Predigt vom 22.01.2017: Stefan Beyer – Hebräer 11,1-16 – Echter Glaube

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Hebräer 11:1-16 – Echter Glaube

  • Der Schreiber möchte die Hebräer in seiner Predigt sowohl warnen als auch ermutigen.
  • In diesem Abschnitt spricht er über das Wesen eines echten, christlichen Glaubens und seine Vorbilder aus dem Alten Testament.
    • Die Hebräer sollen gewarnt werden, damit sie keinen falschen Glauben haben oder sich über ihren Glauben täuschen.
    • Sie sollen aber auch dadurch ermutigt werden, daß echter Glaube schon immer geprüft wurde und ausdauern mußte.
Welche Elemente hat echter Glaube?
1 Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht. 2 Durch diesen haben die Alten ein gutes Zeugnis erhalten. 3 Durch Glauben verstehen wir, daß die Welten durch Gottes Wort bereitet worden sind, so daß die Dinge, die man sieht, nicht aus Sichtbarem entstanden sind.
  • Echter Glaube rechnet mit Gottes Verheißungen, auch wenn man die Erfüllung noch nicht sehen kann, ja wenn die Erfüllung sogar vollkommen unwahrscheinlich erscheint.
  • Echter Glaube ist das einzige Mittel, um Gottes Ansehen zu bekommen und gerettet zu werden.
  • Echter Glaube rechnet mit Gottes Kraft.
Echter Glaube erlangt einzig Gottes Ansehen
4 Durch Glauben brachte Abel Gott ein besseres Opfer dar als Kain; durch ihn erhielt er das Zeugnis, daß er gerecht sei, indem Gott über seine Gaben Zeugnis ablegte, und durch ihn redet er noch, obwohl er gestorben ist. 5 Durch Glauben wurde Henoch entrückt, so daß er den Tod nicht sah, und er wurde nicht mehr gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte; denn vor seiner Entrückung wurde ihm das Zeugnis gegeben, daß er Gott wohlgefallen hatte. 6 Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen; denn wer zu Gott kommt, muß glauben, daß er ist, und daß er die belohnen wird, welche ihn suchen.
  • Abels Opfer wurde von Gott angenommen, weil es aus Glauben entstammte.
    • Abel war durch seinen Glauben schon vor Gott gerecht und mußte dies durch seine Werke (das Opfer) nicht verdienen.
    • Gott bezeugte diese Glaubensgerechtigkeit, die Abel schon hatte, indem er das Opfer annahm.
    • Kain hatte keinen echten Glauben an Gott und war deshalb nicht gerechtfertigt. Sein Opfer war Gott nicht angenehm.
    • Kain wollte sich mit seinem Opfer Gottes Wohlgefallen verdienen.
  • Henoch hatte Gottes Wohlgefallen, weil er echten Glauben hatte.
    • Sein Leben wird in 1. Mose so beschrieben:
      • 21 Und Henoch lebte 65 Jahre, da zeugte er den Methusalah; 22 und Henoch wandelte mit Gott 300 Jahre lang, nachdem er den Methusalah gezeugt hatte, und zeugte Söhne und Töchter; 23 und die ganze Lebenszeit Henochs betrug 365 Jahre. 24 Und Henoch wandelte mit Gott, und er war nicht mehr, denn Gott hatte ihn hinweggenommen. (1. Mose 5:21-24)
    • Dieses Wandeln mit Gott war nicht ein Wandeln der Werke, sondern ein Wandeln des Glaubens und Vertrauens.
  • Daraus leitet der Schreiber des Hebräerbriefs das allgemeine Prinzip ab: Gott kann man nur durch echten Glauben gefallen.
    • Echter Glaube rechnet mit der Existenz und Kraft Gottes.
    • Echter Glaube vertraut auf die Güte Gottes und seine Treue gegenüber seinen Verheißungen.
    • Echter Glaube ist überzeugt davon, daß die Rettung allein von Gott kommt und nicht aus unseren Werken.
Echter Glaube vertraut und gehorcht Gott trotz Widerstände und Enttäuschungen
7 Durch Glauben baute Noah, als er eine göttliche Weisung empfangen hatte über die Dinge, die man noch nicht sah, von Gottesfurcht bewegt eine Arche zur Rettung seines Hauses; durch ihn verurteilte er die Welt und wurde ein Erbe der Gerechtigkeit aufgrund des Glaubens. 8 Durch Glauben gehorchte Abraham, als er berufen wurde, nach dem Ort auszuziehen, den er als Erbteil empfangen sollte; und er zog aus, ohne zu wissen, wohin er kommen werde. 9 Durch Glauben hielt er sich in dem Land der Verheißung auf wie in einem fremden, und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung; 10 denn er wartete auf die Stadt, welche die Grundfesten hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist. 11 Durch Glauben erhielt auch Sarah selbst die Kraft, schwanger zu werden, und sie gebar, obwohl sie über das geeignete Alter hinaus war, weil sie den für treu achtete, der es verheißen hatte.
  • Echter Glaube wird herausgefordert, indem er Gott trotz offensichtlicher Widerstände vertrauen muß
    • Obwohl kein Mensch um Noah an eine Flut glaubte, mußte Noah Gott aus Glauben gehorchen.
    • Abraham gehorchte Gott, ohne zu wissen, wohin er ihn führen würde.
    • Abraham blieb an dem Ort, zu dem Gott ihn führte, obwohl sich die Verheißung zu seinen Lebzeiten nicht erfüllte.
      • Er erkannte, daß sich die Verheißung anders und geistlich erfüllen würde.
    • Sarah vertraute der Treue Gottes, obwohl sie schon weit über das geeignete Alter hinaus war.
      • Dadurch erhielt sie die Kraft, schwanger zu werden.
  • Die Lektion aus diesen Vorbildern ist:
    • Gottes Wort und Gottes Treue sind verlässlicher als alle Umstände.
      • 4 Denn das Wort des HERRN ist wahrhaftig, und all sein Tun ist Treue. (Psalm 33:4)
Echter Glaube hat eine Ewigkeitsperspektive
12 Darum sind auch von einem Einzigen, der doch erstorben war, Nachkommen hervorgebracht worden, so zahlreich wie die Sterne des Himmels und wie der Sand am Ufer des Meeres, der nicht zu zählen ist. 13 Diese alle sind im Glauben gestorben, ohne das Verheißene empfangen zu haben, sondern sie haben es nur von ferne gesehen und waren davon überzeugt, und haben es willkommen geheißen und bekannt, daß sie Gäste ohne Bürgerrecht und Fremdlinge sind auf Erden; 14 denn die solches sagen, geben damit zu erkennen, daß sie ein Vaterland suchen. 15 Und hätten sie dabei jenes im Sinn gehabt, von dem sie ausgegangen waren, so hätten sie ja Gelegenheit gehabt, zurückzukehren; 16 nun aber trachten sie nach einem besseren, nämlich einem himmlischen. Darum schämt sich Gott ihrer nicht, ihr Gott genannt zu werden; denn er hat ihnen eine Stadt bereitet.
  • Unsere eigentliche Heimat, unser eigentliches Vaterland ist der Himmel.
    • Der Himmel ist kein langweiliger Ort, sondern eine Stadt voller Leben, Trubel, Freude und Anbetung Gottes.
  • Gott hat uns nie versprochen, daß sich all seine Verheißungen hier auf Erden erfüllen würden.
  • Wir sind nur Gäste und Fremdlinge auf Erden und warten auf das verheißene, himmlische Erbe.
  • Irgendwann, im Gesamtzusammenhang, in der Ewigkeit, werden wir erkennen, wie Gott alles gut gemacht hat – aber nicht davor.
    • 28 Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind. (Römer 8:28)
  • Die Hebräer mußten daran erinnert werden, daß sie nicht zu viel von diesem irdischen Leben erwarteten.
    • Fairness
    • Wohlstand
    • Glaubensfreiheit
    • Erfüllung der Bedürfnisse
  • Diese Ewigkeitsperspektive soll nicht zur Weltflucht führen.
    • 4 So spricht der HERR der Heerscharen, der Gott Israels, zu allen Weggeführten, die ich von Jerusalem nach Babel weggeführt habe: 5 Baut Häuser und wohnt darin; pflanzt Gärten und eßt ihre Früchte; 6 nehmt Frauen und zeugt Söhne und Töchter; und nehmt Frauen für eure Söhne, und eure Töchter gebt Männern zur Frau, damit sie Söhne und Töchter gebären, damit ihr euch dort mehrt und eure Zahl nicht abnimmt! 7 Und sucht den Frieden der Stadt, in die ich euch weggeführt habe, und betet für sie zum HERRN; denn in ihrem Frieden werdet auch ihr Frieden haben! (Jeremia 29:4-7)
  • Aber sie soll vor drei Gefahren schützen:
    • Vergötterung dieser Welt
    • unrealistischen Erwartungen
    • Zynismus und Bitterkeit
  • Echter Glaube rechnet mit Gottes Eingreifen im Hier und Jetzt, hat aber eine Ewigkeitsperspektive.
    • 19 Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo die Motten und der Rost sie fressen und wo die Diebe nachgraben und stehlen. 20 Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, wo weder die Motten noch der Rost sie fressen und wo die Diebe nicht nachgraben und stehlen! 21 Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein. (Matthäus 6:19-21)

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