Werktagsgottesdienst vom 05.01.2017: Stefan Beyer – Johannes 4:1-15 – Jesus stillt unsere Sehnsucht

  • Das Johannesevangelium berichtet uns von zwei Begegnungen Jesu mit Einzelpersonen, die herausfordernd sind und zum Nachdenken anregen.
    • In Kapitel 3 begegnet Jesus einem religiösen Menschen (Nikodemus).
      • Seine Hauptbotschaft an ihn ist, daß sein ganzer äußerlicher Gottesdienst nichts taugt ohne ein neues Herz (von Neuem geboren werden).
    • In Kapitel 4 begegnet Jesus einem nicht-religiösen Menschen (der Samariterin).
      • Seine Hauptbotschaft an sie ist, daß alles, was sie in ihrem Leben sucht, letztlich auf ihn hinweist und nur in ihm zu finden ist.
  • Die Samariterin spiegelt auf besondere Weise den säkularen Menschen der heutigen Zeit wider.
    • Sie hat kein geistliches Zuhause.
    • Obwohl sie soziale Kontakte hat, ist sie einsam.
    • Sie hat ihr Glück in weltlichen Dingen (insbesondere Beziehung und Sexualität) gesucht.
    • Sie ist unerfüllt geblieben.
    • Sie hat eine vage Spiritualität, die ihr Leben aber nicht wirklich verändert.
  • Ohne zu wissen, was sie eigentlich suchte und brauchte, weist ihre Suche auf Jesus hin.
  • Aus ihrer Begegnung mit Jesus lernen wir drei Dinge:
    • Jesus initiert eine, oft unerwartete, Begegnung mit sich selbst.
    • Jesus öffnet die Augen für die persönliche Verlorenheit und weist auf sich die Erfüllung in Gott hin.
    • Jesus ist nicht der Weg zur Erfüllung unserer Wünsche, sondern er selbst ist das Ziel.
Jesus initiiert eine Begegnung
1 Als nun der Herr erfuhr, daß die Pharisäer gehört hatten, daß Jesus mehr Jünger mache und taufe als Johannes 2 – obwohl Jesus nicht selbst taufte, sondern seine Jünger -, 3 da verließ er Judäa und zog wieder nach Galiläa. 4 Er mußte aber durch Samaria reisen. 5 Da kommt er in eine Stadt Samarias, genannt Sichar, nahe bei dem Feld, das Jakob seinem Sohn Joseph gab. 6 Es war aber dort Jakobs Brunnen. Weil nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich so an den Brunnen; es war um die sechste Stunde. 7 Da kommt eine Frau aus Samaria, um Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken! 8 Denn seine Jünger waren in die Stadt gegangen, um Speise zu kaufen.
  • Die Samariter waren ein Mischvolk, welches aus dem Nordreich des Alten Testaments hervorgegangen war.
  • Da sie nicht mehr reine Juden waren und nicht mehr der reinen jüdischen Lehre folgten, wurden sie von den Juden aus Judäa gemieden.
  • Normalerweise machten die Juden daher einen Bogen um Samarien auf ihrem Weg von und zum Norden.
  • Jesus wollte aber durch Samaria reisen und die ganze Geschichte legt nahe, daß er die Begegnung mit der Frau geplant hatte.
  • Er kam in eine Stadt, die einen 2.000 Jahre alten Brunnen hatte (der übrigens heute noch da ist).
  • An diesem Brunnen setzte sich Jesus und begegnet einer Frau, die kam, um Wasser zu schöpfen.
    • Normalerweise schöpften Frauen am morgen oder am abend und normalerweise immer in Gruppen.
    • Es war aber die Mittagsstunde, was nahelegt, daß die Frau etwas in ihrem Leben hatte, was sie aus der Gemeinschaft der anderen ausschloß.
    • Sie hätte sich wahrscheinlich auch vor Jesus verborgen, wenn sie gewußt hätte, wer er ist.
  • Der säkulare Mensch läuft weg von Gott, weil er ihn als moralisch und einengend versteht und sucht sein Glück in der Welt (das Gleichnis vom verloren Sohn).
    • Seine Suche endet aber oft in der Leere und Einsamkeit.
    • Dennoch will er nicht zu Gott umkehren, weil er erwartet, daß Gott ihn nur verurteilt.
    • Aber Jesus zeigt, daß Gott ganz anders ist, wie ihn der säkulare Mensch sich vorstellt.
    • Er ist nicht gekommen, um Menschen zu verurteilen, sondern um sie zu heilen und zu retten.
  • 11 Und er sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne. 12 Und der jüngere von ihnen sprach zum Vater: Gib mir den Teil des Vermögens, der mir zufällt, Vater! Und er teilte ihnen das Gut. 13 Und nicht lange danach packte der jüngere Sohn alles zusammen und reiste in ein fernes Land, und dort verschleuderte er sein Vermögen mit ausschweifendem Leben. 14 Nachdem er aber alles aufgebraucht hatte, kam eine gewaltige Hungersnot über jenes Land, und auch er fing an, Mangel zu leiden. 15 Da ging er hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seine Äcker, die Schweine zu hüten. 16 Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, welche die Schweine fraßen; und niemand gab sie ihm. 17 Er kam aber zu sich selbst und sprach: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Brot im Überfluß, ich aber verderbe vor Hunger! 18 Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir, 19 und ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen; mache mich zu einem deiner Tagelöhner! 20 Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und hatte Erbarmen; und er lief, fiel ihm um den Hals und küßte ihn. (Lukas 15:11-20)
  • Das besondere an dieser Begegnung ist, daß die Frau sie gar nicht erwartet hatte und sie in gewisser Hinsicht außerhalb ihres normalen Lebens war und in einer besonderen Situation war, die ihr zunächst unangenehm war.
    • So begegnet Jesus oft Menschen in Situationen, wo sie ihn nicht erwarten.
    • Er gebraucht oft Schwierigkeiten und Unannehmlichkeiten im Leben, um eine Begegnung mit sich herbeizuführen.
    • Oft begegnet er Menschen mitten in ihrer Einsamkeit an Orten, wo sie außerhalb ihres normalen Umfelds sind.
    • Mitunter begegnet Jesus Menschen erst am Ende ihres selbstgewählten Weges, wo sie die Konsequenzen ihrer Entscheidungen schon spüren.
Jesus öffnet die Augen für die Suche der Frau und weist Gottes Erfüllung hin
9 Nun spricht die samaritische Frau zu ihm: Wie erbittest du als ein Jude von mir etwas zu trinken, da ich doch eine samaritische Frau bin? (Denn die Juden haben keinen Umgang mit den Samaritern.) 10 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du die Gabe Gottes erkennen würdest und wer der ist, der zu dir spricht: Gib mir zu trinken!, so würdest du ihn bitten, und er gäbe dir lebendiges Wasser. 11 Die Frau spricht zu ihm: Herr, du hast ja keinen Eimer, und der Brunnen ist tief; woher hast du denn das lebendige Wasser? 12 Bist du größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, samt seinen Söhnen und seinem Vieh? 13 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Jeden, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder dürsten. 14 Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Quelle von Wasser werden, das bis ins ewige Leben quillt.
  • Jesus benutzt das fortwährende Schöpfen des Wassers durch die Frau als Bild für ihre geistliche Suche.
    • Das Wasser, was ihr die Welt gibt, führt nur dazu, daß sie immer wieder dürstet.
  • Aber Jesus kann ihren tieferen, geistlichen Durst stillen.
    • Jesus will ihr lebendiges Wasser gebe, welches nicht versiegt und nicht durstig zurückläßt.
    • Dieses Wasser ist sogar so mächtig, daß es in ihrem Inneren zu einer Quelle wird und auf sie und auf andere überströmt.
Jesus selbst ist die Gabe Gottes
15 Die Frau spricht zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich nicht dürste und nicht hierher kommen muß, um zu schöpfen!
  • Die Frau hat noch nicht den tieferen Zusammenhang verstanden von dem, was Jesus ihr sagen wollte.
    • Jesus ist geduldig mit ihr.
  • Sie denkt auch noch, daß dieses lebendige Wasser etwas anderes neben Jesus ist.
    • Das wird ein Thema vor allem im sechsten Kapitel des Johannesevangeliums sein, daß Menschen Dinge von Jesus haben wollen aber nicht erkennen wollen, daß er selbst das Brot des Lebens ist.
      • 35 Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird niemals dürsten. (Johannes 6:35)
  • Man wird dieses lebendige Wasser nur finden, wenn man seinen Durst in der Fülle von Jesus selbst stillt.
    • 37 Aber am letzten, dem großen Tag des Festes stand Jesus auf, rief und sprach: Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke! (Johannes 7:37)
  • Das große, seelestillende Geschenk, das Jesus uns macht, ist, daß er uns den Heiligen Geist schenkt. Er ist das lebendige Wasser.
    • 38 Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. 39 Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, welche an ihn glauben; denn der Heilige Geist war noch nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht war. (Johannes 7:38-39)
  • Nur der ist ein Christ, der seine Erfüllung allein in Jesus gefunden hat.
    • 53 Darum sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohnes eßt und sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch. (Johannes 6:53)
Anwendung
  • Jesus kann deine tiefste, innere Sehnsucht stillen.
  • Die Gabe, die Jesus uns geben will, ist so kostbar, daß man sie nur geschenkt bekommen kann.
    • 17 Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen da dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst! (Offenbarung 22:17)
  • Als Christ ist es nun die Aufgabe, die Kostbarkeit Jesu immer tiefer zu ergründen und zu genießen.
    • 18 Wachst dagegen in der Gnade und in der Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus! Ihm sei die Ehre, sowohl jetzt als auch bis zum Tag der Ewigkeit! Amen. (2. Petrus 3:18)

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