Werktagsgottesdienst vom 22.12.2016: Stefan Beyer – Johannes 3:22-26 – Jesus steht im Mittelpunkt

  • Das Johannesevangelium fordert den Menschen auf verschiedene Weisen heraus und wirft ihn auf das Evangelium.
    • Durch die Wiedergabe des Gesprächs mit Nikodemus will Johannes deutlich machen, daß es im Christentum nicht um äußerliche Religiosität geht, sondern um ein neues Herz.
    • Durch die Wiedergabe des Gesprächs mit der Frau am Brunnen zeigt Johannes, daß Jesus die tiefsten Sehnsüchte und Verlangen des Herzens erfüllen kann.
  • Ich denke ein Grund, warum Johannes, der Schreiber des Johannesevangeliums, hier nochmal auf Johannes den Täufer zu sprechen kommt, ist um zu zeigen, worin dieses neue Herz der Wiedergeburt sich äußert.
    • Viele Christen aus der Landeskirche denken, sie seien aufgrund ihrer Taufe Christ und haben die Lehre der Wiedergeburt gar nicht verstanden.
    • Viele Christen aus Freikirchen denken, sie seien von Neuem geboren, wissen aber nicht, worin sich das äußert und betrügen sich mitunter selbst.
  • Ein neues Herz zeigt sich darin, daß es wie Johannes der Täufer vollkommen von sich selbst wegweist und Jesus in den Mittelpunkt des Lebens stellt.
    • Gerade darin besteht oft der Selbstbetrug von Menschen, die glauben sie seien schon von Neuem geboren worden, deren Religiosität sich aber primär um sie selbst kreist.
  • Die Frage ist: Wer steht im Mittelpunkt meines Lebens und an was habe ich meine tiefste Freude und mein tiefstes Begehren?
    • Wenn ich selbst noch im Mittelpunkt stehe, dann bin ich nicht von Neuem geboren.
    • Andere Dinge, die den Platz von Jesus im Leben einnehmen, sind Götzen und kein Götzenanbeter ist von Neuem geboren.
  • Die neue Geburt und das neue Herz äußern sich darin, daß Jesus kein Extra, kein Zusatz, mehr in meinem Leben ist, sondern der alles bestimmende Lebensmittelpunkt.
22 Danach kam Jesus mit seinen Jüngern in das Land Judäa, und dort hielt er sich mit ihnen auf und taufte. 23 Aber auch Johannes taufte in Änon, nahe bei Salim, weil viel Wasser dort war; und sie kamen dorthin und ließen sich taufen. 24 Denn Johannes war noch nicht ins Gefängnis geworfen worden.
  • Die Ausgangssituation ist, daß es anscheinend eine gewissen Zeitspanne gab, wo Johannes und seine Jünger zur gleichen Zeit tauften wie Jesus und seine Jünger.
25 Es erhob sich nun eine Streitfrage zwischen den Jüngern des Johannes und einigen Juden wegen der Reinigung.
  • Die Juden spiegeln die erste Gruppe wieder, die nicht verstehen, daß es nicht primär um äußere Reinigung geht, sondern um ein beschnittenes Herz.
    • 28 Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist; auch ist nicht das die Beschneidung, die äußerlich am Fleisch geschieht; 29 sondern der ist ein Jude, der es innerlich ist, und seine Beschneidung geschieht am Herzen, im Geist, nicht dem Buchstaben nach. Seine Anerkennung kommt nicht von Menschen, sondern von Gott. (Römer 2:28-29)
26 Und sie kamen zu Johannes und sprachen zu ihm: Rabbi, der, welcher bei dir war jenseits des Jordan, für den du Zeugnis abgelegt hast, siehe, der tauft, und jedermann kommt zu ihm! 27 Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann sich nichts nehmen, es sei denn, es ist ihm vom Himmel gegeben. 28 Ihr selbst bezeugt mir, daß ich gesagt habe: Nicht ich bin der Christus, sondern ich bin vor ihm her gesandt. 29 Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam; der Freund des Bräutigams aber, der dasteht und ihn hört, ist hoch erfreut über die Stimme des Bräutigams. Diese meine Freude ist nun erfüllt. 30 Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen.
  • Johannes wußte, daß seine Aufgabe einzig darin bestand, auf Christus hinzuweisen.
  • Er wußte, daß Gott souverän ist und nicht der Mensch im Mittelpunkt steht.
  • Er hat es immer wieder nach außen offengelegt, daß es nicht um ihn geht, sondern um Christus.
  • Aber Johannes wußte und bekannte dies nicht nur, sondern er freute sich von tiefsten Herzen darüber.
    • Er freute sich als Freund des Bräutigams über den Bräutigam und seine große Hochzeit.
      • Im Zentrum der Erlösung steht die Hochzeit zwischen Jesus und seinem auserwählten Volk (seine Braut).
  • Johannes wünschte sich sogar, daß Jesus noch mehr in den Mittelpunkt seines Lebens rückt.
  • Mit dieser Einstellung ist Johannes kein Superchrist, sondern ein Beispiel eines wirklich erneuerten Herzen:
    • Ein erneuertes Herz sieht sich nicht selbst im Mittelpunkt, sondern Jesus Christus.
    • Ein erneuertes Herz hat seine tiefste Freude an Jesus und dem Evangelium (seine Hochzeit).
    • Ein erneuertes Herz hat das Verlangen, immer mehr in den Hintergrund zu treten und Jesus immer noch mehr in den Vordergrund zu rücken.
31 Der von oben kommt, ist über allen. Wer von der Erde ist, der ist von der Erde und redet von der Erde; der aus dem Himmel kommt, ist über allen. 32 Und er bezeugt, was er gesehen und gehört hat, und sein Zeugnis nimmt niemand an. 33 Wer aber sein Zeugnis annimmt, der bestätigt, daß Gott wahrhaftig ist. 34 Denn der, den Gott gesandt hat, redet die Worte Gottes; denn Gott gibt den Geist nicht nach Maß. 35 Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben. 36 Wer an den Sohn glaubt, der hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.
  • Johannes schließt mit einer eindeutigen Bekräftigung der Glaubwürdigkeit des Zeugnisses, das Jesus gebracht hat.
    • Jesus hat die Worte Gottes geredet.
  • Daraus folgt für Johannes eine eindeutige Warnung.
    • Es hat Gott gefallen, alles in die Hand seines Sohnes zu geben und Gott selbst stellt den Sohn in den Mittelpunkt des Universums.
    • Wir dieses Sohn anerkennt und anbetet, der hat das ewige Leben.
    • Wir dieses Sohn ablehnt oder seine Stellung im Universum, den wird der Zorn Gottes treffen.
  • Gott der Vater liebt seinen Sohn so sehr, daß er alle hart bestrafen wird, die diesen Sohn ablehnen.
Anwendung
  • Wenn du erkannt hast, daß du ein erneuertes Herz brauchst, solltest du dich anhand dieser Stelle prüfen, ob du wirklich schon von Neuem geboren wurdest: Steht Jesus Christus im Mittelpunkt deines Lebens oder stehst du selbst oder ein anderer Götze im Mittelpunkt?
  • Wachstum im Glauben geschieht dadurch, daß man Jesus immer noch mehr in den Vordergrund rückt und seine tiefste Freunde an ihm und seinem Evangelium findet.
    • Dafür sollte man beten, daß Gott diese neuen Affekte im Herzen schafft und die Bewunderung für Jesus steigert.
    • Dafür sollte man die Schrift studieren unter dem Vorzeichen der herrlichen Hochzeit des Lammes.
      • 6 Und ich hörte etwas wie die Stimme einer großen Volksmenge und wie das Rauschen vieler Wasser und wie der Schall starker Donner, die sprachen: Hallelujah! Denn der Herr, Gott, der Allmächtige, hat die Königsherrschaft angetreten! 7 Laßt uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben! Denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereit gemacht. 8 Und es wurde ihr gegeben, sich in feine Leinwand zu kleiden, rein und glänzend; denn die feine Leinwand ist die Gerechtigkeit der Heiligen. 9 Und er sprach zu mir: Schreibe: Glückselig sind die, welche zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind! Und er sprach zu mir: Dies sind die wahrhaftigen Worte Gottes! (Offenbarung 19:6-9)
  • Johannes verstand, daß der Zweck seines Lebens war, andere auf Christus hinzuweisen. Das gleiche gilt für alle Nachfolger Christi. Wie kannst du das praktisch tun?

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