Predigt vom 11.12.2016: Stefan Beyer – Hebräer 8,6-9,14 – Vollkommen rein

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Hebräer 8:6-9:14 – Vollkommen rein

  • Die Hebräer waren ängstlich und unsicher in ihrem Glauben geworden.
    • Der Schreiber erinnert sie zunächst an die große Sicherheit, die sie durch das hohepriesterliche Werk von Jesus haben: alle Versprechen Gottes werden erfüllt.
  • Aber er macht sie auf das priesterliche Wirken von Jesus aufmerksam, um ihn Zutrauen zu schenken, in die Gegenwart Gottes zu kommen.
  • Viele Christen aus muslimischen Hintergrund ringen damit sich würdig zu fühlen, in Gottes Gegenwart zu kommen und ihn anzubeten.
  • Aber auch viele andere Christen haben die geheime Angst, daß sie eigentlich nicht würdig sind.
    • Vielleicht gibt es eine verborgene Sünde, mit der sie ringen.
    • Vielleicht haben sie etwas gemacht, von dem sie denken, daß Gott ihnen nicht vergeben kann.
    • Vielleicht denken sie aber auch Gott ist wie ihr irdischer Vater, der sie nie wirklich akzeptiert.
  • Durch die langen Ausführungen des Hebräerbriefs sollen die Gläubigen eine doppelte Sicherheit gewinnen:
    • Jesus ist der Garant, daß Gott seine Versprechen erfüllt.
    • Jesus ist der Garant, daß jeder Christ in seiner Gegenwart willkommen, geliebt und angenommen ist.
6 Nun aber hat er einen um so erhabeneren Dienst erlangt, als er auch der Mittler eines besseren Bundes ist, der aufgrund von besseren Verheißungen festgesetzt wurde. 7 Denn wenn jener erste [Bund] tadellos gewesen wäre, so wäre nicht Raum für einen zweiten gesucht worden. 8 Denn er tadelt doch, indem er zu ihnen spricht: »Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund schließen werde; 9 nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern gemacht habe an dem Tag, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus dem Land Ägypten zu führen — denn sie sind nicht in meinem Bund geblieben, und ich ließ sie gehen, spricht der Herr —, 10 sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel schließen werde nach jenen Tagen, spricht der Herr: Ich will ihnen meine Gesetze in den Sinn geben und sie in ihre Herzen schreiben; und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. 11 Und es wird keiner mehr seinen Nächsten und keiner mehr seinen Bruder lehren und sagen: Erkenne den Herrn! Denn es werden mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten unter ihnen; 12 denn ich werde gnädig sein gegen ihre Ungerechtigkeiten, und an ihre Sünden und ihre Gesetzlosigkeiten werde ich nicht mehr gedenken.«  13 Indem er sagt: »Einen neuen«, hat er den ersten [Bund] für veraltet erklärt; was aber veraltet ist und sich überlebt hat, das wird bald verschwinden.
  • Die Hebräer wollten aus Entmutigung und Verzweiflung zum alttestamentlichen System zurückkehren mit seinen Ritualen und Opfern.
  • Dabei ist der neue Bund viel erhabener und hat viel größere Verheißungen.
  • Im neuen Bund haben die Gläubigen ein viel größeres Zutrauen im Umgang mit Gott, weil
    • sie einen besseren Mittler, den Sohn Gottes selbst, haben.
    • der neue Bund nicht gebrochen werden kann. Christen haben unverbrüchliche Heilsgewißheit.
    • Gott selbst durch seinen Geist das Gesetz auf die Herzen der Gläubigen schreibt und beginnt, in ihnen zu wohnen.
    • Gott sich in vollem Umfang zu ihnen als ihr Gott bekennt.
    • jeder durch den Heiligen Geist gelehrt wird.
    • ihre Sünden vollkommen vergeben werden und nicht mehr gegen sie gehalten werden.
    • der neue Bund nie mehr aufgelöst werden wird.
1 Es hatte nun zwar auch der erste [Bund] gottesdienstliche Ordnungen und ein Heiligtum, das von [dieser] Welt war. 2 Denn es war ein Zelt aufgerichtet, das vordere, in dem sich der Leuchter und der Tisch und die Schaubrote befanden; dieses wird das Heilige genannt. 3 Hinter dem zweiten Vorhang aber befand sich das Zelt, welches das Allerheiligste genannt wird; 4 zu diesem gehört der goldene Räucheraltar und die Bundeslade, überall mit Gold überzogen, und in dieser war der goldene Krug mit dem Manna und der Stab Aarons, der gesproßt hatte, und die Tafeln des Bundes; 5 oben über ihr aber die Cherubim der Herrlichkeit, die den Sühnedeckel überschatteten, worüber jetzt nicht im einzelnen geredet werden soll. 6 Da nun dies so eingerichtet ist, betreten zwar die Priester allezeit das vordere Zelt zur Verrichtung des Gottesdienstes; 7 in das zweite [Zelt] aber geht einmal im Jahr nur der Hohepriester, [und zwar] nicht ohne Blut, das er für sich selbst und für die Verirrungen des Volkes darbringt. 8 Damit zeigt der Heilige Geist deutlich, daß der Weg zum Heiligtum noch nicht offenbar gemacht ist, solange das vordere Zelt Bestand hat. 9 Dieses ist ein Gleichnis für die gegenwärtige Zeit, in welcher Gaben und Opfer dargebracht werden, die, was das Gewissen anbelangt, den nicht vollkommen machen können, der den Gottesdienst verrichtet, 10 der nur aus Speisen und Getränken und verschiedenen Waschungen [besteht] und aus Verordnungen für das Fleisch, die bis zu der Zeit auferlegt sind, da eine bessere Ordnung eingeführt wird.
  • Der Schreiber will die alttestamentliche Religion nicht abwerten: sie hatte ihre Herrlichkeit.
  • Aber der Zugang zu Gott war noch nicht wirklich frei.
    • Nur der Hohepriester durfte in die Gegenwart Gottes.
    • Das auch nur einmal pro Jahr.
    • Er mußte jedes Mal  Blut darbringen und wurde dadurch an seine Schuld erinnert.
    • Das Gewissen des Anbeters konnte nicht vollkommen gereinigt werden, weil er nur äußerlich gereinigt wurde.
11 Als aber der Christus kam als ein Hoherpriester der zukünftigen [Heils-]Güter, ist er durch das größere und vollkommenere Zelt, das nicht mit Händen gemacht, das heißt nicht von dieser Schöpfung ist, 12 auch nicht mit dem Blut von Böcken und Kälbern, sondern mit seinem eigenen Blut ein für allemal in das Heiligtum eingegangen und hat eine ewige Erlösung erlangt. 13 Denn wenn das Blut von Stieren und Böcken und die Besprengung mit der Asche der jungen Kuh die Verunreinigten heiligt zur Reinheit des Fleisches,  14 wieviel mehr wird das Blut des Christus, der sich selbst durch den ewigen Geist als ein makelloses Opfer Gott dargebracht hat, euer Gewissen reinigen von toten Werken, damit ihr dem lebendigen Gott dienen könnt.
  • Nun ist aber Jesus in das himmlische Heiligtum eingegangen und hat mit seinem Blut dort eine ewige Erlösung erlangt.
  • Dadurch hat er die Gläubigen in all ihrer Schuld, Scham, Schande und Schmutz ein für alle mal in Gottes Augen gereinigt.
  • Das Evangelium hat nicht nur den Aspekt Schuld und Rechtfertigung, sondern auch Unreinheit und Reinigung.
  • Viele Gläubige fühlen sich zwar vergeben aber nicht wirklich gereinigt.
  • Im Alten Testament gibt es ein wunderschönes Bild dieser Reinigung:
    • Als ich nun an dir vorüberging und dich sah, siehe, da war deine Zeit da, die Zeit der Liebe. Da breitete ich meine Decke über dich und bedeckte deine Blöße. Ich schwor dir auch und machte einen Bund mit dir, spricht Gott, der Herr; und du wurdest mein. Da badete ich dich mit Wasser und wusch dein Blut von dir ab und salbte dich mit Öl. Ich bekleidete dich mit bunt gewirkten Kleidern und zog dir Schuhe aus Seekuhfellen an; ich legte dir weißes Leinen an und hüllte dich in Seide. Ich zierte dich mit köstlichem Schmuck; ich legte dir Spangen an die Arme und eine Kette um deinen Hals; ich legte einen Ring an deine Nase und Ringe an deine Ohren und setzte dir eine Ehrenkrone auf das Haupt. Hesekiel 16:8‭-‬12
  • Das Blut Jesu reinigt die Gläubigen auf diese Weise.
  • Das Gewissen mit seinen toten Werken ist ein Gewissen, welches noch versucht, sich durch eigene Werke zu waschen.
    • Viele Christen tun reichlich gute Werke, aber sie dienen nicht eigentlich Gott, sondern die Werke sind ein Versuch, sich zu waschen.
    • Jeder Mensch ist sich irgendwo seiner Unreinheit vor Gott bewußt und versucht, sich irgendwie zu waschen.
  • Durch die vollkommene Erlösung Jesu sind die Gläubigen durch sein Blut schon vollkommen rein gemacht.
  • Sie können dadurch endlich allein Gott dienen und brauchen sich durch ihren Gottesdienst nicht mehr zu waschen.
Anwendung
  • Durch das Werk von Jesus sind wir in Gottes Augen vollkommen rein und deshalb angenommen und geliebt.
  • Wir müssen diese Wahrheiten des Evangeliums in unser Herz massieren.
  • Wir können dann Gott endlich um seiner selbst willen dienen.

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