Predigt vom 15.01.2017: Stefan Beyer – Hebräer 10,19-10,39 – Ein langer Kampf

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Hebräer 10:19-39 – Ein langer Kampf

  • Nach einem längeren Teil der theologischen Erörterung, bei dem es dem Prediger darum ging, den Verstand der Hebräer mit biblischer Wahrheit zu füllen, schwenkt er nun in einem praktischen Teil über.
  • Das große Thema ist: Ausdauernder Glaube.
  • Das christliche Leben und der Kampf im Glauben hören nicht auf, wenn jemand zu Jesus kommt, sondern fangen gerade erst an.
    • 12 Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, zu dem du auch berufen bist und worüber du das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen abgelegt hast. (1. Timotheus 6:12)
    • 8 Seid nüchtern und wacht! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann. (1. Petrus 5:8)
  • Es gibt drei große Gegner, die den Glauben eines Christen vernichten wollen:
    • die Welt mit ihren nichtchristlichen Einflüssen
    • der Teufel mit seinen Versuchungen und Anklagen
    • des Fleisch mit seinen Begierden
  • Um diesen Kampf langfristig gut bestehen zu können, ermahnt der Prediger die Hebräer zu fünf Dingen:
    • regelmäßig Gemeinschaft mit Gott zu pflegen
    • regelmäßig Gemeinschaft mit anderen Christen zu pflegen
    • von negativen Beispielen und Warnungen zu lernen
    • sich an positiven Glaubensvorbildern zu orientieren
    • eine langfristige Perspektive zu haben
Gemeinschaft mit Gott pflegen
19 Da wir nun, ihr Brüder, kraft des Blutes Jesu Freimütigkeit haben zum Eingang in das Heiligtum, 20 den er uns eingeweiht hat als neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang hindurch, das heißt, durch sein Fleisch, 21 und da wir einen großen Priester über das Haus Gottes haben, 22 so laßt uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen, in völliger Gewißheit des Glaubens, durch Besprengung der Herzen los vom bösen Gewissen und am Leib gewaschen mit reinem Wasser.
  • Das große Privileg, welches wir durch den hohepriesterlichen Dienst Jesu haben, ist der Zugang zu Gott.
  • Von diesem Privileg müssen wir aber auch Gebrauch machen und das beständig.
  • Ein langfristig starkes Glaubensleben läßt sich nur aufrechterhalten durch
    • regelmäßiges Bibellesen
    • Beschäftigung mit theologisch-tiefgehender Literatur bzw. Bibelstudium
    • ein lebendiges Gebetsleben
  • Eines der Hauptangriffsziele des Teufels, der Welt und des Fleisches ist die regelmäßige Gemeinschaft mit Gott
    • Wir sind zu müde oder zu beschäftigt.
    • Wir sind zu stolz und glauben, wir brauchen es nicht.
Gemeinschaft mit anderen Christen pflegen
23 Laßt uns festhalten am Bekenntnis der Hoffnung, ohne zu wanken – denn er ist treu, der die Verheißung gegeben hat -, 24 und laßt uns aufeinander achtgeben, damit wir uns gegenseitig anspornen zur Liebe und zu guten Werken, 25 indem wir unsere eigene Versammlung nicht verlassen, wie es einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und das um so mehr, als ihr den Tag herannahen seht!
  • Der Christ soll fest am ganzen Evangelium und der christlichen Hoffnung festhalten.
  • Dazu hilft ihm selbst Gott, der treu ist.
    • 9 Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn. (1. Korinther 1:9)
  • Aber ein zentrales Mittel, das Gott in seiner treuen Fürsorge benutzt, ist eine evangeliumszentrierte Gemeinde.
    • In der Gemeinde wird auf einander persönlich geachtet (intimes Wissen und Interesse).
    • In der Gemeinde werden wir leidenschaftlich ermutigt und befähigt, unser Christsein praktisch auszuleben.
  • Auch hier greifen Teufel, Welt und Fleisch an.
    • Wir verplanen unsere Woche so, daß wir keine Zeit für die Gemeinde haben.
    • Jemand hat uns verletzt in der Gemeinde und wir ziehen uns aus Bitterkeit zurück.
    • Wir sind stolz und glauben, daß wir die Gemeinde nicht brauchen.
  • Im Angesicht des herannahenden Tages der Wiederkunft Christi brauchen wir die ernste, liebende Ermahnung anderer Christen.
    • Das heißt, wir müssen unser Leben in der Gemeinde öffnen und andere auch zu uns sprechen lassen.
Von negativen Beispielen lernen
26 Denn wenn wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, so bleibt für die Sünden kein Opfer mehr übrig, 27 sondern nur ein schreckliches Erwarten des Gerichts und ein Zorneseifer des Feuers, der die Widerspenstigen verzehren wird. 28 Wenn jemand das Gesetz Moses verwirft, muß er ohne Erbarmen sterben auf die Aussage von zwei oder drei Zeugen hin; 29 wieviel schlimmerer Strafe, meint ihr, wird derjenige schuldig erachtet werden, der den Sohn Gottes mit Füßen getreten und das Blut des Bundes, durch das er geheiligt wurde, für gemein geachtet und den Geist der Gnade geschmäht hat? 30 Denn wir kennen ja den, der sagt: “Die Rache ist mein; ich will vergelten! spricht der Herr”, und weiter: “Der Herr wird sein Volk richten”. 31 Es ist schrecklich, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen!
  • Wir alle kennen Menschen, die sich nach einem Start ins christliche Leben, dann doch wieder vom Glauben losgesagt haben.
    • Solche Menschen gab es auch unter den Hebräern.
  • Diese Menschen haben zwar einen Teil der Wahrheit erkannt und wurden äußerlich durch die Gemeinde geheiligt und vom Heiligen Geist berührt, aber hatten nie rettenden Glauben.
    • Es gibt ein allgemeines Wirken des Heiligen Geistes des Überführens, welches aber nicht automatisch zur Errettung führt.
      • 8 Und wenn jener kommt, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und vom Gericht; 9 von Sünde, weil sie nicht an mich glauben; 10 von Gerechtigkeit aber, weil ich zu meinem Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht; 11 vom Gericht, weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist. (Johannes 16:8-11)
  • Für diese Menschen gibt es keine andere Möglichkeit der Errettung und sie werden von Gott gerichtet werden.
  • Wir sollen uns durch diese Verse warnen lassen und durch negative Beispiele im wirklichen Leben.
    • 32 Gedenkt an Lots Frau! 33 Wer sein Leben zu retten sucht, der wird es verlieren, und wer es verliert, der wird es erhalten. (Lukas 17:32-33)
    • 10 Denn Demas hat mich verlassen, weil er die jetzige Weltzeit liebgewonnen hat, und ist nach Thessalonich gezogen, Crescens nach Galatien, Titus nach Dalmatien. (2. Timotheus 4:10)
An Glaubensvorbildern orientieren
32 Erinnert euch aber an die früheren Tage, in denen ihr, nachdem ihr erleuchtet wurdet, viel Kampf erduldet habt, der mit Leiden verbunden war, 33 da ihr teils selbst Schmähungen und Bedrängnissen öffentlich preisgegeben wart, teils mit denen Gemeinschaft hattet, die so behandelt wurden. 34 Denn ihr hattet Mitleid mit mir in meinen Ketten bewiesen und den Raub eurer Güter mit Freuden hingenommen, weil ihr in euch selbst gewiß seid, daß ihr ein besseres und bleibendes Gut in den Himmeln besitzt. 35 So werft nun eure Zuversicht nicht weg, die eine große Belohnung hat!
  • Auf der anderen Seite hatte die Gemeinde auch schon viel Verfolgung erduldet und auf positive Weise gezeigt, daß sie dem Herrn treu waren.
  • Die Hebräer sollten sich daran erinnern, daß sie
    • viel Kampf hatten
    • durch Gottes Hilfe diesen Kampf aber erdulden konnten
    • inmitten des Kampfes, den Verfolgungen und Verlusten viel Freude von Gott geschenkt bekommen hatten
  • Gottes Verheißungen sind vor allem in solche Situationen hineingesprochen.
    • 10 Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; sei nicht ängstlich, denn ich bin dein Gott; ich stärke dich, ich helfe dir auch, ja, ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit! 11 Siehe, beschämt und zuschanden werden alle, die gegen dich erzürnt sind; es werden zunichte und kommen um die Männer, die gegen dich kämpfen. (Jesaja 41:10-11)
  • Gott gibt seinen Knechten Kraft und Freude nicht ohne Leid, sondern mitten im Leid.
    • 7 Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überragende Kraft von Gott sei und nicht von uns. 8 Wir werden überall bedrängt, aber nicht erdrückt; wir kommen in Verlegenheit, aber nicht in Verzweiflung; 9 wir werden verfolgt, aber nicht verlassen; wir werden niedergeworfen, aber wir kommen nicht um; 10 wir tragen allezeit das Sterben des Herrn Jesus am Leib umher, damit auch das Leben Jesu an unserem Leib offenbar wird. 11 Denn wir, die wir leben, werden beständig dem Tod preisgegeben um Jesu willen, damit auch das Leben Jesu offenbar wird an unserem sterblichen Fleisch. 12 So ist also der Tod wirksam in uns, das Leben aber in euch. 13 Weil wir aber denselben Geist des Glaubens haben, gemäß dem, was geschrieben steht: “Ich habe geglaubt, darum habe ich geredet”, so glauben auch wir, und darum reden wir auch, 14 da wir wissen, daß der, welcher den Herrn Jesus auferweckt hat, auch uns durch Jesus auferwecken und zusammen mit euch vor sich stellen wird. 15 Denn es geschieht alles um euretwillen, damit die zunehmende Gnade durch die Vielen den Dank überfließen lasse zur Ehre Gottes. 16 Darum lassen wir uns nicht entmutigen; sondern wenn auch unser äußerer Mensch zugrundegeht, so wird doch der innere Tag für Tag erneuert. 17 Denn unsere Bedrängnis, die schnell vorübergehend und leicht ist, verschafft uns eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit, 18 da wir nicht auf das Sichtbare sehen, sondern auf das Unsichtbare; denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig. (2. Korinther 4:7-18)
  • Das ist der Kreuzesweg jedes Christen, bei dem er Jesus nachahmt.
    • 2 Indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete und dabei die Schande für nichts achtete, und der sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat. (Hebräer 12:2)
  • Es gab in der Gemeinde der Hebräer solche, die vorbildlich mit Herausforderung und Schwierigkeiten unter der ersten großen Verfolgung unter Kaiser Claudius umgegangen waren.
    • Die jetzigen Gemeindemitglieder sollten sich solche Menschen zum Vorbild nehmen und von ihnen lernen.
  • Das heißt, die Hebräer sollten sich sowohl an Gottes Treue in ihrem eigenen Leben erinnern als auch an seine Treue durch das Leben anderer Christen.
  • Dazu braucht es bewußt Initiative,
    • die eigenen Glaubenslektionen immer wieder durchzugehen.
    • Zeit mit Glaubensvorbildern zu verbringen.
Eine langfristige Perspektive haben
36 Denn standhaftes Ausharren tut euch not, damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Verheißung erlangt. 37 Denn noch eine kleine, ganz kleine Weile, dann wird der kommen, der kommen soll, und wird nicht auf sich warten lassen. 38 “Der Gerechte aber wird aus Glauben leben”; doch: “Wenn er feige zurückweicht, so wird meine Seele kein Wohlgefallen an ihm haben”. 39 Wir aber gehören nicht zu denen, die feige zurückweichen zum Verderben, sondern zu denen, die glauben zur Errettung der Seele.
  • Das christliche Leben ist kein Sprint, sondern ein Marathon.
  • Trotzdem ist es im Vergleich mit der Ewigkeit eine verschwindend geringe Zeit.
  • Die Hebräer sollten sich vor Augen halten, daß der Weg lang ist und sie standhaftes Ausharren benötigen.
  • Auf der andere Seite sollten sie nicht vergessen, daß die Zeit auf der anderen Seite auch kurz ist und der Kampf deshalb schaffbar ist, mit Gottes Hilfe.
Anwendung
  • Wie kannst du regelmäßig Gemeinschaft mit Gott pflegen bzw. diese Gemeinschaft intensivieren?
  • Wie kannst du ein aktives Mitglied einer evangeliumszentrierten Gemeinde werden?
  • Welche negativen Beispiele kennst du von Menschen, die im Glauben Schiffbruch erlitten haben? Wie kann dir das eine Lehre sein?
  • Wie hat Gott seine Treue schon in deinem Leben gezeigt? Welche Glaubensvorbilder kannst du nachahmen?
  • Wie mußte du deine Perspektive auf das christliche Leben ändern?

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