Werktagsgottesdienst vom 08.12.2016: Stefan Beyer – Johannes 3:1-13 – Von Neuem geboren werden

  • Johannes hatte schon in Kapitel 1 erklärt, daß rettender Glaube an Jesus auf ein Wirken Gottes im Menschen zurückzuführen ist, welches einer neuen Geburt zu vergleichen ist.
    • 12 Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben; 13 die nicht aus dem Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. (Johannes 1:12-13)
  • Für Johannes ist der natürliche Zustand des gefallenen Menschen der eine geistlichen Finsternis bzw. Blindheit.
    • 4 In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. 5 Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen. (Johannes 1:4-5)
  • Diese geistliche Blindheit äußert sich darin, daß man die Schönheit und Erhabenheit von Jesus nicht sehen und wertschätzen kann.
    • 4 Bei den Ungläubigen, denen der Gott dieser Weltzeit die Sinne verblendet hat, so daß ihnen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus nicht aufleuchtet, welcher Gottes Ebenbild ist. (2. Korinther 4:4)
  • Johannes macht aber deutlich, daß diese Blindheit selbst verschuldet und einen moralischen Hintergrund hat.
    • 19 Darin aber besteht das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse. 20 Denn jeder, der Böses tut, haßt das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden. (Johannes 3:19-20)
  • Damit also jemand zu Jesus kommen und im neutestamentlichen Sinn glauben kann, muß Gott vorher etwas Entscheidendes im Herzen des Menschen tun: eine geistliche Beschneidung.
    • 6 Und der HERR, dein Gott, wird dein Herz und das Herz deiner Nachkommen beschneiden, daß du den HERRN, deinen Gott, liebst von ganzem Herzen und von ganzer Seele, damit du lebst. (5. Mose 30:6)
1 Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern namens Nikodemus, ein Oberster der Juden. 2 Der kam bei Nacht zu Jesus und sprach zu ihm: Rabbi, wir wissen, daß du ein Lehrer bist, der von Gott gekommen ist; denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn, daß Gott mit ihm ist. 3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen!
  • Jesus konfrontiert Nikodemus sofort mit dem Kernproblem der Pharisäer: Sie hatten die Beziehung zu Gott auf etwas Äußerliches (Gesetze und Regeln) reduziert.
  • Dabei geht es Gott vor allem um unser Herz.
    • 34 Als nun die Pharisäer hörten, daß er den Sadduzäern den Mund gestopft hatte, versammelten sie sich; 35 und einer von ihnen, ein Gesetzesgelehrter, stellte ihm eine Frage, um ihn zu versuchen, und sprach: 36 Meister, welches ist das größte Gebot im Gesetz? 37 Und Jesus sprach zu ihm: “Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken”. 38 Das ist das erste und größte Gebot. 39 Und das zweite ist ihm vergleichbar: “Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst”. 40 An diesen zwei Geboten hängen das ganze Gesetz und die Propheten. (Matthäus 22:34-40)
  • Das große Problem des Menschen seit dem Sündenfall ist, daß er Gott nicht als etwas Liebenswertes und Anziehendes sieht, sondern als etwas Abstoßendes.
  • Deswegen muß Gott selbst etwas Entscheidendes im Herzen des Menschen tun, um seine Gefühle (besser Affekte) zu ändern.
    • Er muß dem Herzen Geschmack für die Kostbarkeit Gottes und Ekel vor der Häßlichkeit der Sünde schenken.
  • Jesus macht gegenüber Nikodemus deutlich, daß dieses Werk Gottes Priorität vor allen anderen geistlichen Werken hat.
    • All unsere guten Werke sind wertlos, bis nicht Gott dieses Werk in uns getan hat.
  • Im Alten Testament ist das Synonym für diesen Einstieg die Furcht des Herrn.
    • 7 Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis (Sprüche 1:7).
  • Sie wird durch ein souveränes Wirken Gottes im Herzen des Menschen geschaffen.
    • 39 Und ich will ihnen ein Herz und einen Wandel geben, daß sie mich allezeit fürchten, ihnen selbst zum Besten und ihren Kindern nach ihnen. 40 Und ich will einen ewigen Bund mit ihnen schließen, daß ich nicht von ihnen ablassen will, ihnen wohlzutun. Und ich werde die Furcht vor mir in ihr Herz geben, damit sie nicht mehr von mir abweichen. (Jeremia 32:39-40)
4 Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Er kann doch nicht zum zweitenmal in den Schoß seiner Mutter eingehen und geboren werden? 5 Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen! 6 Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist. 7 Wundere dich nicht, daß ich dir gesagt habe: Ihr müßt von neuem geboren werden! 8 Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist jeder, der aus dem Geist geboren ist. 9 Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie kann das geschehen? 10 Jesus erwiderte und sprach zu ihm: Du bist der Lehrer Israels und verstehst das nicht?
  • Die Lehre von der Neugeburt ist keine neutestamentliche Erfindung, sondern war schon im Alten Testament Grundlage der Beziehung zwischen Mensch und Gott.
    • 25 Und ich will reines Wasser über euch sprengen, und ihr werdet rein sein; von aller eurer Unreinheit und von allen euren Götzen will ich euch reinigen. 26 Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres legen; ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben; 27 ja, ich will meinen Geist in euer Inneres legen und werde bewirken, daß ihr in meinen Satzungen wandelt und meine Rechtsbestimmungen befolgt und tut. (Hesekiel 36:25-27)
  • Das ist das Besondere an der Religion der Bibel: Es geht nicht um gute Werke, sondern um ein neues Herz.
  • Das Wasser, von dem Jesus hier spricht, ist nicht die Taufe, sondern das Wasserbad im Wort (siehe Epheser 5:26).
  • Gott benutzt sein Wort, um die Neugeburt bei den Menschen zu bewirken.
    • 18 Nach seinem Willen hat er uns gezeugt durch das Wort der Wahrheit, damit wir gleichsam Erstlinge seiner Geschöpfe seien. (Jakobus 1:18)
11 Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, was wir wissen, und wir bezeugen, was wir gesehen haben; und doch nehmt ihr unser Zeugnis nicht an. 12 Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch von den himmlischen Dingen sagen werde? 13 Und niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel, außer dem, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, dem Sohn des Menschen, der im Himmel ist.
  • Jesus erachtet die Lehre von der Neugeburt als absolut grundlegend für das Verständnis der biblischen Religion.
  • Der Anfang des christlichen Glaubens ist die Lehre von der Buße und dem Glauben an Gott.
    • 1 Darum wollen wir die Anfangsgründe des Wortes von Christus lassen und zur vollen Reife übergehen, wobei wir nicht nochmals den Grund legen mit der Buße von toten Werken und dem Glauben an Gott. (Hebräer 6:1)
  • Nur so wird jemand Christ, wenn er erkannt hat, daß er durch seine eigenen Werke Gott nicht gefallen kann, daß er ein neues Herz braucht und im Glauben auf Jesus vertraut, ihm volle Errettung zu schenken.
  • Die Pharisäer waren genau an dieser Grundlage gescheitert, deswegen war ihre ganze restliche Religion wertlos.
  • Sie mußten anerkennen:
    • daß sie ein böses Herz haben, was von Gott neugemacht werden mußte.
    • daß ihre guten Werke nichts brachten, sondern sie nur noch schuldiger machten, weil sie aus einem bösen Herzen folgten.
    • daß sie alles allein von Jesus empfangen würden, wenn sie auf ihn vertrauen.
Anwendung
  • Der natürliche Zustand des Menschen ist der eines Pharisäers, der auf seine eigenen Werke vor Gott vertraut und nicht einsieht, daß sein Herz so durch und durch böse ist.
    • Darauf folgt eine Religion der guten Werke, bei der man versucht, Gottes Gunst durch den eigenen Gehorsam zu erwerben.
    • Wenn man nicht an den Gott der Bibel glaubt, ist man dennoch in dieser Werksreligion gefangen, weil man stattdessen einen anderen Götzen gefallen möchte.
  • Um Christ zu werden, muß man wie Nikodemus anerkennen:
    • daß man ein verlorenes Herz hat, was von Gott neugemacht werden muß.
      • 12 Erschaffe mir, o Gott, ein reines Herz, und gib mir von neuem einen festen Geist in meinem Innern! (Psalm 51:12)
    • daß die eigenen guten Werke nichts bringen, solange sie nicht aus diesem neuen Herzen der echten Liebe zu Gott entspringen.
      • 5 Wir sind ja allesamt geworden wie Unreine, und alle unsere Gerechtigkeit wie ein beflecktes Kleid. Wir sind alle verwelkt wie die Blätter, und unsere Sünden trugen uns fort wie der Wind. (Jesaja 64:5)
    • daß wir vollkommen auf Jesus und seine Gerechtigkeit angewiesen sind.
      • 21 Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm zur Gerechtigkeit Gottes würden. (2. Korinther 5:21)
  • Um als Christ im Glauben zu wachsen, muß man genauso,
    • sein Herz weiter verändern und neu machen lassen
      • 23 Erforsche mich, o Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich es meine; 24 und sieh, ob ich auf bösem Weg bin, und leite mich auf dem ewigen Weg! (Psalm 139:23-24)
    • weiter auf Jesus allein für allen geistlichen Segen vertrauen
      • 30 Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht worden ist zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung, 31 damit es geschehe, wie geschrieben steht: “Wer sich rühmen will, der rühme sich des Herrn!” (1. Korinther 1:30-31)
  • Das Mittel, welches Gott zu Veränderung des Herzens gebraucht ist sein Wort.
    • 17 Heilige sie in deiner Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit. (Johannes 17:17)
  • Desto mehr wir uns dem Wort Gottes aussetzen, desto mehr öffnen wir uns für das Wirken des Heiligen Geistes, der unser Herz verändert.

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