dreieinigkeit und möchte, daß auch wir in Gemeinschaft leben. Läßt du dich auf echte, christliche Gemeinschaft ein oder versuchst du, dein christliches Leben als Einzelgänger zu führen?
    • Freunde können zu Götzen werden, wenn die vertikale Beziehung zu Gott nicht im Mittelpunkt steht (Römer 1:25). Ist dir das Ansehen deiner Freunde und deren Meinung wichtiger als das Ansehen Gottes?
    • Freundschaften und Beziehungen werden schwer sein (1. Mose 3:12 . Wir können selbstsüchtig wie Adam sein und unsere Beziehungen werden von unseren falschen Motiven geprägt, auch wenn wir das noch nicht mal selbst merken. Bist du verletzt, weil ein Freund dich hängen hat lassen? Bist du selbstsüchtig in deinen Beziehungen und hast nicht das Wohl der anderen vor allem anderen vor Augen? Wie kannst du trotz der Schwierigkeiten wieder ein besserer Freund sein?
    • In Freundschaften und Beziehungen wird unsere Sündhaftigkeit aufgedeckt. Gott will uns verändern, aber wir haben die Wahl, ob wir wegrennen oder zuhören. Versteckst du dich oder rechtfertigst du dich vor Freunden, die dir die Wahrheit sagen wollen? Oder bekennst du deine Sünde, suchst Vergebung und ermutigst andere?
    • Unsere Freundschaften haben eine Hoffnung: Jesus Christus. Die Beziehung zwischen ihm und dem Vater wurde am Kreuz zerbrochen, damit unsere Beziehungen geheilt werden können. Jesus hat uns zuerst mit dem Vater versöhnt, damit wir dann auch mit anderen versöhnt werden können. Wie kann dir das Evangelium Hoffnung für deine Beziehungen geben?

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