Predigt vom 18.12.2016:Stefan Beyer – Hebräer 9,15-22 – Der Messias musste sterben

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Hebräer 9:15-22 – Der Messias mußte sterben

  • Die Bibel gliedert sich in Bünde.
    • Der Bund mit Adam und Eva.
    • Der Bund mit Abraham und seinen Nachkommen.
    • Der Bund mit Mose und dem Volk Israel.
    • Der neue Bund durch Jesus Christus.
  • Ein biblischer Bund hat drei Elemente:
    • eine Bindung zwischen zwei Parteien
    • Blut als Zeichen der Todesstrafe bei Bundesübertretung
    • eine souveräne Verwaltung zwischen dem Bundesgeber und dem Bundesnehmer
  • Das besondere an dem Bund, den Gott mit Abraham schloß ist, daß nur Gott die Selbstverfluchungszeremonie durchläuft und damit die Strafe der Bundesübertretung auf sich nimmt.
    • 7 Und Er sprach zu ihm: Ich bin der HERR, der dich von Ur in Chaldäa herausgeführt hat, um dir dieses Land zum Erbbesitz zu geben. 8 Abram aber sprach: Herr, HERR, woran soll ich erkennen, daß ich es als Erbe besitzen werde? 9 Und Er sprach zu ihm: Bringe mir eine dreijährige Kuh und eine dreijährige Ziege und einen dreijährigen Widder und eine Turteltaube und eine junge Taube! 10 Und er brachte das alles und zerteilte es mittendurch, und legte jedes Teil dem anderen gegenüber. Aber die Vögel zerteilte er nicht. 11 Da stießen die Raubvögel auf die toten Tiere herab; aber Abram verscheuchte sie. 12 Und es geschah, als die Sonne anfing sich zu neigen, da fiel ein tiefer Schlaf auf Abram, und siehe, Schrecken und große Finsternis überfielen ihn. 13 Da sprach Er zu Abram: Du sollst mit Gewißheit wissen, daß dein Same ein Fremdling sein wird in einem Land, das ihm nicht gehört; und man wird sie dort zu Knechten machen und demütigen 400 Jahre lang. 14 Aber auch das Volk, dem sie dienen müssen, will ich richten; und danach sollen sie mit großer Habe ausziehen. 15 Und du sollst in Frieden zu deinen Vätern eingehen und in gutem Alter begraben werden. 16 Sie aber sollen in der vierten Generation wieder hierherkommen; denn das Maß der Sünden der Amoriter ist noch nicht voll. 17 Und es geschah, als die Sonne untergegangen und es finster geworden war – siehe, da war ein rauchender Glutofen, und eine Feuerfackel, die zwischen den Stücken hindurchfuhr. 18 An jenem Tag machte der HERR einen Bund mit Abram und sprach: Deinem Samen habe ich dieses Land gegeben, vom Strom Ägyptens bis an den großen Strom, den Euphrat. (1. Mose 15:7-18)
  • Weil das Konzept des Bundes so zentral sind, müßte die zwei Testamente eigentlicher “Alter Bund” und “Neuer Bund” heißen (was in manchen Sprachen gemacht wird).
  • Jesus ist im Neuen Bund gekommen, um die Strafe für die Bundesübertretung des Alten Bundes zu bezahlen.
    • Gott selbst bezahlt mit seinem Blut für die Bundesübertretung des Volkes.
  • Das griechische Wort für Bund ist doppeldeutig und kann auch für ein Testament gebraucht werden.
    • In dieser Stelle zieht der Schreiber des Hebräerbriefs den Vergleich zu einem Testament.
  • Das besondere an einem Testament ist, daß die Gaben, die ein Erblasser zu verteilen hat, erst durch seinen Tod verteilt werden.
15 Darum ist er auch der Mittler eines neuen Bundes, damit – da sein Tod geschehen ist zur Erlösung von den unter dem ersten Bund begangenen Übertretungen – die Berufenen das verheißene ewige Erbe empfangen.
  • Jesus setzt den neuen Bund ein, indem er für die Strafe der Untreue unter dem Alten Bund stirbt.
  • Er ermöglicht denjenigen, für die er starb (die Berufenen), daß sie die Verheißungen Gottes ererben können.
  • Der Kern dieser Verheißungen ist nicht das irdische verheißene Land, sondern das himmlische Jerusalem in der Gegenwart Gottes.
  • Weil es hier um Erben geht, zieht der Schreiber hier einen Vergleich zu einem Testament, da das griechische Wort diatheke auch in dieser Weise gebraucht werden kann.
16 Denn wo ein Testament ist, da muß notwendig der Tod dessen eintreten, der das Testament gemacht hat; 17 denn ein Testament tritt auf den Todesfall hin in Kraft, da es keine Gültigkeit hat, solange derjenige lebt, der das Testament gemacht hat.
  • Es war zwingend notwendig, daß der Messias stirbt. Nur dazu ist er auf die Welt gekommen.
    • 17 Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, damit ich es wieder nehme. 18 Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir aus. Ich habe Vollmacht, es zu lassen, und habe Vollmacht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen. (Johannes 10:17-18)
18 Daher wurde auch der erste Bund nicht ohne Blut eingeweiht. 19 Denn nachdem jedes einzelne Gebot nach dem Gesetz von Mose dem ganzen Volk verkündet worden war, nahm er das Blut der Kälber und Böcke mit Wasser und Purpurwolle und Ysop und besprengte sowohl das Buch selbst als auch das ganze Volk, 20 wobei er sprach: “Dies ist das Blut des Bundes, den Gott mit euch geschlossen hat!” 21 Auch das Zelt und alle Geräte des Gottesdienstes besprengte er in gleicher Weise mit Blut; 22 und fast alles wird nach dem Gesetz mit Blut gereinigt, und ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung.
  • Das symbolische Besprengen des Bundesbuches führte die Strafe für die Bundesübertretung plastisch vor Augen.
    • 3 Und Mose kam und verkündigte dem Volk alle Worte des HERRN und alle Verordnungen. Da antwortete das Volk einstimmig und sprach: Alle Worte, die der HERR geredet hat, wollen wir tun! 4 Da schrieb Mose alle Worte des HERRN nieder. Und er stand früh am Morgen auf und errichtete einen Altar unten am Berg und zwölf Gedenksteine für die zwölf Stämme Israels. 5 Und Mose sandte junge israelitische Männer, damit sie Brandopfer darbrachten und Jungstiere opferten als Friedensopfer für den HERRN. 6 Und Mose nahm die Hälfte des Blutes und goß es in Schalen; aber die andere Hälfte des Blutes sprengte er auf den Altar. 7 Darauf nahm er das Buch des Bundes und las es vor den Ohren des Volkes. Und sie sprachen: Alles, was der HERR gesagt hat, das wollen wir tun und darauf hören! 8 Da nahm Mose das Blut und sprengte es auf das Volk und sprach: Seht, das ist das Blut des Bundes, den der HERR mit euch geschlossen hat aufgrund aller dieser Worte! (2. Mose 24:3-8)
  • Die Reinigung, die durch das Blut vollzogen wurde, ist eine symbolische Reinigung, die aufzeigt, daß Vergebung der Sünden notwendig ist, um in Gottes Gegenwart zu kommen und ihn anzubeten, und diese Vergebung geschieht nur durch Blutvergießen.
  • Die Heiligkeit Gottes zeigt sich darin, daß er diese Strafe tatsächlich einfordert.
    • 2 Rede mit der ganzen Gemeinde der Kinder Israels und sprich zu ihnen: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der HERR, euer Gott! (3. Mose 19:2)
  • In der Bibel entspricht Gottes Heiligkeit seinem unendlichen Wert und seiner Schönheit.
    • Diamanten sind so etwas Besonderes, weil sie so rar sind und eine so glänzende Schönheit haben.
    • Gott ist heilig, weil er so einzigartig ist und eine so reine Schönheit hat.
    • Das macht seinen unendlichen Wert aus.
    • Das Lied der vier lebendigen Wesen und der 24 Ältesten im Buch der Offenbarung hat die gleiche Bedeutung, weil Gottes Heiligkeit seiner unendlichen Würdigkeit entspricht.
      •  8 Und jedes einzelne von den vier lebendigen Wesen hatte sechs Flügel; ringsherum und inwendig waren sie voller Augen, und unaufhörlich rufen sie bei Tag und bei Nacht: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, Gott der Allmächtige, der war und der ist und der kommt! 9 Und jedesmal, wenn die lebendigen Wesen Herrlichkeit und Ehre und Dank darbringen dem, der auf dem Thron sitzt, der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, 10 so fallen die 24 Ältesten nieder vor dem, der auf dem Thron sitzt, und beten den an, der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit; und sie werfen ihre Kronen vor dem Thron nieder und sprechen: 11 Würdig bist du, o Herr, zu empfangen den Ruhm und die Ehre und die Macht; denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen sind sie und wurden sie geschaffen! (Offenbarung 4:8-11)
    • Gottes Gerechtigkeit ist seine Leidenschaft, diesen unendlichen Wert zu verteidigen und hochzuhalten.
      • Würde er die Übertretung seines Gesetzes nicht strafen, würde er einen Teil seines unendlichen Wertes (seiner Heiligkeit) preisgeben.
        • 3 Der HERR ist langsam zum Zorn, aber von großer Kraft, und er läßt gewiß nicht ungestraft. (Nahum 1:3)
    • Seine Liebe zeigt sich darin, daß er die Strafe nicht von uns fordert, sondern von seinem unendlich kostbaren Sohn.
      • 10 Darin besteht die Liebe – nicht daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns geliebt hat und seinen Sohn gesandt hat als Sühnopfer für unsere Sünden. (1. Johannes 4:10)
  • Durch das Blut Jesu sind die himmlischen Dinge symbolhaft gereinigt worden und bereit, daß gerechtfertigte Sünder in die Gegenwart Gottes kommen können.
Anwendung
  • Die gute Nachricht des Neuen Testaments ist nur vor dem Hintergrund der Heiligkeit Gottes verständlich.
  • Auch die Liebe Gottes ist nur vor dem Hintergrund seiner Heiligkeit verständlich.
  • Desto mehr ich die Heiligkeit Gottes wahrnehme und auf das Evangelium vertraue, desto stärker werde ich seine Liebe wahrnehmen.

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